Sanktionen werden nicht abgeschafft – sie werden modifiziert!

Man sollte es schlicht einmal auf den Punkt bringen.

Die Mehrheit der Bevölkerung scheint für Sanktionen zu sein.

Warum? Nun, die Antwort lautet, meiner Meinung nach, aufgrund guter Propagandaarbeit der Medien, sowie entsprechender Grundkonditionierung der Masse.

 

Der Staat würde einen Menschen, der nicht gewillt ist, unliebsame Arbeit für einen Hungerlohn zu verrichten, eher in eine Psychiatrische Anstalt überführen, so dass dieser als Rohstoff für die dort vorhandenen „Arbeitsplätze“ zur Verfügung steht – die Gemeinschaft würde das mit einem Tagessatz zwischen 300,– und, falls die dortigen Bearbeiter der Insassen kreativ sind, bis zu 1000,–, kosten lassen, als ihm eine Überlebensmöglichkeit in Form einer beheizten Wohnung und 400 Euro Versorgungspauschale zukommen zu lassen.

 

Bleibt noch die Möglichkeit, sich auf kreative und ungesetzliche Art und Weise zu ernähren und zu überleben.

Wird man allerdings dann sanktioniert, spart der Staat erneut keinen Cent, nein er verschafft der Menschenverwahrindustrie Rohstoff – und dort gilt ein Tagessatz von etwa 100,– Euro.

 

Der Staat spart also nur, wenn der unwillige Mensch, sich genügsam und resigniert unter eine Brücke begibt, oder einen Pappkarton bezieht – die Nullsanktion still akzeptiert und von den Ämtern schlicht genug hat, sprich man drängt ihn aus der Gesellschaft und hofft, er möge passiv bleiben, möglichst auch unsichtbar.

 

Da nun alle in Arbeit stehenden Menschen weiter brav und willig ihren jeweiligen Herren dienen, kann man davon ausgehen, dass sich schlicht nichts zum Besseren ändern wird.

 

Es könnte allerdings der Tag kommen, da arbeitsunwillige Artgenossen noch rigidere Folgen ihrer Verweigerung zu erleiden haben – die teure Psychiatrie kann der Staat heute schon nicht mehr mit ausreichend Rohstoff versorgen, es fehlt schlicht an Mitteln dazu (es gibt genügend arbeitslose Psychologen!).

Die Verwahrvariante kommt momentan nur für Straftäter in Frage – hier könnte ein entsprechendes Gesetz Abhilfe schaffen – was aber derzeit noch nicht mehrheitsfähig sein dürfte (noch gibt es Sozialverbände, Gewerkschaften und politische Kräfte, die sich nicht vollkommen dem Renditedogma und der absoluten Menschenverachtung angedient haben – bleibt die Frage wie lange noch – die radikalen Gruppen würden wohl noch massiver spalten und hetzen, der Trend geht eher in diese Richtung!).

 

Ich schreibe seit Jahren gegen das grundsätzliche Übel unserer Gesellschaft, der globalen Gesellschaft an – welches meiner Meinung nach in der völlig irrsinnigen Arbeits- und Problemlösungsmethodik – und der unreflektierten, bzw. letztlich fast immer resignativen Haltung der Milliarden Mitläufer begründet liegt.

 

Leider stehe ich noch viel einsamer in der Wüste, als jene, die glauben, man könne das bestehende System von innen heraus zum Besseren hin bewegen – scheitern werden wir alle!

 

Das Traurige, die Menschheit wird als Gesamtheit daran scheitern und schon heute darf man sagen, dass wohl einer Viertel aller Menschen auf dieser Welt, in der Samenlotterie eine Niete zieht, Tendenz stark steigend.

 

Bleibt allerdings am Ende tatsächlich nur jener eine Moment der über unser Schicksal entscheidet, müssen wir nicht mehr von Freiheit schreiben, dann darf man getrost nur noch fragen-

wo und wann, vor allem von wem wurdest du geboren?

 

Ich denke vor 40.000 Jahren wurde ein mögliches kleines Lebensglück ganz ähnlich entschieden.

 

Gabe es also eine gesellschaftliche Entwicklung?

 

Ja, es gab Versuche!

 

Nein, sie waren leider nie von dauerhaftem Erfolg!

 

Unsere Gesellschaft vernichtet jedenfalls seit über einer Dekade systematisch die kleinen Pflänzchen, welche unter der sozialen Marktwirtschaft zu grünen begannen, sie verdorren, noch bevor sie wirklich blühen und Samen bilden, sich hätten in die Welt verbreiten können.

 

Doch die Masse folgt willig und devot – egal wohin der Weg sie führt!

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Über oberham

Einsiedler in Hinterwald
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6 Antworten zu Sanktionen werden nicht abgeschafft – sie werden modifiziert!

  1. Dana schreibt:

    Klar, wir werden als Menschheit scheitern. Als Massenmensch mache ich mir die noch verbleibenden 30 oder 40 Jahre so angenehm wie möglich. 7 Mrd. Menschen, die auf Konkurrenz, Gier und Hass programmiert sind, werde ich nicht aufhalten bzw. vom Mob vernichtet werden. Lebe vegan, besteige kein Flugzeug und düse mit dem Rad durchs Leben. Arbeite nur das Notwendigste und halte mich möglichst fern von anderen Menschen. Funktioniert prima und ersparte mir bislang die Psychotherapie.

    • oberham schreibt:

      ….. ja – wobei ich würde mich freuen über Artgenossen in meiner Nähe die das auch so handhaben, ich liebe auch mein Leben, wir hatten in der Samenlotterie eben Glück – wobei ich mit weniger als 200 Euronen im Monat auskomme – ganz ohne Gnade irgendwelcher Mitmenschen – allerdings hab ich ein Stück Grund und Boden mit Hütte – was mir bei der Ernährung hilft – da es eine Hütte ist, fällt kaum Grundsteuer an – die einzige Steuer die ich – leider – zahlen muss – ups – ab und an kauf ich auch Nahrung offiziell – d.h. mit Mwst.

      Ich bin froh, dass der Staat erst einmal an seine Mandatsträger, die Kleptokratiegruppe und das zu bedienende Upper-Class-Segment denkt, so bleibt weniger Kohle für die Volksverfolgung, was mich frei sein lässt.
      So absurd es klingt, wir können frei sein, da die Masse willig buckelt, würde sie aufbegehren, käme wohl Gewalt ins Spiel, da die Masse nicht unseren Weg wählen würde, sie würden irgendwelchen Podiumsplärrern nachkriechen, den sie kriecht immer – leider – die Masse.

      Ich predige seit Jahren, ohne jeden Erfolg – doch mir erspart das Schreiben die Psychiatrie – oder ich müsste täglich 10 Stunden im Wald bleiben – das ginge wohl auch und wäre wohl sogar schöner.

      Nur – ein wenig Bammel hab ich inzwischen, die Leute werden immer sonderbarer!

  2. Dana schreibt:

    Sonderbar oder wach? Das beste Beispiel ist die derzeit laufende WM in Brasilien und den damit verbundenen Informationen über die sozialen Ungerechtigkeiten dort. Die deutsche Mannschaft lebt in Salvador im 5-Sterne-Hotel. Ein Spielfeld wurde unmittelbar ins Naturschutzgebiet gebaut und alle – bis auf die Anwohner dort – finden das offenbar in Ordnung. Viele Brasilianer protestieren. Mich erschreckt, was sich sog. selbsternannte Herrenmenschen erlauben können. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Zumindest theoretisch und wenn sie nicht die Interessen der FIFA tangiert.
    Ein anderes aktuelles Thema ist für mich derzeit das sog. Freihandelsabkommen EU-USA. Gegen diesen Wahnsinn, der da auf die Menschen zukommt, lese ich kaum etwas. Sind die Menschen im Euroland so desinteressiert?
    Glücklicherweise habe ich einen Artgenossen an meiner Seite und unsere Diskussionen sind schon legendär. Ihm habe ich viel zu verdanken und nach Jahren des immer Höher-Schneller-Weiter endlich wieder zu meiner Mitte gefunden. Ich habe einen Beruf, in dem ich die Arbeitszeit je nach finanziellem Bedarf anpassen kann. Heute füttere ich kein Sparbuch mehr, handle mit Aktien oder so einen Quatsch.
    Manchmal überkommt mich eine tiefe Traurigkeit in Anbetracht der Entwicklungen auf unserem Globus. Manchmal freue ich mich einfach darüber, das das Gemüse im Garten so wunderbar gedeiht.

    Um nicht ins Räderwerk der Psychiatrie zu landen, studiere ich seit einigen Jahren Philosophie. Mir hilft es.

    Ich bin mir sicher, dass viel mehr Menschen so oder so ähnlich denken. In meinem Umfeld beobachte ich insbesondere in den letzten Jahren kleine Veränderungen. Heute findet es kaum noch einer chic, Billigklamotten, Fleisch aus der Massentierqual zu essen oder 500 m mit dem Auto zu fahren.

    • oberham schreibt:

      Zur WM hab ich eine kleine Suada – auch auf die das Thema behandelnde Anstalt – verfasst: „Drei Spiele, null Punkte, null Tore!“ (hier im Mai Ordner).

      Ich kann das mit dem sonderbarer nicht auf wacher übertragen – leider erlebe ich das nicht.
      Die Menschen geben sich zwar reflektierter, doch letztlich scheint das Schnäppchen so im Konditionierungsschema verhaftet zu sein, dass es schlicht meist die Oberhand gewinnt.

      Ich bin traurig, da trotz der Informationsfülle und der durchaus gegebenen Möglichkeit zu filtern und kritisch einzuschätzen, die Menschen nach wie vor, so treudoof den Vorbetern nachfolgen, anstatt sich selber wirklich einmal Meinungen zu bilden – ich fürchte, die meisten Menschen sind schlicht ohne eigene Lebensphilosophie unterwegs, sie möchten gerne „gute Menschen“ sein und verdrängen schlicht alles, was sie an Unheil in ihrer Gesamtheit schaffen.
      Vegan oder zumindest vegetarisch ist gerade ein Trend – warte ab, in ein zwei Jahren schlägt die Fleischlobby medial zurück – egal wie katastrophal die Umweltfolgen und wie grausam die Tierverwertung auch sein mag.

      Nein, ich glaube nicht mehr an eine Veränderung die auf Vernunft beruhte, es werden sich – noch für uns erlebbar die Dinge ändern, doch nicht freiwillig, die Menschen werden in ihrer Not neue Lösungen zu suchen haben, wir können für sie nur hoffen, dass sie dann nicht wieder auf Führung hoffen, sondern, dass sie dann endlich einmal das Wagnis Anarchie eingehen – ich persönlich glaube an die Vernunft, die jeder Mensch kraft seines Intellekts entwickeln könnte, jene die es heute schon tun, leben wohl ähnlich wie wir – nur die gab es zu jeder Zeit, sie waren leider immer eine kleine Minderheit.

      Bewahre dir deinen Optimismus, es wäre zu wünschen, er sei angebracht – wer denkt, der braucht keine Führung – Descarte hatte es wohl nicht so gemeint, aber ich würde seinen Satz so auslegen, nur wer wirklich denkt, ist – ist ein autonomes, soziales Wesen, dass sich nicht dirigieren lässt, sondern erkennt, wie es ohne anderen zu schaden, mit anderen gemeinsam ein friedvolles, liebevolles, erlebnisreiches und spannendes Leben meistert und dabei die Lebensgrundlagen für die kommenden Generationen bewahrt.

      Wie würdest du das derzeitige System beschreiben? Ja, frag irgend einen Menschen auf der Straße – wohl kaum einer würde negieren, dass wir unsere Umwelt zerstören – trotzdem agieren sie fast alle weiter nach Schema debil und ignorant – es ist nicht nur traurig, ich fürchte es ist schlicht krank.

      Schönes WE ………….

  3. Snakepit schreibt:

    Ich sehe das – leider – ähnlich wie Du, Oberham. Die ‚Vernunft‘ der sogenannten Bürgerlichen entpuppt sich Phrasen, die schnell vergessen sind, wenn es ans Eingemachte geht. Bei der Mehrheit aller Zeitgenossen. Selbst wenn sich Alternativen zu dem Wahnsinn andiskutieren lassen, versandet das Interesse schnell: Man will ungestört so weiterleben, wie bisher, sprich auf Kosten von Umwelt, Tieren, anderen Menschen. Obwohl es, das muß man fairerweise sagen, Überlegungen gibt, es anders zu machen, z.B. hier
    http://www.schloss-tempelhof.de/
    oder in anderen ähnlich gearteteten Gemeinschaften.
    Gestern erzählte mir jemand, der weit mehr als ich von der Welt und den Menschen gesehen hat, daß D das einzige Land ist, das Trinkwasser für die Toilettenspülung benutzt (statt Brauchwasser wie z.B. in Frankreich). Kairo muß 25% seines Trinkwassers importieren, so auch die ägyptischen Ferienanlagen mit ihren Fontänen und Springbrunnen. Seiner Einschätzung sind die nächsten Kriege die Kriege ums Wasser, er nannte einen Zeithorizont von 15 Jahren.

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