Totaler Kampf!

Was passiert mit einem Menschen

der nicht kämpft?

 

 

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Über oberham

Einsiedler in Hinterwald
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3 Antworten zu Totaler Kampf!

  1. fini09 schreibt:

    Nur zwei Zeilen und eine Antwort: ‚Ein Mensch der nicht kaempft hat schon verloren‘.

    • oberham schreibt:

      Ich fürchte, die meisten Menschen die kämpfen, kämpfen auf verlorenem Posten.
      Jene, die sich dem System verweigern, kämpfen für ihr Überleben – ihr Überleben ohne Geld.
      Jene die im System wirken müssen vor allem für die Sieger kämpfen, doch es gibt bekanntlich immer nur einen Sieger und sehr, sehr viele Verlierer.
      Im System laufen viele Spiele gleichzeitig ab, Spiele im Spiel sozusagen.
      Ganz wesentlich ist natürlich wo man starten darf.
      Spielverlierer gibt es überall auf der Welt, im Sudan verhungert der Verlierer, in Deutschland schläft er in einem Pappkarton unter der Brücke und sammelt Pfandflaschen.

      Doch auch der durchschnittliche Mensch ist in meinen Augen ein Verlierer, ein Mensch, der zwar kämpft, der jedoch täglich verliert, seine Freiheit, seine Zukunft, oft seine Gesundheit, seine Träume – und das Schlimmste, die meisten Menschen jagen Träumen hinterher, die völlig irrsinnig sind – die einem Traum vom solidarischen und friedlichen Leben zuwider laufen, Träume die ihnen wie ein Gift injeziert werden.

      Meine Träume lauten, Ruhe, Aufstehen wann ich das möchte, ein warmes Plätzen zu ruhen, immer gute Nahrung finden, schöne Geschichten denken, oder auch mal lesen, Tiere die ich beobachten kann, die keine Angst vor mir haben, Beine die mich tragen und noch lange tragen mögen, Hände die mir helfen am Leben zu bleiben.
      Augen die gut sehen, eine Nase die gut die Gerüche in mich trägt, Haut die mich spüren lässt, den Wind, das Gras, die Rinde, das Moos, die Wärme, die Kälte, die Kraft der Sonne, das Leben.

      Mein Traum von einer menschlichen Gesellschaft, von Liebe unter den Menschen, vom Glück miteinander etwas Schönes zu schaffen, den habe ich leider begraben müssen.
      Solange ich dafür meine Freiheit zu denken opfern muss, solange kann es für mich keine wesentliche Interaktion mit den Menschen geben, solange wird jede Begegnung eher zu einem unerfreulichem Akt.

      Die Menschen vertrauen jedoch weniger sich selbst, als ihren Leittieren, sie sind leider nicht aus dem Stadium des Hordenwesens heraus gekommen und die Leittiere sind kranke, psychisch kranke Artgenossen.

      Der Kreis dreht sich, das Karussell des Wahnsinns dreht sich, ich steh da und betrachte es.
      Neben mir stehen sicher noch viele andere, nur all jene die es beschreiben, beschreiben ohne auf das Karussell zu steigen, werden als kranke, psychisch kranke Artgenossen betrachtet.
      Nur der etablierte, bezahlte, nachweislich konditionierte Geist darf es äußern, dieses Bild von der kranken Gesellschaft, doch jene Artgenossen sind berufsmäßige Relativierer, sie gaukeln im intellektuellen Betrieb eine gewisse Art der Selbstreflexion vor, die tatsächlich gar nicht stattfindet.

      So sind die bekannten Globalisierungskritiker z.B. mit die Artgenossen, die als kosmopolite Weltreisende ständig intensiv Mobilitäts- und Unterbringungsinfrastruktur der kommerziellsten Art nutzen und auch bezahlen, die mit Distributions- und Vermarktungsapparaten kooperieren, um ihre Gedanken zu kapitalisieren, die auf Podien steigen und für ihre Auftritte Gagen verlangen, die so arrogant sind zu glauben, ihre Gedanken wären schlicht herausragend, wo sie doch nur das tägliche Leid schildern und geschickt das zur Geschäftsgrundlage ihrer schäbigen Partizipation machen, was man als den Irrsinn der Gesellschaft täglich und überall ganz simpel betrachten kann, was kranke Sonderlinge wie ich, praktisch millionenfach aus dem Off in die Welt schreien.

      Wobei, die meisten die wie ich leben, sind wohl ganz still, die schreiben auf Papier und lassen die Blätter dann im Wind fliegen.

      Ich hadere ja auch ständig mit mir, warum bin ich noch so eitel, so banal, so angepasst, dies hier zu tippen – sieh es als Brief, als Brief an die wenigen die hier lesen….
      wie Dich, der Du ab und an wohl gerne hier hereinschaust – doch auch du musst dann die Technik und den Strom dafür bekommen……. ein Teufelskreis – ein klein wenig bin ich eben wieder auf das Karussell aufgestiegen – jetzt spring ich wieder runter.

      Schönen Frühling uns allen………..

  2. fini09 schreibt:

    Deine „Waffe“ ist die Schreibkunst! Glasklar und deutlich! Gut das Du Diese Waffe benutzt!
    LG

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