Abschied

Albtraummüde Erschöpfte

Sich aus nachtschlafender Bilderflut lösend

Halten sich in Erinnerung

Den letzten Moment

Vor jenem

Abschied,

da man die Liebe aus den Augen verlor

hervor kriechen aus Schatten

jene

die nur Hass

in ihren rottigen, knochengerüsteten

Hautsäcken horten

Allerorten das Morden

Allerorten ist es zum Prinzip geworden

 

Das Oszillieren der Brücken unter dem Marschschritt

Erstarrt in der Eiszeit

Nach dem ersten Schuss

Schluß

Da blieb nirgends ein Lippenpaar

Kein zarter Hauch

Kein zärtlicher Kuss

 

Die Falten zerfallen

Zu Staub

Das  Horden-Leben ist schlichter

Raub

(vor zwei Jahren nahm ich ja Abschied, doch immer noch hafte ich wie die Fliege hier im Netz……. – Hordenwesen bleiben Hordenwesen, bis sie verwesen, so sehr es sie auch vor sich selbst graut, ihrer Horde graut, manche gehen rasch, ins Wasser oder über den Rand des Dachs, andere, finden in der Natur Halt und sind letztlich nur noch Betrachter des Irrsinns, lassen irgendwie, ihre Schultern zucken und versuchen letztlich das Hordentreiben als absurdes Treiben zu begreifen, froh, nicht völlig davon zermalmt zu werden, froh, einen versteckten Winkel, einen angenehmen verseckten Winkel gefunden zu haben, hoffend, niemand möge sie von dort vertreiben, hoffend die tödlichen Schwaden mögen sich noch etwas gedulden, aufhalten wird sie niemand, niemand jemals können.

Das Kollektiv ist ein grauenvoller Rauborganismus, ein Weltenfresser, ein kannibalisches Ding, ein Ding in dem die Liebe noch zum Grauen führt und das letztlich schlicht die Lotterie des Lebens als eine Farce repräsentiert.

Angesichts von Milliarden von Lichtjahren, könnte man auch tippen, die Menschheit entsprich dem Fliegenschiss auf der Panoramascheibe eines Luftschiffs, welches gemütlich auf dem Lichtstrahl einer galaktischen Lampe gleitet, einige wahnwitzig winzige Impulse, eines wahnwitzig winzigen Scheißhaufens, dessen wahnwitzig winziger Scheißteil ich bin, wir alle sind, waren und – scheißegal ob noch Jahrtausende oder nur Jahre – einige noch sein werden.

Mein Motto sehe ich mehr den je im Leben gespiegelt, den wäre unser Leben von Bedeutung, wäre es schlicht zu erbärmlich, diese Bedeutung in Wort fassen zu können!

So lassen wir uns gemütlich abtreiben, wohlgemerkt – wir kleben ja auf jener Panoramascheibe – sie macht uns zu Reisenden – wir müssen nur die Augen öffnen, lächerlich winzige Kotpartikel einer Staubfliege im leeren Raum der Unbeschreiblichkeit.

Wobei ich jüngst von wundervollen Ballerinas in wallenden Hosen träumte, die schwarze Flügelschwingen schwangen und sich zu ruhende Halbmonden wrangen, bewegungslos, bis ein Akkord den neuen Flug bewog, im Sog der Schönheit sich die Begeisterung erhob, das Publikum klatschte, berauscht von jener Anmut, vergessend wie beschissen es selber doch war.

(Karten für das Nationaltheater – für weitaus bescheidenere Vorstellungen – kosten bis zu 700 Euro – wobei der arme Steuerknecht noch fleißig zahlen muss, ohne je hinein zu dürfen – die billigste Karte – ca. 30 Euro! – tja, wer neben Alpträumen noch Wunderträume träumt, dessen Nächte sind ein echter Lebenstraum! – …….. so wünsch ich schöne Träume und beschaut euch das Hordenpack mit einem Lachen auf den Lippen, nur bitte, versucht es irgend möglich zu meiden, da es euch sonst in Alpträume führt! Sprich wer das Leben ernst nimmt, der hat es schon verloren!)

Da fällt mir ein, dem Elitenpack sollte man immer nur Beckett´s Atem aufführen…… in der 30 Sekunden Variante, danach 180 Minuten Husten und Röcheln, Kleiderrascheln und Furzen, auspuffende, hochsteigende, nieder-sinkende, stinkende Furze gemischt mit Chanel „No5″….. – oder Mugler „Orient“ – der Duftstaub zu 5 Euro das Puffen……. – Handtasche Hermès, Uhr Lange&Söhne, ….. der Spitzenhordenmensch braucht locker eine Million pro Tag, sich zu unterhalten – und dabei frisst er, das Stöhnen könnte man als Intervallnotiz betrachten, Strichlein gleich Stöhnen, pro Protzgaffer im Parkett – die nötige Todesrate für das Erfolgsgesindel….. – oh wie ich sie verachte, diese Artgenossen, die ihre Dummheit, wohl wissend mit einem zynischen Lächeln und ihrem Tand zur Schau tragen, dabei vor Gier nach noch mehr, förmlich im Blutrausch zu lebendigen Exkrementen des prototypsichen Monstrums  zerfasern, in ihrer bornierten Seelenlosigkeit aus den Fugen der Paläste sickern, sich in die bewundernden Gaffhöhlen der Masse drängen.

Raub, Raub, Licht an, Licht aus – Schluss!

Schönen Frühling – wir leben nicht im Sudan, oder in Somalia, oder in Nigeria, oder in ……………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………… – was für ein Glück!

(Den wie kann man die Satten, die Irren, die Eliten auslachen, wenn man vor Hunger keine Kraft mehr hat, die Lippen zu bewegen…………………………)

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Einsiedler in Hinterwald
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3 Antworten zu Abschied

  1. Dude schreibt:

    Ein Meisterwerk! Danke!

  2. fini09 schreibt:

    Stimmt, wieder ein ‚EinMaliges‘ Meisterwerk ; „Abschied“ …
    Sage Danke 🙂 10000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000 !?

  3. fini09 schreibt:

    Kleine Musik-Einlage zum Abschied und zu allen folgenden Abschieden insbesonder der Spezie Homo Sapiens – es gibt Tage an denen ich wuenschte sie waer Geschichte.

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