Politisch sein?

Politisch sein?

Ich würde sagen ein vernunftbegabter Mensch zu sein, sollte die Frage lauten?

Politisch sein, hieße ja, sich einem Lager anzuschließen, welches eine Meinungshoheit beansprucht, welches ein Programm vorzuweisen hat (welches es nur als Reklamebotschaft plakatiert, doch niemals wirklich ernst meint, zumindest wenn es die eigenen Fürsten tangierte, in ihrem Streben, nach materiellen Gütern….), zumindest ernsthaft mit jenen Programmatiken in einen Diskurs zu treten.

Für mich gibt es weder Rechte noch Linke, jegliche Spaltung hat nur das Ziel an sich – zu spalten! Und  da die Programmatiken schlichte Heuchelei sind, lohnt es sich auch darüber nicht ernsthaft nachzudenken – jene Bestandteile die am ersten ignoriert werden, sind ohnehin jene, welche man als vernünftig anerkennt.

Da nun die Zeit immer klarer spiegelt, wie irrsinnig das System ist, hat es die extreme Spaltung in Links und Rechts wieder in die politischen Programmläufe eingespeist, wird der etablierte Sumpf aus korrumpierten Kumpels durchgerührt und drängen sich neue widerliche Gestalten zu den Trögen der Vollversorgung für Vollidiotie.

Menschen die in die Politik gehen, dort Mandate anstreben, gleichen Schwerverbrechern, die statt der Maschinengewehre und der Kleinkrimminellen, Podien und Parteisoldaten als Werkzeuge benutzen, ihre Raubzüge zu planen und durchzuführen.

Menschen die Politik als Dienst an der Vernunft betrachten, werden niemals gewählt, sie wären auch völlig fehl am Platze, würden die politische Praxis auf den Kopf stellen und sich nicht als „Führung“ sondern schlicht als Vermittler betrachten.

Vermittler der Kulturen, der Meinungen, der vertretbaren Möglichkeiten, ohne sich wie feudale Protze zu geben, sondern als Vorbilder einer würdigen und sozialen Existenz!

Mit der Prämisse, dass Vernunft bedeutet, seinen Lebensraum zu erhalten und als soziales Wesen, auch sozial zu handeln.

Vernunft bedeutet eben nicht, sich anzupassen, an ein System anzupassen, das Vernunft seit Jahrtausenden pervertiert.

Insofern, – für mich bedeutet vernunftbegabt zu sein, alles zu vermeiden was meinen Mitmenschen und der Umwelt schadet.

Da ich nur für mich entscheiden kann, würde ich auch niemals andere zu etwas auffordern, da ich unterstelle – jeder Mensch ist von Geburt an

vernunftbegabt – einzig, die meisten stellen diese Begabung zurück, bzw. sie verwechseln sie mit der Fähigkeit, sich möglichst systemrelevant konditionieren zu lassen.

Es gibt ein richtiges Leben! Adorno konnte das nicht formulieren, da er sich selbst als bestens konditionierter Phrasengenerator im System verhaftet sah – insofern bemerkte er zwar, im falschen Leben zu existieren, doch er konnte sich nicht vorstellen, lebendig ein anderes, in einem anderem für sich, zu verbringen.

Leider sind die wenigsten Menschen Willens, diesen vermeintlich harten Weg zu gehen – wenige haben das Glück sich in Nischen zu finden und glücklich zu sein, ohne auf dem Elend der Verlierer zu tanzen.

Könnt Ihr Euch ein Auto bauen? Nein? Dann benutzt auch keines, den jene die uns zur Verfügung stehen, sind mit dem Elend getränkt und sie verbreiten Elend.

Ich bin nicht gegen Individualmobilität, doch so wie sie mir verfügbar wäre, ist sie destruktiv und somit lehne ich sie ab – bis auf das Fahrrad. (das ich von meiner Mutter übernommen habe und nunmehr 45 Jahre funktioniert….)
(Ich überlasse es Euch, Eure Konsumbedürfnisse und Euren Lebensstandart diesbezüglich zu hinterfragen.)

Ich finde sehr viele Dinge – sehr, sehr spannend und sehr begehrenswert, doch wie kann ich meinen Wünschen nachgeben, wenn sie doch offensichtlich einen hohen Blutzoll einfordern, von jenen, die sie zu erbringen haben, bzw. jenen, denen sie ohnehin vorenthalten werden?

Vernunftbegabt zu sein, bedeutet für mich, das mir vertretbar Mögliche zu genießen – leider wird dies immer Weniger, da die unvertretbaren Dinge meine Welt vernichten!

Entweder es entscheiden sich bald viele Menschen dazu, Ihre Vernunft zu akzeptieren, sich nicht korrumpieren zu lassen, sich zu finden, eine andere Gesellschaft zu etablieren, oder Adorno hat im nachhinein mit seinem Statement Recht behalten – das nur mehr das falsche Leben, ein Überleben ermöglicht, da es überall auf der Welt tödlich ist, vernünftig zu sein.

Ich bin kein Eskapist, ich verweigere mich nicht, ich verzichte lediglich auf die Kollaboration an einem Verbrechen, ich möchte mich nicht korrumpieren lassen, von Dummheit, Gier und Unverstand.
Ich liebe das Leben, ich bedaure, dass ich mit meinen Ansichten sehr einsam bin, ich wünschte, ich würde mich kolossal irren, ich wünschte, all die Realitäten wären nur ein langer Alptraum, aus dem ich eines Tages erwache.

Advertisements

Über oberham

Einsiedler in Hinterwald
Dieser Beitrag wurde unter Was Spatzen von den Dächern pfeiffen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s