Anmerkung zu den Opfern von Paris…..

…. heute ist der 6. Dezember 2015. Vor 74 Jahren begann vor Moskau die Winteroffensive der Sibirischen Einheiten gegen unsere Urgroßväter und teils Großväter – manchmal wohl auch schon Ururgroßväter (und noch ein Ur…..).

Von Oktober 41 – bis zu jenem Tag hatten unsere Vorfahren versucht Moskau einzunehmen, hatten sie ca. 600.000 Menschen ermordet, doch auch selbst waren sie zu maßlosem Leid auserkoren, mehr als 100.000 wurden nicht von Granaten zerfetzt sondern von der Kälte ins Jenseits befördert – da ihre Führung schlicht die Nachschubplanungen etwas nachlässig (im Nahhinein zum Glück….. – nicht jedoch für die Leidenden…) angegangen hatten, sie im dünnen Leinen Temperaturen im Bereich von – 40 Grad auszuhalten hatten.

Die Hölle in jenen Monaten wütete auf beiden Seiten, die Hölle wütete und wütet immer weiter und jene die nicht gerade in einem Loch an der Front kauern, sondern bequem Zuhause auf dem Sofa hocken, ihre Konsumpflichten emsig erfüllen, sind nicht minder „Kriegsteilnehmer“, einzig, sie haben das Glück den Krieg nicht hautnah erleben, selbst erleben zu müssen.

Insofern gebe ich Hollande Recht, Frankreich befindet sich im Krieg, im Krieg gegen jene Menschen, die unsere Gesellschaften im Elend halten und an jenem Freitag in Paris, wurden, ganz unerwartet plötzlich einige von uns, direkt vor ihrem Campari-Orange, oder Aperol-Spritz ins Jenseits gebombt oder „geschossen“.

Ich habe mit keinem dieser Opfer Mitleid, mir tun die Attentäter eher leid, da sie schon vorher wussten, sie würden sterben, da sie schon Monate lang in der fürchterlichen Spannung zu verharren hatten, da der Hass sie  bei lebendigem Leib zerfressen hat.

Ein Terrorist ist ein verzweifelter Soldat, belogen von seinen „Führungsgenossen“, betrogen und ins Feuer geschickt, wie einst unsere Vorfahren, die man durch ganz Europa und Nordafrika jagte, um dort die Menschen zu morden und zu terrorisieren.

Gewalt ist immer ein scheußliches Verbrechen – einzig – die Gewalt die nötig ist, um uns widerlich anmaßende Privilegien zu verschaffen, ist im Grunde die größte Schande unserer Gesellschaft, eine Schande die uns alle trifft, die wir diese Privilegien in Anspruch nehmen!

Jeder Mensch, der mehr für sich beansprucht, als eine sinnvolle globale Ökonomie bereitzustellen im Stande ist, darf sich getrost als williger Soldat und Mörder des Establishments betrachten.
Er hockt wie unsere Vorderen im Schützengraben – mit dem Unterschied, dass er statt eines eisigen Lochs eine wohlbeheizte Luxuswohnung bezogen hat – dort hält er die Stellung und mit jedem Km den er mit seinem Luxus-SUV zurücklegt, gibt er eine Salve ab, in Richtung der Elenden.

Die Wehrmacht war anfangs stolz, wie viele Millionen Russen konnte sie doch ermorden, bei anfangs relativ geringen eigenen Verlusten – es ist einfach einen fast unbewaffneten, den seine Offiziere über das offene Feld jagen, niederzumachen!

Der moderne Krieg ist noch bequemer geworden.
Einzig wir machen keine Bilder, in denen wir vor verhungerten Kindern posieren.
Wir reisen quer durch die Welt, doch es sind die Bauwerke vor denen wir uns ablichten, vielleicht noch ein lächelnder Reiseführer.

Die Kampfzonen sind ausgelagert – doch wer glaubt wir leben in Friedenszeiten, der ist schlicht ein Ignorant und Ignoranz ist wohl die stärkste Waffe, die unsere Offiziere zu nutzen verstehen – gibt es eine bessere Armee, als jene, die glaubt sie siegte, ohne einen einzigen Schuss abgeben zu müssen?

Oh, Wunder in Paris starben 130 Soldaten der Konsumautenarmee,
sie waren Helden!

Der Rest ihrer Armee brachte es fertig in diesen Stunden – oder waren es nur Minuten? – etwa 3000 Kinder an Auszehrung und Krankheit (die mit wenigen Cent zu heilen wäre) auszumerzen – vor allem diese Armee tötet nicht nur in wenigen Schlachten, diese Armee tötet permanent – zu jeder Sekunde – zu jeder Tages- und Nachtzeit – überall dort wo die feindlichen Kräfte darben – jene, die in ihrer Armut nach einem würdigen Leben sich sehnten.

Ob es in diesem Krieg wohl auch einen Wendepunkt gibt?

Auch nach dem 6. Dezember 1941 sind noch viele Russen ermordet worden – einzig, die Todesraten bei den Deutschen stiegen nun auch rasant an!
1945 waren die Verhältnisse fast ins Gegenteil verkehrt.

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Über oberham

Einsiedler in Hinterwald
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2 Antworten zu Anmerkung zu den Opfern von Paris…..

  1. gkazakou schreibt:

    die Art, wie du Opfer gegen Opfer rechnest, gefällt mirt nicht. Sie hat etwas von verzweifeltem Hochmut

    • oberham schreibt:

      … Danke für Deine Meinung, wenn Du auch keine Gründe nennst…… – in welcher „Art“ wäre es wohl nicht hochmütig?

      …. da fällt mir ein – gibt es derzeit nicht eine Theaterkonsumorgie („Terror“)- viele Eintrittskarten, viele Worte, die Frage – lieber x Tote oder x+y Tote.

      Hochmut ist in meinen Augen, seine Privilegien nicht als Beute aus grausamen Kämpfen zu betrachten, sondern als eigenen Verdienst!

      Ich rechne eben nicht Opfer gegen Opfer, sondern möchte zum Ausdruck bringen, dass im Wettkampf ständig Opfer zu beklagen sind – immer und überall, auf allen Seiten.
      Doch jedes dieser Opfer ist letztlich durchaus selbst in der Verantwortung für seinen Tod!

      Wir werden nicht zum Konsum gezwungen.
      Wir werden nicht zu unserer Eitelkeit gezwungen.

      Im Gegenteil – jeder Mensch, davon bin ich überzeugt – hat das größte Glücksempfinden, so er in einer harmonischen Gruppe ein tiefes gegenseitiges Vertrauen verspürt – ohne Angst und ohne sich selbst ständig erniedrigen zu müssen.

      Als ich gestern (heute war das Wetter bei mir so unglaublich schön, da hab ich endlich mal so gar nicht an uns Menschen gedacht – ich ging über dem Nebel, der zu meinen Füßen die kleinen Täler füllte, am Abend brach sich in tiefem Orange und dem Spektrum ins Tiefblau das Licht im Atmosphärenraum – der Nebel wurde zu einer purpurnen Robe, die meine Umgebung verhüllte.) Nachmittag über die Wiese lief, dachte ich nochmal über das Methusalem-Gen nach und vor allem darüber, inwiefern unsere ganze HighTec Medizin nicht auch das Schirach-Problem wieder spiegelt.

      Was macht da den Unterschied? ….. rechnet man nicht immer uns überall – im Summenspiel – gegeneinander auf?
      Je nach Sujet ist es erträglich oder unerträglich.

      Ich mag wohl verzweifelt sein, ich mag wohl auch hochmütig sein, eine eigene Meinung hat wohl immer etwas davon, just in dem Moment, wo man über seine Nase hinaus zu reflektieren beginnt, dringt man in die Sphäre anderer Gedanken ein, einzig, ich halte mir zu Gute, zumindest zu glauben, das mir jedes andere menschliche Wesen, in allen Belangen ebenbürtig ist, ich beanspruche keinerlei Zustimmung, ja im Gegenteil, es würde mich freuen, könnten Realitäten mich Lügen strafen!

      Hochmut empfand ich an der Uni, nie empfand ich den Zwang zum Opportunismus ekelhafter als dort! Es ist nicht der Diskurs an sich, der mag durchaus kontrovers sein, es ist die hochmütige Einbildung einer „Elite“ anzugehören, die mich dort so angewidert hat!

      Selten haben die Studenten sich wahrhaftig mit den Bauern, den Handwerkern, den Arbeitern wirklich verbündet – meist glaubten sie – für diese Gruppen zu kämpfen.

      Die Kluft die Konditionierung in die Gesellschaft treibt, sie ist das schlimmste Übel und der größte Hemmschuh, macht Anarchie zur Utopie.

      Sorry für die langatmige Replik……. ich hab das, was Du von Deiner Vita auf Deinen Blog stellst gelesen, es ist leider die klassische Variante und nun blickst du auf ein „erfolgreiches“ Leben zurück – hast wahrscheinlich nie in dem Sinne reflektiert, dass Du ein Teil der Konsumatuenarmee warst.
      Magst dem wohl auch nicht zustimmen. Das Thema deiner Arbeit klingt interessant – damals wie immer aktuell….. – nur gerne hätte ich gelesen, was du dort schriebst.

      Ich hab mit 16 eine sehr lange Facharbeit über globale Verteilungsgerechtigkeit geschrieben und kam damals zu dem Schluss, der Krieg sei nichts anderes als das Relais, welches die Warenströme entsprechend steuert, globaler, wahrhaftiger Frieden, ergäbe zwangsläufig globale Gerechtigkeit – da dies unerwünscht ist, herrscht permanent Krieg. Verteilung ist kein logistisches Problem, sondern ein Problem der Gier der Mächtigen und der Duldsamkeit und Feigheit der Masse, die sich gerne abschmieren lässt, wissend, dass dafür ein Teil ins Gras beißen muss!

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