Vom Dürfen und Müssen – Klartext!

Wie jeder Mensch darf ich nichts gegen Israel schreiben, ohne sofort als Antisemit beschimpft zu werden.

Im Folgenden habe ich einige Texte zur Auswahl gestellt, der letzte von Benjamin Korn hat nicht unmittelbar mit Gaza zu tun, wohl aber stellt ein Jude köstlich die Befindlichkeiten in unseren Breiten dar – wenn auch vor fast 30 Jahren.

 

Ups…. Das hätte ich nicht schreiben dürfen, jetzt bin ich wohl schon Antisemit!

(Ich hätte schreiben müssen, ein Mensch jüdischen Glaubens, oder besser ein Mensch der sich zum jüdischen Glauben bekennt, oder wie? Wie umschreibt man das Wort Jude, als Deutscher? Ich hätte einfach Artgenosse schreiben sollen, den was ist schon ein Glaube, er ist doch schlicht ein schwachsinniges Gedankenkostüm, in welches sich die meisten Menschen kleiden, damit sie einer Mannschaft zugehörig seien, blöd nur, wenn sie an Orten wohnen, wo andere Mannschaften übermächtig ihre Grausamkeit offenbaren – einst erlebten dies die Judenkostümierten in unseren Breiten, die von den Christenkostümierten, die zusätzlich ein braunes Kothemd trugen, schlicht massakriert, industriell massakriert wurden – und heute – heute sind diese Judenkostümierten in einem kleinen Gebiet im nahen Osten gerne bereit ihre Überlegenheit zu nutzen, um tonnenschwere Bomben auf Gebäude zu werden, da drinnen ein „Terrorist“ hockt, völlig egal, wer sonst noch mit zerrissen wird – man kann es, also tut man es – schlicht, grausam und gewissenlos. – Spielt die Anzahl der Opfer eine Rolle? Muss man eine exakte Bilanz aufstellen? Ist der jüdische Soldat, der gezielt Granaten auf flüchtende Kinder am Strand abfeuert ein stolzer Kämpfer, anders als der deutsche Landser, der einem jüdischen Menschen eine Kugel ins Genick jagt, damit dieser in eine Grube fällt? Die einen morden tausende, die andern Millionen – doch der Jude, der die Granate abfeuerte tötete vier Kinder, der Landser hat wohl mehr Menschen erschossen an jenem Tag – ist er der Verbrecher – sind nicht beide Verbrecher, Verbrecher mit Gruppenzwang, Verbrecher, die zu feige waren als Menschen zu sterben, wobei – ich behaupte der Jude auf dem Schnellboot wäre nicht standrechtlich erschossen worden, oder hätte sich flugs in ein Gebäude im Gaza-Streifen einfinden müssen, welches gleich darauf niedergebombt worden wäre, der Landser hingegen, hätte wohl neben einem Juden die kniende Position eingenommen, ohne Waffe, das Genick darbietend – wer von uns hätte den Mut gehabt, den Mut die Waffe wegzulegen und sich selber hinzuknien?

Natürlich, wieder diese unsäglichen Vergleiche, aber vergleichen wir nicht immer und überall?

 

Es gilt doch nur eines – die Mächtigen – egal welchen Glaubens sie sind, wenden alle Mittel an, um Mächtig zu bleiben.

Die Ohnmächtigen sind die Täter, ihre einzige Macht wäre, ihr Kostüm auszuziehen und zu sehen was dann passiert – vielleicht wird man gleich erschlagen, oder man kann weiter leben – ohne zum Täter geworden zu sein – diese Wahl hat auch der ohnmächtigste Mannschaftskollege!

Nein, es gilt noch etwas. Die Masse stimmt absurderweise mehrheitlich immer den Kriegstreibern, den Hetzern und letztlich denen zu, die die Massaker befehlen.

In Israel sind angeblich über 80% der jüdischen Bevölkerung für das derzeitige Vorgehen in Gaza.

Wären wir Israelis, ich bin mir sicher – es wäre exakt die gleiche Dramaturgie.

Man stelle sich vor, die andere Seite wären Juden, die nun in Gaza lebten und wir wären die Restnazis, die man 1945 nach Palästina deportierte – sozusagen die letzten Faschisten Deutschlands, nachdem man dort mit der A-Bombe nur noch ein paar Millionen Überlebende vorfand.

Berechtigt das Leid der Vorfahren, mehr zur aktuellen Grausamkeit, als wären die Vorfahren selber nicht Opfer, sondern auch Täter gewesen?

 

Solidarität!?! Mit wem???

Zum Vergleich die im Text auch angeprangerte Propaganda .

Eine Frau aus der Schweiz, die als Autorin erfolgreich, als Kolumnistin gut bezahlt und als Konsumentin beliebt durch die Lande zieht.

Einst zielstrebig und wirklich ausdauernd, vielleicht sogar etwas selbstkritisch – sicher nicht  ohne Talent – ist sie nun mit einem wohlhabenden Züricher Männchen verheiratet und als Posse einer reflektierenden Artgenossin zu betrachten.

Doch der heutige Text im SPON ärgert mich wirklich maßlos, aus der Hand einer solchen Hochleistungskonsumentin – die wohl mehr von den illegalen ausgebeuteten Sklavendienstleistern in ihrem gewählten Land profitiert, als die meisten Normalschweizer (und das als gebürtige Weimarerin)

– doch wer möchte –  lese selbst.

Für mich der Mustertext einer zynisch-boshaft, larmoyanten Bohemien.

Hier noch ein Beitrag aus der ZEIT.

Und abschließen möchte ich noch auf eine Episode aus den 80ern in unserer Republik hinweisen.

Die älteren Leser erinnern sich vielleicht noch – Fassbinders Stück „Der Müll, die Stadt und der Tod“ sollte in Frankfurt uraufgeführt werden.

Die angeprangerten jüdischen Spekulanten standen mit aufgehetzten jüdischen Bühnenarbeitern und anderen Intellektuellen, die anscheinend zu dumm waren, den sich aufhetzen zu lassen, ist wohl die gefährlichste Form von Dummheit, oder zu feige, sich zu hinterfragen, auf der Bühne und verhinderten mit einem Transparent „subventionierter Antisemitismus“ die Aufführung – das Stück wurde auch in den kommenden Wochen nicht in Frankfurt aufgeführt – Jahre später allerdings ohne Probleme in Tel Aviv!

Benjamin Korn hat darüber einen köstlich selbstkritischen Essay verfasst.

Der Schock ist fruchtbar noch (ZEIT Archiv 1988)

Persönlich bin ich inzwischen der Meinung, die Shoah wird von gewissenlosen Kräften gnadenlos instrumentalisiert, man beutet das Leid der Opfer aus, nicht um zu mahnen, nein, um Geschäfte im Schatten des Grauens betreiben zu können.

….. und wehe jenen, die wagen den Vorhang zurückzuziehen!

Fast könnte man sagen, die übliche Methode, letztlich wird doch jeder Profit auf den Knochen der Verlierer gestapelt.

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