Maxima Moralia!

Honni soit, qui mal y pense. Von Wahlbetrügern, Steuerbetrügern und kompetenten Leistungsmenschen.

 

 

Es gibt Gegenden auf dieser Welt, da schaufeln junge (sie werden selten alt, sehen allerdings mit 30 älter aus, als der 60jährige Mitteleuropäer) Männer täglich eine Tonne Kohle aus der Erde, karren die Kohle auf primitiven Holzwägelchen aus dem Dunkel um sie an einem Platz zu entladen, wo Frauen warten, die sie in große längliche Körbe schütten, welche sie einige hundert Meter bergan zu einer Straße schleppen – im Korb meist mehr als ein Zentner Kohle.

 

Der Mann bekommt keinen Euro am Tag, vielleicht 80 Cent.

 

Die Frau bekommt für jeden Gang einen Cent, manche schaffen 50 Gänge am Tag.

 

Wehe der Mann schafft keine Tonne – dann gibt es natürlich entsprechend weniger, dann reicht es nicht zum überleben.

 

Warum machen diese Menschen das?

 

 

 

Könnten sie nicht anders leben?

 

Sie haben kein Land, kein Feld, sie leben an Orten, wo wenig gedeiht, kaum Nahrung gesammelt werden kann.

 

Gehen sie fort, kommen sie an Orte wo andere Menschen leben, die sie nur mit Argwohn beäugen, kaum mal ein Artgenosse, der ihnen die Hand reichte.

 

Manche gehen, sie schaffen es sehr selten den üblichen Reichtumstraum zu leben – vielleicht einer von 10 Millionen.

 

Sie ergeben sich ihrem Schicksal.

 

Hingegen gibt es auch Menschen, die morgens um 10 aus dem Bett steigen, nachdem sie ein genüssliches Frühstück serviert bekamen, die von einem Artgenossen erwartet werden, auf dass er ihnen bei der Pflege des Körpers hilft, sie adrett und wohlriechend in die Welt der Schönen und Reichen entlässt.

 

Diese Menschen denken manchmal, sie hätten doch noch mehr – etwas oder gar viel mehr verdient!

 

Diese Menschen ergeben sich nicht ihrem Schicksal, sie sammeln effizient die Ressourcen unseres Planeten ein.

 

Es finden sich Milliarden von Artgenossen, die es ihnen zutragen.

 

Auch die schleppenden, in der Dunkelheit gegen Flöze hauenden, Elenden opfern sich für diese besonderen Menschen.

 

Warum regen sich überhaupt die Zuträger, jene die vermeintlich gebildet und ebenfalls wohlversorgt sind, über solche besonderen Menschen auf, so diese mal offensichtlich einige Millionen nicht versteuern?

 

Wo beginnt das Verbrechen an der Gemeinschaft?

 

Diesen Sonntag sind Kommunalwahlen in Bayern.

 

In manchen Kommunen liegt der Briefwahlanteil bei über 40% der Wahlberechtigten.

 

Ob wohl nochmals 40 % der Wahlberechtigten den Weg an die Wahlurne finden werden.

 

Wie viele geführte Hände wohl zuhause das Kreuz machen?

 

Aber ist es überhaupt noch relevant hier schlecht zu denken?

 

Wo doch ohnehin an manchen Orten nur noch die Kreistags- und Stadtratsmitglieder zur Wahl stehen – für die Spitzenämter von Kreis und Stadt nur noch ein Kandidat zur Wahl steht?

 

Dort wo nur einer zur Wahl steht, ist man am zufriedensten – oder man soll eben gehen!

 

Wofür steht eine Moral, die letztlich keine minimale, sondern als eine in diesen Tagen maximale Farce erscheint, wo doch die Lüge das immanente Prinzip, der Betrug und das Verbrechen der Erfolg, sowie der dämliche Steuerbetrüger der Depp und das Opferlamm bilden?

 

Wie viele Zeilen wurden über einen Hoeneß geschrieben, der schlicht zu bequem oder zu naiv war, zu bedenken, das der Pöbel, der dienende Pöbel, von Zeit zu Zeit nach einem Opfer schreit, das am Pranger mit der eigenen verfaulten, nicht beschädigten, sondern bankrotten Existenz beworfen werden soll.

 

Wie viele Zeilen wurden über die Elenden in den Gruben geschrieben?

 

Wer denkt darüber nach, gibt der gönnerhaft statt 2,50 für das Wasser, 3 Euro, dass er den Tageslohn einer zig tausend Kilo Kohle schleppenden Frau gerade so lässig verschenkte.

 

Jedoch forderte man von dieser Gesellschaft, die Welt möge eine ohne Hunger und Elend sein, dann plärrt das akademisierte Gesindel von naiver Romantik und unmöglich zu lösenden Problemen, betreffend der regionalen Eigenheiten, der ach so komplizierten Mechanismen, des nicht zu durchdringenden menschlichen Egoprinzips.

 

Es gibt nirgends eine Eigenheit. Es gibt ungezählte Vorwände!

 

Es gilt – Milliarden dienen willig einigen tausend und desto tiefer man im Bauch dieses kolossalen Monstrums verdaut wird, desto schneller verreckt man, desto scheußlicher stellt sich das Leben da.

 

Wer möchte da schon, treibt er oben auf der Magensäure und hockt womöglich noch in einem Schlauboot, diese Suppe umrühren?

 

Nein, ruhig halten, sich freuen über das eigene Privileg, sich einreden, man wäre ein moralischer Mensch, das praktiziert dieses Dreckspack! (Sorry, aber desto weiter man oben schwimmt, desto selbstgerechter und ignoranter sind die meisten – wir als Gesellschaft lassen es zu – wir als Gesellschaft sind leider nichts weiter als eine verachtenswerte Erscheinung.)

 

Was wir unter Humanismus verstehen, ist schlicht ein feiges sich fügen in die eigene zugewiesene Zeitzelle, man darf nach Reichtum streben, doch keinesfalls darf man die Privilegien der „Erfolgreichen“ in Frage stellen.

 

Dieses Pack, das sich gegenseitig mit Missmut, Gier und Angst beäugt.

 

Dies ist kein beschädigtes Leben, dies ist ein völlig verschimmeltes.

 

 

 

Oder bin ich ein Schelm, der nur böses denkt?

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Über oberham

Einsiedler in Hinterwald
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2 Antworten zu Maxima Moralia!

  1. jauhuchanam schreibt:

    Hat dies auf Muss MANN wissen rebloggt und kommentierte:
    Die meisten Menschen werden bedauerlicherweise deinen Beitrag nicht verstehen, weil sie keine Erkenntnis darüber haben, dass sie Affen sind, die von etwas „schlaueren“ Affen gehalten werden.

  2. oberham schreibt:

    …. bitte lieber jauhuchanam, wir sollten nicht andere Tierarten beleidigen, indem wir uns anmaßen, uns auf ihre wesentlich bekömmlichere Stufe zu stellen ;-)………….

    Würden Steuern für das Gemeinwohl im Sinne einer konsensualen, globalen, ökologischen Infrastruktur verwendet, wären sie als Übergangsinstrument durchaus sinnvoll – solange man sich mit Geld und Gewinnstreben abplagen möchte.

    Doch – leider – sie sind ein Instrument zur Umverteilung von Unten nach Oben, ein Instrument die regionalen Unterschiede weiter materiell zu manifestieren, ein Instrument, das den Staat als Massenmenschenhaltungsstall etabliert, weiter zu unterhalten.

    Wir Menschen hätten es in der Hand!

    Mein Leben ist befreit – nur – ich kann leider keinem die Entscheidung abnehmen, ich und die vielen anderen die ähnlich wie ich denken, wir können nur immer wieder davon sprechen, schreiben, handeln muss jeder Mensch für sich selbst – im Grunde muss er es auch selber erdenken, den niemand sollte ohne eigenen Reflektion geschriebenes Gedankengut einfach so übernehmen – leider gibt’s hier so wenig Austausch – es ist eben nur einer von zig-tausend Blogs und ich bin ein Milliardstel ohne jede Multiplikatorenturbolader – was mir aber auch widerstrebt.

    Es gibt wirklich genug Bücher zu lesen ;-)……………………..

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