Dekonstruktion

Handlungsanweisungen en detail der Kinder erster Schrei
Sprachen, sprechen, Laute kompilieren, am Ende ja oder nein –
Sein oder eben nicht Sein wie es der gute im Globe sprechen ließ

Überflug ohne Abwurf oder mit
verhallendes Grollen der Turbinen oder Todesstille
nach der Luftpostille

Haute Cuisine so weit hochgehoben
ab besten ganz abgehoben
in die Stratosphärengleiter geschoben
dort oben die Performer den Maître loben
sind ansonsten autonom geflogen

…… oder gefahren über die Ozeane
in einem trubogetriebenem Schwimmpalazzo auf dem Milk-Run
der fleischgewordenen Eitelkeit
just in Time die Sexmaschine aus dem Kinderheim
just in Time die temperierte Brause
geistlos und dreist, vernichtend alles fressend diese Sause!

Nach jenem ersten Schrei, folgt die Zuordnung
wann und wo zuerst
dann
folgt die
Lebenszeit
kurz oder lang

mach was draus!
nur was?

Streift man die Verpackung ab,
bleibt eine mordend, destruktive
wabernd, glucksend, furzend und rüplsend
keuchend, hechelnd fickend und
im Rausch des Wahnsinns sich wälzend,
treibende Masse von lebenslosen Wesen,

die sich verzweifelt zu verkleiden sucht,
doch die sich letztlich zerfleischt in der Sucht
nach dem Sieg, nach dem Gewinn,
nach dem besser Sein

Besser oder Schlechter
Fleisch oder Schlächter
das ist hier die Frage
nicht allein

zu sein
treibt fast jeden in den Stall

hinein!

 

Dort wird geschnattert und gebrüllt,

die Bäuche sind meist gut gefüllt!

Zwar hocken 300 in der Aluröhre

zwar ist der Stoff meist Plastik dort

zwar muss man krümmen seinen Rücken

zwar hat man sich oft gar zum Arsch zu bücken

zwar steht man mitten in der Feinstaubwolke

zwar ist man so ein Teil vom Herdenvolke

doch plärrt man voller Inbrunst brünstig

und achtet das der Wind steht günstig

Die satten Massen sind die höchsten Mörderklassen

sie sind es die es letztlich schaffen

auf den Luxus sie nur gaffen

 

Weitwinkel

vom Schuttberg verschüttet die einen

von Neid zerrüttet die andern

dazwischen gibt es wohl Weg

bequem zu wandern

doch jeder hofft

verhungern mögen die Andern!

blank und bleich fletschen die Totenschädel

die Zähne und lachen mit dunklen Löchern

sie ziehen bald die letzten Pfeile

aus ihren gehässigen Todschlagköchern

der Bogen sie biegt

die Sehne gespannt

warte,

noch nicht,

noch nicht fliegt,

der letzte für mich,

noch nicht fliegt,

der letzte für dich,

doch fliegen des Teufels Fliegen

die andernorts das Elend schmieden.

 

Die Böden werden weggespült, damit man heute einen Daimler besitzt

Die Quellen werden vollgeschissen, damit man heute nach Ibiza fliegt

Die Atmosphäre wird verqualmt, damit man heute shoppen kann

Die Arten werden ausgerottet, damit man heute mehr Fressen auf den Müll werfen kann

Die Urwälder werden verbrannt, damit man heute soft den Arsch putzen kann

Die Erde wird geopfert, damit man heute maximal konsumieren kann.

 

Der Massenkonsument ist der Massenmörder

Der Milliardär ist nur die Krone dieser Horde!

Gäbe es keinen verrotteten Geist, der eine verrottete Art,

in einer verrotteten Gesellschaft, zu verrotteten Verbrechen antreibt,

gäbe es keinen Totenschädel, auf dem sich diese Krone aufpflanzen lässt!

 

Es gibt nur eine Revolution,

man muss gegen das Verrotten revoltieren und endlich erkennen, wozu ein lebendiger Geist fähig sein könnte!

Kein verrottetes Verbrechen zu begehen, da ist für jeden eine harte Prüfung,

doch jede Stunde ohne Wahn, ist gewonnenes Leben!

Geben wir uns, unsere Leben wieder, indem wir sie aus dem Stall führen und endlich unsere Sinne nutzen, statt sie zu verleugnen.

Ja, es gibt schlicht keine Teilhabe, in dieser Gesellschaft, die nicht mit den widerlichsten Verbrechen befleckt wäre – es gibt nur eines – Nicht-Teilhabe – Selbst-Überleben!

Wer den bequemen Weg geht, ist schlicht ein zerfasernder Zahn im verfaulendem Gebiss der Bestie, verrottet nach getaner Kauleistung, geopfertes Dasein, malmendes Kollektiv,

bald wird der Schädel vor Fäule zerfallen,

der letzte Schrei verhallen!

 

 

Man wird es nie so hässlich in Worte fassen können, wie es wirklich ist!

Und es ist wirklich!!! Es wirkt!!!

Das Menschenvolk wirkt, ich denke, nicht mehr lange.

 

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Über oberham

Einsiedler in Hinterwald
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2 Antworten zu Dekonstruktion

  1. Carravaggio schreibt:

    Schön, dass du dich mit Shakespeare befasst. Gegen deine negative Schilderung der Welt würde ich ja gerne protestieren, allein mir fehlen die Argumente. Die überüberwiegende Mehrheit der Menschheit benimmt sich in der Tat so, oder würde es gerne wenn sie die Möglichkeit dazu hätte.
    Gut gemacht. Obs was bringt, also nur einen der Konsumentenaffen zurück zu einem Leben im Einklang mit der Welt bringt steht woanders… Auch wenn du es kaum für möglich hälts. ich suche weiterhin nach einem „umweltverträglichen“ Lebensmodus für Menschen, der ihre „soziale Ader“ mit einbezieht. Dir alles Gute und vielleicht schaffe ich es dieses Jahr dich einmal zu besuchen, falls du das immer noch möchtest.

    • oberham schreibt:

      …. ich wüsche Dir, fündig zu werden. Es gibt sie sicherlich diese verlorenen Wesen, sie sind ja immer hier gewesen, doch leider, leider sie sind verschüttet unter dem gigantischen Haufen, all der zerstörten Gefühle, so zerstört, dass sie niemals mehr können genesen.

      Meld dich, dann bekommst du die „Koordinaten“ ;-)…….

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