Vom menschlichen Wahn.

Hunger

Derzeit geht durch jedes zweite Statement zur Verteilungsgerechtigkeit der Satz –

85 Menschen besitzen in etwas soviel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung – unfassbar – nein – das wird ganz nonchalant in die Mikros parliert!

 

Nationaler Vergleichsrechner:

 

Mit dem Geld, dass sich 637 Bundestagsabgeordnete von den deutschen Steuerzahlern für ihre Popanzenexistenz auszahlen lassen,

könnte man ca. 7.000.000 Kinder im Jahr mit gesunder, ausreichender Nahrung versorgen!

Es hungern selbst nach den sicher nicht übertriebenen Angaben der UNO noch immer 842 Millionen Menschen auf der Welt.

Laut UNO sterben jährlich 2,6 Millionen Kinder unter fünf Jahren an Unterernährung.

 

Nun, Vorschlag, wir lösen das Parlament auf, lassen stattdessen über die Gesetzensvorlagen der Lobbyisten (da diese ja ohnehin die Regierungsgeschäfte orchestrieren)

Am Ende der Tagesschau via I-Net oder TED abstimmen. Grottiger als bis dato kann unsere Gesellschaft kaum regiert werden – man erledigt das Regierungsgeschäft derart, dass nicht das Chaos ausbricht, bei maximal möglicher Umverteilung von Unten nach Oben – also warum noch dafür zahlen?

 

Utopisch – sicher!

Würden wir nicht die Popanze im Parlament nähren, behielte sich diese Lebensleistungskräfte eben ein anderes Schlemmermaul ein – eine Gruppe von Oligarchen, oder gar ein einziger Diktator mit seiner Sippe.

Es ist utopisch eine gerechte Welt zu schaffen.

Das hat man uns eingetrichtert, von frühester Kindheit an, den wer von uns fragte als Kind nicht: „Warum müssen Menschen verhungern?“

Die Antwort war immer, weil sie nicht genügend zu essen erhalten.

 

Warum erhalten sie nicht genügend zu essen?

 

Weil die Welt so kompliziert ist? Weil der Mensch ein Idiot ist? Weil es jenen die satt sind egal ist?

Sind jene die satt sind, nicht Idioten, wenn es ihnen egal ist?

Oder sind es knallharte Zyniker?

 

Wann ist man ein Idiot?

Wenn man das Gewinner-Verliererspiel spielt – oder wenn man es schlecht spielt?

 

Ist es nicht die Definition von Irrsinn, wenn Menschen so handeln, dass sie lieber selber weniger für sich beanspruchen, so sie damit sicher gehen können einer maximalen Zahl von anderen Menschen schaden zufügen zu können?

 

Handelt der Mensch nicht exakt so?

 

Handelt er nicht in dem Sinne, dass er sein eigenes Leben oftmals vernichtet, nur damit es anderen noch schlechter ergeht als ihm selbst?

 

Was wäre, würden wir alle so handeln, dass wir vor allem versuchen Schaden voneinander fern zu halten, anstatt für uns persönlich das vermeintlich maximal mögliche zu erlangen?

Dann gäbe es das Rattenrennen nicht mehr! Wäre dies so furchtbar?

 

In der Not, ist egoistisches Handeln solange tödlich, bis man die Rettung vor Augen hat.

 

Mir kommt es so vor, als würden wir Menschen wie eine Gruppe die das Ende vor Augen hat agieren.

So als wäre uns die Zukunft in der Tat völlig egal.

 

So sehr ich Camus schätze, so sehr ich seine Worte zu lesen liebe, sein Zynismus lässt mich frösteln, den ich bin überzeugt, er war ohne Hoffnung, bezüglich unserer Art.

So bleibt es am Ende wirklich so – lebe für den Moment.

 

Warum fallen wir dann nicht gleich übereinander her?

Ach ja – richtig – wir hier, wir hier, die wir alles – ja wirklich alles, was wir uns wünschen, mehr oder weniger verfügbar vorfinden und auch bekommen, wir fallen ja täglich über jene her, die nichts haben, die im Elend langsam verrecken, wir fallen also schon längst übereinander her!

 

…..und wir zahlen gerne für die Popanze in den Parlamenten, solange sie nicht beschließen, dass wir uns gegenseitig mit moderner Tötungstechnik massakrieren sollen!

….. und wir zahlen gerne für die Verbrecher, die dafür sorgen, dass man so schlechte Politik betreibt, da dadurch immer mehr ins Elend getrieben werden, immer mehr ihre bescheidenen Glücksräume verlieren, um in dem Moloch der, längst als Dummheit par Excellence entlarvten, Industriehölle einzukehren – der Output könnte uns ja den Transit in eine noch schrecklichere Zukunft bescheren!

 

Inzwischen verrecken mehr Chinesen an Lungenkrebs, als selbst in den schlimmsten Hungersnöten an Mangel an Nahrung starben – natürlich eine Verschwörungstheorie.

Wie glücklich fühlte sich wohl ein Sklave in Ketten vor 2000 Jahren? Wie glücklich fühlt sich eine Näherin in einer der vielen Fabriken – irgendwo auf dieser Welt?

Was ist Euer größtes Glück?

Wie glücklich seid Ihr?

Wie glücklich seid ihr, wenn ihr an das Elend der Anderen denkt? Draußen vor der Tür?

 

Ihr tötet Eure Empathie, würdet Ihr sie nicht töten, könntet ihr kein Glücksgefühl mehr genießen!

 

 

 

 

Ja – wir sind so dankbar für den Frieden in unserem Vorgarten, für das Privileg täglich unseren Konsum in Ruhe abwickeln zu dürfen, dass wir dabei gerne die kleinen Nebensächlichkeiten, das ökologische und soziale Desaster auf unserem Planeten schlicht ignorieren.

Unsere Ignoranz geht sogar so weit, dass wir uns im kulturellen Unterhaltungsspektrum am liebsten das Grauen der Welt vorführen lassen!

In den Foyers wird dann von jenen, die zu den oberen Gewinnerklassen zählen, jenen die am meisten vom Elend für sich an Profit abschöpfen, Betroffenheit geheuchelt!

Auf den Bühnen agieren die Künstler, in den Plenen agieren die Politokraten, in den Sportarenen kämpfen die modernen Helden – alles Marionetten des Kapitals und wir alle, wir sind das Bündel, der faschistische Haufen, das Gestrüpp, aus dessen Geäst die menschliche Kultur und Gesellschaft sprießt.

 

Welch hässliche Pflanze, welch grausiges Kraut, nein, ich mag kein Teil davon sein!

 

Ein welkes Blatt, es treibt der Wind, den Körper durch die Zeit und durch den Raum,

mir scheint, ich leg mich auf die Luft,

dort bin ich losgelöst vom

mir so grauenvoll gewordenem

Ast,

der mich gebar,

ein Mensch ich war,

ein welkes Blatt ich bin,

hebt mich der Wind nicht mehr

leg ich mich auf die Erde nieder,

 

geh ein in sie

ich komme später

in einer bunten, liebevollen Pflanze wieder!


 

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Über oberham

Einsiedler in Hinterwald
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2 Antworten zu Vom menschlichen Wahn.

  1. kahalla schreibt:

    Was soll man denn kommentieren? Angesichts des Wahnsinns, der hier beschrieben wird und der schon vor 2000 Jahren beschrieben und angeprangert wurde. Ist nicht das ganze Spiel Zivilisation ein aus der Krise, aus dem Elend geborenes VaBanque Spiel?
    Ging es nicht immer darum dass die Gemeinsten und Gewissenlosesten überleben wollen?
    Und dass sie eben lieber diesen Planeten in Schutt und Asche legen, als ihr irres Spiel aufzugeben und Frieden mit anderen Wesen, gleich welcher Art oder Rasse zu schießen?
    Reist sich der selbe Abschaum nicht inzwischen die Wasserrechte der Welt unter den Nagel und giert er nicht schon danach, Luft Literweise verkaufen zu können? Krisen , also wirtschaftliche Krisen treten immer ein wenn es einer Gesellschaft gut geht. Das System Zivilisation ist zusammen mit einer Ressourcen fressenden Wortschaft ein System das nur in der Krise leben kann. Die Kunst der Gierhälse ist die, Elend zu schaffen und sich selbst von diesem Elend abzuschotten. Insofern unterscheiden sich die Banken, Großkonzerne und ihre Shareholder nicht von dem Feuerwehrmann der Scheunen und Häuser anzündet um seine Existenz zu rechtfertigen und wichtig zu werden. Der momentan Kapitalismus genannte Wahnsinn aber brennt keine einsamen Feldscheunen nieder, sondern legt ganze Länder in Brand, auf dass er sie retten kann. Und wenn er mit der Rettung fertig ist sind diese Länder endgültig verloren.
    Solange sowas regiert, egal in welcher Form ist die Menschheit dem Untergang geweiht.

    • oberham schreibt:

      Der Vergelich mit dem Feuerwehrmannbrandstifter trifft es gut!
      …. schön wieder mal von Dir zu lesen…. wie geht es Philosophia? (war leider noch nicht in Köln….)

      Manchmal denk ich, würden sie beschließen, morgen jeden Arbeitslosen schlicht zu Kompost zu verarbeiten, diejenigen, die „Arbeit“ besitzen, würden mucksmäuschenstill bleiben, ja, gerne beim kompostieren helfen.

      Ich bin gespannt, ob ich zu Lebzeiten noch jene komplette Enthemmung des Wahns erleben werde.
      Noch macht man sein Geschäft mit dem vermeintlichen Humanismus, ich nenne es den Kapitalhumanismus – doch sobald die Transhumanisten ihre Spielzeuge erprobt und zur Anwendung freigegeben haben, dürften sich wohl einige Milliarden fluggs vom Planeten verabschieden.

      Persönlich schwanke ich noch, soll ich jenen künftigen Cyborgs ihr endloses Leben wünschen, oder sollte ich hoffen, das sie das Rennen gegen die Zeit verlieren.

      Die Erde jedenfalls dürfte bald die Geduld verlieren.

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