Selbstversorgung im Lebensraum!

Das jedem Menschen ein kleines Stück Land, auf dem der Gemüse, Kräuter und Früchte anbauen kann, zusteht, das war bis vor wenigen Jahrzehnten ein ungeschriebenes Gesetz und wurde vielstimmig auch noch im Industriellen Zeitalter gefordert.

Gartenstädte und Arbeitersiedlungen mit Familien und Gemeinschaftsgärten entstanden, kaum eine Gemeinde die nicht größere Flächen für Schrebergärten auswies – was wurde daraus?

In den letzten drei Dekaden ist die Autonomie des Individuums auf ein Minimum reduziert worden, der Konsument hat sich über den freien Körper des Menschen gezogen, hat ihn okkupiert und aus ihm den perfekten Sklaven geschaffen.

Ein Sklave, der am Ende alles tut, alles was man von ihm fordert, ohne jedoch in Ställen bewachen zu müssen, nein, der moderne Sklave agiert freiwillig – viele behaupten sie müssten zur Arbeit gehen, doch das ist schlicht ein feiger Vorwand.

Wer nicht zur Arbeit ginge, der müsste sein Leben selbst gestalten, der müsste tatsächlich nachdenken, wie er sich die Dinge schafft, die er zum Überleben benötigt und die er sich für seine Muse wünscht.

Hier kommen die Bedürfnisse ins Spiel. Wir haben die Maslowsche Hierarchie pervertiert – die Mächtigen spielen virtuos mit diesen unseren Eigenschaften.

Selbstverwirklichung scheint Konsum geworden zu sein – das wichtigste Bedürfnis! Ja, in den Werbeslogans – in allen Medien pulsiert es, scheint es immanent – „Hast du dies, hast du jenes, machst du dies, machst du jenes, bist Du wer, bist du toll, bist du liebenswert…….!!!“

Der Bedarf eines zeitgenössischen Mittelstandshaushaltes ist schlicht lächerlich! Die aktuelle Statusfassade besteht aus wenigstens zwei Belchbüchsen die meist mehr als je eine Tonne Leergewicht aufweisen und mit einem unglaublichen Aufwand bewegt werden. Die Nebenkosten erfordern von den Meisten Menschen schon eine komplette Arbeitswoche im Jahr – junge Menschen die sich solche Vehikel leisten arbeiten nicht selten in der Hauptsache für den Unterhalt ihres Blechfetischs.

Vor allem in China träumen seit Jahren viele hundert Millionen Menschen von einem eigenem Automobil – bewundernd glotzt die westliche neoliberale Sklaventreiberelite auf die Geschwindigkeit mit der dort die Natur vernichtet und die Menschen in den ökologischen Gau getrieben werden. Das Wachstum ist traumhaft, die Böden werden vernichtet und wehe die nächste Genmutation von Monsanto ist ein Desaster, dann Gnade den Massen, die sich nur noch selber fressen können.

Dabei war es nie spannender, nie vielfältiger, sich ein autonomes Leben aufzubauen. Selbstversorgung ist die Lebensaufgabe schlechthin. Wer seinen Garten bestellt, wer Energiewandlung betreibt und sich einen Brunnen erschließt – (was ja vielen Menschen inzwischen auch verwehrt ist – von den Ballungsräumen ganz zu schweigen – dort ist Wasser bald das unsichtbare Halseisen, das man den Sklaven um die Hälse schmieden wird) – der hat je nach Geschick und Eifer ein mehr oder weniger reichhaltiges Angebot für sich geschaffen.

Die modernen Techniken erlauben es uns aus Abfällen wertvolle Materialen zum Bau von Maschinen, Gebäuden, Möbeln, zur Herstellung von Kleidung und KrimsKrams, den man so möchte, zu gewinnen. Es gibt inzwischen unzählige Publikationen zu den Themen – Gärten, Hausbau, Energiewandlung, – das Do it yourself – sollte nicht zu einem Motto verkommen, womit Baumärkte Renditen erwirtschaften – es sollte zum Credo von uns allen werden.

Regionale Selbstversorgung- Autonomie – das ist ein lohnendes Ziel – nur leider – die herrschenden Köpfe fürchten es wie die Pest, sie wissen, es wäre ihr Ende!

In meinem Landkreis wären wir inzwischen was die Energiewandlung angeht autonom, nur – es ist eine zwiespältige Autonomie geworden, da es sich vor allem um Biogasanlagen handelt, die mit Grundstoffen aus Monokulturen gespeißt werden.

Doch man könnte hier sehr schnell eine Transition – hin zu vielfältigerer Befüllung – klügerer Vernetzung und phantasievollerer Bewirtschaftung kommen – doch das ist wiederum ungewollt.

Die Autonomie entstand nicht aus Klugheit, sondern aus der Gier nach Subventionen und Gewinnen – ein falscher Anreiz – doch der einzig wirksame Anreiz in unserer verrückten Welt.

Bei uns sind die Böden noch ertragreich, doch die Artenvielfallt schwindet auch hier – eben wegen der immer eindimensionaleren Bewirtschaftung.

Eine Agrarindustrie vernichtet die Natur und damit auch den Teil von ihr den man Mensch nennt.

Unser Landkreis könnte ein Mustergebiet für Transition werden, da wir noch nicht völlig zersiedelt sind, noch nicht komplett mit einer fatalen Infrastruktur überbaut wurden, ja – es wäre noch so etwas wie Restnatur vorhanden.

Doch was planen die herrschenden Idioten – sie möchten die Restnatur einem hirnrissigem Wettlauf mit anderen Wirtschaftsregionen opfern, da sie einen Wettbewerb in ihren Köpfen haben, dem es Stand zu halten gilt.

Sie glauben, sie denken global und dabei denken sie nicht, sondern sie rennen dem Mainstream hinterher wie die Lemminge.

Wer quer denk hat am Ende Recht, doch meist ist der dann längst Tod und die Verursacher der Kathastrophen sind mit ihm gegangen – dennoch stehen in den Analen die Verbrecher, sie werden als jene gewürdigt, die die Geschickte bestimmten, und da ihr Nachfolger ebenso bornierte Dummköpfe sind, lobt man sich immer weiter gegeseitig.

Die Ideen der Querdenker werden in die Praxis übernommen, so man es noch schafft, bevor die augenscheinlichen Desaster so gravierend wirken, dass es für jede Transformation zu spät wäre – erst wenn der Leidensdruck das Leben unmittelbar bedroht, beginnt sich auch der letzte Idiot zu besinnen.

Es gibt heute schon große Gebiete auf dem Planeten, wo dies schlicht nicht mehr möglich ist – Gebiete die auf Dauer wie einst Magdeburg völlig verwüstet und zu lebensfeindlichen Zonen gewandelt wurden.

Noch sind es anteilig scheinbar marginale Gebiete, noch – und scheinbar!

 

Wir sollten Bienen züchten, wir sollten Lehmhäuser bauen, wir sollten Gärten anlegen, wir sollten Obstbäume pflanzen, wir sollten uns der Subsistenzwirtschaft besinnen, wir sollten als Individuen in der Familie autonome Zellen bilden die lokal und global mit all den Milliarden anderen interagieren, was das intellektuelle, wissenschaftliche und kulturelle Wissen angeht.

Wir würden leben, lieben und schaffen ohne zu vernichten!

Wir wären klug genug den Bedarf im Einklang mit der Umwelt zu decken, Fortschritt zu generieren, viel mehr Fortschritt als wir das jemals erlebt haben – ich behaupte wir wären endlich in der Lage unsere geistigen Möglichkeiten zu nutzen – zu unserem und unser aller Wohl – wir würden all die Slogans die das derzeitige Pack phrasendreschend auskotzt mit echtem, wahrhaftigem Leben füllen.

 

Der Mensch muss nicht 40 Stunden in der Woche Akten sortieren, Waffen bauen, Hinterzimmerintrigen schmieden, sie anbiedern und sich verkaufen – der Mensch braucht gesunde Lebensgrundlagen, er braucht soziale Nähe und Solidarität, der Mensch braucht keine Führer sondern Mitmenschen, der Mensch braucht keine Feinde sondern Freunde, der Mensch braucht keine Konkurrenten sondern er braucht ehrliche Partner mit einem offenem Wesen und eine Gemeinschaft in der nicht die Lüge und der Betrug bis hin zum Mord, dem Massenmord die herrschenden Prinzipien sind, sondern eine Gesellschaft die versteht wie mal als intelligentes Lebewesen in der Biosphäre die Lebensweise kreiert, die ein Minimum an Angst und Elend hervorbringt und den kommenden Generationen alle Chancen offen lässt.

Schaut auf die Welt – was tun die scheinbar klügsten Artgenossen – sie zocken in viele hundert Meter hohen Glaskathedralen um Geld, liefern sich physikalische Wettrennen um Nanosekunden, wer als erster seine Wetten in ein gottgleiches Handelssystem einschleusen darf, sie quetschen Milliarden von Menschen aus, damit die Renditen der umweltvernichtenden Industriemoloche ihre Wettkassen füllen.

Schaut auf die Welt – was tun die scheinbar beliebtesten Menschen, die wir zu unseren Führern wählen, sie biedern sich dem Kapital an, sie sind nichts weiter als Verräter am Wohl der Menschen, damit sie sich in den eitlen Blasen ihrer Abgehobenheit die Gunst und den materiellen Überfluss der Reichen gönnen können. Das Privileg ist es was sie wünschen, nichts als das Privileg!

Schaut auf die Welt – was wird aus der Masse der Menschen, die von ihren Führern täglich verraten und verkauft wird – sie werden Hyänen, ja sie sind sich Wölfe geworden, oder schlimmer noch, der Wettkampfmensch, ist dem Wettkampfmensch ein Wettkampfmensch geworden – selbst wenn er ihn kennt!

Eltern treiben ihre Kinder an, und Partner ihre Partner, wer nicht viel verdient, zumindest versucht zu verdienen, der ist ein Nichts – nur wer sich bedingungslos dem Moloch ausliefert, hat noch die Berechtigung in diesem asozialen Verbund eine scheinbare soziale Wärme zu genießen, die doch nichts als bizarre Kälte ist!

…. Und die Masse haut täglich ihre Krallen in das Herz der Erde, solange bis es nicht mehr bereit ist, diese Brut zu ertragen!

 

Ich rufe Euch auf, kehrt zurück in die Gärten, verweigert Euch dem Moloch und verhindert jede weiter Vernichtung unserer Lebensgrundlagen, fangt heute damit an – nicht morgen und vor allem – wartet nicht bis einer kommt und euch das Rezept auf den Tisch legt – reflektiert selbst Eure Situation und habt den Mut in die nötige Bedürfnislosigkeit zu gehen, den wenn ihr Euren derzeitigen Bedarf nicht negiert, werdet ihr schlicht immer Sklaven sein.

Was ihr gewinnen könnt, das werdet ihr selbst erkennen, in dem Moment, da ihr aufhört Sklaven der Mächtigen zu sein!

 

Es gilt das Prinzip – ich kann es schaffen – nicht ich kann es schaffen reich zu werden, sondern ich kann es schaffen frei und autonom zu werden.

 

Ich habe oben eure Fesseln beschrieben. Fesseln – vor allem solche die man euch um den ganzen Körper gelegt hat – dieser Konsumentenpanzer – tun weh, so man sie sich vom Körper reißt.

Wäre es ein leichtes Spiel, hätten die Mächtigen längst verloren, sie setzen darauf, dass ihr alle mehr an eurer Bequemlichkeit hängt, als an Eurer Freiheit!

Nur – was wollt ihr sein feige, bequeme Mitläufer, oder freie, mutige Wesen?

Traut Euch! Traut Euch, den Konsumenten loszuwerden, eure wahren Bedürfnisse zu erkennen!

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Über oberham

Einsiedler in Hinterwald
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