19. Dezember 2015 multiple Shizophrenie

Ein ganz Weile schon gehen mehr als kommen. Immer öfter am Nachmittag, bin ich benommen,
nehme mich aus dem Takt, gebe mich dem Rhythmus meines Herzens hin und schließe die Augen.
Würd es jetzt einfach beschließen, die Pumparbeit einzustellen.
Der Muskel entspannt sich, erschlafft, geschafft – endlich ist die Arbeit getan und ich kann aus dem Dunkel dieses Körpers fallen, wie lang schon träumte ich davon ein Molekülgefolge im offenem Raum zu sein. Gepulst durch die Geräusche, die wir weitertragen, die wir zum Leben erwecken – ohne uns wäre da die Stille des Vakuums.
Ob er mich je geliebt hat, wann hat er an mich hingefühlt?
Erst jetzt, jetzt wo ich es einstelle?
Oder verschläft er es gar?
Nein, ich schlafe zwar, doch ich verschlafe Dich nicht, vergesse Dich nicht, höre oft in mich, zu Dir, hinein, manchmal möchte ich ganz in Dir, bei Dir sein.
Möchte durch mich fließen und mich spüren, fühlen, erfahren, hier und dort nachsehen, ob alles zufrieden und glücklich ist, die Gesellschaft sich verträgt.
Nicht in einem Mikroraumschiff, nein, ganz nackt. Wie? Ganz einfach, eine Zeitreise, Besuch aus der Vergangenheit, Besuch aus der Zukunft, bin Da und doppelt da, oder gar dreifach, vielleicht sogar billionenfach.
Könnte es gar sein, dass ich mich aus mir selbst zusammensetze? Jede Zelle ein Besucher aus den unendlich vielen Zeiten? Ein Glück wohl, nicht in diese Weltraumbevölkerungszahl an Persönlichkeiten zu zerfallen, auf einmal, von einem Augenblick zum anderen.
Dagegen ist eine simpel gespaltene Persönlichkeit, ein lässiger Spaziergang.
Was träumst Du nur für wirres Zeug, wach auf, die Hunde wollen endlich raus!

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Über oberham

Einsiedler in Hinterwald
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5 Antworten zu 19. Dezember 2015 multiple Shizophrenie

  1. fini09 schreibt:

    @oberham:-) *****

  2. gkazakou schreibt:

    Ja, das ist ne geistige Hauptaufgabe, sie alle zusammen und in Einklang zu halten. Guten Morgen auch!

  3. kahalla schreibt:

    🙂 Ist der Sinn des Lebens nicht, die Möglichkeiten dieser Existenz auszuloten? Da gehören die xtrovertierten genauso zu wie die introvertierten… Die Wendung nach innen ist ja keine Abkehr von unserer körperlichen Welt, sondern die Bekanntschaft mit dem nächstliegenden dieser Welt. Und das haben die meisten von uns zuletzt als Kleinkinder getan. Wie viel gesünder wären die Menschen wenn sie dieses Leben wirklich mit ihrem Körper lebten, anstatt gegen ihn irgendwelche Regeln aus alten oder neueren Büchern einzusetzen. Und den Hirnschiss der Eltern erben die Kinder… Hoffen wir, dass das bald aufhört und Menschen anfangen jedes Leben als etwas besonderes zu sehen und zu würdigen. Ich habe heute im Keller des Wohnhauses einer Freundin eine verendende Ratte gefunden, am ausgelegten Gift sterbend. Ich hab ihr meinen Abschied „zugequietscht“. Ob sie das verstanden hat, weiß ich nicht. Auch sie war ein Lebewesen mit Gefühl.

    Na denn, frohe Weihnachten, die Ratte ist tot.

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