Mut schmerzt, Hoffnung beruhigt!

„Der Tormann sah zu, wie der Ball über die Linie rollte…….“

Erinnert sich jemand an dieses Bild, ich habe Handke lange nicht verstanden, ich dachte als Junge immer, der Torwart kann doch nichts verlieren beim Elfer, er kann doch nur gewinnen, statt „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“,  sollte es doch lauten „Die Angst des Schützen beim Elfmeter“.

„Über die Dörfer“ – da fühlte ich diese Wahrheit – im Text über Josef Bloch spiegelt sich ein Kosmos wieder – zumindest fand ich in dieser kurzen Geschichte grandios das Dilemma des Individuums gespiegelt.

Realität:

Immer noch verhungern täglich mehr als 25.000 Menschen auf der Welt.

Inzwischen wird diese Zahl durch die Todesfälle auf Grund der Umweltschäden (zivilisationsbedingte Emissionen, dito Klimaveränderungen, dito Artensterben = Schwund der Biodiversität = derzeit größte Bedrohung der Menschheit als Ganzes!)

um den Faktor 2 getoppt! (es gibt Schätzungen die den Faktor 4 als möglich ansehen!)

Ich setzte unten einen Link zu einer neoliberalen (die ZEIT) Zeitung – die diese Zahlen sehr kritisch reflektiert …. – ich nehme an jene, die meiner Meinung sind, denken eher ich untertreibe hier!

Realität:

In Griechenland verdient eine Krankenschwester inzwischen nur noch etwa 400 Euro im Monat, sofern sie ihren Lohn überhaupt erhält.

Die Parlamentarier in Griechenland erhalten nach dem neuesten Kürzungshaushalt keinen Cent weniger als vorher – nie waren ihre Entschädigungen, Diäten und Vergünstigungen höher als jetzt!

Die Kleptokraten halten das Land fest im Griff, das Volk driftet dabei ab in die Verzweiflung – an den Stränden ertrinken immer mehr Menschen einen leisen, trockenen Tod – sie ertrinken statistisch und doch begehen sie auf die verschiedensten Arten Selbstmord.

Griechenland ist ein Mikrokosmos, ein entwickeltes Land, dass sich leider eh und je eine extrem widerliche Kleptokratie erlaubt hat, ein Volk, dass wohl wegen der Schönheit der Natur und der milde des Klimas die trübste aller europäischen Demokratien zu dulden bereit war – erstanden aus der strengsten, der Diktatur der Panzergeneräle.

Nur, was tun wir?

Bei uns ist das Klima rauer, die Kleptokratie ist geschmeidiger, sie ist nicht minder ausgeprägt, nur – sie ist besser verwaltet – wobei – ab und an bröckelt der Putz ganz gewaltig.

Dass die Demokratie verkauft ist, titelten die unbedarften Redakteure schon vor über 40 Jahren, kaum einer der das seit jener Zeit in Zweifel zöge.

Nur, wir haben nicht den Mut es uns einzugestehen, wir hoffen alle auf die pragmatische, vernünftige, zum Besten und zum Wohle des Volkes agierende – ein permanenter Selbstbetrug!

Da wir in einer freiheitlichen Demokratie leben, hätten wir die Möglichkeit eine Gruppe zu wählen, die folgende Ziele propagiert:

Postmaterialistische, solidarische, offene Gesellschaft.

Als Beweis für Ihre Ernsthaftigkeit leben die Vertreter dieser Idee dieselbige!

So sie es schaffen eine Partei zu gründen (sprich mehr als 300 – so dann die Anerkennung als Partei erfolgt… – Mitglieder) – würden diejenigen, die sich auf einer Wahlliste stellen, ihre Einkommensteuererklärungen und -bescheide – öffentlich machen.

Sie würden vielleicht erhebliche Einkünfte aus Diäten und Projekten erzielen, dank einer vielleicht plötzlich bestehenden Popularität (siehe Piraten….) – doch sie würden ihre finanzielle Transparenz beibehalten und sich verpflichten niemals mehr als 50000 Euro netto pro Jahr persönlich zu erzielen.

Protz und Pomp würden abgelehnt – Statussymbole der Macht würden wenn, dann einen modernen ökologischen Status demonstrieren – keinen barocken, altbacken würdigen, angestaubten Feudalismus widerspiegeln!

Das bedeutet – keine protzige Flugflotte, keinen gepanzerten Fahrzeugpark und Millionenausgaben für EX-Minister, EX-Präsidenten und EX-Kanzler – auf dass diese im Ruhestand noch ebenso „wichtig“ auffahren – sondern hypereffiziente modernde Bewegungsmittel für die regierenden und völlig gleichwertige Altersversorgung – der des normalen Bürgers entsprechend – für die Abgewählten, in Ruhestand gehenden, aus anderen Gründen ausgeschiedenen!

Man saniert damit keine Haushalte, doch man demonstriert an sich selbst den Geist und die Moral der Regierung, der Gesellschaft und der Zeit!

Die Haushalte würden saniert indem man die materialistischen Profiteure der Mühen aller Menschen von ihren Quellen abschneidet – die Banken würden regional und in öffentlicher Hand geführt – die Spitzenbeamten und Führungskräfte dieser Funktonseinheiten würden nicht Millionen sondern bestenfalls das Dreifache des landesweiten Durschschnittsgehalts zugesprochen bekommen.

Projekte würden regional von den Betroffenen beraten und die Kosten würden auf den Cent genau, für Jedermann einsehbar nachvollziehbar, auch wer – wieviel erhielt!

In Zeiten des Internet ist es ein Leichtes Öffentliches auch öffentlich zu machen!

Wer Aufträge des Staates (egal ob Kommune, Kreis, Land oder Bund) erhält, der hat dies nun einmal zu akzeptieren – jeder Bürger hat das Recht auf Kenntnisnahme!

So würde man der Kleptokratie rasch ein Ende bereiten – wer betrügt, verliert seine verdienten Pensionen und Privilegien – die ohnehin gekappt würden – siehe oben!

Der private Sektor dürfte nach wie vor alles versuchen was ihm beliebt – nur, er müsste sämtliche Kosten seines Tuns auch tragen!

Wer eine nicht nachhaltige Sache herstellt, eine ökologisch schädliche Dienstleistung anbietet, der muss den Schaden in den Preis einstellen – der Kunde muss es bezahlen!

Nicht die Allgemeinheit!

Im postmaterialistischen  Konzept wird genau dargestellt, was sich wie auf die Umwelt auswirkt, dieses Konzept wird laufend gepflegt – hier braucht man Sachverstand und beste Kompetenz – nicht in den Rechenzentren der Zockerbuden, genannt Finanzkonzerne!

Die Wirtschaft wird viele Arbeitsplätze völlig neu schaffen – dafür werden sinnlose, oder gar zukunftszerstörende Tätigkeiten in Vergessenheit geraten – die Menschen werden alle genug Aufgaben in ihrem täglichen Leben zu bewältigen haben – es werden aber interessante, erträgliche und hoffentlich glücksspendende Aufgaben sein!

Lernen wird keine Konditionierung sein, sondern Erfahren, Erkennen, Erleben und Entwickeln!

Man wird eine Sprache sprechen die jeder versteht, dabei in den Regionen seine individuelle Kultur und Geschichte bewahren!

Es gibt keine Ideologie des Geldes mehr – es gibt nur noch eine Ideologie des gemeinsamen Überlebens, des sich Helfens, des Krankheiten nicht als Geschäftsmodell, sondern als Herausforderung an die Intelligenz und immerwährende Bedrohung sehens, -doch dies wird keine Ideologie mehr sein, da das Ergebnis ein gutes Leben für alle Menschen sein wird.

Eine Ideologie spaltet – immer – doch dem Menschen ist seit langer Zeit ein Weg in die Zukunft vorgedacht worden – er existiert schon tausende von Jahren – diesen Weg zu beschreiten, bedeutet Abschied von der Hoffnung, Hinwendung zum Mut – der erste Schritt mag für diejenigen die heute in den bequemen Matten lümmeln schmerzlich sein – sie sollten aber langsam erkennen, dass ihre Vorgänger auch zu Millionen geschlachtet wurden, ihre Nachkommen ebenso in steter Gefahr existieren würden und ein Leben ohne den Versuch eine neue Gesellschaft zu bauen, eben ein verlorenes Leben war.

Die Armen mit auf den Weg zu nehmen würde dann ein Leichtes sein, da sie vom ersten Moment an nur gewinnen können.

Nun – denn! Das ABER:

Das große Problem ist die globale Prozessvernetzung – es können sich zwar kleine Gruppen autark und nachhaltig, in einem ökologisch – sozial und ökonomischen angestrebten Milieu etablieren, doch sie sind zu schwach, um das etablierte, verhängnissvolle System zu beeindrucken.

In dem Moment, in dem sich alternative Lebensformen als ernsthafte „Gefahr“ erweisen, sind sie mehr oder weniger starken Repressionen ausgesetzt, schlimmstenfalls werden sie „gelöscht“.

Der Bauer in Patagonien ist klüger, als der Boss von GMS!

Doch leider liegt die Macht bei letzterem!

Die intelligente Physikerin in Harvard bildet junge Menschen heran, die anschließend in der Finanzmaschinerie nach theoretischen Modellen forschen, die eine Microsekundenprognose für Ultrakurzzeithandelsmodelle und deren entsprechende Programmierung erlauben – moderne Alchimie – wie einst im Mittelalter wandeln nicht nur Scharlatne und Blendgranaten durch die Hallen der Macht, sondern auch die klügsten Köpfe, die in verschlossenen Räumen nach nichts anderem trachten, als der Vermehrung von Reichtum – leider ist es materialistischer Reichtum.

Noch immer empfinden auch die populären Menschen in allererster Linie Besitz und zwar pompösen Besitz als Belohnung und Anreiz, als positiven Status und Bestätigung.

Schon Diogenes von Sinope gab uns alle wesentlichen Weisheiten mit auf den Weg – vor etwa 2400 Jahren!

Da gibt es wohl keinen Aphorismus, den man ganz  neu erdenken könnte – die Weisheit und die Vision des autarken Individuums, es einsichtigen Individuums, des friedfertigen Individuums, sie wurde uns schon über die Generationen hinweg überliefert.

Was die Philosophie betrifft, legt man diese Grundessenz des geistigen Erkennens von Gerneration zu Generation lediglich immer wieder in eine neue Schablone – man dreht und wendet, adjustiert die Krümmung der Parabel – doch letztlich setzt sich leider seit Jahrtausenden die Dummheit, die Gier und die verschlagene Taktik der Aubeutung, der Lüge und des Mordens durch – die Güte, die Weisheit und die Vision einer leidfreien Zukunft liegen als immerwiederkehrende Geister am Wegrand der Geschichte und zucken kraftlos wie ein Blatt im Herbstwind, das sich bald vom Ast endgültig lösen wird.

Bis zu seinem Tod, bleibt jedem Menschen die Hoffnung – bis zu Ihrem Ende bleibt auch der Menschheit die Hoffnung.

Falls hier einer liest, der mit mir eine postmaterialistische Partei im Sinne der ersten Abstätze (erste Hälfte) gründen möchte, der bereit wäre, materiell vielleicht auch Abstriche zu machen (falls er heute eben mehr als 50 Netto verdient – und noch nicht den Überschuss in Sinnvolles leiten kann – ist ja im Moment auch irgendwie nutzlos – da kein Ende des Elends absehbar….) – der möge doch hier kommentieren oder mir gleich eine Mail schreiben……

Wer weiss, vielleicht bildet sich in den nächsten Dekaden eine Bewegung mit Kraft!

Mut schmerzt, Hoffnung beruhigt – nehmen wir das Leben, oder nehmen wir weiter Valium?

http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2012-03/oecd-umweltausblick-feinstaub

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Über oberham

Einsiedler in Hinterwald
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2 Antworten zu Mut schmerzt, Hoffnung beruhigt!

  1. kahalla schreibt:

    Klar würde ich so eine Partei mit gründen und darüber nachdenken wie sie nicht den Weg all der Parteien, die zuvor ähnlich idealistisch gestartet waren, gehen muss. Den Weg der öffentlich wirksamen Auftritte und der „vernünftigen Kooperation“ im Hintergrund, den weg, der sie Schauseite der partei zum Abziehbild macht und andererseits von der Kooperation zur kungelei führt, und darüber zur Korruption. Auch parteien haben ihre Entwicklungsphasen und im heutigen Wortlaut ist das „Erwachsenwerden“ einer partei dann vollbracht, wenn sie in der bürgerlichen Mitte angekomen ist. Also in dem Pool, wo man sich entscheidende Veränderungen abschminkt und zum eigenen Wohl den Status quo aufrecht erhält. Dies sollte nicht Ziel dieser Partei sein.
    Schließlich wird die partei etwas ändern müssen, wenn sie die jetztige Situation ändern will. da sind 5,- € mehr für Hartz IV Empfänger keine Besserstellung der Betroffenen, sondern eher eine Verhöhnung. Also, wie soll diese Partei denn aussehen?
    Es gibt einen mehr oder weniger ausdiskutierten, von vielen stillschweigend voraus gesetzten Konsens, der aber in Worten kaum fassbar ist. Für die Gründung und Etablierung einer politischen Vereinigung ist aber ein verbindliches Ziel, Programm oder eine Agenda von Nöten. Nicht umsonst gibt es das Grundgesetz, das Godesberger Programm, das kommunistische Manifest, die Bibel und ähnliche „Urschriften“. Gemeinsam ist diesen, dass sie zu ihrer Zeit abertausende Menschen faszinieren und begeistern konnten. dann kam die Zeit der Exegese und der freien Interpretation. Man konnte den Handlungsspielraum der Mächtigen erweitern, indem man die göttliche, verfassungsrechtliche oder reine Lehre im Spezialfall aufweichte und Befugnisse ausweitete. Ausgeweitete Befugnisse für Mächtige bedingen immer Einschränkungen für weniger Mächtige und schon befinden wir uns in der heutigen Situation, wo allenfalls Helmut Schmidt noch über das Grundgesetz spricht. In der politischen Realität hat Betriebswirtschaft mehr Substanz, als die verfassungsmäßigen Grundrechte und der betriebswirtschaftliche Schwanz wedelt mit dem volkswirtschaftlichen Hund. Jemand der es zu reichtum gebracht hat, egal mit welchen Mitteln gilt , im gGegensatz zu den Arne´men leuten, als sozial stark. Alleine die Definition sozialer Stärke, bzw. Schwäche, entlarvt unsere heutige Gesellschaft. Die diesem Denken zugrunde liegenden Mechanismen sind vielleicht aus diesem System heraus zu verändern, aber nicht innerhalb dieses Systems. Und wenn , wie es in den „realsozialistischen Staaten“ war, eine Organisation zur Konzentration von Macht, wie es eine Partei nun mal ist, über das System in dem sie gegründet wurde hinauswächst, hat die neu gegründete Utopie den Geburtsfehler, dass in ihrem Zentrum genau die Strukturen erfolgreich wirken, die sie eigentlich vermeiden will. Ein altbekanntes Paradoxon.
    Auch dieses bliebe situationsangepasst zu lösen.

    • oberham schreibt:

      Na, sind wir schon zwei!

      Problem – man braucht wirklich ca. 300 mutige Menschen (im Sinne von Mut schmerzt – d.h. Freizeit opfern, wirklich konstruktiv mitarbeiten – …. – und vor allem daraus kein Anspruchsdenken ableiten – da ja „Ansprüche“ nur durch die Verwirklichung und die Arbeit befriedigt werden – …..)
      Wie man die konventionellen Strukturen vermeidet – ganz einfach – das steckt doch in der postmaterialistischen Idee, ist sozusagen immanent – man sollte nur kein Aufmerksamkeitsproblem entwickeln– aber das – liegt ja noch weit entfernt……

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