Piratenschiff kentert – noch ein feudales Köpfchen für Brüssel?

Ahoi Piraten – vor nun fast zwei Jahren schrieb ich hier das Folgende:

 

 

Parlamentarische Arbeit könnte durchaus anders gestaltet werden – leider fehlt auch bei den Piraten der unbedingte Wille dazu. Stattdessen verliert man sich in konventionellen Mustern!

 

Der Anspruch die parlamentarische Arbeit verändern zu wollen, schein im Augenblick des Mandatsgewinns bei den piratigen Abgeordneten in Lichtgeschwindigkeit in die Weiten des Alls zu entschwinden.

 

Man möchte doch lieber von den Etablierten lernen wie es funktioniert, bewundert rasch die Profis – kurz – es geht zu wie in jedem Club, die Neuankömmlinge versuchen sich schnellstmöglich einzugliedern – es lebt sich viel angenehmer mit dem Strom, als dagegen zu schwimmen.

 

Dabei kann man, solange man machtlos ist, durchaus einige kontroverse Statements kundtun, die Ideen kommen meist aus den Tiefen der Basis, schön – nur wie lange werden die Idealisten ihre Zeit verbraten, um den wichtigen Sitzplatzinhabern Futter für Ihr Mundwerk zu liefern?

 

Geschenkt, der Ideenfundus ist unermesslich, man braucht dazu tatsächlich niemanden mehr – das Netz und etwas persönliche Phantasie genügen wohl locker, um täglich eine neue Welt zu erschaffen.

 

Sicher möchte man Fraktion und Basis miteinander verschränken – wie Herr Paul (NRW) formuliert – was wäre auch eine Fraktion ohne Basis?

 

Oder beseht gar die Möglichkeit, das man als Fraktion einfach abhebt in die höheren Sphären eines luxuriösen Marionettenstadls, dessen Puppen eifrigst daran arbeiten, mit immer mehr Fäden an die Strippenzieher gebunden zu werden – somit das wichtige Netzwerk vor allem nach Oben nachhaltig gewoben, man ein fester Bestandteil des Ensembles wird?

 

Beispiel das Treffen in Essen – wo man über das theoretisch mögliche Abgeordnetendasein im BT räsoniert.

 

Herr Hilberer beklagt die Fülle der Arbeit, erklärt gar, ein Abgeordneter könne sich unmöglich fachlich tiefer in Themenbereiche einarbeiten..

 

Nur mit einem persönlichen Referenten, der die Dinge aufschlüsselt und mundgerecht präsentiert, sei gute parlamentarische Arbeit möglich.

 

Schon das kleine Saarland ist einfach viel zu komplex – mein kommender Vorschlag könnte doch auch hier greifen – der Referent wird wohl vom Landeshaushalt bezahlt.

 

Man träumt von wissenschaftlichen Mitarbeitern, die Akkademisierung des Brainstormings – als höchste Stufe des politischen Denkens – ist die Basis einfach doch zu dämlich?

 

Bitte – was ist das Wesentliche?

 

Auch im Saarland dürften den Abgeordneten vielfältige Informationsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Wer zu dumm ist Informationen zu filtern, der sollte sich nicht um ein Mandat bemühen!

 

Im Bundestag stehen jedem Abgeordneten über 16.000,– Euro zur Verfügung, die er als Bruttogehalt verteilen kann!

 

Ein Abgeordneter kann sich also entweder einen Spitzenverdiener halten – oder er beschäftigt 32 Praktikanten auf 400 Euro Basis – zusätzlich erhält er seine Unkostenpauschale, ein perfekt eingerichtetes Büro (das gratis zur Verfügung steht – jährlicher Aufwand für den Steuerzahler etwa 20.000 Euro – Technik auf dem neuesten Stand – gewartet – und upgedatet auf Staatskosten….)

 

Die meisten Abgeordneten unterhalten noch in ihren Wahlkreisen Büros – die meist die Parteien finanzieren – die UK schieben sie vor – wegen der nötigen Mitarbeiter – die Bruttolohnsumme von 16.000 Euro verschweigen alle geflissentlich.

 

In Summe erhält ein Abgeordneter in etwa 30.000 Euro an Geldleistungen, Bruttolohnsumme die er auf angemeldete Beschäftigte verteilen muss (das darf auch nicht die Ehefrau sein….) und Sachleistungen.

 

Vorschlag an die Piraten – auf jedes gewonnene Mandat bildet ihre ein 10 Personenteam – das sollte doch dann in der Lage sein perfekt informiert zu sein, die Themen gemeinsam sauber aufzuarbeiten und vielleicht auch gengenüber den Lobbyisten neutral zu werden (man müsste ja 10 Leute zahlen – ob das dann klappt? – die 10 überwachen sich ja in Bezug auf Korruption gegenseitig)

 

Dann macht auch Lobbyarbeit Sinn, da nicht die zahlungskräftigste Einfluss ausübt, sondern die mit den besten Sachargumenten.

 

Im Übrigen würden so aus 30 Mandaten – 300 Interessenvertreter für die Ideen der Parteien – und vor allem auch für die Vielschichtigkeit der Piraten (so sie dies weiter pflegen möchten….).

 

Wahlrechtlich wäre dies kein Problem – der Wähler wüsste, der Name auf der Liste steht für 10 gleichberechtigte Mandatsvertreter.

 

Nebenjobs sind ja nicht verboten – die Mandatsträger der etablierten Parteien haben zwar tatsächlich oft keine Ahnung von den Themen die zur Abstimmung stehen – für etliche andere bezahlte Tätigkeiten reicht die Human-Power aber durchaus.

 

Sollten in diesen 10 Personen Teams ca. 2500 Euro Monatsgage nicht ausreichen – dürften durchaus Zeitkontingente für andere bezahlte Tätigkeiten zur Verfügung stehen. Das Mandat selbst kann man durchrotieren – oder auch nicht – Abstimmungsvarianten wären wohl mannigfaltig vorhanden.

 

Politik sollte eben nicht immer berechenbar sein!

 

Das Prinzip aber lautet, ein Mandat ist keine feudaler Fahrstuhl ins oben beschriebene Theater, sondern die Verpflichtung für das Volk politisch engagiert zu arbeiten und bestmögliche Lösungen für die breite Bevölkerung zu erarbeiten!

 

Wer die Arbeit in den AG´s verfolgt, der kann dort wirklich sehr viele gute Ideen finden – dabei sind die Netzwerke noch lose – doch sie sind eher nach Unten den nach Oben geküpft – es liegt an den Piraten, ob sie dieses Prinzip beibehalten wollen – oder ob sie abheben möchten.

 

Die Presse, der politische Mainstream wäre sicher froh, würden die Piraten abheben – dann gönnt man ihnen gerne auch die 5+X Prozent – nur – bitte – zerstört nicht unsere ach so gut austarierte politische Kultur.

 

Das konferieren und reisen, das sich abgrenzen durch Mobilität und das Clustern ist trotz Piraten-Pad und Liquid Democraci in vollem Gange – in den Chats wird zwar gestritten, nur die etablierten können das locker durchwinken – Argumente sind da gar nicht mehr nötig.

 

Veränderung sieht anders aus – nur – wollen wir überhaupt Veränderung?

 

Haben wir Angst, es würde noch übler?

 

Die Realität ist tatsächlich vom Oben geschaffen, eine wahrhaftig kluge und ausgewogene, nachhaltige Welt, die da erdacht und regiert wird – finden wir – oder?

 

Im Unten kursieren seit jeher andere Gedanken, andere Visionen. Es gäbe in der Tat die Möglichkeit dort zu fischen, den machtlosen endlich eine Stimme zu geben, indem man sich selbst nicht von ihnen entfernt.

 

Die Arroganz des Oben, die Arroganz jedweder sozialer Hierachie, sie ist nicht einfach zu überwinden – habt ihr den Versuch schon aufgegeben?

 

Ja, plötzlich würde vielleicht die Macht nach Unten dringen!

 

Einzig es gäbe nicht den feudalversorgten Mandatsgewinner – und – so leid es mir tut – letztlich geht es doch nur darum.

 

Für die Wahl im Mai hättet Ihr noch eine gute Chance in Bezug auf Brüssel das Prinzip eines Mandatsteams zu realisieren – vielleicht würdet ihr sogar mehr gewinnen!

In Brüssel stehen pro Mandat Minimum 35.000 Euro pro Monat zur Verfügung – da sollten 10 Piraten wirklich politisch arbeiten können!

Wann begreift ihr endlich, dass es um politische Arbeit geht und nicht darum aus den Reihen „Gewinner“ hochzuspülen?

 

Eure ewigen Streitereien gründen nicht nur auf dogmatischer Rechthaberei Einzelner, sondern vor allem auf Eitelkeit und Eifersüchtelei!

Überwindet dieses elende Spiel, geht darüber hinweg, besinnt Euch Eurer eigenen Ideale und lasst euch nicht von den Mainstreammedien Glauben machen, ihr benötigt vor allem einen

Rhetoriktrainer!

Ihr könntet jetzt schon in den Länderparlamenten damit beginnen die Mandatsträger umzuformen (so sie nicht auf ihren Pfründen bis zum Ende der Legislaturperiode beharren!).

 

Leute Ihr seid Opposition! Sucht neue Wege, Ihr hattet es ursprünglich vor!

Falls irgend ein Pirat mit Einfluss das liest, ich kann gerne noch genauer schildern wie man das organisieren könnte – doch das ist wirklich trockener Toback – und ich bin sicher – Ihr könnt das auch selbst, ihr seid viele und wie gesagt – ich hab anfangs in den Themengruppen mitgemacht – dort gibt es viele wirklich kluge und kreative politische Köpfe, aber eben auch viele Egomanen die alles plattwalzen.

 

Mit der Idee der Mandatsteams macht ihr das Mandat als Gewinnerpfrund unattraktiv – den das Team kennt keinen Leader, keinen der mehr aus dem Topf für sich schöpft, das Team kennt (hier 10) Individualisten die sich zu konsensualen Ergebnissen durchringen, wobei in der Oppositionsarbeit vor allem das kritische Begleiten und Dokumentieren einen wichtigen Part ausmacht!

Ich würde Euch wünschen, ihr bekommt die Kurve!

Vor allem – lasst die Vorstandsposten unbezahlt! Bezahlt die Schreibkräfte, die Politarbeiter, doch nicht diejenigen, die Eure Arbeit repräsentieren und in unserem Medienzirkus tanzen – verweigert Euch der immer wieder gefragten Köpfekultur!

(…. Im Übrigen kann ein Vorstandsmitglied sicher in einem Mandatsteam integriert werden und ist dann auch anständig versorgt! – Meiner Meinung nach – würdet Ihr künftig sicher einige Dutzend solcher Teams stellen können, da viele Wähler diese Idee gut fänden und Eure politische Herausforderung eben noch lange nicht im Regierungsgeschäft liegt – sollte es je soweit kommen, wird man neue, vielleicht noch viel kreativere Wege finden! – soweit ich es mitgekommen habe, waren doch anfangs auch Anarchisten unter Euch – ich denke die sollten da so einiges an sinnvollen Vorstellungen zu bieten haben!)

 

Es liegt an Euch, noch schwimmt das Schiff! Ihr bestimmt den Kurs den es nimmt!

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Über oberham

Einsiedler in Hinterwald
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14 Antworten zu Piratenschiff kentert – noch ein feudales Köpfchen für Brüssel?

  1. jauhuchanam schreibt:

    Ja, du bist aber noch Guter Hoffnung!
    Asche auf mein Haupt, wenn die PIRATEN auch nichts anderes sind, als ein weitere Gründung irgendeiner Abteilung aus dem Ministerium für Wahrheit (WfM, Wahrheit für Michel), Tarnname CIA (Church in Amerika).

    • oberham schreibt:

      Ich habe keine Hoffnung, die maßgeblichen Piraten bibbern um ihre Mandate, die meisten Basispiraten sind wohl längst ausgestiegen, in NRW haben 19 sich eine halbe Million Euro gesichert, in Schleswig gibt’s auch gut Kohle – in Berlin und im Saarland – na ja…… – besser als vorher wohl sicher.

      Jetzt träumt eine oder gar zwei von Brüssel – sicher nicht von wirklicher politischer Veränderung, schon gar nicht von minimalistischen Ansprüchen gepaart mit maximaler Effizienz die Arbeit betreffend, das Futter aufgeteilt auf eine kleine Bande die lästig und subversiv den Saustall aufmischt.

      Nein, die Mandatspiraten sind schneller assimiliert, als man die Toilettenspülung betätigen könnte.

      Ich hab da ein paar angeschrieben – die antworten nicht einmal – haben sie ja auch nicht nötig – meine Ideen sind ja völlig versponnen und unrealistisch – vor allem – sie reißen die Privilegien ein, für die man so eifrig gekämpft hat.

      Politisch engagierte Menschen werden vom System als Feigenblätter vor das Maul gehalten, damit die Menschen nicht sehen was sich die Mandatsträger in ihre Bäuche stopfen.

      Reiche Leute, zahlen reiche Leute, damit diese den Massenwohlstandszombies erklären, wie sie die Massenarmutszombies zu verwerten haben, damit die reichen Leute die Bäuche mit dem Ergebnis füllen können.

      Ich bin kein Zombie, ich bin arm, mich verwertet man kaum, leider – ein klein wenig werde ich wohl auch verwertet, so ca. 5 Stunden im Monat denke ich mal.

      Leider haben Spinner selten die Gelegenheit viele Menschen mit ihrer Spinnerei zu erreichen, vor allem wenn sie es nicht diplomatisch, sondern ganz grob und deutlich angehen.

      Nur was sind Diplomatie und Rhetorik?

      Schlicht die Kleider der Lüge, die Wahrheit muss man schlicht nur erkennen, sie liegt ja vor einem, nur wer sie in dieser Gesellschaft, dieser globalen, menschlichen Systematik vom Nutzermensch und der Nutzmenschenschar betrachtet, der wird als Nutzmensch wohl nicht glücklich sein.

      Was so widerlich ist, das betrachtet man nicht, das verdrängt man einfach.

      • jauhuchanam schreibt:

        „Leider haben Spinner“

        Ja, die Menschen hier sind Schwerst-Kranke und leiden.
        Diese Leider brauchen Spinner, werden von den Leidern
        natürlich nicht als Heiler angesehen!

        Vielleicht wird meine Sprache nicht verstanden.

        Du bist mir ein heiliger, heilender Heiliger!

        Klar, deutlich, „verschroben“ in den Augen der Wölfe.
        Mir eine Inspiration, der dazu beiträgt, mein Hirn zu reinigen.
        Denn meine Hirnwäsche habe ich noch nicht abgeschlossen.
        Da sitzt noch viel verhärtete Scheiße.
        Deine Worte das Waschpulver für meine Gedanken. Danke.

  2. oberham schreibt:

    Ich freue mich, das Du hier liest und kommentierst…….. aber bleiben wir lieber beim Spinner – oder Luftmensch, ich finde die Bezeichnung „Luftmensch“ kommt dem nahe, was ich in mir sehe.

    Das hat nun aber gar nichts mit Religion zu tun. (wg. der Herkunft des Wortes….. – wobei wir in Bayern kennen den Luftikus – dabei hat der bodenständige Bayer dem Luftikus allerdings einen Touch des gedankenlosen Träumers verpasst – dabei vergessen, dass Träumen immer mit Denken verbunden ist – somit hat sich der Bayer auch semantisch ins Knie geschossen und räumt doch ein, dass er – der bodenständige – ein konditionierter Nutzmensch – oder ein cleverer Nutzermensch ist – jedoch von der Welt wie sie sein könnte nix wissen will.

    Wären wir alle Luftikusse – die Welt wär wohl unglaublich, unbegreiflich lustig, schön und amüsant – man könnte sogar aus der nötigen Arbeit ein Fest und eine kurzweilige Sache machen!

    Wir würden allerdings unglaublich schnell durchs Leben treiben, es wär so wunderbar, dass die Zeit schlicht vorbeifliegt – man hebt ab und landet – wobei – ich freu mich irgendwie auf die Landung – da mir meine Party schon auch vom Alltag vermiest wird – es ist einfach zu viel Elend um mich herum – ich kann es dummerweise nicht ignorieren.

    ….. und wie könnte ich das Elend der Anderen lindern?

    Indem ich meines nicht zulasse und lachend und träumend durchs Leben geh – nur – für viele scheint das ihr eigenes Elend nur noch schlimmer zu machen.

    • jauhuchanam schreibt:

      „….. und wie könnte ich das Elend der Anderen lindern?“

      Dies sind von der Religion, die nicht heilen kann, falsch indoktrinierte Gedanken, damit der Mensch ihr im Lindern des Elends nacheifert. Daran muss ein Mensch zerbrechen. Das muss ihn auf Dauer krank und irre machen, was meistens im Wahn endet.

      Lass das Lindern, viele deiner Worte haben bei mir schon viel gesund gemacht.

      Die Religion kann nicht heilen, weil es für sie keinen Gott gibt und der Mensch ein Böses Sein ist, dass sie schuldig gesprochen hat. Davon ist die Sprache selbst durchdrungen und damit hat sie ihre Gedanken-Festungen in unserem Denken errichtet. Mächtig erheben sich ihre Wehrtürme und Mauern gegen die Erkenntnis „Gottes“, dass der Mensch ein „heiliges“ Selbst in einem sehr guten Sein Ist.

      Der durch die „Lehre“ der Religion zur „Schuld“-Selbst, zum „Böse“-Selbst gemachte Mensch muss Angst haben; Angst um „sein“ Leben, denn das „Schuld“- und „Böse“-Selbst, ist „sein“ Leben. Was will da ein Mensch, wie ich oder gar du „lindern“?

      Sehr gut ist der Mensch und heilig. Das ist die Wahrheit, die heilt und befreit und nicht, wie die Religion, die gefangen genommen Leiden schafft und ihr Elend ausgebreitet hat.

  3. das parlamentarische System ist ein Elitensystem in das es nur wenige reinschaffen, der rest wird ausgeschlossen und muss sich diesen Hirarchien unterordnen.

    Ein System in dem alle Herrschen, auch Anarchie genannt ist die Alternative.

    • Georg Löding schreibt:

      Das Problem dabei ist das Wort „Anarchie“.
      Da versteht auch wieder jeder etwas anderes darunter.

      Probiere doch mal etwas aus.
      Mach mal ein Experiment.
      Setz dich in eines dieser überfüllten Kaffees, wo die Leute 50+ ihre Zeit vertreiben.
      Dann rollst du dein Transparent aus ANARCHIE … und wartest einfach ab, was geschieht. 😉

    • oberham schreibt:

      Ich habe hier viel über soziale Anarchie geschrieben, die meisten verstehen unter Anarchie wohl in der Tat Chaos und Gewalt – dabei bedeutet es schlicht Absenz von Herrschaft.
      Soziale Anarchie ist schlicht der Glaube an den Mensch an sich, daran, dass sich im Grunde jeder Mensch nach Frieden und sozialer Interaktion sehnt.

      Wir brauchen nur ein Gebot –

      Du sollst keine Gewalt auf andere Artgenossen ausüben!

      Es ist nur traurig, seit Jahrtausenden entschieden sich unsere Artgenossen genau dafür.

      Das beginnt leider schon bei den Eltern gegenüber den Kindern und endet am Ende im Krieg.
      Solange die meisten von uns glauben, wir könnten nur existieren, indem wir uns in restriktiven Rahmen bewegen und uns jeweils geltenden Konventionen unterwerfen, da wir sonst nicht existenzfähig wären, wird sich daran nichts ändern und ich finde es ist absehbar, wann eine der vielen längst beschriebenen Schreckensherrschaften global ein Leben, wie wir es kennen, unmöglich macht.

      Den das ist gerade die Krux – wir – die wir hier tippen und mitten in Europa leben, wir leben ja im Paradies, jeder von uns hat die Möglichkeit sein eigenes kleines Paradies zu gestalten, nur wir realisieren, oder wollen schlicht nicht realisieren, dass wir heute schon Milliarden nutzen um es zu genießen und die Zukunft unserer Nachkommen wohl kaum mehr so lebenswert sein dürfte.

      Doch man muss die Dinge dann ändern, wenn man die Chance dazu hat – und wir hätten diese Chance – auch wenn es eben für die meisten von uns Verzicht auf Komfort und vor allem Konsum bedeutet, wir bekämen ein weites mehr an Lebensfreude dafür zurück, vor allem – wir würden das Elend der Menschen in den Schwellen- und Entwicklungsländern beenden!

      Mein Vorschlag an die Piraten beinhaltet gerade diese Systematik – von den eigenen Privilegien lassen, um anderen auch ein selbst bestimmtes, interessantes Leben zu ermöglichen – politische Arbeit ist ein wunderbares Feld, doch man sollte eben wirklich politisch arbeiten und sich nicht in Konventionen auflösen.

      Was wir in den Parlamenten sehen ist eine gruselige Abfolge von Ritualen und die Ornamentik täuscht nicht einmal mehr im Ansatz über den Inhalt – Lüge, Gier und Karrieristentheater.

      …… dieser Vorschlag mit dem Transparent – sorry – wie kann man nur immer so komische Ideen haben?

      Es geht nicht um Transparente – Fischer hat Transparente im Parlament ausgerollt mit seinen Lügenkollegen – es geht um ARBEIT – und genauso wie ein Tischler der einen Tisch tischlert, eine ehrliche Arbeit abliefert, liefert ein Politarbeiter ehrliche Arbeit ab, wenn er seine Redezeit für das offenlegen von Fakten nutzt und seine Gedanken verständlich und ehrlich vorträgt, seine Arbeit publiziert und beharrlich die vorhandenen Argumente abwägt. Vor allem – er muss sich täglich über Fakten informieren, auch bei den Menschen, vor Ort und nicht als eingeladener Popanz, sondern als anonymer Besucher. Daher sind eben fünf Leute pro Mandat besser als einer – da so ein Mandat eine ganze Menge Arbeit macht.

      Die Realität jedoch zeigt – der derzeitige Mandatsträger hat sogar noch viel Zeit für andere Dinge die ihm meist auch noch Geld einbringen.

      Ja – man hat es sogar geschafft, der Mehrheit der Menschen vorzugaukeln, man müsste nur extrem viel Geld bekommen, um ehrlich zu bleiben.

      Das ist so ähnlich als würde man einen Labrador jeden Tag 10 kg Rindfleisch vorsetzen, da er dann seinen Fresstrieb nicht mehr auslebt – nur nach ein paar Wochen wird er wohl am Fressen sterben – beim Hund passiert das in kurzer Zeit – bei den Menschen dauert es eben viel, viel länger, da er kein Fleisch in Unmengen frisst (Empfehlung der Film „das große Fressen“) sondern die Lebensgrundlagen für die Flora und Fauna auf diesem blauen Planeten an sich – und jene die am Lenkrad hocken – sind schlicht maßlos.

  4. Tom Freibeuter schreibt:

    Haben aber viele ein Problem mit einer nur auf ihren Vorteil taktierenden Kandidatin.
    Dazu eine korrupte Versammlungsleitung und manipulierte Wahl.
    Die Dame ist aalglatt.
    NO WAY!

    • oberham schreibt:

      … da gibt’s nur eines Meuterei bevor das Schiff sinkt – zur Pirateninsel zurück segeln, dort die Schätze bewundern, die man doch gesammelt hat –
      Kreativität, Erfahrungen (man kann daraus lernen), Engagement, Idealismus,
      – tja und dann
      mit der Waffe der Bescheidenheit wieder in See stechen und Stimmen auf den Wellen gewinnen um die Supertanker des neoliberalen Establishments zu kapern und zu versenken.
      Mit der Beute kann man dann endlich für globale soziale Gerechtigkeit kämpfen –
      man beginnt damit sich selber eben nicht in dem man über seine persönliche Versorgungssicherheit reflektiert sondern mutig in die ungewissen Gefilde am Rand der Existenz eintaucht.

      Vor allem tauscht Eure Talente an Bord aus (z.B. ist es ein Unding jährlich immer fünfstellige Beträge für die Abschlusstestierung ausgeben zu müssen – gibt doch genug Piraten mit Testatlizenz – sorry – das geht zum Selbstkostenpreis von 500 Euro plus Spendenquittung)

  5. Georg Löding schreibt:

    „Soziale Anarchie ist schlicht der Glaube an den Mensch an sich, daran, dass sich im Grunde jeder Mensch nach Frieden und sozialer Interaktion sehnt.
    Wir brauchen nur ein Gebot –
    Du sollst keine Gewalt auf andere Artgenossen ausüben!
    Es ist nur traurig, seit Jahrtausenden entschieden sich unsere Artgenossen genau dafür.

    Ich halte den ersten Satz für ein Phantasma. Der Mensch ein Säugetier, das zu den Affen-Lebe-Wesen gehört. Wo soll so etwas, wie „Glaube“, ein weiteres Phantasma, herkommen?
    Ich bin einfach zu dumm zu verstehen, warum ich keine Gewalt ausüben soll, wenn ich von anderen Affen, die meine Einstellung kaum oder sogar gar nicht kümmert, mit Gewalt bedroht werde. Einem solchen Gebot werde ich mich jedenfalls niemals fügen. Das mag mir in dieser Sklaven-Gesellschaft zwar mit der Gewalt der anderen Affen, die besser organisiert sind als ich, aufgezwungen werden – schließlich lebe ich ja in einer Art „unsichtbarem“ Käfig.
    Bei entsprechender Gelegenheit töte ich schlicht Wärter oder Sklavenhalter. Jedenfalls bin ich nicht das Hündchen anderer Affen. Ein solches „Gebot“ verdammt mich jedoch zum Sklaven-Dasein – und die Menschen-Halter haben ihre Gewalt noch niemals in der menschlichen Geschichte ohne Gewalt-Anwendung beendet.

    • oberham schreibt:

      … nun würde ich nicht an diese Fähigkeit des Menschen glauben (ja ich halte eine friedliche Koexistenz für möglich, schlicht weil sie die bestmögliche wäre….. – ergo das Ego damit den größten Gewinn erzielte…) – schriebe ich hier nicht regelmäßig im Blog.

      Dein Statement beschreibt den pragmatischen Denkansatz – bleiben wir dabei, wird sich prinzipiell auch in den nächsten noch verbleibenden Jahrtausenden nichts ändern – sprich der Mensch kämpft sein Leben lang um eine bestimmte Stellung in der Gruppe.

      Die einen devot und resignierend dienend, die anderen aktiv und berechnend vermeintlich gewinnend.

      Dies alles hat – denke ich – nichts mit klug oder dumm zu tun, es ist schlicht hoffend oder hoffnungslos, fruchtlos oder ängstlich.

      ….. vielleicht sollte man als erstes seine Furcht ablegen, wovor fürchten wir uns?
      Vor dem Verlust der Arbeit? Vor Krankheit? Vor dem Tod?

      Die Arbeit wie wir sie heute vorfinden ist zu 90% überflüssiges Theater – also wenn ich Schwachsinn verliere, gewinne ich doch Freiheit – Menschen die etwas können und sinnvoll arbeiten, müssen sich nicht vor dem Verlust ihrer Arbeit fürchten – da sie schlicht gebraucht werden.

      Krankheit ist heutzutage sogar bei uns wieder ein Grund sich davor fürchten zu müssen, da man Glück braucht, Glück einen Artgenossen zu finden, der einem helfen möchte gesund zu werden, ohne dabei die mögliche wirtschaftliche Ausbeute in seine Überlegungen mit einzubeziehen.

      Vor dem Tod muss sich niemand fürchten, da er schlicht ein Teil von uns ist, letztlich ist es auch völlig egal wann dieser Teil von uns eintritt, um uns in den ewigen Kreislauf allen Seins zurückzuführen.

      Ich kann nur meine Sicht darstellen – die lautet, sei frei von Angst, sei frei von Kampfeslust und freue dich an dem Wunder des Lebens.

      Mir hat die fehlende Kampfeslust zwar keine hervorragende Stellung in der Gesellschaft beschert, nicht einmal eine völlig durchschnittliche, doch ich wage zu behaupten, dass mir täglich kaum eine Stunde Lebenszeit durch die Zwänge des Systems verloren geht.

      Dies zu tippen macht mir Freude, nach dem Schlusspunkt erhebe ich mich aus dem Liegestuhl und werde meinen Gesellen die Freude eines Spaziergangs machen – zur Schlüsselblumenwiese – die leider bald ihre gelben Tupfen eingebüßt haben wird.
      Doch dann gibt es neue schöne Orte – wo man schöne Stunden genießen kann.

      • Georg Löding schreibt:

        Dass es dem Menschen nicht an Fähigkeiten mangelt, in friedlicher Koexistenz zu leben, ist vollkommen richtig. Daran gibt es für mich keinen Zweifel. Für mich stellte sich – ich kann nicht mehr sagen, wann das war und hat sicher auch eine eigene Entwicklung – die Frage – und ich kann nicht einmal sagen, warum sie sich stellte – weshalb „wir“ Menschen uns aber dennoch zur Gewalt dem anderen Menschen gegenüber „entscheiden“.
        Ich meine damit jetzt nicht, irgendeinen Affen, der aus Instinkten, die er nicht gelernt hat, mental zu beherrschen, einen anderen Menschen überfällt oder aus „Lust“ tot schlägt, sondern die geplanten und gut organisierten Überfälle auf die Habitate anderer Menschen, die „Krieg“ genannt werden. Mir erscheint das jedenfalls nicht „normal“.
        Meine innere Lebenseinstellung ist – so habe ich es mal versucht in einem kurzen Satz zu fassen – Dein Vorteil ist mein Gewinn und dein Gewinn ist mein Vorteil – meine Lebenserfahrung (bin 53 Jahre alt) ist aber, dass ich offensichtlich in einem System lebe, dass einer anderen Regel zu folgen scheint (so stellt es sich jedenfalls für mich da), die zu lauten scheint – Deine Unterwerfung und Ausbeutung ist Vorteil und Gewinn für mich – dabei wirklich wissend, dass es dir nur Verluste und Nachteile bescheren muss, die letztlich immer auch zum Nachteil und Verlust bei mir führen müssen.
        Meine Lebenseinstellung halte ich sowohl für klug als auch für richtig, die andere für dumm und falsch. Das ist natürlich meine total einseitige Sicht, aber es scheint sogar so, dass ich fast nur von Menschen umgeben bin, die der zweiten Lebenseinstellung mehr oder weniger „anhängen“, von ihr „unterworfen“ wurden oder ihr zum Opfer gefallen (?) sind.
        Nun bin ich ja in einem Land geboren, dass einer bestimmten Religion und Philosophie folgt, die mir als Kind und Jugendlicher versucht wurde beizubringen. Was mir von der Religion von Gott, der hier der Mensch Jesus von Nazareth ist, erzählt wurde schien mir logisch (musste mir wohl mit 12 bis 14 Jahren wohl auch als logisch und plausibel erscheinen), so dass ich mich innerlich diesem Jesus unterwarf und mit 13 Jahren anfing, die Bibel zu lesen.
        Und was ich dort las, steht in einem offenen Widerspruch zu dem, was mich die Religion, Philosophie und Schule lehrte oder mir beizubringen versuchte. Sowohl mein eigenes Verhalten, als auch das Verhalten der anderen Menschen mir oder sich selbst gegenüber sind fast immer geradezu das Gegenteil von dem, was im sogenannten Neuen Testament steht. Kurz, irgendwie kam ich mir von den anderen Menschen, ja irgendwie vom Leben selbst verarscht vor.
        Jedenfalls ging ich Jahrzehnte von falschen Annahmen über die anderen Menschen aus. Also etwa, dass sie mindestens so ehrlich oder sogar ehrlicher als ich sind, dass gleiche oder sogar mehr Wissen als ich haben, ihre Lebenseinstellung eine mindestens genau so positive, wenn nicht bessere ist. Schlicht im befand mich in einer Täuschung, in einer ausgesprochenen Schein-Welt, die ich heute – weil mir nichts besseres einfällt – die Truman Live Show nenne,und zwar nicht etwa die Show die ich mir anschaue, sondern in der ich selbst lebte und der Hauptdarsteller war, ohne es überhaupt auch nur zu ahnen.

        Für mich steht fest, dass dies darauf beruht, dass wir im Zeitraum von 100 v. Chr. bis etwa 900 n. Chr. sowohl von einer lebensfeindlichen Religion als auch Philosophie nicht nur physisch sondern vor allem mental versklavt wurden und in Europa Sklaven-Gesellschaften errichtet wurden und eine Sklaverei jeden Aspekt des menschlichen Lebens durchdrungen hat, in der die Sklavenhalter mit den Menschen alles machen, was ihnen beliebt und es den meisten niemals bewusst wird.

  6. oberham schreibt:

    ….q.e.d. – die Realität erledigt diesen Job..

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