Der Leichenteppich

Festgeschnallt, unverrückbar festgeschnallt, es brennt einem das Leben aus jeder Körperfaser, man zuckt, man möchte schreien, doch der Mund ist verschlossen, es dauert manchmal viele Minuten.

So verbrennen die Schergen der Macht heute ihre Opfer. Es gibt ihn, den Mob, die konditionierten, die perfekt konditionierten Massen, die Armee der Verbrecher, jener Verbrecher die ihre Verbrechen begehen an allem was dieser Planet zu schenken vermochte. Was bleibt ist das Erbrochene, das menschlich erbrochene Tun, das nichts weiter als ein ewiges Morden ist, ein ewiges Verbrennen und das Leben aus dem Planeten drängen, als wäre die Erde selbst das Opfer und ein jeder von uns ein Elektronenschock, ein Glutstrom der sein Lebenswerk wütend in die ihm zugewiesene Zelle kotzt!

Mag sein es gibt die Anderen – vielleicht – nur wer und wo sind sie?

Die Anderen kauern in ihren Winkeln, verborgen, verzweifelt, traurig, verlassen, ohne Glauben, ohne Kraft und ohne die unverrückbare Zielstrebigkeit die das Vernichtende Element bei den Gewinnern offenbart.

Sie sind verzweifelt, da sie mit jeder Realität die sie trifft, tiefer in den Abgrund rutschen, in jenen Abgrund auf dessen Grund sich die Feste der Menschlichkeit austoben.

Kaum einer der es schafft über den Rand zu kriechen und den Lärm und den Wahnsinn hinter sich zu lassen, der lebend die Wunder des Seins begreift und die Schuld hinter sich zurücklassen kann, ohne dass da ein Schatten auf seinem Herzen jeden Strahl des Glücks in seiner Dunkelheit ertränkt.

Vorbei die Zeit da ein Lächeln genügte, da die Augen alleine durch ihren Blick bezauberten, da das Dasein zur Freude genügte.

Was zählt ist die Leistung die einer bringt! Was zählt, ist, wie die Masse diese Leistung bewertet, welchen Maßstab man anlegt, wo man sein Gut auslegt, wer es betrachtet und wiegt.

So verendet man im ewigen Basar, da man sich anpreist und devot um die Zuneigung bettelt, den Preis, den Lohn, den Gewinn, man verkauft seinen Lebenssinn, noch ehe man überhaupt etwas begriffen hat, da man keine Zeit hat, keine Zeit nachzudenken hat.

Mag sein in langen Winternächten überkommt einen die Melancholie und man zweifelt sich an, verzweifelt sich in die endliche Zeit hinein, die einem durch die Finger rinnt wie feiner Sand am Traumstrand, im Sehnsuchtsland.

 

Sekündlich reiht sich die Schnur der Episoden auf, im Lebenstakt, im Marsch der Ereignisse die über den Zeitrand von der Zukunft über die Gegenwart, dem Jetzt, in die Vergangenheit kippen und weiter wirken.

Wie eine Woge die sich immer weiter auftürmt, bewegt sie sich auf jenen Moment zu, da sie am Ufer der Rechenschaft zerschellt, an jenem Ufer, das möglich gewesen wäre, das man hätte erreichen können, sanft anlandend, sich niederlassend und mit wohliger Müdigkeit in das Licht der Liebe blickend, doch es ist der wütende Hass, der Tsunami unserer Gier und unserer Verzweiflung, unserer Feigheit und Willfährigkeit der dieses Anlanden ins Utopische verweist und sich selbst in die Realität stellt, wie ein monströses, widerliches Grollen zu rauschen hat, das lernen wir, das zelebrieren wir, das leben wir!

 

Episoden………… – von den sekündlich im Elend und der sinnlosen Gewalt krepierenden müssen wir nicht mehr tippen, dieses Elend ist unfassbar, es ist zu gigantisch um noch betroffen zu machen…………..

Doch was nutzt auch diese Betroffenheit, die wie ein Furz vom Magen durch den Darm – von der Wahrnehmung durch die Axone popst – ohne jede Wirkung – sogar geruchsneutral!

Szene eins, ein Mann wartet auf seine Freundin, er steht neben einem Verkaufsständer, aus dem man sich Socken nehmen kann, um sie anschließend an einer Kasse zu bezahlen – Preis der Socken 1,99 US$.

Der Mann ist relativ arm, sprich er arbeitet 50 Stunden die Woche für etwa 4,50 US$ die Stunde, er fühlt sich unbeobachtet, er nimmt ein Paar Socken, er bezahlt sie nicht sondern steckt sie in seine Hosentasche.

Szene zwei, ein Mann leidet an Depressionen, Angstzuständen und ist erwiesenermaßen diesbezüglich vor allem Klaustrophobie. Der Mann ist ebenfalls Arbeiter, er ist genauer gesagt Werftarbeiter. Sein Stundenlohn liegt in etwa bei 11 US$ die Stunde – er ist ausgebildeter Schweißer und hat schon vier Jahre Berufserfahrung auf der Werft. Dieser Mann muss nun aber in einem Atom-U-Boot Wartungsarbeiten erledigen – in einer engen, stickigen Röhre, für Ihn die Hölle, in acht-Stunden Schichten.

Der Mann verzweifelt, nimmt ein Feuerzeug und zündet einen Putzlumpen an, er möchte einen Alarm provozieren, damit seine Schicht endet, damit er an die Luft kommt, wieder freien Himmel über sich hat.

Szene drei, Menschen sitzen in einem Zimmer, sie reden, sie planen, sie zählen in ihren Hirnen das Geld zusammen, das sie verdienen werden – womit – ist das relevant?

Kann einer Millionen, gar Milliarden für sich einsammeln, für sich alleine, ohne ein Verbrechen zu begehen?

Nehmen wir einen wünschenswerten Gesprächsstoff an – sie sind Chemiker, Pharmazeuten – haben einen Wirkstoff entwickelt, der – sagen wir jeden bösartigen Tumor besänftigt und somit jenen die daran leiden die Gesundheit zurückgibt.

Die Produktion dieses Wirkstoffs erfordert lediglich gewöhnliche Erde – die Heilung eines betroffenen Menschen erforderte lediglich wenige Cent – was würde wohl passieren?

 

Nehmen wir einen unerfreulichen Gesprächsstoff an – sie sind Finanzfaschisten und Politiker – sie haben das Gespräch der Chemiker und Pharmazeuten belauscht, was würde wohl passieren?

Wir Menschen werden von Bestien regiert, meist haben die Massen keine Wahl, dort wo sie die Wahl haben, wählen sie die Bestien trotzdem.

Der Mensch in Szene eins sitzt lebenslang im Zuchthaus,

Der Mensch in Szene zwei sitzt 17 Jahre im Zuchthaus – da er einen milden Richter fand (wären die Umstände schlimmer verlaufen, es hätte auch ein Todesurteil dabei herauskommen können),

Die Menschen aus den Gesprächskreisen sind die Elite, sie sind jene die Entscheidungen für andere treffen, jene denen die meisten von uns willig dienen.

Im Übrigen sprechen wir damit für immer mehr Menschen im Elend ein Lebensurteil aus und für immer mehr das bald darauf folgende Todesurteil – auch im Elend.

Man sollte nun fair sein, man sollte doch begreifen, dass wir jedes Elend, das uns noch ereilen dürfte, mehr als verdienen!

Wer nicht widersteht, wer willig dient und willig seinen Beitrag leistet, der mag vielleicht glücklich sein, so er das Glück gepachtet hat, doch er ist ein Teil der Woge die da einst ans Ufer schwappen wird!

Unwillig zu dienen ist schon ein Fortschritt, Sand ins Getriebe zu bringen, solange bis man entlassen wird!

Die Krankenschwester hilft jenen mit ihrer ganzen Kraft – die ihrer Hilfe am nötigsten bedürfen – lassen den Privatpatienten mit dem Zipperlein allein!

Sie wird entlassen werden – doch dann kann sie sich andernorts engagieren – mit ihrem Wissen und ihrer Kraft!

Befreit Euch vom Leidensdruck, wer ihn spürt, der kann sicher sein, es läuft falsch mit ihm!

Freiheit in Armut ist letztlich wesentlich erbaulicher, als einige Tage Urlaub im Jahr, einige vermeintlich schöne Stunden pro Woche, die ihr mit dem x-fachem an Zeit für Eure Fron am Wahnsinn „verdient“!

Der Traum von der Freiheit in materieller Unabhängigkeit gründet auf den Leichen der Verlierer, wollt ihr letztlich auf Leichen wandeln?

Seid ehrlich – ja – ihr wollt es!

 

 

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Über oberham

Einsiedler in Hinterwald
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Eine Antwort zu Der Leichenteppich

  1. AlterKnacker schreibt:

    Bitte … nicht lange nachdenken … ab in den FIWUS … ich kann nicht alles alleine machen … lieber Oberham

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