Nach der Flut

Räumt man auf
Baut man auf
Baut man wieder
das Gleiche auf

Man spricht
über jene
deren Häuser dann noch größer wurden

Jene mit Schwielen an den Händen
Jene die erschöpft nach Tagen der Arbeit
schliefen

Klagen nicht
nicht weil sie müde sind
sondern weil sie gütig sind
gütige Menschen

Menschen die sich leiten ließen
Menschen die nie verdrießen
Menschen die erkennen wie ungerecht
selbst in der Not
die Horde handelt
doch sie handeln
den
wer tut die Arbeit sonst?

Das Heer der gütigen
hat die Arbeit vollbracht
das Grüppchen der cleveren
hat seine Geschäfte gemacht

Der größte Held ist der größte Verbrecher
Der Reiche ruft zum Spenden auf
und legt selbst gleich einen Euro drauf

Stolz und Gier thronen hoch über den müden
Körpern
Körpern die sich aufraffen
Körpern die sich sputen zu schaffen
was man von ihnen fordert, damit die
höheren Damen und Herren ihre Gewinne raffen

Wir leben in einem Land
in dem auch nach langer Schufterei
der gütige Mensch
bekommt seinen Unterstand

doch jenen, raubten die feinen Führer
ohne Skrupel in einem anderen Kontinent

So strahlen am Ende aller Augen
die Horde jault
und feiert ein Fest

selbst die Ärmsten dürfen trinken
selbst die Ärmsten bekommen
eine Wurst
ja die Ärmsten leben besser
heut
sogar nach der Flut

Ist das nicht wunderbar
und gut?

An jenem Ort
wo eine Schaufel Schlamm
aus einem Keller hub

da dachte sich ein Mensch wie
Du
und
Ich
ein Mensch

würde jedes Kind das jetzt und gleich verhungert
von einer unsichtbaren Kraft
in jenen Keller nun getragen
ich könnt wie Sisyphos mich plagen
der Keller würde überquellen
mit toten Kindern deren Augen
all meine Zuversicht mir rauben

er warf die Schaufel in den Dreck
ging weg

er ging und jeder Schritt
und jeder Atemzug
es folgte ihm der Leichenzug
ein Zug so lang,
so lang wie keiner je,

War er verrückt geworden?

Die Schaufel lag nicht lang allein,
der gütige Mensch wird immer folgsam sein!

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Über oberham

Einsiedler in Hinterwald
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