Täglich zehntausend mal x!

…. das ist jetzt politisch sicher nicht korrekt, nur, wenn es mitten im Frieden in einer Stadt wie Boston „unsereins“ erwischt, bricht der medial gefühlte WWx aus.

Das Leid der Angehörigen der Toten und Verletzten dürfte sich wohl kaum wesentlich von jenem unterscheiden, das zigtausendfach täglich über die Welt verstreut, jene der Hungertoten, Kriegstoten, Unfalltoten empfinden.

Wie deklarierte der US Präsident – „jede Bombe die unschuldige Zivilisten tötet und verletzt ist ein Akt des Terrors“,

wir sollten noch anfügen, „jedes Geschäft, dass Menschen in den Hungertod treibt, ist ein Akt des Terrors!“

ok – schön, damit sind die USA oder auch Deutschland ja mit im Club.

Nur – was ist mit den 20 – 30 TD Hungertoten täglich? (Hier gibt es nur Zahlen die um zig tausend schwanken – je nach Quelle)

Ist der gnadenlose Zynismus unserer ökonomischen Prozesse, die wir dulden und unterstützen, denen wir uns anpassen (mehrheitlich), etwa kein terroristischer Akt?

Über Anschläge im Irak wundert sich kaum jemand, doch nach Boston fragen alle Menschen – Warum nur? Warum sind Menschen so verrückt und grausam und legen Bomben unter die Tribünen einer solchen Veranstaltung – ausschließlich um Leid und Tod zu bringen?

Wir sollten uns auch über die anderen Terroropfer Gedanken machen und auch wenn es wohl keiner nachvollziehen mag, da legt doch jeder von uns täglich einen Nagel in den Schnellkochtopf!


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Über oberham

Einsiedler in Hinterwald
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5 Antworten zu Täglich zehntausend mal x!

  1. kahalla schreibt:

    Tja, das veröffentlichte Leid ist relativ. Auch wenn wir die in Boston gestorbenen und verletzten, geschockten und trauernden Menschen nicht kennen, scheint es doch einen Unterschied zu geben, zwischen denen, die dort sterben und denen die im Sudan, im Kongo, im Irak, in Afghanistan um des Profits unserer Wirtschaft ihr Leben unfreiwillig beenden. Man sagt doch immer dass der Tod der große Gleichmacher sei. Gefühlt haben die Menschen in Boston wohl mehr zu verlieren bei dieser Gleichmacherei als die in anderen Ecken dieser Welt. Warum? Weil sie uns „kulturell näher stehen“? Oder weil es in den USA nicht normal ist eines gewaltsamen Todes zu sterben? Beides falsch. In den USA existiert eine multikulturelle Gesellschaft mit all ihren vor und Nachteilen. Jede große Stadt hat ihre Chinatown, little mexico oder ähnliches. Durch die dortige Waffenlobby gepuscht darf in den USA beinahe jeder mit einer Waffe rumrennen und Waffen werden nicht nur mit rumgeschleppt, sondern auch genutzt. Die Anzahl der Tode durch bewaffnete Auseinandersetzungen ist sehr hoch. das sind aber nicht die „fairen“ Shootouts aus den Western die wir kennen , sondern ein Kleinkrieg zwischen krinminalisierten Armen und Bürgerwehren privater Natur, die ihr Wohnviertel bewachen. Eigentlich sieht es eher so aus als Hätte der Irak nach einer bestimmt nicht menschenfreundlichen Diktatur jetzt den American Lifestile, wie er wirklich ist, importiert und übt ihn mit der verbitterten Menschen eigenen Konsequenz aus. Bedauernswerte Irakis.

  2. oberham schreibt:

    Ich würde sagen der Terror ist ein immanentes Prinzip, fällt er über unsere Städte, ist es ein Ereignis, andernorts ist es schlichter Alltag.

    Wobei ich in diesem Falle auf eine Tat bodenloser Boshaftigkeit von gelangweilten Wohlstandsmenschen tippe – ohne Motiv – außer dem Kick, dem Versuch ob man es unbestraft hinbekommt.

    • kahalla schreibt:

      Das sehe ich ähnlich, das produzieren einer Sensation….aber da gibt es auch genug Al-Kaida-Menschen denen man solch ein Motiv unterstellen könnte. Schließlich gibt es ja auch gelangweilte Söhnchen reicher Muslime…

      • oberham schreibt:

        … gibts da einen Unterschied? (zwischen gelangweilten Harvard-Studenten die den Republikanern anhängen, oder denen die sich als „Wiederstandskämpfer“ betrachten – im Sinne einer Truppe wie Al-Kaida?) Für mich sind es immer schlichte Irre, wer eine Bombe legt ist nun einmal übel sonderbar – das Problem dabei – nenne es offiziell Krieg und fast alle machen plötzlich munter mit.

        Ich fühl mich mit jedem Tag wohl als Eremit. Lieber eine Ameise auf dem Arm, als einen Menschen neben mir, lieber das Rauschen des Waldes, als jenes palavander Artgenossen.

        Ich kann die Kinder vom Bahnhof Zoo heute verstehen – sie wählten nur den falschen Weg. Es geht auch ohne Drogen!

        Bald hab ich mich ganz hinter „die Wand“ zurückgezogen, mal sehen wie lang ich es dort überstehe.

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