So schließen sich die Kreise….

vor einigen Tagen mein Anmaßung
Rat zu schlagen

heute lese ich diese Zeilen:

„Ich ging von dem Gedanken aus, dass es keine Menschen waren, die uns das antaten – warum sollte ich mich also beleidigt fühlen? Und weil ich plötzlich alles als merkwürdiges Schauspiel wahrnahm, fing ich an, laut zu lachen, zur Erleichterung einiger meiner Bekannten, die, obwohl sie zuerst lieber geweint hätten, mit mir lachten.“

sie stammen aus dem Tagebuch einer Artgenossin
Namens Klaartje de Zwarte-Walvisch.
Sie schrieb dies wohl Anfang April 1943
im Juli, am 16. laut Buchhaltung, jenes Jahres
wurde sie von ihren Mördern aus dem
Possenspiel befreit.

(https://oberham.wordpress.com/2016/02/29/ueberheblicher-rat-schlag/)

(meine Quelle heute – die Lachnummer scheint also längst erkannt worden zu sein…… – wie viele Sklaven mögen wohl lachend zu Tod gepeitscht worden sein – anstatt willig Steine zu schleppen……. – unser Pech die Klugen wurden längst ausgerottet, nur die willigen, die demütigen, jene die sich unterordnen, überleben und pflanzen sich fort, ab und an, kommt beim ein oder anderen die rezessiv wohl immer noch vererbte Vernunft hervor – ja – klingt überheblich, da ich mir das wohl in gewisser Weise zuschreibe ……. – in den Lagern damals dürften ja nicht mehr viele gelacht haben………. – und das Lachen der Mörder zählt nicht, das fällt unter Irrsinn – wobei die „normalen“ Artgenossen das vielleicht genau umgekehrt betrachten….. – fast bin ich stolz verrückt zu sein.

Übrigens heute betrachtete ich eine Gruppe von Spatzen (ja, es gibt sie wieder, in großer Zahl, zumindest in meiner Umgebung… ich leg ihnen täglich auf Kommando – da sie mich gut dressiert haben, Futter in eine Vogelvilla, die an einer Esche hängt – täglich ein Balanceakt…..)
einer, der kam mir besonders neugierig vor, hockte auf einem niedrigem Ast und schien mich ebenfalls zu beäugen, was mich freute, wir schauten uns lange, ich denke einige Minuten lang, nur so an, ab und an eine Regung, doch er folg nicht weg.

Später kam ich auf einer Anhöhe etwas zur Ruhe und betrachtete die Straße im Tal.
Dort rauschten meine Artgenossen in ihren Blechbüchsen von Unbekannten Orten, zu unbekannten Orten,
was mir unheimlich, ja völlig irrsinnig vorkam.

Desto mehr man sich aus dem zivilisierten Bereich entfernt, desto richtiger fühlt sich das Leben an, doch dass die Menschen im falschen Leben, falsch leben, das wissen sie ja alle selber.
Was nun wieder auf den zitierten Schopenhauer hinweist.

Das Richtige dachten wenige schon immer, die Masse jedoch handelt exakt im Gegenteil, was wohl bis zum Ende dem menschlichen Imperativ entspricht.

Du erkennst Deinen Irrsinn, bist jedoch zu feige, es zu gestehen, handelst weiter irrsinnig, wunderst Dich, wenn Du traurig bist, rettest Dich in einen Rausch – welcher Art auch immer und wer weiß, vielleicht erkennst Du am Ende deines Lebens, wenn du kurz nüchtern wirst, was Du versäumt hast.

Schade.

Den Irren gehört die Gesellschaft, die gesunden jedoch werden zu Irren gestempelt.

Wieder bin ich überheblich, was bin ich heute doch ein arrogantes Wesen, nicht wahr?

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Über oberham

Einsiedler in Hinterwald
Dieser Beitrag wurde unter Was Spatzen von den Dächern pfeiffen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu So schließen sich die Kreise….

  1. AlterKnacker schreibt:

    Hey Du Siedeleiner … schick den Beitrag zum FIWUS, damit sich auch noch Andere erfreuen können … 😉

  2. Ellenika schreibt:

    Es fällt mir schwer, dass was in mir an Antwort, an Resonanz auf Deines, Oberham da ist, in Worte zu fassen.
    Ein Versuch:
    Ich erkenne und finde vieles von mir in Deinem Geschriebenen (habe jetzt längst nicht alles gelesen) wieder, es klingt und vibiriert und es ist fast wie, ja ich könnte es vielleicht als eine Art „Antwort“ umschreiben.
    Und es tröstet mich auch, dass es Dich gibt, so sehe ich, es gibt noch andere, denen es so oder ähnlich geht…
    Ist es eigentlich möglich, mit Dir auch „nicht-öffentlich“ in Kontakt zu kommen (bws. per mail)?
    Wenn nicht, auch in Ordnung.

    • oberham schreibt:

      … ich habe eine (oberham@gmx.de)- und jeder kann mich besuchen (allerdings nicht mit einem Auto) wobei Autofahrer mich ohnehin meiden dürften ;-)………

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