Arbeit

Blaubeerblaue Handflächen nach getaner Arbeit
Müde Beine nach getaner Arbeit
Freude über den Geschmack
Hunger und Achtungsgefühle
warmer voller Bauch
der in der Nachmittagssonne sich wonnt
sich wonnt Wonnevoll

Jeden Tag fünf Kilo
leichte Arbeit
das ist so

Wärme im Winter badet mich
sacht und mit duftenden Ofenschwaden
gut und behaglich fühl ich mich

täglich etwas Holz reicht …………….

Andernorts wird hart gearbeitet
was machen die dort?

Manche schleppen täglich Tonnen
krumme Rücken und früher Tod
niemand kennt das Wort sich wonnen,
Wonnen liegen lässig dort,
wo die Raubgesellen liegen,
wie des Teufels Feundschaftsfliegen,

Arbeit, Arbeit, emsig, fleißig,
Arbeit, Arbeit, brav und zuverlässig
ja nicht lässig, ja nicht träumen
ja niemals den Dienstbeginn versäumen

Arbeit, Arbeit gut und billig
Arbeit, Arbeit viel und willig
ja nicht denken, ja nicht schwenken
ja niemals die Schritte in ein anderes Leben lenken

Was machen die dort?

Autos, Waffen und Maschinen bauen
Roboter bauen die dann bald alles bauen
die den Menschen ihre geliebte Arbeit klauen

wohin werden die dann schauen
verdienen werden nur noch die ganz, ganz schlauen
die auf die Schaltkreise schauen
die einander die Algorithmen klauen

Ist der Mensch mal nicht gesund

versinkt er als Rohstoff im industriellen Schlund

Nur die Alphatiere dürfen rauben
alles rauben
Alles

Die Horde ist verloren
Die Horde ist die Beute
Bald ist die Horde arbeitslos

was nur, ja was macht sie dann bloß?

Wird sie revoltieren
nun, leicht kann man sie massakrieren

Wird sie als Nutzfleisch überdauern
nun, das ist sie heute schon

Vielleicht bleibt sie es wirklich
auch noch morgen, ja gar übermorgen

Arbeitslosigkeit die gibt es nur
für lebenslose Kreaturen

Grobschlächtig kommt dieser Zeilengnom daher……

Ja, grob und lebensschlachtend

das Schöne und das Freie verachtend

nur auf den Preis achtend

lässig liege ich

matt und müde

wonnig wonnend Wonne fragend

was werden die Leute morgen tragen?

 

Zeitraffer über 400.000 Jahre…..

250.000 Jahre – Angst und doch auch Lebensfreude

150.000 Jahre – Angst – aber in  Angstklassen organisiert – auch Lebensfreude

Nur – wo liegt der Fortschritt?

Damals wurde man gefressen, starb man – so man sich ernstlich verletzte – vielleicht sogar ohne Schmerzen, liebevoll begleitet von Artgenossen, getröstet – dann war es vorbei –

mag sein auch einsam, verzweifelt und elend – so wie heute täglich zehntausende von menschlichen Leben und wohl milliardenfachem Sein, das der Zivilisation als Kollateralschaden zum Opfer fällt.

Heute wird man nicht selten in Blechbehältern zerquetscht, von Bomben zerfetzt, vom Krebs zersetzt, von Depressionen getrieben, als Sklave geschunden, als „Leistungsmensch“ zur Massenmordmaschine dressiert, kurz das Leben ist zu einer Horrorvision mutiert, sofern man es sich vor Augen führt!

Fortschritt?

Der Intellekt hat nicht unsere Fähigkeit zur Symbiose (auch einer metaphysischen) beflügelt, sondern er hat leider nur unsere Grausamkeit, unsere Gier und unsere Fähigkeit zum hemmungslosen Raubvieh exponiert!

Der Fortschritt ist schlichter Zusammenbruch, ist armseliges Versagen vor dem Leben!

 

 

 

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