4. Dezember 2015

Algerien 1945 – 16. Mai Massenexekutionen – Paris befreit und voller Freude!

Die Hälfte
Es war der achte Mai
Von Hass ist Mord
Die andere
Die Traurigkeit
Die tiefste

Warum nur spielen Fahnen
Hinter denen die Seelen herjagen
Damit sie sich im Bade plagen
Obschon die Herzen mahnen

Ich stand da
Es hieß der Krieg sei vorbei
Ich sah da
Einen jungen Menschen
Er ging an mir vorüber
Wie im Traum

Das Ende war wieder der Anfang
Welche Öde

Sie schrieben mir einen Brief
Mit Siegel
Unterschrieben vom 1. Sekretär
Mit frischer Tinte

Lange hatte ich gewartet
Sie ist nicht gekommen
Als ich ging
Sah ich sie kommen
Sie sah mich nicht
Ich bin weiter
Gegangen
Fort

Diese Liebe war so wunderbar
Sie hatte mich geborgen
In Ihrer zarten Hülle
Geschützt

Als sie mich fortschickten
Zu morden
Auf Befehl
Unter Zwang
Meine Feigheit

Es gab kein Zrückkommen
Wer einmal im Glied stand
Und den Plärrmeister nicht erschossen hat
Sofort
Der war für immer verloren

Sie wollten Freiheit
Wir hatten sie an die Wand gestellt
Junge Menschen, alte Menschen, Menschen ohne Alter
Mit dem Rücken zu uns

Vor uns fielen sie in den Staub
Ihre Gesichter lagen
Tote Augen
Einem von uns drehte sich der Magen
Ich war es nicht

Warum hatte ich gehorcht?

Später kann man in Büchern
Meist ein Datum
Meist eine Zahl,
noch eine Zahl,

Warum eigentlich,
lernen die Kinder nicht
an Beispielen wie diesen

Einer wollte Freiheit,
dafür haben sie zwanzigtausend
geschlachtet
Wie viele werden geschlachtet
Wenn zwanzigtausend
Freiheit wollen?

Einer will Alles
Dafür haben sich sieben Milliarden geopfert
Wie viele werden sich opfern
Wenn sieben Milliarden
Alles wollen?

Ich wollte nur die Liebe
Die offenen Augen
Die Zärtlichkeit

Wie dankbar  nur

war
Dieser fühlende Mensch
Als es wahr war

Es ging vorbei
Seither ist die Welt
An mir vorbeigegangen
Die Zeit ist vergangen

Wie werden uns die Toten empfangen?

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Über oberham

Einsiedler in Hinterwald
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2 Antworten zu 4. Dezember 2015

  1. gkazakou schreibt:

    War 1963 in Algerien, viele Tote später. Als ich da ankam, war Algerien grad befreit und voller Freude. Die Männer reisten auf offenen Lastern hinter Ben Bella her, um ihrem ersten Präsidenten zuzujubeln, die Frauen sammelten Holz am Strand und versuchten, die Kinder zu ernähren. – Übrigens bin ich am 8. Mai geboren, drei Jahre vor dem „Tag der Befreiung“. Grüße in Richtung Hinterwald.

    • oberham schreibt:

      Nach dem Morden sind alle froh, es sei vorerst vorbei.
      Ein kurzes Atemholen, selten,
      meist, nicht einmal ein Wimpernschlag…………………
      weiter geht´s

      …. an Deinem Geburtstag begannen die Faschisten auf der Krim einen der letzten großen „Siege“ einzufahren –
      in wenigen Tagen wurden knapp 30.000 Menschen getötet.

      Mann nannte das Unternehmen „Trappenjagd“…..

      Es begann in den Morgenstunden – drei Jahre später war dieser Spuk vorbei, doch am gleichen Tag schon begann ein anderer und im Pazifik begann sich der Pilz schon aufzubauen…….

      An meinem Geburtstag fanden die Amis den Grund Nordvietnam anzugreifen……..

      Wüssten wir, was wir repräsentieren, welche Art wir darstellen, wir würden niemals freiwillig aus einer Mutter ins Leben gleiten……………………….

      Was nutzt es uns, finden wir selbst einen friedlichen Weg, so wir doch die Welt an uns vorüberziehen sehen, so dick kann doch keine Haut sein, als dass man sich nur mit Grauen abwandte und in eine völlige Isolation flieht.

      Nur dort finde ich meine schönen Momente!

      Hast Du schon mal durch einen Granatapfelkern in die Sonne geschaut?
      … oder durch ein Blatt, dünne Scheiben von Obst und Gemüse?
      Das Licht bricht sich immer anders, es sind wundervolle Kunstwerke,
      geheimnisvoll und strahlend,
      als Kind liebte ich Kaleidoskope,
      ich bin schon lange in die Welt der natürlichen Kaleidoskope geflohen,
      hab nur noch nicht aufgehört,
      ab und an in die Zeit zu starren,
      starr werde ich,
      vor Trauer und Schreck
      es ist so kalt, wäre da nicht die Sonne,
      wäre da nicht die Erde,
      wären da nur Menschen,
      es wäre das Grauen an sich!

      Es gibt solche grauenvolle Orte,
      mein Lebensglück,
      nie musste ich einen solchen mit meiner Anwesenheit schwängern
      doch meine Gedanken konnte ich nicht daran hindern
      dorthin zu wandern

      ich verfluchter Narr!

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