Süßer Spätsommer

Verschwunden,
ein summen, surren ein Ploppppp
reife Früchte fallen
Birnen, Äpfel, Pflaumen
ein trippeln, die Katze beachtet den Igel
kaum

Wartend liegt der kleine Hof
zwischen den Felden,
die Obstbäume geben Geleit
in die neue Zeit

Die Früchte fallen ins trockene Gras
Wespen, Fliegen, Hornissen,
Ameisen geben Vollgas
das Vollgas kommt vom Kindheitstrauma
als mich die Menschen drillten

Vielleicht ist es ja eher ein Schlendern
ein lässiges,
wissend welch Überfluss
der süße Spätsommer schenkt

jetzt wo kein Mensch mehr
seinen Körper durch die Welt bewegt
sich kein höllischer Lärm
sich keine Mordlust
sich kein Wahnsinn mehr
im Paradiese regt

Die Katze liegt auf der Holzbank
halb im Schatten,
die wachen Augen warten auf Ratten,

jeder hat jetzt eine gerechte Chance
und keiner stirbt ohne Sinn

langsam fällt der Hof

die Obstbäume überleben ihn
doch viele süße Spätsommer
bleiben noch bis dahin

Über oberham

Einsiedler in Hinterwald
Dieser Beitrag wurde unter Was Spatzen von den Dächern pfeiffen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

7 Antworten zu Süßer Spätsommer

  1. Mark schreibt:

    @Oberham

    Mich würde interessieren was du arbeitest um deinen Lebensunterhalt zu finanzieren?

    Grüße!

    • oberham schreibt:

      Warum interessiert dich, wie ich meinen Lebensunterhalt finanziere?
      Würdest Du fragen, wie ich mein Überleben organisiere, könnte ich Dir antworten.

      • Mark schreibt:

        Gut, wie organisierst du dein Überleben? Inwiefern nimmst du an unserem System teil, ohne Geld wird es ja schwer sein, ebenso ohne Krankenversicherung. Du brauchst ja auch ein Grundstück oder eine Unterkunft, baust du dein Essen selbst an? Mich würde das sehr interessieren. Viel Zeit zu haben bedeutet wenig zu arbeiten aber irgendwoher muss ja eine Geldquelle kommen, da es kein freies Land mehr gibt. Lieben Gruß!

  2. Carravaggio schreibt:

    Lebensunterhalt finanzieren? Geld kann man doch gar nicht essen.
    Äpfel, Kartoffeln, Karotten kann man essen…

  3. oberham schreibt:

    Mein Speisekammer ist proppenvoll, jede Menge lagerfähige Äpfel, Birnen, eingemachte Zwetschgen, derzeit stehen Pilz-Nussgerichte auf dem Speiseplan – dazu etwas Kräuter die man immer – auch in der kalten Jahreszeit findet – Wasserkresse z.B. – Salat gibt es ebenfalls noch reichlich.
    Nun, ich besitze kein Land, ich baue dort an, wo ich mir relativ sicher bin, dass kein Mensch sind beschwert, wo wenig Fremdfraß durch Schnecken oder andere Tiere zu erwarten ist.
    Mein Radius beträgt ca. 5 km in diesem Bereich finde ich alles was ich zum Überleben benötige.

    Ok, ich lebe in einer abgelegenen Gegend, hier gibt es noch Nischen, vor allem gibt es jede Menge Nuss- und Obstbäume die keiner mehr aberntet.
    Bei den Pilzen ist die Sammelkonkurrenz ebenso überschaubar, bei den Sommerbeeren praktisch nicht mehr vorhanden, alles liegt so für meine Hände bereit.
    Ich organisiere mir auch ab und an andere Dinge, das jedoch bleibt Eurer Phantasie überlassen.

    Meine Kommunikation hier, die läuft z.B. nicht von der Unterkunft, einer Laube in Einsiedellage, aus. Früher hatte ich sogar ein eigenes Lap-Top, doch das ist nun nicht mehr reparabel. Es fehlt mir jedoch nicht.
    Daher schreibe ich auch hier kaum noch.

    Was ich von der Außenwelt mitbekomme, ist meist noch irrsinniger, als ich es hier in früheren Suaden kund tat.
    Versicherungen habe ich keine, sollte ich tatschlich Hilfe benötigen, nehme ich sie von jedem an, der mit um meinetwillen helfen mag, einfach, weil ich sonst krepierte und er mit mir fühlt.
    Hilfe die ich nur gegen Bezahlung erhielte, wäre mir ein Graus, bezahlte Solidarität ist nur eine scheinbare, hinter dem vornehmen Prinzip verbirgt sich die gierige Fratze der renditegeilen Schmarotzer, jener Gesellen, die eben keine Hilfe brauchen, aber sich ihren Reichtum von der Gesellschaft schenken lassen, und die die Gesellschaft antreiben, ihre Lebensgrundlagen zu verseuchen, vernichten, versiegeln, ihre Gesundheit zu ruinieren und diese destruktiven Mechanismen als einzig mögliche Gesellschaftsform präsentieren.

    Gegenseitige Hilfe wäre schön, ich tue alles um zu überleben, ich erwarte im Notfall keine Hilfe, da ich weiß, ein Mensch der bescheiden sein Überleben organisiert, wird von der konditionierten Konsumentenhorde als Sozialschmarotzer verunglimpft, auch wenn er in seiner Lebenszeit nur nahm, was sonst keiner wollte, jene die mehr als die Hälfte der Leistung eines Nutzmenschen abzapfen, um ihre Villen und ihren Luxuskonsum zu organisieren, die verehrt der brave Untertan.

    Insofern, wer meinen Lebensweg versucht, der darf nicht verwundert sein, wird er von den anderen Menschen nur so lange geduldet, als er keinerlei Ansprüche an die Gesellschaft stellt.

  4. oberham schreibt:

    Was ich noch anmerken möchte – ich hatte lange den Anspruch an die Gesellschaft und meine Mitmenschen, dass sie sich erheben und rebellieren, dass sie aufhören ihre Lebensgrundlagen zu vernichten und zu dulden, dass täglich die Einwohnerschaft einer Kommune von ca. 15000 dem Hungertod ausgeliefert wird, täglich die Einwohnerschaft einer Großstadt den Auswirkungen des Systemprinzips von Verkehr, Produktion und seiner tödlichen Folgen zum Fraß vorgeworfen wird, eine winzige Gruppe erst alles denkbare an Konsum jederzeit und überall erhalten muss, bevor der nächste auch nur einen Krumen Brot bekommt.

    Diesen Anspruch habe ich inzwischen vollkommen aufgegeben. Ich möchte nur noch gelassen meine Zeit verleben, ich persönlich bin mir sicher, mehr als sich auszugrenzen, kann ein Einzelner nicht tun, alle Versuche Gruppen zu bilden, wurden stehts vom Prinzip der destruktiven Horde eingenommen und gingen auf im Wahnsinn der Ausbeutung der Masse durch die wenigen Menschennutzer.

    Insofern – jeder darf sich entscheiden.

  5. Mark schreibt:

    Danke für deine Nachricht. Es scheint als würdest du eine Menge Nahrung aus der Natur holen aber ich kann mir nicht vorstellen, dass du davon überleben kannst? Was ist mit Fisch und Fleisch, Kohlenhydrate? Du sagst du hast keinen Laptop aber schreibst trotzdem im Internet? Mich würde einfach ungemein interessieren wer Oberham ist und wie er überlebt. Du bist trotz deiner langen Antwort sehr wage geblieben. Ich fände es interessant mehr über deine Lebensweise zu wissen. Wie alt ist Oberham? Was hat er in seinem Leben gemacht? Vielleicht ist das zu viel gefragt und auch sehr persönlich aber ich fände es interessant von dir zu hören.

    Gruß!

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