Die Dinge nach Wagner-Fragmente zur Mubakultur

Frau und Freundin sitzen mit hunderten steifer, wohlausgestatteter Artgenossen in einem pompösen Opernhaus, und hören gerade die Götterdämmerung

Frau bemerkt, was ist das nur für eine absonderliche Musik.

Freundin, liebt Wagner, legt den Finger auf die Lippen und bedeutet sich auf diesen Klangtsunami einzulassen.

Sie deutet auch mit ihrem Finger auf einen grandiosen Baldachin, der über dem Ganzen schwebt………………

Frau wendet den Blick nach Oben………….

Ein Moment unglaublicher Helligkeit, plötzlich ist sie alleine in der Oper, sie erkennt eine kleine Öffnung im Baldachin, dahinter ……….. – irgendwo in der Wüste, eine füllige Frau sitzt vor ihr und ist umgeben von Trommeln,

auf denen sie ein Fest, welches die Frau nicht sehen kann, es muss ein Fest sein, mit einem unglaublich beeindruckendem Klanggewölbe begleitet.

Die Frau erkennt plötzlich, dass sich hier eine völlig anderer Wagner austobt, die Menschen singen von fliegenden Männern, sie tanzen zur Musik der Trommeln, Frauen werfen ausgelassen bunte Bälle in die Luft und übermütige Jugendliche versuchen sie – wie fliegende Menschen – mit ihrer Stirn oder mit artistischen Bewegungen ihren Beinen, den Füßen, den Versen, ja auch dem Hintern, eine besonders überzeugende Variante, auf eine riesige Trommel zu spielen, wo sie sonore Klangwellen erzeugen, die einem Wüstensturm der höheren Kategorie Konkurrenz machen.

 

Diese Szene lässt in der Frau eine junge Erinnerung wach werden, eine ambivalente Regung die, sie an einen Fußballspieler, der in einem magischen Moment das ganze widerliche Treiben ihrer Artgenossen vergessen ließ, ebenso flog und statt einen bunten Ball auf eine Trommel zu spielen, einen solchen in ein Tor spielte, …………….. wo war sie plötzlich?

Aber sie war ja auf dem Weg zu einer Fußball Weltmeisterschaft, war sie hier, schon am Ziel, war dieses Fest ein Spiel?

Ein Fußballspiel, mit anderen Regeln, gab es überhaupt Regeln.

Sie sah an sich herab, sie war eine Andere, sie war größer, unglaublich feingliedrig, ja wie eine Massai, sie war eine junge Massai, sie war in Afrika, sie war einfach wunderschön, sie war immer wunderschön, gewesen? Nein, sie stand hier, in einer anderen Welt, einer anderen Zeit, es lag nur das Schwirren der Musik, die völlig hemmungslose Freude der Menschen, das beeindruckende Treiben der Spielenden im Zauber dieses Moments – ein Moment der nicht verrann, der sich ausdehnte, der wie Wasser aus einer Quelle langsam dahinplätscherte, dahinfloss, dahinströmte, in ein Meer aus Leidenschaft, einen Ozean aus vollkommener Leichtigkeit mündete, es war real, kein Traum.

Aus der Gruppe löste sich ein wunderschöner, großer, edler Typ, der sich edel bewegte, der wirkte wie ein Magnet, ein Prinz der mit seiner Aura alles anzog, eine ganze Gruppe von Frauen, ähnlich wie sie, alle grazil, liebevoll diesem Adonis Afrikas zugewandt, strahlten ebenso eine wundervolle Würde aus, die von einem kleinen Schatten überdeckt zu sein schien, er reichte der Frau seine Hand und sie nahm sie, selbstverständlich wie seine König, sie wusste sie war die eine an seiner Seite, sie hatte keinen Schatten auf ihren Gefühlen, in ihr lag das Selbstbewusstsein, das die Wahl für diese Zeit getroffen war, auch wenn seine Begleiterinnen, noch so wunderbare Wesen sein mochten.

Es begann eine Reise, ein Abenteuer, wir waren auf dem Weg, dem Weg zur Fußballweltmeisterschaft in Brasilien – ein Atlantik lag dazwischen, Wüsten, Dschungel, wilde Welt.

Auf dieser Reise passte sich unser Prinz, unser König, unser Beschützer, unser Lustspender, unser Alles, sich den Elementen an – im Wasser wurde er zu einem unbezwingbaren Haifisch, der mit der Eleganz und Stärke seinen Fluges sowohl die Frau (ja hier müssen wir uns noch entscheiden bezüglich der Person – erste oder dritte?), als auch die vielen Nebenfrauen, vor allen Gefahren der Tiefe bewahrte.

Von jenen vielen Frauen, die ihn Anfangs begleitet hatten, verließen die Gruppe von Zeit zu Zeit einzelne, mit einer unbestimmten Traurigkeit, änderten sie plötzlich die Richtung, kauerten nieder und verharrten an einem Ort, nach der Durchquerung des Atlantiks, kniete eine am Strand und mit ihren noch salznassen Fingern ritzte sie das Bild des geliebten Hais, ihres Geliebten in den Sand.

Dann stand sie zögernd auf, blickte nochmal in die Richtung, in welche die Gruppe weitergezogen war, blickte auf das Bild, wandte sich um, schritt langsam zurück, zurück in die Flut, sie war auf einem Weg, es gab doch Trauer und Traurigkeit – auch in diesem Land.

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Über oberham

Einsiedler in Hinterwald
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Eine Antwort zu Die Dinge nach Wagner-Fragmente zur Mubakultur

  1. kahalla schreibt:

    Hallo Mensch,
    schön einmal von stehen bleibenden Bäumen zu lesen. Und wenn euer Landrat (hier: Hameln- Pyrmont) sich klar zu AKW abschalten positioniert hat und jetzt Prügel bezieht, bedeutet das wohl auch für Hameln die Götterdämmerung der gierigen Vierfaltigkeit. Immerhin mehren sich im Blätterwald die Beiträge in denen nicht darüber spekuliert wird ob, sondern wann die vier Stromriesen pleite gehen und natürlich auch wie viel „Sozialhilfe“ der Steuerzahler ihnen noch hinterher werfen muss.
    Schließlich ist der Fonds, in dem die vier Großen ihre Rücklagen für Rückbau und Endlagerung bündeln wollen, der erste Schritt zur Übergabe der Verantwortung an die Steuerzahler und zwar für den Dreck den die Herrschaften hinterlassen. Und so müssen immer mehr Geringverdiener mit ihren Steuern die ewiggestrigen Konzerne mästen, die natürlich auch nichts heutiges in „ihrem“ Sektor hoch kommen lassen wollen.
    Während Obama mit „seinen “ Konzernen, egal was man davon halten mag, inzwischen voll auf Energieautarkie setzt und neben Fracking und anderen Scheußlichkeiten auch alternative Energien fördert, gehen die Uhren hier nach wie vor rückwärts.
    Und das haben wir eben den Konzernen zu verdanken, die zu Zeiten des 3. Reichs entstanden sind, bzw. manifest wurden und nach wie vor die selben Ziele verfolgen, die sie auch damals verfolgt haben. Der Turbokapitalismus den wir immer noch den neoliberalen zuschreiben, hat eben auch in Deutschland eine unrühmliche Geschichte für die Hitler nur das Feigenblatt ist. Wie viel Angst müssen die britischen, amerikanischen und französischen Weltmachtphantasten vor einem zu allem entschlossenen System gehabt haben, das selbst den eigenen Untergang vorsieht, im Fall eines Scheiterns.
    Und die Leute hier, unsere Eltern und Großeltern wollten dieses System, nicht unbedingt die inhumanen und perversen Konsequenzen daraus, aber sie wollten, dass endlich etwas Entscheidendes passiert, dass die blöde Abzockerei weniger an den Vielen aufhört und machten damit den Bock zum Gärtner. Den von Großkonzernen gesteuerten und diesen finanziell hörigen Adolf Hitler, der wiederum die lästige jüdische Konkurrenz der Großindustriellen zum Sündenbock und Opferlamm machte
    Und heute? heute ist unsere Regierung genauso korrupt, der nächste Schritt in der Entrechtung von Menschen (nämlich heute der Hartz 4 Empfänger) wird Kasernierung bzw. „Lagerhaltung“ sein. Justiz und Polizei sind leider längst keine Garanten für Recht und Freiheit mehr, sondern sichern eine pervertierte Ordnung, in der nur die großen Kriminellen ihre Verbrechen begehen dürfen, während die kleinen in Scharen zu größeren Kriminellen erzogen werden in einem Vollzug, der wie ein Trainingscamp aufgebaut ist.
    Die friedliche Kulturgesellschaft wird mit Schwachsinn im Fernsehen, auf Wahlplakaten und in ständiger idiotischer Werbung bombardiert, Bedürfnisse auf irgendwelche Scheinlösungen, Statussymbole und ähnlichen Unsinn umgeleitet um eine menschlich dysfunktionale Gesellschaft zu erreichen.
    Wunderst du dich nicht darüber, dass es immer das selbe, in Ehren ergrauende kleine Häuflein (Ortsgruppe BUND) ist, das sich um Kröten kümmert, sich gegen AKW und andere Schweinereien stellt? Ein Massenprotest wie er noch in den 80 er Jahren statt fand, soll nie wieder statt finden können. Nicht umsonst fallen Themen wie Freiheit und Bürgerrechte aus schulischen Lehrplänen und sollen durch „berufsorientiertes Lernen“ ersetzt werden.
    Vor 2 Wochen, als Erdogan hier in Köln weilte, zog an meinem Laden eine Demonstration von über 100.000 Menschen vorbei. Es war die türkischstämmige Opposition gegen Erdogan aus halb Europa, wenn man so will die türkische Diaspora. Polizei war kaum zu sehen, die war zum großen Teil auf der anderen Rheinseite, in Deutz wo Erdogan zur gleichen Zeit seinen Auftritt hatte. Teile und herrsche eben. Die Frage ist, ob unsere Form des Protests noch wirkungsvoll ist oder ob uns der Rückzug der Reichen aus nicht mehr profitablen Geschäftsfeldern als Erfolge oder Errungenschaften teuer verkauft wird. Inzwischen rufen Menschen die jahrelang seriöse Kommentare zum Zeitgeschehen abgaben, meiner Meinung nach etwas naiv zur Revolution auf. Neue Weltbilder im Breitwandformat entstehen überall. Wirklich friedliche Schritte weiß eine Verwaltung die am selben Tropf hängt wie die Politiker die ihr das Geld zuteilen aber entschieden zu verhindern.
    Ob es da eine Revolution tut, die die verdorbenen Gehirne unserer Gesellschaft durch neue ersetzt?
    Oder müssen wir früher ansetzen?
    Revolution ist anscheinend ebenfalls eine dieser einfachen Lösungen die nur einen Sklaventreiber durch einen anderen ersetzt. Menschen können sich nur evolutionär verändern, dies aber oft in erstaunlichen Sprüngen. Also sollten wir alle im Bereich unseres direkten Einflusses ein Klima fördern, das Freiheit, Kreativität und Respekt vor der Schöpfung bedingt.
    Die Magie des Menschen ist die Sprache. Nutzen wir diese Magie um die Welt neu zu benennen und stellen wir der schwarzen Magie aus großen Teilen von Presse, Funk und Fernsehen eine andere Magie entgegen. Ähnlich wie es die Bewegung tat die mangels organisatorischer Instanzen heute als Sturm und Drang zusammengefasst wird, ähnlich wie Schiller das bürgerliche Menschenbild befeuert hat, wie Kleist die Freiheit des Menschen beschwor, während die Schreiberknechte der großen Redaktionen heute Menschen als Schmarotzer, Loser und Helden betiteln.
    Unsere Kultur ist eine Kultur der Sprache und ähnlich wie der Lärm der riesigen Schiffe, die zu tausenden die Meere befahren, die Kommunikation der Wale, anderer sprechender, nein, sogar singender Wesen so „total“ zerstört, dass sie in großen Gruppen in den sicheren Tod rennen, wird auch unsere Kultur kontaminiert und Menschen bewusst zu Millionen in solche Tode getrieben. Die Krise der Natur ist die Erweiterung der Krise des Menschen. Dort sitzt das Übel und die Lösung.

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