„El País“ – Die lakonische Monotonie der Sozialspaltung

Zeitstaubsauger; ist wirklich der Rückzug in die Einsamkeit, oder die freiwillig Verbannung in den Rahmen einer alternativen Kommune die einzige Chance sich dem Wahnsinn zu verweigern?

Ich habe eine Chance von 2 zu 1, wenn ich mich superangepasst verhalte, wohl sogar eine weitaus bessere, meinen relativ interessanten, abwechslungsreichen, noch gut bezahlten Job behalten zu dürfen.

Ein Drittel der Menschen mit denen ich bisher zusammengearbeitet habe, werden bald ins Heer der Arbeitslosen, der Namenlosen, der Würdelosen gestoßen werden.

Es wird wohl die kritischen, die widerspenstigen, die unbequemen treffen.

Mein Leitungsfunktionär erhält 13 Millionen Euronen im Jahr, er lebt wie ein Fürst auf Kosten der Spesenabteilung unserer Gesellschaft, er leistet nichts, ausser, eben uns zu ruinieren, unserer Arbeit zu marginalisieren, zu instrumentalisieren, für jene die die Massen quälen, nur um sich an ihrem Leid zu nähren.

Ich möchte weiter ein Sklave dieses Leitungsfunkionärs bleiben dürfen, ich möchgte weiter meine monatlichen Bezüge erhalten – ich will nicht ausgeschieden werden aus diesem Moloch, der mithilft die Menschen zu spalten und der gerade selbst ad hoc die Spaltung so vorbildlich exekutiert.

Ich werde das System später, wenn ich etabliert bin, von innen heraus attakieren, ich bin ein guter Mensch, ich finde das alles widerlich, aber noch muss ich mitmachen, noch kann ich nicht offen sagen was ich denke.

(So denken wohl gerade die Redaktuere der größten spanischsprachigen Tageszeitung dieser Welt….)

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/el-pais-chefredakteur-javier-moreno-ich-habe-nicht-vor-mich-zurueckzuziehen-11936797.html

Nur ein Beispiel, aber ein sehr gutes wie ich meine.

(Prisa Boss Cebrián entspricht 260 Mitarbeitern mit einem Jahresgehalt von 50.000 Euronen…. vielleicht sollte man die ganze Redaktion entlassen und dafür einen zweiten Supermann wie Cebrián einstellen… – schließlich erhält er von den Aktionären für sein Versagen enorme Summen – einen Verbund gegen die Wand zu fahren schein für manche sehr lukrativ!)

Kein Lehrer, kein Professor, kein Ingenieur, kein Arzt, kein Jurist, kein Physiker – nirgends sind sie in sicht, die Intellektuellen, die es wagen, sich solidarisch gegen den Wahnsinn zu stemmen, nein, sie alle haben sich eingerichtet in dieser Welt, sie haben für ihre guten persönichen Verhältnisse gekämpft, gelernt, sich gefügt – sie übersehen meist beim gepflegtem Beisammensein, bei gutem Wein, bei wohlschmeckendem, bekömmlichem Mahl, bei Sonnenschein und Pulverschnee, beim Setzen der Segel in sanfter Brise, beim Genuss ihrer knappen Freizeit, dass sie das Gros ihrer Lebenszeit verkaufen, wie willige Huren, die sich jedem hingeben, der entsprechend bezahlt.

Ich kann nicht glauben, dass sie wirklich glücklich sind, ich kann nicht glauben, dass ihre Klugheit tatsächlich so einbetoniert ist in den Schutzbunkern der Ignoranz, ich kann nicht glauben, dass sie nicht alle von einer besseren Welt träumen.

Nur – warum geben sie dann niemals den Verlierern die Hand?

Ja – warum akzeptieren sie dann – gerade heute in Griechenland, Spanien, Portugal, Italien und Frankreich, dass sie sich gegenseitig schärfer den je um die Freier balgen und kratzend, beissend, buckelnd, schleimend um ihre Fickprämien buhlen?

Von dem gigantischen Heer der „unqualifizierten“ Niedriglöhner, oder den spezialkonditionierten Humanwesen, welche täglich die Maschinen bedienen ganz zu schweigen – überall, Kampf um den Arbeitsplatz!

Über diesen Gladiatoren in der Arbeitskampfarena thronen jene:

…. die geschlossene Gesellschaft der Manager, Politiker und Funktionssklaven in den Leitungsfunktionen der ausführenden Prozesszellen.

Diese hat ganz schlicht den Rückbau sämtlicher sozial indizierter Nivellierungstendenzen in der Gesellschaft auf ihrem Programm.

Geschrieben wird dies von einer kleinen Gruppe, deren Mitglieder sich wohl wie Halbgötter fühlen – leider sind sie immer noch sterblich und sie wirken in ihrem bizarrem Jugendwahn grotesk.

Jeder von uns, der sich seine Lebenszeit ins Unglück tauchen lässt, sollte einfach mal nachdenken was er persönlich für sich verändern kann.

Jene von uns, die zufrieden und glücklich sind, werden wohl kaum eine Veränderung der Zustände herbeisehnen – blöd nur, wenn sie in einigen Jahren an die glückliche Zeit zurückdenken und sich fragen, was da wohl falsch gelaufen ist, da sie sich plötzlich auch im Kessel der Verlierer köcheln sehen.

Was wohl jede Hoffnung unter dem Mehltau der Lethargie erstickt, kaum ein Mensch lehnt sich wirklich gegen seine Ausbeutung auf, man beugt sich dem Joch und zieht willig den Pflug der wohl bald auch in Europa die geschlossene Gesellschaft der Gewinner von jener der Verlierer völlig abschottet.

Die Gegenwart wird nicht gut, nur weil die Vergangenheit eine einzige Abfolge von Kathatstophen für die Mehrheit der Menschen war.

Das Gewinner/Verliererspiel genannt Zivilisation und Spaltung in Benutzermenschen und Nutzmenschen im Verhältnis von wohl 1:99 ist nun wohl älter als 6000 Jahre – 6000 verlorene Jahre, was für ein Glück für die Nutzmenschen, dass sie nur einige Dekaden benutzt werden können.

Was für ein Unglück für die Benutzermenschen, dass sie schon nach wenigen Dekaden dem Verfall anheim fallen.

Ich kann jedem Verlierer nur raten, sich von der Hoffnung auf „Reichtum“ zu verabschieden und sich die Lebenszeit zu nehmen, die ihm noch bleibt – ohne sich benutzen zu lassen!

Griechenland, Spanien, Portugal, Italien bald Frankreich etc. etc. etc. es sind nichts weiter als Spielfelder, auf denen gerade besonders effektiv die Zeitstaubsauger mit größter Kraft am Laufen sind – die Menschen dort hat man bereits großteils abgeerntet – es sind noch einige Felder vorhanden – freut Euch auf den Häcksler!

Für die cleveren Zyniker hier – es gibt bald noch einige Dutzend mehr von den Mandatsplätzen in Berlin zu gewinnen.

Vollversorgung garantiert – die Edelnutten der Volksficker schlechthin – Nebenjobs, soviel man glaubt zu brauchen, jederzeit verfügbar.

Solange die gebildeten nicht in der Lage sind, sich gegen diese widerlichen Bütten der Plutokraten zu solidarisieren, solange sie sich selbst zu Bütten zweiter Klasse funktionalisieren lassen, solange müssen wir uns nicht den Tag damit verdüstern, zu hoffen – wir sollten vielmehr schleunigst auch die Beine breit machen und uns gegen möglichst hohe Bezahlung in den Arsch ficken  lassen, dabei ein Ethikprogramm abspulen, dass uns die bestmögliche Gesellschaft des eben nicht so ganz zufriedenstellenden Wesens, genannt Homo Sapiens, vorgaukelt und uns einfach gut fühlen!

Wenn das Viertel der Kollegen erst mal entlassen ist, darf man sich noch mal für fünf Minuten etwas beschämt fühlen, das wars dann aber auch.

Mit etwas Glück schafft man es in einen kleinen Zirkel von Gönnern, gewinnt selber etwas Macht und lacht über Politik, unterhält sich dafür aber angeregt über Golf.

Wer weiß, vielleicht gebe ich einem Ex-Kollegen als Caddie eine Chance, so darf er sogar da sein, wo ich bin – zumindest solange ich jemand brauche der meine Tasche schleppt.

Ach ja, die 25.000 Überflüssigen, die täglich in unglaublicher Konstanz seit mehr als 60 Jahren verhungern, die vergesse ich auch nicht – da hab ich dann ein Patenkind in Mali – das besuche ich auch regelmäßig – die Reise kann ich so sogar von der Steuer absetzen.

Mehr geht nun wirklich nicht!

Waaaas – ich stehe auf der Liste?

Hey – Leute – wir brauchen Solidarität, wir müssen zusammenhalten, lasst uns eine unabhängige Zeitung aufbauen, lasst und alle kündigen, gleich morgen!

Dann werden diese Managerschweine sehen, wo sie ohne uns stehen, dann sollen sie sich ihre 13 Millionen Bonigehalt von anderen Idioten verdienen lassen.

Ich kämpfe für die Freiheit, die Gleichheit und die Brüderlichkeit, ich gehe auf die Barrikaden, mit mir können die das nicht machen, ich lasse mich nicht kaufen, nein – wir lassen uns nicht kaufen, wir haben die Macht, wir sind es die die Artikel schreiben, wir können die überall drucken lassen, die Werbekunden, nun ja – die Werbekunden –

Wer braucht die Werbekunden?

Ihr denkt die wären das Wesentliche? Ja aber….

Ich soll das verstehen ?

Carlos, du machst doch mit – oder?

Nein!?

Du stehst nicht auf der Liste?

Hey, Carlos, du spielst doch Golf – nicht wahr?

Darf ich ……

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Über oberham

Einsiedler in Hinterwald
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Eine Antwort zu „El País“ – Die lakonische Monotonie der Sozialspaltung

  1. oberham schreibt:

    Es soll sogar ein Drittel der Redaktion entlassen werden… (ich schrieb hier vom Viertel…)

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