Die Idiotie des Elends!

Seit Jahrtausenden beschreibt der Mensch seine Dummheit – oft amüsant, oft irritierend klar, mal zynisch, mal hämisch, verquast wie bei Kant, klar wie Dante, Tote Geister, Tod eine Tante.

Die meisten Philosophen jedoch sind Gaukler des Geistes, sie tanzen um des Pudels Kern, das hört die Oberschicht mal gern, mal ängstigt sie sich ob der Worte, doch frisst der gute Denker fast immer von der Sahnetorte.

Der Volksmund ist sich dessen seit jeher bewusst – da braucht es keine Philosophen zu, kein Podium und kein Studium – das Problem, warum trotzdem immer alles im Sinne der wenigen Gewinner und gegen die Interessen der Massen geschieht- das blendet auch der „Großgeist“ aus –

wahrscheinlich weil er ahnt, selber ein Teil des Problems zu sein.

Der Tag an dem der Kleingeist und der Großgeist, das Gute und das Böse, das Begabte und das Unbegabte, dieses ewige messen und bewerten menschlichen Seins überwunden werden, würde jenem ja seine privilegierte Stellung entziehen – und eines mögen sie alle nicht – auf eben jene verzichten.

Doch jedes Privileg ist ein Stück Rechtlosigkeit und Lebensentzug, Freiheitsentzug und Ressourcenentzug für all jene, die sie – so macht man sie glauben – gewähren müssen.

Es geben schlicht immer jene, die der Gabe bedürften, es nehmen fast immer jene, die Gaben geben könnten.

Der Konjunktiv ist das Prinzip der Philosophie, da im Imperativ jene Milliarden Worte im galaktischen Nichts verpuffen, es geht immer um das Elend jener, die zu geben haben.

Gib oder stirb –

die drei Worte genügen für die Masse der Menschen, das kleine Häufchen, das nimmt, mag sich an geschliffenen Philosophien delektieren, so lenkt sie sich ab, von ihrer abstrusen Menschlichkeit.

 
 

Man könnte das wunderbar entlarven, indem man schlicht die Realität betrachtet.

Statt Hunger zu bekämpfen, lässt man Sklaven auch im Jahr 2013 in der Wüste verrecken, um Tempel für die Zahlungskräftigen zu bauen – vor Jahrtausenden Kultstätten für die Priester, heute Kultstätten für Balltreter.

Statt Hunger zu bekämpfen, baut man Glaspaläste die hunderte Meter in den Himmel ragen, ebenso Kultstätten, Kultstätten für jene die den Wahnsinn dirigieren.

Statt Hunger zu bekämpfen, gräbt man Löcher, baut man Asphaltpisten ins Nirgendwo, hängt man sich nach wie vor komische Dinge um den Hals, oder bindet sie sich um Handgelenke, präsentiert man seine halbgöttische Überlegenheit und eifert bis zum letzten Tag hoffend dem Jungbrunnen hinterher.

Der vernünftige Mensch bestellt ein Feld, bis er von der Unvernunft und der Gier vom Feld vertrieben wird.

Der Hunger in der Welt ist schlicht das Endergebnis unserer „intelligenten“ Prozesse.

Die Vernichtung unserer Lebensgrundlagen, ist schlicht das Endergebnis unserer Prozesse.

Vor ca. 60 Jahren erstickten tausende im Londoner Smog – Fortschritt bedeutet, dass heute wohl hunderttausende im Smog der chinesischen Industriezonen krepieren.

Es gibt nichts was nicht dämlich genug wäre, als dass der „kluge“ Mensch im hinterherrennt – doch im Sekundentakt verhungern die Verlierer.

In unseren Breiten wird am Stammtisch über die Bevölkerungsexplosion gejammert, was beweist, das man noch nicht einmal das grundlegende Prinzip des Lebens kapiert.

Nichts kapieren wir, und die Großgeister verquasen die Nuancen und zitieren aus Jahrtausenden die immer gleichen Phrasen.

Jene die Denken schlagen überall in unübersehbaren Lettern, in Kunst und Kultur die Dummheit an den Pranger, doch sie lösen sich selbst im Kulurbetrieb auf und negieren letztlich durch ihre eigenen privaten Kollaborationsverbrechen, sofern sie mit Kaufkraft beworfen werden, sich selbst – ja sie verhöhnen mit ihrer Kunst den Künstler, da er ein schlichter Alltagskonsument mit all den dümmlichen Freuden sein mag – er hat es sich schließlich verdient!

Erst wenn alle die Denken können sich mit dem Hunger solidarisieren und auf die hedonistischen Spielereien – die sie in ihrer Kunst so an den Pranger stellen – oder ihrem Geplauder, Geschreibsel,  haben sie meine Achtung.

Mir gibt keiner von ihnen einen neuen Impuls, sie geben mir nur immer neue kleine Kiesel, damit mein Mosaik des menschlichen Grauens täglich ein klein wenig weiter wachsen kann – den für die Chronik der Monstrositäten brauche ich den Übermittler der Neuigkeit –

das Bild kann sich jeder selber machen – sorry – da brauche ich keinen Philosophen der mir erklärt was Demokratie tatsächlich ist – dies kann man sehen!

Insofern ist es reiner eitler Gedankentanz der da zu hören ist!

Verrecken tun sie noch alle, das ist der schönste Sieg des Lebens!

So lach ich über all den Wahn und zieh mir nun die Schuhe an,

ich stampfe hinaus durch Wad und Flur,

und denke an meine Mit- Elemente nur,

solang mein Hirn noch denken kann. …. ja – und natürlich gibts derlei schon tausendfach, –

ja wohl milliardenfach – gedacht, niedergeschrieben und jeder der aus der Armut kommt, vergisst es und freut sich seines hedonistischen Idiotenlebens, ach nein Menschenlebens (semantisches Paradoxon)

Am Ende, am Ende zählt nur MEIN Vergnügen!

Blöd gelaufen für alle, die im Leben an sich das Vergnügen nicht finden,

die glauben sie brauchten Geld um es sich kaufen zu können!

Solange wir glauben, uns die Freude kaufen zu müssen,

solange gehen wir dem Ende unserer Art entgegen!

Da nutzt es auch nichts, sich vermeintlich ins spirituelle zu begeben, da der gediegene esoterische Bürger des 21 Jhd´s.

seinen Yoga Kurs erst bezahlen muss ;-)…………………….

Punkt ist – wer am Tisch hockt und genießt, dabei an ein verhungerndes Kind in den Armen der elenden Mutter – die keine Milch in der Brust hat, da sie selber mehr Tod als Lebendig ist, der beherrscht die Hölle.

All unsere Artgenossen, die etwas Kraft und Macht haben, Einfluss auch Dinge zu nehmen, fast jeder hier, der die Kraft hätte und Macht, einige wenige Euros für Projekte zu sammeln, die sinnvoll helfen könnten – sprich wir alle, hocken am Tisch, denken an dies Bild, nehmen die Gabel und führen den Überfluss in unsere Mäuler!

Nun, das einer an dies Bild denke, dies ich unterstellte, sei´s drum, dächte er daran, schluckte er wohl – für den Sekundenbruchteil leicht gehemmt vielleicht – ganz problemlos die halbgekauten Brocken.

Der westliche, gebildete Mensch kaut kaum noch, er schluckt eher im Vorbeigehen seine Kalorien, und im „erwähnten“ Restaurant betrachtet er voll Lust, die gestylte Kost, von zehn Köchen geformtes Wachtel-Ei, auf drei Störeiern und einem Trüffelschnipsel – inhaliert Eure Dekadenz, leider erstickt ihr nicht daran.

So wird die Massendekadenz des Fast-Food genauso zur Elendsquelle, wie die prassende Opulenz der Oberklasse, die da wie ein Schwamm alle Kraft aus den Regionen der Erde zieht.

Nur – in unseren Breiten trampeln die Elenden selbst ihre Gruben aus – man muss sie nicht einmal in Käfige sperren, ihnen nicht einmal ein Bajonett vor den Bauch halten!

 

… wer ohne Überfluss lebt, ohne Maßlosigkeit lebt, der vernichtet die Strukturen, der kann sich meiner Hochachtung erfreuen, den begrüße ich zu gerne bei mir, jener ist für mich ein Mensch und kein Idiot!

Aber was rede ich – die Mehrheit bestimmt wie etwas zu benennen ist – also sage ich konform:

jener ist für mich ein Idiot und kein Mensch!

Ich bin ein Idiot!

Als Idiot finde ich es menschlich, sprich, das Elend ist nicht idiotisch, es ist menschlich!

 

 

 

 

 

 
 

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Über oberham

Einsiedler in Hinterwald
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4 Antworten zu Die Idiotie des Elends!

  1. AlterKnacker schreibt:

    Lieber Oberham, wenn Du der Idiot bist, schließe ich mich Dir uneingeschränkt an … und darum ‚erwartet‘ der FIWUS diese „Weisheit“

  2. oberham schreibt:

    sagen wir ausgewalzter Volksmund….. – zur Konsumorgie passend………………
    ich fass es einfach nicht – daher der Schwall – ohne jede Konsistenz, jede Form, schlicht gebrochen – kein Leben reicht – um nur die Idiotie in meinem Landkreis allein zu erzählen,
    wie schrecklich bricht sich doch da die Dummheit Bahn, wie widerlich pflanzen die Popanze auf ihren Sesseln ……………………………………..

    Der Wahnsinn überragt jede Vernunft, ich lach mich noch Tod über uns!

  3. Micha schreibt:

    Hallo Oberham, viele Deiner Beiträge hab ich mit Freude und Staunen gelesen, denn selten hab ich in den letzten Jahren etwas ähnlich Erfrischendes gelesen. Selten hab ich mich so in fremden Worten wiedergefunden. Oberham, Du bist der Oberhammer. Schulterklopfen und ‚weiter so‘.

    • oberham schreibt:

      Danke Micha, das Elend hat wieder einen neuen Namen – Pofalla –
      Privatier – der als Hobby einen Vorstandsposten bekleidet der die Bahn wohl mehr kostet, als die Sanierung eines mittelgroßen Bahnhofs (sprich jedes Jahr – statt eines Bahnhofs für die Menschen, ein Pofalla für den Wahnsinn).
      So wie es derzeit aussieht, bleibt er nebenbei auch MdB – sprich so ein Mandat nehmen diese personifizierten Ausgeburten des Elends als Accessoire in ihrer Freizeit wahr.

      Unsere Demokratie hat sich magdeburgisiert, die Menschen hoffen verzweifelt auf die Zukunft, sie vergessen dabei all den Wahnsinn der letzten Dekaden, all die Veränderungen, da sie – solange sie nicht selbst die Platzziffern im Verwertungsamt ziehen – noch ihre Girokonten mit Kaufkraft zugewiesen bekommen.

      Die Pofalla Nummer kommt so kurz nach diesen Wahlen, in vier Jahren wird niemand mehr von dem Popanz sprechen, doch der wird weiter kassieren und den Menschen ihre Kraft rauben, mit Dummheit und Gier – schlicht das lebendige Elend, die lebendige Idiotie.

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