Der Heuwagen

Wie bordend sich das Heu da türmte
an der Tür der Hausierer
mit den Gewürzen
Angst und Mitleid rechts und links
in der Mitte der Safran in der Hand
die Mutter die gibt
die Augen
ein Lächeln auf den Gesichtern liegt

Die Gerüche, ein Zauber doch müd und karg
die Zeit in den Händen jenes Menschen lag
Schwer die Kisten, die zu tragen
Ihm das Schicksal auf sein Sein lud
welchen Mut er wohl gebraucht
in seiner Jugend

So taucht er auf – im Frühling meist
bis in der Erinnerung
ein tiefer Graben die Gedankenfäden reißt
die Brücke sucht
doch fand man nicht
Schwermut Dir das Herz zerbricht

In des Lebens Abzählreimen
all die Gräser grün noch keimen
recken sich dem Licht entgegen
schmücken Perlen sie bei Regen

Bis der Wagen voll ja überladen
steht im Zentrum ganz allein
all die Wesen die dort baden
werden längst auch Gras nur sein

Bleibt zurück die ewige Heide
wiegt sich trunken und geschmeidig
wiegt sich liebend sanft im Winde
wiegt sich hin
und wiegt sich her

Die Menschen blind
sie sehen längst nichts mehr!

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Über oberham

Einsiedler in Hinterwald
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5 Antworten zu Der Heuwagen

  1. alphachamber schreibt:

    Immer wieder überraschende Gedanken und Gefühlskombinationen. Sehr schön!

    • kahalla schreibt:

      Mich erinnert schon der Titel an das allegorische Gemälde von Hieronymus Bosch. Beides wirkende Kunst.

      • oberham schreibt:

        … wir verstehen uns ;-)…… – in der Tat – eigentlich nannte ich es Triptychon, doch dann wollte ich genau dies, dass der Leser sich auch das Bild von Hieronymus B. aus seiner Erinnerung kramt…..
        …. und die Inspiration war leider keine schöne – ich habe Bilder von Säuglingen aus dem Irak gesehen….. – dann kam mir Bosch in den Sinn, dazu die dreiteiligen Bilder….

        In der Mitte hockt die Beute, davor das Glück, dahinter das Elend.
        Die Episode vom Hausierer mit den Gewürzen – das ist der Trost, den irgendwie ist es unschuldige Freude wenn ein Mensch der selber nicht reich ist, den Reichtum von Gewürzen in einen gewöhnlichen Haushalt trägt – und was wäre unser Essen ohne Würze? Unser Leben…. – ohne – unschuldige – Würze……………….

    • oberham schreibt:

      Danke – freu mich, wenn ich eine schöne Empfindung auslöse damit, das passt schon – auch wenn der Rahmen leider…. – aber bleiben wir bei den Gewürzen, zumindest dieser Sinn soll nun nicht angetastet werden……

  2. fini09 schreibt:

    …’ewige Heide’…..Danke!

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