17.Dezember 2015 Fliegerpfeile

Fliegerpfeile pfeifen durch die Luft
hochfrequentes sssssssssssssssssssssssssstttt
vor 100 Jahren
sssssssssssssssssssssssssstttt

Die Melodie darf jeder selber sssssssssen
ssssssssssssssssssssstttt

Musil hätte fast
keinen Mann ohne Eigenschaften
uns hinterlassen
gern wär er getroffen worden
schreibt er
die Amsel

egal

der Pfeil steckt wohl noch
in
der Erde irgendwo
in

Tirol

Vietnam – Pfeilgeschosse aus Raketen
zerfetzten zu wenig
um zum Sieg zu treten

Kambodscha geheime Bombenteppiche
aus Bauern wurden Totenschädel
danach wurden Totenschädel aus jenen
die in den Städten lebten

Killing fields
längst vom geilen Dollarraffen
gesäht
das Morden wurde,
das Morden wird,
aufgebläht!

Wie ein Ballon
ein bunter, rotbunter
Blutballon

Asien ist abgeerntet?
Keine Fliegerpfeile mehr?

So negativ, so negativ
sieh dir an das Positiv
das bunte Positiv

der Welten
ist rot und schwarz
es gelten
knallhart die Regeln der Natur
stark und verschlagen
ja
stark und verschlagen
siegst Du nur!

Der Traum vom Wolkenflockenreich
zerplatzt
Schrapnelle sausen
der Pilot getroffen bleich

rot färbt das Blut das Weiß
schwarz raucht der Ruß
der Himmel brennt
die Liebste jämmerlich gar flennt

Der Held vom Himmel just gefallen
doch heute hockt er im Container
hört nichts, nichts knallen
sieht nur den Staub der sanft verhüllt
die Fetzen

die der Mutter um die Ohren wallen

kurz vorher noch

war das ihr Kind

Fliegerpfeile sind antiquiert
selbst Pfeilgeschosse obsolet
die Drohne bläst die Lichter
mit TNT-Äquivalenten aus

Oft kommt die Welt heut sanft daher
an einem Ort
ein Kinderhort
wo warten jene nicht auf Eltern
sondern auf einen letzten Gang

an einem Ort
sind alle fort
verlassen liegt das Dorf
über der Wunde grober Schorf

Ein feister Artgenosse
liefert die nächste Posse
er gratuliert dem Massenmörder
zu seinem Panzerdeal

Das menschliche Beben könnt ich weiter
mit Worten kurz skizzieren
die Welt sie ist nicht heiter
man soll sie nicht sezieren

Wir exerzieren,
Wir exekutieren,
Wir konsumieren,
Wir massakrieren,

und wir maskieren,
stecken den Kopf in den Sand
und strecken die Ärsche gen Himmel,
bis ein Fliegerpfeil just ihn fand

Ach hätten sie nur 7 Milliarden
vom Himmel geworfen heut
die Welt hätt es nicht bereut

Vielleicht sind wir ja ein Peeling
die Erde hockt im Salon
statt Mandelsand
Knochengranulat atomar verstaubt

Jung und schön
glänzt der Planet im Sonnenlicht
sie schaut in den Spiegel und raunzt
hier oben ist noch ein Rest

oh, Moment – so ?

Ja, ich denke das war´s.

 

 

Anmerkung: Ja, gebrochen, die Worte sind auch erbrochen, geschmeidig wird es in den gängigen Unterhaltungsformaten dargeboten. Hier ist ein grobschlächtiger Idiot, ein Depp, ein Kleingeist am Werk!

Kein Philanthrop, nein, ein schlichter Geist, der nicht lachen kann über das Elend.

Dem übel wird, sieht er Mädchen im Alter von 13 – 17 auf dem Boden knien.

Keine selektive Empathie für das Hundchen im Urlaubsort, jedoch nicht für die Leiche am Strand – jault nicht mehr, kein Babyschema – Pech gehabt.

Alle zum Tode verurteilt! Im Jahre 2015, in einem Land, mit dem unsere Gesellschaft gerne große Geschäfte macht! (Ja, eine Marginalie – wie das Verhungern im Sekundentakt, die Opfer an die „Individualmobilität“ im Sekundentakt, die Opfer an die Verteilungskämpfe um Gewinne der 100 im Sekundentakt,  die kollektive Verseuchung der Erde, das „Verbrennen“ der Erde, das „Partygedöns“ der „Eliten“, das Leiden der Milliarden Sklaven – die sich – wie Ihr – „freiwillig“ für die Party opfern – nicht wahr?)

 

Nie zuvor hat die Menschheit so viele Menschenopfer dargebracht – Ihrem Gott – der durchdebilisierten Konsumgesellschaft – darüber thront dann tatsächlich bei manchen noch ein „klassischer“ Gott für das Jenseits.

In dessen Namen manche erschreckend wirren Gesellschaften gar ihre Kinder hinrichten lassen – das Mittelalter es tanzt munter mit den vermeintlich „zivilisierten, fortschrittlichen Demokratien, die daraus ihre Gewinne schöpfen…. – nicht selten ist der Kran, an dem ein 18jähriges Mädchen hängt Made in Germany…..

Ja, eine belanglose Nebensächlichkeit, ihr seid klug, ihr seid gescheit,

wendet Euch dem Wesentlichen zu – nur zu – immer nur zu!

Das ist der Kinderhort – nur zur Erklärung.

Im Grunde knien wir alle, brav und demütig wartend, bis man uns zum Galgen führt!

Wir knien vor dem Geld!

Den Rest, denke ich, muss ich nicht erklären.

Der Rest sinkt so penetrant, der Rest rattert so schmerzhaft laut,

den hört jeder Mensch, selbst wenn er seinen Kopf hundert Meter tief in die Erde stopft.

Doch oh Wunder – der Mensch lacht und amüsiert sich – er muss nur am richtigen Ort, zur rechten Zeit, sein!

Der Rest soll verrecken und die Zukunft – tja, die verbrennen wir einfach mit unserem Konsumautenkrieg – der Rest vom Peeling – das sind die letzten, die unsterblichen, die, die ihre Milliarden nicht zurücklassen mussten, da sie endlich den Jungbrunnen im genetischen Baukasten basteln lassen konnten.

Der Rest wird ebenso weggewischt – nach einem Peeling ist die Haut wieder sauber!

 

Niemand kommentiert, natürlich – warum auch, ich trage ständig Eulen nach Athen.

Doch da bin ich nicht alleine – die gesamte menschliche Kultur geht diesen Weg, der Spruch des Aristophanes gab das Motto für sämtliche geisteswissenschaftliche Arbeit aus, einzig, ein paar lebten ganz gut von ihren Ergüssen – wir lesen auch immer mal gerne ihre Geschichten und vertreiben uns die Zeit damit – jene die Konsequenzen ziehen, die aufrecht dem Wahn zu widerstehen versuchen – sie töten sich, sie verkriechen sich, sie werden vielleicht erschlagen, nur – sie sind eine winzige Minderheit.

Wer morgen zur Arbeit geht, der akzeptiert die Welt wie sie ist!

Jeder hat nur die Waffe der Verweigerung – das System gibt keinen Cent, so man sich nicht willig ausliefert!

Es gibt nichts was man tun muss! Nichts!

Nur – Ihr wollt leben, Ihr wollt Eure Privilegien, Ihr wollt Spaß und Konsum!

(Sorry, einige können sich wohl ausnehmen – in diesem Sinne – trotzdem sind wir auch nur Teil der Gesellschaft, wir sind so schwach, wir können die Masse nicht umstimmen, wir können sie nicht von ihrem Tun abhalten….. – ergo, wir sind genauso ein Teil vom Spiel – vielleicht noch böser, noch zynischer…..? – manchmal kommt es einem so vor – nur – ich kann leider nicht umhin, in meinen Gedanken kreist die Realität, ich kann sie nicht ignorieren…….)

Dafür seid ihr bereit, Euch und Eure Kinder bedingungslos zu opfern!

Nun, kämpft weiter, ihr bietet eine bizarre, traurige und hoffnungslose Show!

(… und ich schau Euch dabei zu! – Wahrscheinlich mit einem grimmigen Lächeln auf den Lippen, an dem Tag, da ihr euch die Raketen senden lasst…. – ich denke dazu bleibt mir die Zeit! …. Wenn es endlich alle erwischt und nicht nur die „Pechvögel“, dann hat der Mensch endlich mal eine Sekunde Gerechtigkeit gegen sich walten lassen!)

….. und betet zu euren Göttern!

 

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Über oberham

Einsiedler in Hinterwald
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2 Antworten zu 17.Dezember 2015 Fliegerpfeile

  1. Jana schreibt:

    „Niemand kommentiert, natürlich…“…

    Okay, dann doch, jetzt zum ersten Mal, lieber Oberham.
    Und das, obwohl ich schon seit Jahren Ihre Beiträge lese, im Spon und auch hier…;
    und Sie wussten davon nichts, haben es nie erfahren, wie auch, ich habe je nie einen Laut von mir gegeben.

    Es gab auch eine Zeit, da hatte ich im Spon ab und an mal geschrieben, mache ich nicht mehr.

    Mein halbes Leben habe ich in der DDR verbracht, die andere Hälfte in der BRD.
    Illusionen auf eine gerechte, friedliche Welt frei von Ausbeutung, Unterdrückung, Machtmissbrauch habe ich schon lange nicht mehr, zumindest werde ich das nicht mehr erleben.
    Auch wenn es in der Natur zu liegen scheint dass es immer Widersprüche geben muss, die Gegensätze, das Positive und auch das Negative, das „Gute“ und das „Böse“, Hunger und Sattheit, Durst und Stillung, Geburt und Tod, Hell und Dunkel, Euphorie und Depression..usw. man könnte das fortsetzen….der Mensch scheint mir eine Fehlkonstruktion zu sein oder aber ein „notwendiger Schachzug“ in irgendeinem größeren Prozess, der sich unserem Verstand nicht erschliessen kann.
    Irgendwie geht es wohl, mal aus Metasicht betrachtet, um Entwicklung von Systemen.
    Und nichts entwickelt sich und lernt, wenn alles harmonisch und befriedigt ist, es braucht scheinbar immer die Widersprüche und Not für einen nächsten Schritt oder zumindest Versuch, im Prozess.
    So denke ich inzwischen.
    Das Zeitfenster eines Menschenlebens scheint dabei, „sorry“, nur ein kleiner Furz zu sein, von viel kleinerer Bedeutung, als wir es gerne hätten.

    Ich denke in sehr Vielem sehr sehr ähnlich wie Sie lieber Oberham.
    Aber um all diese schreckliche verlogene Tragödie, ich möchte nicht verbittert werden und das Gift toxischer Menschen und Mechanismen zu sehr an mich heranlassen mehr.
    Meine Art Kampf dagegen ist die Verweigerung und alles daran zu setzen, so frei und souverän zu werden bzw. zu sein, dass Manipulation, Angstmache, Gehirnwäsche, Missbrauchsversuche etc. wirkungslos an mir abprallen. Und ich bin da schon sehr weit …;-)
    Es kann sehr wütend machen die gekauften Politkasper und alles was sich darum so tummelt in Ihrem Tun zu sehen, oder die vermeintlichen Eliten, Experten etc. oder einfach die Psychophaten die sich da überall finden.
    Oder aber man kann sie auch bedauern, ja fast bemitleiden denn ist das nicht ein armseeliges Leben was die da führen, so wie die da im System funktionieren.

    Aber nun, es gibt auch das Schöne noch, die andere Seite, Gott sei Dank und dem wende ich mich zu.
    Und es braucht meist kein Geld.
    Die Natur ist da, sie ist groß, so schön und gewaltig, sie hat ihr System längst gefunden.
    Und auch wenn Menschen sie schädlich ausnutzen, ausbeuten, missbrauchen, es wird ihnen nicht gelingen sie zu vernichten, eher werden sie sich selber zerstören vorher.

    Kunst, Kultur…die Menschen haben auch großartige Dinge erschaffen, nicht nur Schlechtes.

    Ich jedenfalls gehe meinen Weg jetzt mit mehr Gelassenheit als früher noch, gepaart mit Aufgeklärtheit, Wachsamkeit, Schläue, um dem perversen System die Stirn zu bieten wo es nur geht und meine Freiräume zu finden bzw. zu haben.
    Ich werde nicht „mehr“ dienen und funktionieren, ich verweigere mich.
    Bescheiden aber glücklich bin ich Teil der Natur. „Mein“ Wald ist so stolz, so groß, so friedlich und in sich ruhend, der See ist es.
    Es genügt, die freien Vögel, die Eichhörnchen, die Nattern, die Rehe usw. anzuschauen, um zu verstehen….

    So, es ist spät…ich schließe damit meinen ersten Kommentar hier
    lg
    Jana

  2. oberham schreibt:

    …. oder sehr früh…. Danke (gerne, sehr gerne gelesen…) – vor den Nattern (Ringelnattermutter wohl gut 1 Meter lang und ganz schön trächtig….) hab ich großen Respekt, mit einem mulmigen Gefühl steh ich manchmal vor dem Haufen, in welchem diese ihren Unterschlupf hatte oder auch immer noch hat.
    Natternkinder hingegen sind putzig……
    (deine Eingangsgedanken, die spiegelt das „Peelingbild“ – falls es überhaupt so etwas wie Sinn gibt, stellen wir wohl so etwas dar. Wobei ich eben das bockige Kind, sehr alte Kind, gebe, welches partout nicht einsehen mag, warum ………. – ich denke jeder von uns hat so im Alter von 10 oder war es etwas früher, später, seine Eltern gefragt, warum kauft ihr Waffen, wo doch für das Geld Essen für Hungernde gekauft werden könnte…. ich erinnere mich an die Antwort meiner Eltern nicht mehr – einzig – sie hat mich sicher nicht überzeugt – ich bin auf dem Stand eines 10jährigen geblieben, ich bleib auch in diesem Gedankenwinkel, wobei die meiste Zeit des Tages der Neugierde gewidmet ist und ich in der Tat – auch heute noch – täglich Neues entdecken kann – für mich Neues – alleine der Himmel über mir ist es wert, sich in ihn zu versenken und dort die Gedanken hinfliegen zu lassen, ganz ohne Düsenantrieb……………..)

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