2 Millionen Euro pro Kopf – Brüssel ist teurer als Versailles

Versailles 2013 Die soziale Hierarchie bekommt ein Loch – über der Basis, dem Elend, wird ein luftleerer Raum geschaffen, nur Übermenschen werden künftig da durchkommen. Klassenkampf 2013

Wenn gerade in diesem Moment wieder mal ein Mensch in Griechenland an seinem Lieblingsstrand steht und sich eine alte Pistole an die Stirn setzt, abdrückt und seine Ruhe gefunden hat, ist das nichts weiter als eine völlig unbedeutende Episode.

Niemand wird hier darüber schreiben, nirgends, es interessiert uns nicht. Wir haben andere Interessen, öffentliche Interessen, gerade geht es um eine unfähige Ministerin, die wegen ihrer Fähigkeiten, gefälligst nicht an ehemaligen kleinen Lässlichkeiten gemessen werden sollte.

Ähnlich geht man mit Bischöfen um, ehemalige Lässlichkeiten, die Menschen goutieren es, sie rennen weiter in die Kirchen und sie rennen weiter zu den Wahlen und tragen für fünf Sekunden den Kopf erhoben – schon nach dem Kreuzchen, senkt sich beim Hinausgehen aus dem Wahllokal selbiges wieder, der Rücken verkrümmt.

Es geht uns gut, es ging uns über Dekaden lang unglaublich gut, wir wussten nichts damit anzufangen.

Wir haben eingekauft. Wir haben eingekauft. Später gingen wir shoppen. Auch heute gehen wir noch shoppen.

Dummheit ist eine verführerische Sache. Kommt ein schlaues Kind, ohne Gewissen an ein dummes, oder sagen wir treudoofes, so dürfte das schlaue bald täglich die Rosinen aus dem Pausenbrot des andern picken.

Die cleveren Zeitgenossen konnten sich da nicht beherrschen, bei so viel Unterwürfigkeit, so grenzenloser Zufriedenheit, den der Konsumhunger war ja gestillt, da durfte man doch nicht zögern. Man griff zu, immer dreister, dreister und eben bald so dreist, dass es schon fast peinlich war.

Auch schon vor 10 Jahren gönnten sich nicht mehr nur einige der Topmanager in der EU Millionen Gagen, nein es wurden immer mehr die Mehrwertmenschen wurden.

Aus einigen Hundert wurden einige Tausend – bald Zehntausende.

Heute plötzlich bemerken die im Rampenlicht stehenden Volksbetrüger, dass sie rechts überholt wurden, von Beamten, ja von Menschen die auch aus öffentlichen Kassen schlürfen, den besagten Sparkassenverkäufern – äh Vorständen natürlich, von den „Managern“ der städtischen Wasserwerke, E-Werke – nirgends bekommt man mehr vernünftiges Personal ohne hohe sechststellige Jahresgehälter zu bezahlen.

Dabei brauchen sie in Brüssel die Besten, ergo – für die Länder bleiben nur die Zweitbesten – ja was bleibt für die Regierung?

Minister sind eben nur Kleinbetrüger, Kleinverbrecher, die zweite, wenn nicht gar dritte Reihe.

Das mögen sie sich nicht mehr bieten lassen, es wird wohl bald beschleunigt werden – die Regierung fährt auf der linken Spur, dort fährt man nun mal schneller.

Derweil wird es für die Menschen, die all diese „Besten“ zu bezahlen haben, da sie selber unmöglich ihre Leben organisieren können, da sie alleine ja im Chaos versinken würden, sich wahrscheinlich schon morgen – sofort – gegenseitig umbrächten, oder aus Versehen in der Kloschüssel ertrinken würden, immer schwerer den Preis zu zahlen.

Nun, man kann ja Schulden machen, Schulden um die Elite heute zu bezahlen, gezahlt wird dann morgen, von den jungen Menschen.

Ich sprach ja schon oft davon, dass uns die Politokratie in Deutschland alleine etwa 50 Milliarden Euro kostet (nicht die normalen Beamten – sondern nur die ganzen Würdenträger, die aktiven und die im Vorruhestand oder im Ruhestand – plus die notwendigen Unterhaltskosten für ihre angemessene Darstellung).

In Brüssel kommt man nun endlich auch aus der Deckung, warum – nun – man muss die Zahlen nennen, damit man selber endlich wieder mehr bekommt, man kann dem Volk nicht klarmachen, dass die Kanzlerin gefälligst das Doppelte erhält ohne ihm vorzurechnen, dass in Brüssel tausende von Beamten mehr als die Kanzlerin verdienen.

So schießt die konservative FAZ gegen die EU-Bürokratie, sie sei zu teuer – jedoch nur mit dem Gedanken, die Kanzlergage sei einfach viel zu mickrig – etc. etc.!

Das wird dort natürlich heftig dementiert – nur so viel – die SZ ist sich nicht zu schade, dass sie 63 Milliarden an Verwaltungsaufwand in Brüssel als verschwindend gering, im Verhältnis zu den nationalen Verwaltungskosten bezeichnet.

Endlich eine konkrete Zahl – 63 Milliarden! Wofür? Für eine Kommission für die 33000 Beamte arbeiten – inklusive der Kommissare.

Eine Kommission, die trotzdem nichts weiter als ein korrupter Haufen von nimmersatten, leider sehr cleveren – leider – da sie ihre Klugheit nur zur persönlichen Bereicherung nutzen – nur dazu nutzen dem treudoofen Kind das Pausenbrot abzunehmen – Gestalten.

Das macht knapp 2 Millionen Aufwand pro Kopf – zugegeben – angesichts des Haushalts von nun wohl 999 Milliarden (die Billion will man ja vermeiden) verschwindend gering.

Nun in Griechenland bleibt pro Kopf für einen treudoofen Schüler momentan praktisch null Euro – legt man die Schulden um – steht er mit knapp 100.000 Euro in der Kreide.

Wir in Deutschland stehen gut da – wir haben nur etwa 43.000 Euro Schulden pro Kopf und wenn sich ein Mensch artig als Minenräumer im Wald oder als sexy Bardame in einer Bar zur Verfügung stellt, wenn er für 1 Euro Hundekacke aufsammelt oder jede Woche seine Bewerbung wie ein Sklave der um ein Herrchen bettelt, täglich an die Personalabteilungen der Zeitarbeits- oder sonstiger Menschenhalterfirmen verschickt, hoffend für 10.000 Euro im Monat Irgendetwas arbeiten zu dürfen, stehen doch noch ein warmes Zimmer und etwa 4500 Euro zur Verfügung – der Rest vom Pausenbrot.

Wir dürfen aber nicht über die EU Grenze blicken (außer die Griechen – Portugiesen, Spanier —) den dort ist es oft ja noch schlimmer.

Die letzten Jahrhunderte war Europa die Schatzkammer aller geraubten Güter jenseits seiner Grenzen, da blieben auch dem einfachen Mann auf der Straße einige Krümel!

Weißer Europäer zu sein, hieß vor allem die letzten sieben Dekaden lang, privilegiert zu sein! Waren wir daher mit den Leistungen der Verbrecher so zufrieden?

Dann ist das kommende Elend wohl die gerechte Strafe – für uns die Verlierer. Dummheit bring Leid, manchmal sind es aber auch Kanonen die Leid bringen!

Wobei, gibt es dümmere Dinge als Waffen?

Aber wir haben ja Frieden in Europa, den Friedensnobelpreis, wow, die Mädels und Jungs dort Oben, sie sorgen dafür, mit ihrer Klugheit beschützen sie uns, behüten uns und sorgen dafür, dass es uns allen gut geht!

Also alles halb so schlimm, lasst die Regierenden endlich mehr verdienen als die EU-Beamten und Sparkassendirektoren, macht sie zufrieden, wir brauchen endlich die Besten an der Spitze des Staates, nicht in Brüssel!

Die Banker im Schatten lachen sich krumm – die sind ja inzwischen bei hohen zweistelligen Millionenbeträgen angelangt, da kommen auf einige Hundert schon mal 2 Milliarden Boni – mir graut schon vor dem Begehren der EU Beamten und der Kommissare – endlich deren Niveau erreichen zu wollen.

Die Korruption kann nicht mehr viel bringen, denn das Volk in Europa, ja die Welt, die haben sie schon lange verraten und verkauft – ergo, jetzt bleiben nur noch jene, die auch heute noch zufrieden sind und shoppen, und shoppen und shoppen!

Ja, die Zufriedenheit, die bleibt, solange das Shoppen möglich ist.

Also kämpf Leute, denn die soziale Pyramide hebt langsam ab, sie schwebt gen Himmel, gefüllt mit jenen die die Top-Jobs für sich erkämpfen – nur wer es nicht schafft, der bleibt am Boden und der darf bald nicht mehr shoppen.

Wenn ihr klug seid, dann gebt ihr den Schwebenden das Pausenbrot, jenes aus Pappe und hebt euch das aus Korn und mit der Butter auf, geht auf das Land – baut an und lasst die Steuern Steuer sein, tauscht die Talente ohne Geld, besinnt Euch eurer Selbst, lasst sie schweben die Gewinner, lasst sie einfach davonschweben und vergesst sie.

Im Übrigen bin ich sicher ihr seid klug genug, um auch in Manufakturen die Dinge in Kooperation herzustellen, die man für ein sicheres, angenehmes Leben braucht.

Niemand auf der Welt braucht Konzerne, niemand braucht die Gewinnerklasse, der Homo Sapiens könnte ein wunderbares Leben ohne diesen Ballast für seine Spezies sicherstellen!

Es bedürfte nur der Kraft und des Mutes, sich dem Wahnsinn zu verweigern und sich – zumindest in Kleingruppen – ein alternatives Leben ohne Steuern und Staat aufzubauen.

Geld existiert in so einer Gesellschaft nicht, da man es nicht braucht – und ich kenne keinen Menschen, der den ganzen Tag nur herumliegen und träumen möchte, jeder Mensch ist glücklich, wenn er einige Stunden am Tag sinnvolle Arbeit zum Wohle von sich und anderen verrichtet. Das ist das Leben!

Was wir daraus gemacht haben ist ein tödlicher Wettkampf, eine Welt in der Milliarden hungern, eine Welt in der die armen Zwangssterilisiert und betäubt auf Felder gelegt werden, in der Kinder entführt und ausgeweidet werden, eine Welt in der Milliarden Tonnen an Nahrungsmittel verrotten oder sofort vernichtet werden, eine Welt in der der Marktpreis regiert, eine Welt die keine Gnade kennt, eine Welt in der die besten Menschen jene sind die diesen Wahnsinn organisieren.

Diesen Menschen gönnen wir 2 Millionen Geldeinheiten pro Jahr und Kopf in der EU, wir zahlen die Henker unserer Kinder, wir zahlen die Henker der Verlierer in diesem Spiel, wir kämpfen täglich nur darum, nur ja nicht auch Verlierer zu sein – und geben mit jedem Handgriff genau dieser Irrsinnsmaschinerie über drei Viertel unserer Kraft!

Ich bin nur ein winziger Ruf im Nirgendwo, doch solange ich lebe, werde ich Euch diese Botschaft immer wieder zuflüstern, ihr werdet sie nicht lesen, falls doch, werdet ihr zur Besinnung kommen?

Advertisements

Über oberham

Einsiedler in Hinterwald
Dieser Beitrag wurde unter Was Spatzen von den Dächern pfeiffen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

25 Antworten zu 2 Millionen Euro pro Kopf – Brüssel ist teurer als Versailles

  1. kahalla schreibt:

    Man sollte dazu sagen, dass wir selbst das nicht hergeben, sondern es wird uns quasi genommen, bevor wir es haben. Nichts funktioniert so gut wie die Steuereintreibemaschine unseres Staats. Und dass sich nun auch diese Henker über ihre Lobbyisten an dieser Maschine bedienen, dass überhaupt Gesetze nur deshalb noch gemacht werden damit diese Herrschaften noch mehr verdienen, beweist, dass Korruption nicht mit hohen Gehältern entgegen zu steuern ist. Erst wenn die ganzen Diäten und Aufwandsentschädigungen kräftig eingedampft werden, kann man neben den übliche „cleveren“ Freibiergesichtern im Bundestag auch noch ein paar ernsthaft am Wohlergehen dieses Landes und seines Volkes Interessierte dort hinein wählen.
    Diese Art Cleverness nannte man früher herablassend Bauernschläue, weil man davon ausging, dass Bauern nicht weit über ihren Horizont hinaussehen und somit, wenn überhaupt, eher kurzfristige Strategien nutzen, mit denen sie langfristig scheitern. Nun unsere Cleverles, egal ob in Berlin oder Brüssel haben diese kurzfristigen Strategien zu nutzen gelernt. die kurzfristigen Gewinne in die eigene Tasche den langfristigen Schaden vergesellschaften. Mithin sind sie in ihrer Attitüde einfach Schmarotzer, nicht anders und viel näher verwandt denen, die uns schon in ihren Banken und mit ihren Arbeitsverträgen ausrauben.
    Diese Fakten sind nicht neu. Betrachten wir uns mal den Schlag Menschen den solche Eigenschaften auszeichnen. In Gefängnissen wären das Kollaborateure, in den KZ auch, also Leute die die Herrschaft in allem unterstützen um sich selbst kleine Vorteile zu verschaffen, die es vorziehen in einer ungerechten Gesellschaft ungerechte Vorteile vor anderen zu genießen, als in einer freien Gesellschaft Freie unter anderen Freien zu sein. Mithin eine Auslese der miesesten Charakterzüge, die Menschen haben können. Nun, wenn man solch dummdreistes Wirken clever nennt…. Ich vergleiche solches Verhalten immer mit dem eines Krebsgeschwürs das nur so viel wie möglich konsumieren und wachsen will ohne Sinn und Verstand. Keiner schreit „Halt!“ obwohl unser „Wachstum“ längst jedes Maß überstiegen hat. Wir brauchen kein Wachstum mehr, wir könnten gut in einer statischen Gesellschaft leben in der Wachstum allenfalls noch qualitativ passiert. Nur die „Cleveren“ die immer auf die Zukunft wetten, oder noch cleverer, andere dazu verführen, auf die Zukunft zu wetten, brauchen diesen ewigen Druck auf Arbeitskräfte, die ewige Ausbeutung immer neuer Ressourcen ohne Rücksicht auf das Leben von Mensch, Pflanze oder Tier. Ihretwegen spüren Arbeiter wie Arbeitslose hierzuland die Knute, ihretwegen wird der Normalbürger zum asozialen Ellbogenkriecher, ihretwegen geht dieser ganze Planet vor die Hunde. Von den wenigen Naturvölkern die es noch gibt, könnten wir lernen in einer quantitativ statischen Gesellschaft zu leben. Diese Menschen erkenne ihre Grenzen und respektieren sie. Die Anführer der national organisierten Räuberbanden, genauso wie die Global Player, zwingen ihre Söldner andere armen Leute zu schinden, zu Sklaven zu machen und zu berauben. Inzwischen ohne diesen einen „angemessenen“ Anteil an der Beute zu überlassen.
    Es wird Zeit das wir alle dieses Räuberleben aufgeben, sondern von dem leben was wir um uns haben und diese Ressourcen bewahren, dass wir nur noch nachhaltige Ressourcen nutzen und diese auch nur nachhaltig nutzen, es wird Zeit dass wir erkennen, dass ein Porsche nicht glücklich macht, sondern abhängig, das zu viel Geld nur Sorgen bereitet und zu wenig Geld ebenfalls. Es wird Zeit für eine solidarische Gesellschaft und für einen Ausgleich, der allen ein gutes leben ermöglicht. Die momentane Schieflage, gerne als „Einkommensschere“ bezeichnet ist keine Schere , sondern eine Waage, ein Gleichgewicht das kippt und der Moment in dem sich das kippen beschleunigt ist jetzt. Sollten es „unsere“ Räuberhauptleute schaffen, diesen Kurs weiter zu führen, können auch die Alten unter uns noch zu Lebzeiten eine weltweite barbarische Sklavenhaltergesellschaft bewundern, die an Brutalität und Hitlers Nazireich und Stalins Gulagimperium bei weitem übertreffen. Es wird Zeit! Jetzt!

  2. oberham schreibt:

    … ja wir beide – sind schon zwei bleiben noch 79999998 – etwa – ok sagen wir 0,1 % der Bevölkerung wäre bereit, freiwillig auf materielle Dinge zu verzichten, sich neue ökonomische Porzesse auszudenken – eventuelle sogar ohne Gedlwirtschaft in eine intelligente Lebensbewätligungsgemeinschaft einzutreten, die das Individuum nicht nach Kaufkraft, sondern nach Talenten erkennt und achtet – vor allem die das Talent nicht als etwas Mehrwertiges , sondern als etwas Vielfalt Schaffendes erkennt.

    Das Wort Bauernschläue mag ich nicht so gerne – ja es trifft – aber gerade ein normaler Bauer war und ist kein Geldraffer und Kurzzeitdenker (gerade hier wollte man die Scholle bewahren)
    ! Nur ein gieriger Bauer im Dorf macht das ganze Dorf kaputt.

    Gerade jene Bauern, die früher in ihrer Arbeit aufgingen und nicht nach immer mehr Grund und Boden trachteten wären eine gesunde Basis für die Gesellschaft gewesen – doch gerade die sind es gewesen, die man am ersten von ihren Höfen vertrieb.

    Der Mensch ist ein Raubtier, ein Raubtier, dass vor seiner eigenen Spezies nicht halt macht!

    Seien wir glücklich, wenigstens noch in unseren antimaterialistischen Nischen leben zu dürfen, ohne von der Gesellschaft erschlagen zu werden – es ist ohnehin schon schwer genug ohne Amt und Formularen – durchs Leben zu kommen.

    • kahalla schreibt:

      Nun, ich habe das Wort Bauernschläue auch als das benutzt was es ist, eine herablassende Bezeichnung derer, die früher auf Bauern hinab gesehen haben, dass dies die selben sind, die diese Züge bei sich finden sollten,steht auf einem anderen Blatt. Mir liegt es auch fern ordentlich wirtschaftende Landwirte zu verunglimpfen. ich will damit nur sagen, dass diejenigen die andere als bauernschlau bezeichnen eigentlich genau das tum was sie diesen unterstellen. Der Unterschied, oder die Voraussicht reicht bei diesen Herrschaften nur so weit dass sie Möglichkeiten besitzen, den von ihnen angerichteten Schaden andere ausbaden zu lassen. Ein wirklicher Bauer hat dies nicht, sein Land, seine Tiere, seine Pflanzen und seine Arbeitskraft sind sein Kapital und wenn er das nicht pfleglich behandelt, ist er die längste Zeit Bauer gewesen.
      Hier gehts wohl eher um diejenigen die „Heiratspolitik“ betreiben und im Dorf andere übervorteilen. Ein Verhalten das in einer funktionierenden Dorfgemeinschaft eigentlich immer nach hinten los geht.

      • oberham schreibt:

        … ich hab das schon so verstanden…. wie sagte Brecht :

        „Wir leben in finsteren Zeiten….“

        … es ist auch kalt, wir sollten im Wald Holz sammeln.

      • kahalla schreibt:

        Noch lebe ich im heizölbeheizten Stadtzentrum von Köln…. wird Zeit für eine Änderung.

    • Michael schreibt:

      Ich reihe ein mich ein, dann fehlen nur noch 79999997 !
      „Freiwillig auf materielle Dinge zu verzichten.“ Das ist auch wieder so ein Satz, der verschreckt.
      Mich nicht, aber viele andere. „Die Westler“, die da drüben haben uns enteignet ! Gab es
      nicht einen Lastenausgleich ? Ich, „Der Ostler“ kaufte mir am Stadtrand von Berlin ein Haus, wollte keiner haben, alle wollten im Neubau wohnen (Heizung, warmes Wasser und Bad). In dieses Haus habe ich über 10 Jahre lang investiert. „Die Wende“, ein Schreiben vom Anwalt bekommen, mit einer Frist in der ich das Haus zu verlassen habe. Wenn alte
      Leute erzählen, was sie durch den Krieg verloren haben, dann war „Die Wende“ mein Krieg
      den ich erlebt habe. Bin ich jetzt Materialist, weil ich mir wieder eins gegönnt habe ?
      Dies wollte auch keiner haben, stand 8 Jahre leer, ist eine steinalte Fachwerk-Bude, in einer Traum-Gegend, da grasen die Kühe und Schafe am Wald-Rand. Um dahin zu kommen, habe ich 15 Jahre auf jeglichen Luxus verzichtet. Im verzichten, kenne ich mich
      aus, weil ich mir immer, die Frage stelle, was brauche ich jetzt dringend ? -eine neue Dach-
      rinne ! Zum Haus gehören über 3000qm Land, meine Nachbaren machen in Mais, Raps,
      Getreide…. Wenn ich jetzt, in Kartoffeln mache und zum Baustoff Händler….
      Warum, muss immer das Geld abgeschaft werden ? Bauernschläue, warum nicht ? Bei mir
      im Ort, gab es einen kleinen Müll-Skandal, wer war wohl der Schuldige ? Ich trenne meinen
      Müll und nehme den in die Stadt mit. Dort wird er Fachgerecht entsorgt. Mein Stromverbrauch ist konstant (minimale Abweichung) bei 1300KW/h, ich sitze nicht im
      dunkel, bei Öllampe, Kerzenschein, nein bei LED. Es gibt aber auch dumme Bauern, das
      sind die, die sich von Bayer+Monsanto, hinter die Fichte führen lassen.
      Dann schaffen wir einmal das Geld ab, ich stelle hier meine Kto.Nr. rein, dann könnt ihr
      Euch von dem Ballast befreien, pro Euro gibt es eine Kartoffel, ab 100000E gibt es eine
      Möhre oben drauf. Irgendwo muss ja ein Anfang gemacht. Befreit Euch Jetzt !
      Es güsst ein schlauer Bauer, der ich werden möchte.
      Michael

      • oberham schreibt:

        Na – ich hab ja keine Kohle die überflüssig zu verschenken ist – ich beschaffe mir die, die ich brauche um meine kleine Hütte aufrecht zu halten – auf 3000 m² kann man doch einiges an Gemüse anbauen – Gratuliere (gibts auch Obstbäume?)
        Wär ich nicht so ein Eigenbrötler, würde ich bei mir eine Minikommune gründen – doch ich fürchte ich bin viel zu asozial für sowas – im Übrigen würde ich gerne noch wesentlich abgeschiedener wohnen, so etwa irgendwo in Kanada – das nächste Haus in x-km Entfernung.
        Nur ich bin kein Indianer, mir fehlt auch der Antrieb die dazu nötige Kohle noch verdienen zu wollen, vor allem wüßte ich nicht, wie ich das halbweg sinnvoll bewerkstelligen könnte.

        Nö schlau sein möcht ich nicht, ich bin eher das treudoofe Exemplar, jedoch eines, dass sich auch nicht von andern das Essen nehmen lassen möchte – also ein skeptisches treudoofes Menschlein.

      • kahalla schreibt:

        Hallo Michael,
        Angenommen alle Menschen dieser Welt würden deine Aufforderung ernst nehmen dann hättest du eine 1 mit einem Gefolge von etlichen Nullen auf dem Konto. Geld abschaffen bedeutet nicht Geld wegwerfen oder Geld verschenken. Ich verstehe das Abschaffen als Wunsch schon, halte es aber für unrealistisch. Das Problem mit „unserem“ Geld ist, dass es nicht uns gehört, oder genau gesagt immer weniger uns gehört. Deshalb wollen viele, die davon immer und prinzipiell zu wenig haben es gerne abschaffen. Alleridngs hat „unser“ geld ja auch eine nKonstruktionsfehler, nämlich den, das diejenigen die es sich leisten können “ ihr Geld arbeiten zu lassen“, Geld fürs nichts tun kriegen. Da ein Wert aber nur dadurch entsteht, dass etwas getan wird (Kartoffeln sähen und ernten zum Beispiel) Passiert jetzt folgendes . Dem von immer weniger arbeitenden Menschen geschaffenen Wert aller Produkte, steht ein immer schneller anwachsender berg von geld gegenüber der sich einfach durch Zins und Zinseszins immer weiter vermehrt.
        das Heißt, eine Kilo Kartoffeln, das frei Schnauze gewählt eigentlich 1€ kosten würde wird eigentlich wertvoller, weil man zu dem einen Euro real geschaffenen Wert noch die 50 cent oder noch einen Euro oder noch mehr an Zinsen und Zinseszinsen die das „Money for Nothing“ der Aktionäre ausmachen, rechnen muss.
        Wenn der Markt aus 1000 Kilo Kartoffeln besteht, dann wäre der reale Gegenwert in unserem Beispiel 1000 € . Mit Zinsen und Zinseszinsen häufen sich über die Jahre sehr viel mehr Euros an, die aber immer noch den Wert der 1000 Kilo Kartoffeln repräsentieren. Nur kostet jetzt ein Kilo Kartoffeln plötzlich 3 Euro, wovon der Bauer aber maximal den einen Euro kriegt, den er vorher gekriegt hat. Die restlichen zwei Euro gehen an irgendwelche Aktionäre, die für diesen Gewinn nichts getan haben als Geld das sie schon hatten, irgendwem zu leihen. Dadurch wurde kein eigener Wert erschaffen. Als bauer, als hersteller einer grundlegenden Ware in diesem Markt stehst du im Gegensatz von denen, die für einen Lohn arbeiten müssen zur zeit noch ganz gut da. jetzt kommt aber das blöde Monsantogeschwader eingeflogen und erklärt dir dass du selbst Sachen kaufen musst um mehr Kartoffeln zu produzieren. Du kaufst den neuen Trecker, den Superdünger das GENiale Saatgut etc. und bezahlst plötzlich genau wie die Verbraucher dreimal so viel wie der Krempel wert ist. Und schon schwindet deine Gewinnmarge, anstatt zu wachsen. es gibt nämlich jetzt Waren, die an sich keinen Wert darstellen, sondern die Menge deiner Kartoffelernte erhöhen sollen. Toll sachst du, das mach ich und das lohnt sich im ersten, vielleicht auch im zweiten Jahr. Im Ersten, weil du einen relativ größeren Anteil zur Gesamternte beitragen konntest und der Preis immer noch auf dem Vorjahresniveau ist, was im zweiten Jahr schon nicht mehr der Fall ist, weil jetzt durch die größere zu erwartende Menge an Kartoffeln der Preis von 3 Euro pro Kilo auf 2 ,5 Euro zurück geht. Immerhin hast du immer noch ein wenig Gewinn gemacht und weil ein paar Konkurrenten aufgeben mussten ist die Menge der Kartoffeln nicht all zu sehr angestiegen. Im dritten Jahr haben deine nicht ganz so schlauen, aber immer noch schlauen übrigen Konkurrenten ebenfalls die Wundermittel gekauft die du schon lange einsetzt und ihr Erntevolumen ebenfalls erhöht. Der Kartoffelpreis sackt in den Keller und ist etwa wieder bei dem einen Euro, den es ursprünglich gab als der Markt noch im Gleichgewicht war.
        Für die Käufer von Kartoffeln brechen erst einmal goldene Zeiten an, für dich und deine Kollegen wird der Markt plötzlich gnadenlos. Schließlich musst du den technischen Vorsprung vor deinen Mitbewerbern halten, wenn sich dein Hof überhaupt noch rentieren soll. Also kaufst du noch mehr Wundermittel, die es richten sollen. Dadurch ist deine Marge pro Kilo Kartoffeln immer kleiner geworden und irgendwann arbeitest du nur noch für das Überleben deines Hofs. genauso wie alle anderen. Reich werden die Düngerfabrikanten, die Saatguthändler, die Landmaschinenhersteller, die Ölscheichs, etc. Klasse du stehst also genauso mit dem Rücken zur wand wie es die Habenichtse aus ärmeren Ländern, die Arbeitslosen in deinem reichen Land und immer mehr ausgesonderte Mittelschichtler in dem selben Land tun. Und das obwohl du Land hast, einen Hof dr gut in Schuss ist und bis vor kurzem noch eine saubere Bonität, die deine Bank aber von heute auf morgen an eine andere Bank verhökert hat, indem sie dieser deinen langlaufenden Kredit verkaufte. Diese Bank dreht dir den Hahn zu. Bumm, und wieder ist ein hoffnungsvolles Unternehmen, ein blühender Hof, ein qualitätsbewusster Handwerksbetrieb flöten gegangen.
        Das alles, dieser ganze Unsinnskreislauf, der Wachstum genannt wird und nur dazu dient irgendwelche Geldkünstler mit einem arbeitsfreien Einkommen zu versorgen, funktioniert nur durch Zinsen und Zinseszinsen. Würde man diese abschaffen, oder z.B. eine Stadt, ein Landkreis oder eine ganze Region mit einer zusätzlichen eigenen, zinsfreien Währung als Tauschmittel versorgen, würde eine solche Verarmung ganzer Völker durch eine Geldmafia der Vergangenheit angehören, oder zumindest extrem erschwert werden. Plötzlich hätte jeder im Ort genug Geld um seinen Lebensunterhalt zu garantieren, die Währung wäre unter der Kontrolle der Region, in der sie gilt und nicht von irgendwelchen korrupten Hanseln an der Wallstreet abhängig. Und Städte würden prosperieren, genauso wie Dörfer, es gäbe wieder Läden auf dem Land und Handwerker könnten wieder Werkstätten eröffnen. Niemand müsste arbeitslos rum hocken sondern könnte sich mit einer Geschäftsidee selbständig machen und zumindest einen Teil seines Lebens durch ehrliche und gern getane Arbeit verdienen.
        das ist ein e Vorstellung die alte Leute gerne in eine gute alte Zeit projizieren, die es irgend wann mal gegeben haben soll. Nun ich würde dieses Lebensmodell gerne in die nahe Zukunft projizieren. Als kleine Anmerkung: Ich habe im ansonsten als unterentwickelt geltenden Marokko Märkte gesehen, in denen sich eine Handwerkerbude an die andere reiht. Auch dort werden die langsam durch Konzerne bedrängt, aber noch existieren sie und ernähren ihre Leute. mag sein, das das nicht das Paradies ist, aber ein würdevolleres leben als unter der Fuchtel von Konzernen Selbstausbeutung zu betreiben oder unter der Knute der „Sozialbehörden“ sich um immer weniger schlecht und schlechter bezahlte Jobs zu bewerben.
        Diese ganze sogenannte Krise ist einzig dem Zins und dem Zinseszins geschuldet, die uns zu Sklaven von Idioten gemacht haben. Wieso Idioten? Na weil diese Idioten sich jetzt damit rum schlagen müssen, wie sie ihr Geld vor den ganzen armen und hungrigen Leuten da draußen schützen müssen. Wenn ihre Tochter abends zu spät nach hause kommt, haben sie Angstschweiß auf der Stirn weil aus ihrem schlechten Gewissen heraus jeder da draußen etwas gegen sie haben müsste und dann die Annahme nur natürlich ist dass die entrechteten zu einem würdelosen Leben gezwungenen Penner da draußen nur auf Rache sinnen.
        dass die meisten diese Menschen genug mit ihrem Überleben zu tun haben und Rache eher ein Hobby reicher Leute ist kommt ihnen nicht in den Sinn. Indem sie den großen teil der Menschen aussperren, sperren sie sich selbst ein und haben sich so ihr eigenes Gefängnis gebaut. glücklich werden weder die „treudoofen ehrlichen Armen“, noch die „(bauern???-) schlauen“ Gierhälse.

  3. Michael schreibt:

    Sehr geehrter Oberham, Sehr geehrter Kahalla,
    warum die Folge der Anrede, einfach er hat das Hausrecht. Sehr geehrter Oberham, muss dass hier zusammenfassen, zu dem blau-unterlegten Text, geht kein Kommentar. Oberham, irgendwie
    müssen wir ein noch unerforschtes GEN haben, ich bin voll Ihrer Meinung, (Eigenbrötler, Kommune, Kanada), obwohl Kanada habe ich mir aus dem Kopf geschlagen, die kochen jetzt ihren Öl Sand zu Erdöl, Refugium vorbei. Eigenbrötler, auch so ein Ding, „Wir konstatieren der
    Attentäter, war ein Eigenbrötler“. Kommune, habe ich auch überlegt, in Brandenburg gibt es
    erfolgreiche, in der Nähe von Nürnberg auf einer Burg. Aber die Diskussionen täglich, wer bringt
    den Müll weg, wer geht mit den Kindern spazieren, wer kocht heute und was ? Diese endlosen
    Schleifen des Diskurses, würden mich ermüden, dann doch lieber Eigenbrötler und Attentäter 🙂
    Sehr geehrter Kahalla, —-Eigenname trotzdem gross, steckt ja ein Mensch dahinter,
    das mit dem Geld, hat auch bei uns im Sozialismus funktioniert, eingepegelt bei 4% Zinsen.
    Ja, es gab auch Spekulanten, man konnte per Zeitungsanzeige, „wer leiht mir 15000M, zahle
    16% Zinsen“ gab es alles. Es ist auch bezeichnend, wo doch, „Die Roten, können nicht mit Geld
    umgehen“, die Deutsche Bank, einen freien Platz im Hause, für einen „Roten Banker aus dem
    Osten“, Edgar Most hatte. Der dann später festgestellt hat, „das ist alles 40-60% überzeichnet,
    die drucken nur Geld“. Vietnam-Krieg und die Hölle von Bretton Woods, da liegt der Hase im
    Pfeffer.
    Sehr geehrter Kahalla, sehr geehrter Oberham, Anrede Demokratie
    ich gehe einmal davon aus, das Sie, „eingefleischte Westler“ sind ?
    Mich wundert es, das Sie, so einen Hang nach, Achtung! die böse Floskel, „sozial Romantik“
    haben ? Wir könnten uns auf der Ebene der Vernunft treffen. Aber was würde es nützen ?
    Marokko Handwerker Buden, wäre zu schön, ich kenne den Präsidenten der Handwerkskammer,
    der hat selbst nur eine Klitsche, postuliert aber, „die Zeit der Hinterhof Werkstätten“ sein nun
    vorbei. Was willste machen, zwischen Anspruch und Wirklichkeit ? Marokko, geht bei mir nicht,
    passt nicht in meine CO2 Bilanz. Der Ansatz war nicht schlecht, was ist daraus geworden ?
    Sehr geehrter Kahalla, sehen Sie sich ruhig die Welt an, ich brauche es nicht, vielleicht machen
    Sie ja eines Tages einen Dia-Vortrag 🙂
    Ich habe auch kein Problem, wenn K.Ernst mit dem Porsche durchs Land fährt, auch kein
    Problem, wenn S. Wagenknecht der Hummer schmeckt, das ist unterste Schublade, der Polemik.
    Gestern gab es bei Arte eine Perle zu sehen, „Unter Bomben“, über 30 Jahre Konflikt und es ist
    keine Besserung in Aussicht.
    Ich schicke dann einmal ein paar freundliche Grüsse, in die Einsiedler-Hütte
    und zur Filz Welt Hauptstadt Köln. Bei Euch ist bestimmt, nicht nur Kalk im Wasser.

    Michael

    • oberham schreibt:

      Ja – Kanada – wegen der Weite – nicht wegen der Menschen.
      Es scheint – desto mehr Land den Menschen zur Verfügung steht, desto gewissenloser gehen sie damit um – da jene die das Ganze verbrechen, meist von den unmittelbaren Auswirkungen – noch – verschont bleiben.

      Übrigens ich habe schon ein Problem mit dem Porsche von Ernst und dem Hummer von Wagenknecht –
      mit ihrem hirnlosem und dummen Bedürfnissen vernichten sie die Zukunftschancen der Menschen und tragen wesentlich zum menschbedingten Artensterben schon jetzt bei.

      Ein Mensch der Verantwortung für andere zu übernehmen bereit ist, der darf sich – solange wir Führung beanspruchen – nicht wie ein verwöhntes Kind benehmen, das endlich die Möglichkeiten erhält, sich auszutoben.

      Doch das ist mit ein Grundübel von Herrschaft. Die Herrscher etablieren die Dummheit an der Spitze und die Menschen äffen ihnen hirnlos nach.

      Hätten wir Asketen in Hütten an der Spitze der sozialen Pyramide, nicht der Tand wäre unser Ansporn, sonderen deren Inspiration und Klugheit! (Faust auswendig zu können – Marx und Engels gelesen zu haben – das setzte ich nicht mit Klugheit gleich!)

      So befördern wir leider regelmäßig die Dummheit an die Macht – und fahren mit ihr in den Untergang – immer und immer wieder – vielleicht ist ja diese Idiotie die Grundschwingung menschlichen Seins – bis endlich dieser Wahnsinn aufhört und andere Stringkompositionen – vielleicht – einen Neuversuch mit Intelligenz vesuchen.

      • Michael schreibt:

        Sehr geehrter oberham,
        habe mir Hermanns Text reingezogen, das ist eine Baustelle.
        Früher habe ich gelebt, heute werde ich verwaltet.
        Ich habe diese Herrschaft nicht gewählt, für mich stellen Wahlen einen Akt der selbst
        Entmündigung dar. Ich bin, Nicht-Wähler.
        Können wir uns bei Peter Kroptokin treffen ?
        Wenn man, als Anarchist um die Ecke kommt, dann geht ja immer gleich das Abendland
        unter. Max Uthoff:“wenn wir Anarchie wollen, dann brauchen wir einen starken Anarchen“.
        „macht euch die erde unteran“, der Stöpsel vom Aral-See, ist ja schon gezogen.
        Bevor nicht alles abgeolzt ist, geben die keine Ruhe, da bin ich mir sicher.
        Das muss alles in die grosse Wurst-Maschine, des Kapitals.
        Mit Andachten, können wir da nichts ändern.

      • kahalla schreibt:

        Hierzu möchte ich auf meinen eben gerade verfassten Beitrag verweisen der ebenso hierunter stehen könnte wie dort wo er jetzt steht. Nämlich bei meinen Lesetipps:
        https://oberham.wordpress.com/2013/02/02/uberlegungen-zum-begriff-gerechtigkeit/#comment-421

  4. Hermann Gebauer schreibt:

    Liebe: Oberham, Kahalla und Michael: Einen Vorschlag an Euch: Der Beitrag und Eure Diskussion könnten wir so auch in die Erst-Ausgabe der Monatszeitschrift einstellen, nach Korrektur „kleiner“ Stellen. In zwei, drei Tagen werde ich noch einen Beitrag bzgl. Bürger – Staat in den Workshop einsetzen. In Zusammenhang mit diesem und den beiden anderen bereits bestehenden Beigrägen (abghoul, JR,) könnten wir eine erste Publikation versuchen. Wir müssten dann auch sehen, wie wir meinen Kokain-Beitrag verwenden, evtl. in der erweiterten Ausgabe. Lieber Oberham, gehe nochmal in die Werkstatt, wo ich Dir ebenfalls antworte. LG, CE

    • kahalla schreibt:

      Ich hätte nichts dagegen, würde aber gerne diese Stellenkennen, da sie sehr gut Marker für den Rest sein könnten und wenn verändert dem ganzen Großen einen völlig anderen Sinn geben könnten. Es wäre nett, wenn ich Ahnungsloser ebenfalls die genannte Werkstatt oder das Medium der Veröffentlichung kennen würde.

      • Michael schreibt:

        Sehr geehrter Kahalla,
        sei uns willkommen ! Die Werkstatt befindet sich unter, „elcondorpasa2013“, alles was dort
        entsteht, soll später im „Der Freitag“ erscheinen. Die Baustelle ist unübersichtlich, wenn
        Fragen ? mmiri2000.aol.com
        Danke, sehr geehrter Oberham. Wir brauchen neue Leute.

      • kahalla schreibt:

        Tja hab mir das angeguckt, da bastelt es ziemlich . Und weil ich unverbesserlich bin habe ich auch gleich einen Namensvorschlag gemacht der die Namensdikussion verewigen würde und aus dem Namen eine Art Aufmacher macht. Wieso soll der Name eines Produkts, wenn er schon auf Abmahnung änderbar sein soll nicht der Thematik folgend in freiem Vorschlag und Abstimmung der Schreiber/Leser die aktuellste Thematik illustrieren? Wenn diese Möglichkeit auf ein Negativum ( abmahnung etc.) zu reagieren geschaffen werden soll, wieso dann nicht dieselbe positiv nutzen um Aktualität, ein quasi tägliches „Spiel“ um den neuen Namen der Seite? Die Erkennungsfunktion über einen Untertitel und eine Art Symbol, Emblem oder „wappen“ würde völlig reichen.

  5. oberham schreibt:

    „Können wir uns bei Peter Kroptokin treffen ?“ .I.,.. oder Bakunin? Hm… mir sind die klassischen Anarchisten zu Darwinistisch.

    Es mag paradox klingen – mich fasiziniert die Möglichkeit ohne Geld in maximal möglicher Armut mein Leben zu beenden – Focus auf Gesundheit, Ruhe, Transzendenz, Meditation, ja und Austausch mit Menschen – wie Euch.

    Mir kommt die Realität inzwischen als eine unumgängliche Konsequenz vor, der Mensch wird sich als Entität wohl nur als Terrorwesen halten, mich umschmeichelt das Glück in einer der wenigen gewesen zu sein, der für seine Unfähigkeit nicht mit wahrem Elend bezahlen musste.

    Die Tendenz geht zum schlimmsten denkbaren Soziokosmos – wenn die Ärzte um die Patienten kämpfen und den Gesunden die Organe herausgeschnitten werden, ist die Menschheit endgültig am Ende – wir sind an diesem Punkt – die Ärzte steiten um die zahlungskräftigen Patienten und lassen die armen verrecken – wie im Mittelalter – nur damals gab es nocht nicht den von der Allgemeinheit ausgebildeten Mediziner, und in Mexiko Stadt verschwinden täglich etwa 200 Kinder und Jugendliche spurlos – weltweit wohl fast 200.000 – .

    Ganze Populationen werden zu Laborratten, zu rücksichtslos verbrauchten Arbeitssklaven, nicht minder rückstichtslos wie im Land der unbegrenzten Möglichkeiten im 19. Jahrhundert – rechtlos und wie Vieh gehandelt.

    Wir hier in Europa verzweifeln am absehbaren Wohlstandsende, derweil in der Welt die Menschen längst in ganz konkreten Dyspotien ihre Leben fristen.

    Dabei träumen die Individuen in Deutschland, die belesenen und wirklich klugen Menschen, von der Entwicklung der kleinen Schritte.
    Sie übersehen dabei, dass sich die gnadenlose Gier über sie stülpt wie ein Spinnenbauch und bei lebendigem Leib verdaut – am Ende sind die Professoren willige Sklaven des Systems oder altersstarrsinnige Zyniker im Elfenbeinturm.

    Die Intelligenz verrät die Massen die auf die Menschlichkeit der Herrschenden im stillen vertrauen – es ist ein geradezu faustisches Schauspiel, der Teufel ist wahrlich der Meister des Geistes, und der Autor des Faus wusste am besten wovon er schrieb!

    Ich höhre mir nun Wagner an und ergötze mich an Todesklängen, die Kultur ist der Mantel, der den Wahnsinn gar pächtig kleidet.

    Wie es ginge habe ich nun seit 12 Jahren gepredigt, habe zwei Bücher geschrieben – die nicht verlegt werden, selber habe ich kein Geld dazu sie zu verlegen – vielleicht scanne ich die Seiten mal ein – sind handgeschrieben – in den 70ern als Schüler und den 80ern als Student – mein Leben verpufft im Alles und im Nichts.

    • kahalla schreibt:

      Naja, ich tu mich schwer mit den ganzen Kropotkins und den anderen. Alle sind konserviert und die Konserve wird zu schnell zum heilgen Gral. Marx hätte sein Manifest längst 1000 mal aufgegessen und wieder ausgekotzt wenn er gesehen hätte was Stalin und Konsorten daraus gemacht haben. All diesen Utopisten, die ein gerechtes Anliegen vortrugen, wurden die Zügel von Machern aus der Hand genommen und da Macht von machen kommt und Macher auch, haben die Macker wieder nur ein Thema, die Macht. und immer ist es die Macht etwas kaputt zu machen was anderen wichtig ist, nie die Macht etwas schönes zu schaffen. Oh wie dumm ist Menschistan.
      Stell dir vor es gibt einen Paradigmenwechsel und keine merkts. Stell dir vor die Freiheit ist längst erfunden, das Patent liegt aber in der Schublade eines ominösen Konzerns. Stell dir vor du weißt wie dein Leben in Zukunft aussieht, du weißt wann es endet und was du in der Zwischenzeit erleben wirst. würde nicht alleine das Wissen darum dein Leben ändern? ich weiß wie ich in Zukunft leben werde und ich kenne meinen Todestag, wenn ich meinen Träumen glauben kann.
      ich bin aber immer noch der der ich vor diesen Träumen war. Nichts hat sich geändert und so bleibt auch mir nur, die Nische in diesem Leben zu schaffen in der ich leben will. Und was danach kommt, da lass mal die Pfarrer spekulieren. Für uns ist es wichtig, vor unserem Abgang nicht all zu viel Schaden angerichtet und womöglich auch eine unserer mutigen guten Ideen umgesetzt zu haben, so dass wir zufrieden aus dem leben gehen können. und verpuffen, naja sicher wird dein leben das einaml aus nicht viel mehr als nichts entstanden ist, sich in nzur unwesentlich merh als nichts verflüchtigen, das ist doch normal, oder? Nur dein geistiger Fußabdruck im weichen Schlamm eines noch aufnahmebereiten Gehirns wird überdauern sich verfestigen und im neuen leben das ihn jetzt trägt einige kleine, aber vielleicht wesentliche Veränderungen bringen. Und hoffen wir mal zum Guten….nicht verzweifeln, es gibt ja nix zum zweifeln.

  6. oberham schreibt:

    … wie gesagt, ich scann die Blätter mal ein… (ist nur mühsam – damals hab ich alles in Notizbücher geschrieben – die eingesandten Manuskripte beakam ich teilweise gar nicht mehr zurück ….in Wien – glaube ich – hatte man für Passagen Verwendung …. – jedoch nicht für mich… – aber dies ist eine andere Geschichte. – Man muss ein Kämpfer sein, oder einen Kämper an seiner Seite haben, möchte man tatsächlich Öffentlichkeit – heute denke ich, ich will das gar nicht mehr. Damals hätte ich es gewollte, wollte jedoch nicht dafür kämpfen müssen.
    Ich denke ich werde Tango und Salsa Tanzen am Abend, tagsüber viel mit dem Fahrrad über Land fahren, im Rucksack eine Decke und etwas zum schmausen, es fehtl mir nur noch eine Frau, die ebenso ihre Arbeit auf wenig Stunden reduzieren möchte und mit mir das Leben der letzten beiden Menschen genießen mag.
    Lesen, Musik hören, wandern, radeln, schwimmen, im Schatten liegen, sich lieben, miteinander tanzen, reden, träumen, sich spüren, einfach aus Lust an der Zeit und am Leben.
    Jeder muss etwa 400 Euro verdienen, im Monat, auf dem flachen Land geht das super gut – und im Sommer gehts ans Meer – mit dem Rad!

    Ich bin gerade vorhin so auf die Schiene Lebenslust gekommen, wahrscheinlich werden sich meine Texte hier schlagartig ändern – mir reicht das Reflektieren über den Irrsinn, jeder sieht in ja täglich, warum also darüber schreiben?

    Nein – ich hoffe in zwei Jahren kenne ich die Namen der Minister und sonstiger Politiker nicht mehr – ich habe in meinem Leben noch nie das Dschungelcamp gesehen – es wäre schön würde ich ab heute auch HEUTE nicht mehr sehen (klappt wahrscheinlich nicht ganz – aber mal schaun)

    Ich freu mich auf eine Lebenshälfe ins Alter ohne Reue, leicht und vielleicht nicht mal alleine.
    Im Übrigen, ich hatte in meinem ganzen Leben niemals wirkliche Freundschaft kennengelernt, am Ende standen immer Leistungs- oder Vorteilsmenschen die das Spiel für sich entscheiden wollten.

    Daher – genießen wir unsere Zeit, freuen wir uns der Wunder des Lebens und lassen wir doch die ekligen Dinge die Menschen verbrechen bei jenen die sie für notwendig halten.
    Ich brauche sie nicht – dieses Jahr mach ich mein Erdbeerbeet doppelt so groß und schütze es gegen Schnecken so gut ich kann – eine süße rote Erdbeere – was für eine Freude!

    ….. und im April/Mai gibts Spargel satt!
    ….. dann sind auch bald die Seen warm genug – zum baaden und ich wette – im Morgengrauen schwimmte es sich ganz wunderbar.

    Hey – lasst es uns einfach tun.

    • kahalla schreibt:

      Recht hast du, Leben ist etwas das gelebt werden sollte und um es zu leben muss man es nur tun.
      Es gibt eine Anekdote aus einem Zen Kloster. Dort fragt der eifrige Schüler seinen Meister:
      Meister wie erlange ich Erleuchtung? Der Meister denkt eine Weile nach…. „Nun, was hast du gerade getan, Schüler?“ “ Ich habe gefrühstückt Meister.“ Der Meister antwortet: “ dann ist es der schnellste Weg zur Erleuchtung, deine Schüsseln auszuwaschen.

      Soweit die Weisheit des Ostens..

      Im übrigen habe ich gestern darüber nachgedacht wo ich weiter schreiben soll. Ich schreibe gerne bei dir und werde das auch weiter tun, solange ich noch über einen Internetzugang verfüge.
      Präferenzen habe ich aber zum Beispiel auf gutefrage.net, weil ich da hin und wieder konkret Leuten helfen kann und nicht immer nur die selbe geistige Soße erneut siebe.
      Dein neuer Lebensentwurf klingt genau so wie ich mir ihn auch gerne einrichten würde, aber da ich gerade meinen Übergang in ALG 2 vorbereite und mich über Wohngeld erkundigt habe, muss ich feststellen, dass es die von der ARGE geförderten Wohnungen in Köln überhaupt nicht gibt.
      Tja da kommt der Bürokratenirrsinn mal wieder zur Geltung.

      Das scheint die Weisheit des Westens zu sein.

      • oberham schreibt:

        … ich halte mich von Ämtern fern. Viel Glück bei der Wohnungssuche – ich fürchte, die Menschen die ihre Wohnung über Ämter finanzieren lassen müssen (also die Miete ….) – sind veritable Opfer – der Staat zahlt windigen Immobilienbestizern meist völlig überhöhte Mieten für abbruchreife Gebäude – … na ja vielleicht ist es auch nicht so schlimm.

        Falls Du mal Lust auf Landluft hast, in Ndby. ist immer ein Bett frei – gibt sogar eine Dusche mit Warmwasser (eine schöne Sache ;-)…..) – im Garten steht eine Badewanne mit Regenwasser gefüllt – ist im Sommer auch nicht schlecht – man kann sogar im Bach baden – der ist so sauber, dass dort Flußkrebse leben. (Nur die Mücken mögen einen gerne picksen…)

        Gerade jetzt ist es leider sehr kalt – ich geh jetzt ohnehin in den Wald – Holz holen –
        da hab ich auch kein schlechtes Gewissen, trockenes Brennholz verbrennt nicht viel überl als Öl und vor allem bis das Öl zu den Menschen kommt, hat es schon mehr Dreck verursacht, als des mein Holz je fertig bringt.

        Ergdas ist was für vermögende – Wärempumpen und andere High-Tech Heizungen – alles für die -Arbeitsbienen – war ich nie, werd ich nicht mehr werden.

        Ich habe einen Kachelofen und noch zwei Bölleröfen (im Bad und einen im Schlafzimmer, der ist aber praktisch nie in Betrieb) – Warmwasser gibts mit einem Gas-Boiler – in der Regel geh ich in die Turnhalle der Stadt zum duschen – mach da alle zwei Tage Seniorensport (bin der ÜL – bringt mir u.a. meine Kohle …..).

        Alles ganz prima.

      • kahalla schreibt:

        Das klingt gut.. daran wer ich bestimmt denken…

  7. kahalla schreibt:

    Ich dachte ich spendier in diesem Blog mal eine meiner Kurzgeschichten:
    Vom Leben in der Amphore.

    Athen,vor 2400 Jahren, eine Stadt im Aufbruch. Der Handel mit dem Perserreich, die griechische Oliven, kostbares Olivenöl und griechischen Wein importieren, hat die Stadt reich gemacht. Auch Trockenfisch und reiches Wild wird, in großen Amphoren eingepökelt, über das Meer geschickt. Die Stadt erlebt eine Blüte, der Burgberg wird prächtig ausgebaut, die reichen Händler lassen sich schöne Stadthäuser und prächtige Landsitze bauen. Auf den Plätzen und in den Gärten dieser Villen treffen sich Menschen, die nicht mehr nur über den knappen Lebensunterhalt reden und auch über das reine Geschäfte machen hinaus verhandeln und debattieren, die der Stadt eine neue Ordnung geben und die versuchen, die Adeligen, zuvor Herren der Ländereien und Schutzmacht gegen Feinde, die es aber nicht mehr gab, in ihre Schranken zu weisen. Es gibt viele dieser Zirkel, die über alle Belange des Lebens reden und sich Vorstellungen davon machen, wie sie reguliert werden sollten. Wichtig ist die persönliche Einstellung zu diesen Geschäften, denn es gibt im Gegensatz zur Ansicht der Adelspartei den Konsens, dass alle im Volk ihr Leben selbst bestimmen sollten. Hier hat der fast legendäre Sokrates am Marktplatz, sein Handwerk all zu oft vergessend, faszinierende Gespräche mit jungen und älteren Herren der Stadt geführt, in die sich seine Frau als harte Widersacherin oft einschaltete, um seiner zunehmenden Selbstgefälligkeit einen Dämpfer aufzusetzen. Beide sind als Widersprüche, die ohne einander nicht leben können, berühmt.
    Sokrates hat Schüler, Xanthippe Schülerinnen, er hat seine Schusterbude zu einem der ersten Diskussionszirkel der Stadt gemacht, Xanthippe redet mit den Frauen am Brunnen, sie diskutieren beim Wäsche waschen und anderen gemeinsamen Arbeiten. Die Zeiten sind golden und der Lebensunterhalt von Handwerkern ist schneller verdient als die Sonne den Tag beendet. Sokrates zieht es vor, die Chance eines langsam wachsenden Vermögens die er in seinem einfachen Handwerk hätte, gegen die Entwicklung des Logos, die Klärung von Ursachen der Meinungsverschiedenheiten und so den Fragen wie wir etwas wissen, sogar mit Sicherheit wissen können und warum wir oft angesichts der selben Situation zu verschiedenen Auffassungen davon kommen können, einzutauschen. In langen Diskussionen schält er aus dem Wust der Meinungen einige allgemein bekannte Tatsachen, die, von einem seiner begabtesten Schüler, einem Sohn aus reichem Haus in Anekdoten fest gehalten werden und deren Erkenntnistheorien dieser in sogenannten Dialogen nachvollzieht. Es gibt seitdem sehr viele dieser Zirkel die der Mode folgend in allen Griechenstädten gegründet werden,alsbald aber auch zum Vorwand für tägliche Feste genutzt und so als Rahmen für die Weiterentwicklung philosophischer Positionen und Schulung des klaren Weltbildes nicht mehr ernst genommen werden können.
    Diogenes hatte sich auf der Suche nach Weisheit durch viele solcher Zirkel diskutiert und ist irgendwann, angewidert von den selbstsüchtigen und eitlen Palavern der dortigen Wortführer, enttäuscht diesen Zirkeln fern geblieben. Natürlich hat er sich einen Namen als scharfer Geist gemacht und verdient seinen Lebensunterhalt als bestellter Redner auf Gelagen reicher Händler, wo er ein bis zwei Stunden lang versucht, in den Köpfen und Herzen der dortigen Krämerseelen den Funken der Freude an Erkenntnis und geistiger Klarheit, die mit einem lauteren Herzen gepaart ein glückliches Leben ermöglichen sollen, zu entzünden. Ihm begegnen die Händler mit dem Geschick raffinierter Geschäftsleute die aus jedem ihrer Gespräche einen materiell messbaren Vorteil zu zu ziehen gedenken und diese Einstellung zur Grundlage ihrer Existenz gemacht haben. Vor dieser Lebenseinstellung, Philosophie wollte er es nicht nennen, kapituliert er, denn der Gedanke, dass auch das Gegenüber solcher Händel dabei gewinnen können muss, damit ein Gleichgewicht entstünde, in dem beide Parteien gut und glücklich leben können, beantworteten die Händler mit der Beschränkung auf die Verantwortung für ihre eigene Seite, da ein jeder seines Glückes Schmied sei.
    Auch der Verweis auf die Bauernfamilien denen die Händler das Öl zu Spottpreisen abkaufen um es an die Perser mit gewaltigem Gewinn weiter zu verkaufen, was die Bauern in Armut versinken lässt, rührt sie nicht. Diogenes hat die goldenen Zeiten, die viele Griechenstädte erleben, genau studiert und herausgefunden worauf sie beruhen. Nun sieht er die Städte sich in arm und reich teilen und damit die Grundlage dieser Zeiten gefährdet, obwohl es eigentlich weder Krieg noch Mangel sind, die zwingend diese guten Zeiten beenden müssen. Seine Diskussionen enden mangels interessierter Gesprächspartner immer öfter in dringenden Vorhaltungen die immer öfter auf taube Ohren stoßen und nur noch als Anlass zu ständigen Gelagen hin genommen werden. Es scheint nicht weiter wichtig zu sein, die Seele der Welt zu erkunden.

    Der einst begeisterte Philosoph und Menschenfreund verlässt die illustren Zirkel und sucht nach einem neuen Sokrates, einem Menschen aus dem Volk,der mit Xanthippe als Widerpart immer Mensch, sozusagen bei seinem Leisten blieb. Auch die einfachen Handwerker vergessen die Kunst des klaren Denkens, des klaren Sprechens und die Dringlichkeit des gegenseitigen Verständnisses und suchen nur soviel als Möglich an Geld zu verdienen.
    Auf der Suche nach neuen Ansprechpartnern kommt er auch vor die Stadt, dort wo die Umgebung als große Werkstatt genutzt wird und Schiffe gebaut und repariert, große Amphoren für Transport und Lagerung von Waren gebrannt werden. Die dortigen Arbeiter haben gar kein Zuhause und übernachten in den neu gebrannten Amphoren, die sie vor Regen und Sonne schützen und bei Kälte durch ihre Restwärme eine gute Nacht versprechen. Eine solche Amphore wählt sich der verarmte Diogenes aus, lässt sie an einen Platz schaffen der ruhiger ist als das hektische Getriebe der zahllosen Handwerker und richtet sich dort ein. Dort pflegt er seine Philosophie und wenn er hungrig ist, geht er zum Hafen und arbeitet dort ein paar Stunden damit er Öl und Brot, Wein und etwas Fisch bekommt. Sein leben bekommt ihm gut. Und er lehrt, dass Zufriedenheit nicht aus der maximalen Erfüllung maximaler Bedürfnisse besteht, sondern in der Weisheit, die wahren Bedürfnisse zu erkennen und diesen Rechnung zu tragen. Die restliche freie Zeit füllt er mit Gesprächen über genau diese Philosophie und diejenigen in der Stadt, die das geistige Feuer vermissen und sich in ihrer reichen Welt nicht wohl fühlen ziehen hinaus, am Hafen vorbei und sitzen vor Diogenes Tonne am Strand, hören ihm zu und allmählich entsteht ein Zirkel wie ihn sich Diogenes wünscht. Ein Kreis von Menschen die alle ihre tief gehenden Gedanken in ein gemeinsames Bild, ein Gemälde oder eine lebendige Skulptur als Abbild eines Lebens wie es sein könnte stecken. Dieses Bild ist keine starre Matrix, sondern kann den Umständen entsprechend, flexibel angepasst werden durch die Teilnehmer an diesem geistigen Kunstwerk. Inzwischen kommen von immer weiter her ehrgeizige Männer zu Diogenes um seine Weisheit zu prüfen. Sie machen einen Wettstreit der Weisheit aus dem,was zuvor ein gemeinsames Experiment war. Diogenes sieht diese Entwicklung kritisch, droht sie doch, die lebendige geistige Kommunikation, die wie ein lieb gewonnenes Lebewesen seinen Zirkel verbindet, durch akademische Besserwisserei und destruktive Rechthaberei zu zerstören. Eines Tages nun, als Diogenes, gealtert und mit wackligen Zähnen in der Eingangsöffnung seiner Amphore sitzt, wegen des strömenden Regens keine Menschen zu seinem Zirkel gekommen sind und er sein zunehmendes Ruhebedürfnis pflegt, erscheint ein martialischer Kampfwagen, ein junger Mann mit strahlend blonden Haaren und in einer vergoldeten Rüstung entsteigt ihm, sein Gefolge sich in achtvollem Abstand dahinter in den Staub werfend, es werden Trommeln und Pfeifen gespielt, Tänzerinnen tanzen dazu. Diogenes bekommt eine reichhaltige Tafel vorgesetzt und ein Herold verkündet: Es geruht der göttliche Alexander, der Sohn der Sonne und des Philippos, der Bezwinger der persischen Heere und Herr der Welt, dich zu besuchen.
    Ein Baldachin und ein Kissen werden gebracht, darunter und darauf lässt sich dieser Sonnensohn nieder und begrüßt Diogenes. Das Gefolge versteht nicht viel mit von dem folgenden Gespräch und lässt sich reihum nieder, seine eigenen leisen Gesprächsrunden bildend.

    Alexander legt dar, dass er die Griechen von der persischen Bedrohung befreit habe.
    Diogenes entgegnet, er habe aber auch den wichtigsten Handelspartner der griechischen Städte vernichtet.
    Alexander bietet zarten Braten von einer Gazelle als Mahl an,
    Diogenes bewirtet ihn mit einem irdenen Krug voller Regenwasser.
    Alexander überreicht Diogenes ein Schachspiel aus Gold und Elfenbein
    Diogenes fragt wem dieses Spiel nun fehle.
    Alexander entgegnet, dass der Besitzer tot sei und es niemandem fehle.
    Diogenes fragt wem denn der Besitzer dieses Schachspiels fehle.
    Seine Frau und seine Kinder befänden sich im Tross und es gehe ihnen gut, entgegnet Alexander.
    Diogenes bittet, die Frau und die Kinder her zu bringen. Als sie da sind erhebt sich der alte Mann mühsam und gibt der Frau das Schachspiel. Alexander versteht diese Geste sehr wohl.
    Er erhebt sich ebenfalls und und im Abschied fragt er ob er, der Herr der Welt, ihm, dem Meister der Philosophie einen Wunsch erfüllen könne, er sehe doch dass es Diogenes nicht gut gehe.
    Diogenes blickt an sich herab, er nimmt das schwarze Loch wahr, das in seiner Brust klafft und alles in sich einsaugt, weil es aus einer unstillbaren Sehnsucht heraus nie gestopft werden kann und nie genug bekommt. Er sieht das gleiche Loch in der Brust des Mannes vor sich, er blickt auf die hundert Bediensteten, die prächtigen Pferde, den Reitelefanten und seine Wärter, alle erstarrt in stummer Wichtigkeit und auf ihren Herren wartend, da lässt er sich wieder auf seinem Ampforenrand nieder. Auf seinem Gesicht erschien ein Lächeln, eins von der Sorte das sich, der Größe der dahinter liegenden Erkenntnis angemessen, ungebremst in himmelschallendes Gelächter steigern kann. Er blickt den Herren der Dinge an, deutet auf den Baldachin und bittet Alexander freundlich: „Geh mir aus der Sonne!“

  8. Hermann Gebauer schreibt:

    Lieber Kahalla, Deine Kurzgeschichte hat mir sehr gefallen. Ich melde mich vielleicht noch heute oder spätestens in 2 Tagen. Möchte mit Dir und Oberham besprechen, ob ihr mit in die Erstausgabe von „elcondorpasa2013“ wollt. Ich fände es schön und werde einen Vorschlag machen. LG, CE

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s