Anweisung

Man wies mich an, wozu man lebt
warum zu fragen
beim dritten Mal die Schläfe bebt
beim vierten Mal den Stock er hebt
beim fünften Mal wird man
fortgebracht,
gib Acht!

das Kind hat keinen Wert gemacht
so wird es nun gleich weggemacht

Ach ja, im Heute ist das obsolet
in diesen hellen Hallen
lebt
auch jeder der nur fragen mag
nur leider bleibt er eine Plag
er wird nur anders expediert

als Futter für den Heilprozess
wird er nun intensiv betreut
werden hier keine Kosten gescheut

Wo liegt nun hier der Unterschied?

Na klar, die Anweisung
die in den Schubladen einst so grimmig lag,
sie lächelt heute so jovial
ist das nicht einfach nur genial?

Wo gestern noch ein Morden angewiesen,
warten heute Drogen und Therapie,
die Gesellschaft hat Menschlichkeit bewiesen,
zumindest dort wo es zirkuliert,
das Konsumschmiergeld
ohne welches doch alles zerfällt

Die Anweisungen sind neu
anders und nennen sich Menschenrechte
für gute Menschen schön
für arme Menschen sind es schlechte
Rechte
die man sich nicht leisten kann

wie lautet die Anweisung dann?

Baut eine Mauer und dreht ihr den Rücken zu
notfalls legt Scharfschützen auf die Lauer
die Anweisungen liegen schon bereit
man führt pro Forma einen Streit

de Facto zählt man seine Beute
frisst noch mehr jetzt und grad im Heute
den Morgen juckt mich doch nicht sehr
betroffen bin ich, doch keinesfalls mehr!

wir kennen die Anweisung
wir halten uns an die Anweisung
wir plädieren vor Gericht, es stand in der Anweisung

…….. und wehe
du hältst dich nicht an die Anweisung!

Selbst für die Retter gelten sie
oder vor allem – angewiesene
Humanität, wohl dosiert – strenge Diät.

So überleben wir im jetzt,
vom Schicksal an unseren Platz gesetzt,

Gedankentod, die Phantasie starb an verschimmeltem Brot,

Seltsames Treiben, die Menschenschar tanzt auf bizarren Todesscheiben,
es
ist

ein absurdes sich Drehen, absurdes Flehen, absurdes Geschrei, ein galliger Brei!

Schulpflicht, Arbeitspflicht, Konsumpflicht,

Verblödungspflicht, Zerstörungspflicht, Vernichtungspflicht

krumm wie Gicht
im Hirnorgan

kriecht der Gedankengang
von Anweisung, zu Anweisung,

…… und all jene, die nicht einmal als Angewiesene
Anweisungen abdienen dürfen,
fühlen sich als unnütze und verkriechen sich
in Löcher
vor Scham!

Die Scham nicht angewiesen zu werden,
sie scheint die schlimmste Strafe
zu sein

All das Freiheitsschreien
nichts als schnöder Schein

den fast alle die da schreien,
scheren schnell ins Glied brav ein,
zahlt einen guten Preis
der Anweisungsverein!

und einige weisen an!

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Über oberham

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