Als die gute Fee böse ward!

Die gute Fee, die Dir drei Wünsche gewährt, erinnert Ihr Euch an sie? Der beliebteste Wunsch, oder sollte ich sagen der Cleverwunsch lautete: „Wunsch eins; ich wünsche mir, dass ich künftig alle meine Wünsche von Dir erfüllt bekomme!“

Die gute Fee stand betrübt vor jenem, den sie beglücken wollte, statt Ihr Dankbar zu sein, hätte der Mensch sie zu seiner Sklavin gemacht, würde sie nun diesen ersten Wunsch erfüllen, daher wandte sie ein: „Ich kann Dir aber nur materielle Wünsche erfüllen, oder eben nur exakt drei, die weitere Wünsche ausschließen – was bevorzugst Du?“

„Wunsch eins! Und von Einschränkungen war nicht die Rede – die akzeptiere ich nicht!“

Da wurde die Fee leicht übellaunig,“ …das war mein Versehen, doch wenn Du die Einschränkungen nicht akzeptierst löse ich mich auf der Stelle vor Dir in Luft auf, dann ziehe ich das Angebot komplett zurück!“

„Nun, dann Wunsch eins, mit den Einschränkungen!“

Verwirrt nahm die Fee die Worte wahr, also Gesundheit, Glück und Frieden waren es wohl nicht, die der Mensch da wollte – sie legte ihm noch eine Falle nach – „… oh ich vergaß, Unsterblichkeit ist nicht materiell, im herkömmlichen Sinne zumindest nicht, doch die kann ich Dir auch noch anbieten!“

„Oh, sehr schön, die nehme ich gleich als den ersten Wunsch der unendlich vielen mir nun ja zur Verfügung stehenden Wünsche – mit den von Dir formulierten Einschränkungen – in Anspruch!“

„So sei es, mein lieber Mensch, hiermit bist Du unsterblich!“

Das war vor vielen tausend Jahren – die Dialoge sind ins Neuhochdeutsche übersetzt worden vom Witzkobold hinter dem dusseligem Quasar Nummer 42.

Da die Fee schon bald keine Lust mehr hatte – angefangen vom Luxusknüppel bis hin zu den heutigen Wünschen des Menschen, alles selber zu organisieren, sorgte sie dafür, dass sich die Spezies vermehrt und künftig schlicht selber alles hervorbringt, produziert die nötigen Gedankengebilde ausbrütet, dem Wunschmonster – den ein Monstrum ist aus ihm geworden im Lauf der Zeit – das Gewünschte zu liefern.

Sie hat sich still und leise abgeseilt, unbemerkt, da ja die Wünsche weiter alle in Erfüllung gehen, manchmal dauert es etwas länger, kommt Ungeduld auf, doch letztlich kriegt er alles was er möchte.

Die Fee ist ein bisschen traurig, sie hat nicht damit gerechnet wie viel Elend und Vernichtung sie über den blauen Planeten bringen würde, sie hofft nun sehr, der Spuk möge langsam enden.

Derweil hat es an einem anderen Ort der Galaxie wunderbar funktioniert – dort hat sich der Mensch Gesundheit, Glück und Frieden gewünscht.

Dort haben die Menschen auch zu denken gelernt, sie leben im völligen Einklang mit anderen Erscheinungsformen der Galaxie und tanzen längst in transzendentalen Kathedralen der Phantasie mit ihnen durch die Räume und die Zeiten, haben die Dimensionslosigkeit begriffen sich von der Dualität befreit – es ist ein endloses Schwingen aus ihren Körpern geworden, ein freundvoller Tanz in Liebe und Harmonie.

Dort können sie Freude Empfinden ohne den Pol des Leides als Sprungbrett nutzen zu müssen – dort wurden die wahren Menschen eins mit dem Universum – es gibt nur ein Gebiet das sie meiden – jenes wo die kümmerlichen Sklaven des unsterblichen Molochs dabei sind täglich die Wünsche zu erfüllen, die sich dieses kümmerliche Hirn so ausmalt.

Manchmal hören sie Töne, riskiert der ein oder andere doch einen Blick und sie erkennen, dass dort im Grunde die gleichen Menschen hausen, nur sie haben keine Chance dem üblen Streich der beldeidigten Fee zu entkommen, da sie als Wunscherfüller, verdammt zu dienen sind. Ja sie sind so krank, sie glaubten jene irren Wünsche seien die ihren, so hecheln sie Reichtum und Unsterblichkeit hinterher, immer weiter, immer weiter bis zu jenem Punkt an dem das Pendel zurückschwingt und sie erlöst.

 

Eine Projektion auf das Land in dem ich lebe – ein Land, in dem ich das Glück hatte, als Individuum einer absolut geopolitisch privilegierten Region mein Leben in relativer Freiheit und Sorglosigkeit zu verleben,

was ich jedoch weder mir noch meinen Mitbürgern zu verdanken habe, sondern einzig dem Elend von Milliarden, die in dieser Zeitspanne neben mir auf unserem Planeten grausamst behandelt, in den Hungertod entlassen, durch Granaten zerfetzt, durch Sklavenarbeit ausgelaugt und verbraucht in unvorstellbare Hoffnungslosigkeit getrieben oder auf andere unbeschreibliche Art ihrer Leben beraubt wurden.

Wir hier in Deutschland sind arrogante Unmenschen, desto gebildeter, desto perverser sind unsere Axonen mit Selbstgerechtigkeit und Eitelkeit verstopft, manche sind sogar so überheblich fest zu glauben, sie seinen soziale, würdige Wesen, desto erfolgreicher sie in diesem Irrsinn agieren, desto fester ihre Überzeugungen.

Leider scheint es überall auf der Welt gleich zu sein, sobald ein menschliches Wesen in die privilegierten Schichten geschwemmt wird, beginnt die Blindheit der Seele einzusetzen. Wenige nur, die sich den Verlockungen der vermeintlich sorgenfreien Traumwelten des Konsums entziehen können, freiwillig und klaren Blicks für das Kommende.

Vor uns allen liegen die täglichen Verbrechen wie Brösel auf dem Frühstücksteller, wir nehmen einen Lappen und wischen sie weg, stehen auf und dienen dem Moloch.

Wir alle träumen im Grunde von Frieden, Glück und Gesundheit in Freiheit – doch wir sorgen dafür, dass sich eine winzige Minderheit diese Dinge kaufen kann, und Milliarden in Krieg, Angst und Krankheit in Versklavung dafür ihre Leben opfern – und dazu noch den Planeten so wie er lange war und noch lang hätte sein können – in etwas wesentlich feindlicheres verwandeln.

Warum tun wir all dies? Vor allem, warum schreiben wir Gesetze auf, denken uns Regeln für unsere Zusammenleben aus, nur um sie dann völlig ad Absurdum zu führen?

 

Im Grunde stünde alles im GG, doch das GG ist ein Prospekt, eine Versprechung, die von den Interessen des Konzerns nicht getragen wird.

Wer eine Nation am Ende wie eine gewinnorientierte Unternehmung begreift, die sich im Wettkampf mit anderen Nationalkonzernen befindet, der befindet sich eben im Dilemma.

Die Interessen der Firma stehen jenen der Menschen entgegen, desto besser man der Firma zu Diensten agiert, desto höher die Belohnung.

Im globalen Kontext haben die Hoffnungen der meisten Menschen auf eine soziale und gerechte Zukunft wohl kapituliert – hängt euch rein – lautet die Devise, seid effizient und geht euren individuellen, erfolgreichen Weg in der Volksbelegschaft.

Jedes Profitcenter im Organigramm muss sich beim Management durchsetzen, andienen, argumentieren – meist ist es der Cash-Flow, der dann die Prioritäten bestimmt.

Es gilt der unbedingte Kapitalisierungswahn, es bedarf keiner Politikänderung, die ist völlig utopisch geworden, da es sich wohl um den unbedingten Bürgerwillen zu handeln scheint, möglichst im Kontext mit den Nationen ein Maximum an Wohlstand für den eigenen Umkreis zu generieren.

Man kann es herunterbrechen – früher Sippe gegen Sippe – Mann gegen Mann – heute Kontinent gegen Kontinent (ja es gibt sogar einen Sklaven- und Ressourcenkontinent um den sich der Rest der Welt balgt) Nation gegen Nation, Region gegen Region, Kreis gegen Kreis, Mensch gegen Mensch, egal ob Kind, Mann, Frau – einzig die kapitalisierbare Leistung zählt.

Es bleibt letztlich völlig egal ob eine Merkel, ein Steinbrück oder sonst wer als Kanzler die zig tausend Politmarionetten im Land als vermeintlicher Spielführer „anführt“ – das immanente Prinzip der Wettkampfgesellschaft gilt permanent.

Inzwischen ist aus den meisten sozialen Berufen längst das sozial zu entfernen, gelten auch hier Renditevorgaben.

Neuerdings werden sogar schon die Kitas mit Fondskapital finanziert, das die obligatorischen 6% Rendite verspricht – ergo, schon der Nachwuchs wird indirekt kapitalisiert!

Der im Koma liegende Patient ist ein Mehrwertwesen, der unter der Brücke hausende Obdachlose ein Minderwesen – das man am liebsten entfernen würde.

In anderen Teilen der Welt werden die ärmsten ohnehin bei Bedarf ausgeweidet! Das Koma kann sich nur leisten, sofern man für die Zahlungsfähigkeit gesorgt hat.

Natürlich sind die entsprechenden Leistungserbringer an Gemeinschaftskassen interessiert, die eine konzertierte Kaufkraft generieren – wie sonst könnte man die Armen behandeln?

Letztlich entlarven sich die ganzen Sozialsysteme als nichts weiter, als eine perfide Zwangsabgabe um die Unerbittlichkeit des Wettkampfs etwas zu verhüllen – eine Zeit lang hat das gut funktioniert, man hat in einigen Regionen der Erde tatsächlich absolutes Elend durch die Gemeinschaft abgefedert, vermieden – doch der Grund war wohl letztlich nicht die Güte in uns, sondern die Erkenntnis, dass nur so hohe Profite für die jeweilige Abteilung zu erzielen sind.

Würde jeder Mensch schlicht ein unbeschwertes Leben führen wollen, im Vertrauen darauf, dass ihm andere in der Not schon helfen würden, sofern es möglich ist, wäre der Wettkampfgedanke aufgelöst, das Prinzip würde lauten miteinander – freiwillig aus innerem Antrieb – nicht erzwungen.

Das Ende vom Lied, die besonders Schlauen, klinken sich aus, sie zahlen keine Steuern, zahlen keine Beiträge in Sozialkassen, nein, sie kassieren nur noch, sie schöpfen aus dem Vollen und lassen die Masse dafür ihre Lebenszeit opfern.

Die Butterwegges, Flassbecks haben doch die Asmussens, Weidmans und wie sie alle heißen mögen selber großgezogen, sie sind jene Professoren, die kluge Spruche (wir brauchen einen Politikwechsel….) gegen Zeilenhonorar und neben der sekündlich fließenden Staatsalimentation, dem Judasgeld für ihren Intellekt präsentieren, dabei jedoch selber die Schmiere im Getriebe repräsentieren.

Wer zur Verweigerung aufruft, bleibt alleine, der hat schlicht das Prinzip nicht verstehen wollen – gut so!

Doch das Verquasen des Wahnsinns wird Euch allen nicht helfen, am Ende bleibt Euch der fahle Nachgeschmack im Gaumen hängen – selbst wenn der Konzern Deutschland noch einige Dekaden erfolgreich andere Nationen hinter sich , andere Menschen durch Ignoranz und Überheblichkeit, Gier, Neid und Rücksichtslosigkeit ins Sammelbecken der Elenden und Hoffnungslosen, der Unterdrückten und Versklavten drängen sollte, der deutsche Durchschnittsbürger sich noch über eine eventuelle Enteignung von einigen Tausend Euros ängstigen, dabei auf Hunderttausenden sitzend bibbernd der Armut ins Antlitz zu sehen glaubt, sprich – man verengt seinen Horizont immer auf die Managementetage – geht es um Verteilungsgerechtigkeit – duldet aber dennoch immer den schlimmsten Archetypus an den Schaltstellen, da er ja das eigene kleine materielle Wohlsein am besten zu sichern scheint – ergo – desto brutaler mein Führer, desto schöner mein Konto – solange ich auf der Gewinnerseite bleibe – der mögliche Absturz ist schlicht der Preis für meinen Erfolg.

Die Menschen stürzen sich freiwillig in den Fleischwolf, aus einem Individuum wird am Schluss nichts weiter als ein sich im Wettkampf behauptendes, getriebenes Wesen, der Traum vom Menschsein, ist eine Schimäre, wir sind nichts weiter als eine weitere getriebene Art im Selektionskampf der Natur – da gibt es kein Miteinander, es sei denn, das Überleben macht es unbedingt notwendig – grundsätzlich geht es jeder gegen jeden.

Der Mensch träumt von der sozialen Gemeinschaft, solange er Gedanken formuliert, doch das Prinzip taucht immer nur schemenhaft in Episoden auf, das Ganze ist absolut asozial und grausam, am Ende bleibt nichts, am Ende ist alles wie am Anfang.

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Einsiedler in Hinterwald
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