Die Revolution als Sonderposten!

Verantwortung – von allen Seiten verlangt man sie von uns. Würden wir tatsächlich Verantwortung auf uns nehmen, müssten wir endlich unser materielles Denken auf den Prüfstand stellen!

Empört Euch! Steht auf! Mahlt Pappschilder an! Wohnt in einem Zelt!

Letzteres nur, so ihr arbeitslos seid, oder Studenten, oder genug Taschengeld von Mami und Papi bekommt, damit das Happening nicht zu frugal abläuft!

Ein schönes Beispiel für flammendes Textablesen (von einem Profischauspieler – also die Mühe hier frei zu sprechen, das wäre echt zuviel des Anspruchs für die empörte Volksmasse!) – frei gesprochen wird dann wieder im Beruf, vor erlesenem – subventionsfressendem – Puplikum!

YouTube Volker Lösch auf der “Empört-Euch-Demo“ am 29.09.2012

etwas freier gesprochen – von einem Berufsschauspieler und Juristen im Plenarsaal – seiner Bühne:

YouTube

Beide Reden kann man inhaltlich kaum beanstanden, es werden längst bekannte Fakten aufgezählt, die neuesten Nuancen dazu präsentiert, nur – keiner der Redner spricht von seiner und unser aller individuellen Verantwortung.

Wir sollten politisch aktiv sein – ja, aber ja nicht vergessen als funktionierende Wirtschaftssubjekte dem System letztlich doch zu dienen.

Wir dürfen gerne demonstrieren, wir dürfen zuhören, jaulen, die Fäuste in den Taschen ballen, wir dürfen uns informieren, die Steinbrück Gnome hassen, die Merkel Wesen verachten, die Ackermann Verrückten beschimpfen, die Quant Monster verwünschen, die Springer Spinnen ankotzen, wir dürfen das alles gerne tun, ja wir sollen es sogar tun, wir sind doch freie selbstbestimmte Kreaturen, politisch mündig, gebildtet und kreativ.

Allerdings, die Sache hat einen kleinen Haken!

Nach der Demo geht bitte brav ins Restaurant, kauft Euch das Menü – dazu einen guten Wein. Dabei könntet ihr gerne weiter eloquent die Sachlage erörtern, gerne sehr kritisch!

Wichtig die Zeche nicht zu klein – und politisch korrekt – ein schönes Trinkgeld geben!

Tja – im warmen Wohnquartier die Nacht verbracht, gestärkt und guten Mutes – gehts dann am Montag wieder in die Sparkasse, zum Landratsamt, in die Fabrik, ins Büro, die Kanzlei, die Praxis, wohin auch immer, der bürgerliche Demonstrant kritisiert die 1%, und zählt sich zu den 99%, was er dabei vergisst, er schenkt 99 % seiner Lebenszeit jenen die er bekämpfen möchte, ja er dient ihnen mit Haut und Haar – und glaubt wohl selber nicht,

das eine Prozent seiner Zeit, das er ist bereit, zu geben, dem revolutionärem Streben,

könnt ihm und Seinesgleichen je auch nur ein Jota Veränderung des Weges geben!

Die herrschende Klasse verdient an jeder Demo sogar mit – insofern, ist sogar das Zusammenstreben auf Plätzen eine dem Bruttosozialprodukt sehr förderliche Aktion –

Bravo Leute – zu Weihnachten gibts die Revolution im Supermarkt – zum Sonderangebot von 1,99 Euro inkl. MWst.

Seht ihr am Morgen in den Spiegel – wundert Euch nicht – es blickt Euch ein Idiot an!

Lediglich ein winziger Teil der Menschen sind Bürger (Menschen mit einem politischem Amt)- der Rest sind Idioten. (im Sinne von Befehlsempfänger, Fußsoldaten – wie auch immer man es bezeichnen mag….)

Wir sprechen heute von der Ohnmacht der Politik, nur weil wir von dem Verlust des Mandats bei Aufrichtigkeit gar nicht mehr ausgehen – der Abgeordnete ist somti auch ein Idiot, der wahre Bürger ist nur noch der, der die Lebenszeit der Menschen kassiert!

Die Option des sich verweigernden Volksvertreters, sie wird nicht einmal mehr in Erwägung gezogen.

Die Marktkonformität ist somit bis zur Kanzlerin durchgedrungen – sie – eine kleine Angestellte wie die Angesellte in der Arge, die man abgestochen hat.

Einzig die einen erhalten eben Millionen fürs abnicken, die andern ein paar Hunderter.

Wir müssen nicht mehr fragen wer regiert, wir müssen nur noch fragen, warum nehmen wir es einfach so hin?

(wegen der Millionen, der paar Tausender, der paar Hunderter?…

Kollaboration oder Obdachlosigkeit?

Ist das Leben wirklich so alternativlos?

Währe es dann nicht erste Bürger-Idiotenpflicht nein zu sagen, damit aus dem Idioten endlich ein Bürger wird – und lebte er auch unter der Brücke?)

 

 

(mein Vorschlag zum Widerstand ist tausendfach formuliert – ganz einfach – Konsumverzicht, Konsumverzicht und nochmals Konsumverzicht – dazu, jede Tätigkeit die als sinnlos empfunden wird, entweder gar nicht oder so kontraproduktiv wie möglich ausführen – kein Arzt sollte einem Patienten überflüssige Behandlungen andienen – nur um Geld zu machen, kein Jurist einen unnötigen Prozess wählen, kein Politiker mehr als 3000 Euro erhalten (netto), kein Mensch mehr als das zehnfache des Durchschnitts bestizen dürfen, kein Mensch verhungern müssen, kein Mensch sich krümmen müssen……..ja, ja, ja, der Weihnachtsmann und der Osterhase sind schon heute da!)

Wir werden Veränderung nur erreichen, so wir das neoliberale Konstrukt niederreißen und neu beginnen – gewaltfrei geht das nur indem wir uns kollektiv allem Widersinnigem verweigern.

Würde jeder Mensch nur das wirklich Notwendige anstreben, wäre unsere Marktwirtschaft bald am Ende – doch wir wünschen uns den Konsum eben 99mal mehr als die Freiheit!
Ja, es gibt wohl Menschen, die Konsum und Freiheit gleichsetzen – der ultimative Triumph der neoliberalen Ideologie – der Sieg des Materiellen über das Ideelle – die ultimative Pervertierung des Geistes!

Gerade beklagen wir uns über einen verbrannten Basar in Syrien, vor 60 Jahren lag ganz Europa in Trümmern wir stiegen über einen Berg von mehr als 60 Millionen Leichen, wir bauten Europa wieder auf!

Aber ein erkennbar falsches System gewaltfrei zu vernichten, das mögen wir nicht anpacken, das erscheint uns einfach als zu wenig aussichtsreich!

Also lieber wieder 1789 und die Millionen erschlagener Schuldiger wie Unschuldiger?

Ich nutze die menschliche Intelligenz um ein Luxusspielzeug für einen Milliardär zu konsturieren, es bringt mehr als sie zu nutzen, um eine nachhaltige soziale Prozessfolge für 7 Milliarden Menschen zu ersinnen.

Lieber eine perfekte Mordmaschine mit Fernsteuerung konstuieren, als ein hypereffizientes Solarmodul!

In der Waffentechnologie arbeiten z.B. weltweit 45 Millionen hochbezahlter Ingenieure, im Bereich der erneuerbaren Energien sind es gerade einmal 4 Millionen.

Wir müssten gar nicht zurück in die Höhlen, wir müssten uns einfach nur dem Sinnlosen verweigern und dem Nützlichen zuwenden!

Doch selbst dies ist schon zuviel der Mühe!!!!

Der Gipfel ist es, die klügsten Geister aus den Universitäten vor Glücksautomaten zu setzen und widersinnige Algorytmen zu erdenken, die hochkomplexe Rechenautomaten zu gegeneinander konkurrierende Spielmaschinen transformiert, die mit dem Leid und dem Unglück von 7 Milliarden Menschen ein Spekulationsspiel exekutieren!

Sollte es je eine Zukunft geben für uns Menschen, werden unsere Nachfahren die Idioten in Holland die Haus und Hof für eine Tulpenzwiebel versetzen, als eine warnende Episode in die Geschichte einordnen, die knapp 400 Jahre später in der Finanzmarkmanie ihren Gipfel fand.

Eine Tulpe konnte man noch anfassen, irgendwie mag der sublime Geist sich dermaßen an der Schönheit ergötzt haben…..

Zu glauben Buchwerte, fiktive Zahlenreihen, könnten einen Menschen ernähren, grenzt nicht an Wahnsinn, es ist der blanke Wahnsinn – und – wer in Harvard oder Oxford – wer in einer der Geistesschmieden dieser Welt – zu den Jahrgangsbesten gehört, den opfern wir blindlings auf dem Thron dieses Molochs!

Nur wer diesem Moloch dient, der verdient das hunderttausendfache eines arbeitenden Menschen, der  einen Acker bestellt, der ein Werkzeug herstellt, der ein Möbel baut oder ein Kleidungsstück näht.

Dabei spuckt er zu allem Überfluss noch auf diese Menschen und bringt das Elend über sie mit seinem kranken Auswurf.

Ich gönne jedem Milliardär zutiefst seinen Krebstod – auf dass die Idioten nie das Rätsel dieser Krankheit lösen – dafür sind sie dann Milliarden Euro reich – im Augenblick da der Tumor den Kampf beendet und erneut ein Leben endet.

Vielleicht wird der Mensch die drohende Gefahr einer global kollabierenden Umwelt noch abwenden, vielleicht gibt es auch in zig tausend Jahren noch unsere Nachkommen, doch eines ist sicher, der Mensch lebt eines der schlechtestmöglichen aller denkbaren Prozesssysteme.

Ausgenommen einige ganz wenige – von Krankheit und Gewissen völlig freie – Kreaturen.

Advertisements

Über oberham

Einsiedler in Hinterwald
Dieser Beitrag wurde unter Was Spatzen von den Dächern pfeiffen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Die Revolution als Sonderposten!

  1. Renate schreibt:

    Guten Tag.
    Auf Konsum so weit wie möglich zu verzichten, ist die derzeit einzig möglich Form des Protestes gegen die herrschenden Verhältnisse.
    Schade nur, dass man da evtl. auf das teure Duschgel oder ein angesagtes Event mit Freunden bei überteuertem Wein verzichten muss…..Da hört es bei vielen meiner Mitmenschen auf. Protest ja, aber bitte möglichst alle Weihnachtsgeschenke dick einpacken und nachts die Lichterketten funkeln lassen. Wenn ich an die bevorstehende Weihnachtszeit denke, wird mir übel. Da kaufen Leute überflüssiges Zeugs von Geld, das sie nicht haben und beeindrucken Leute damit, die sie möglicherweise nicht mal mögen.
    Wir werden auch dieses Jahr nicht ein Weihnachtsgeschenk kaufen, keine überflüssige Dekoware ins Fenster stellen und uns mit ungesundem Süßzeug überfuttern. Wir wollen keinesfalls in die Hände des Ärztebetriebs fallen.
    Viele Grüße

    • oberham schreibt:

      Stimmt vom Preis für ein überteuerte Konzertkarte kann man sich einen Monat lang Lebensmittel kaufen (sofern man keinen Gemüsegarten und Hühner hat… 😉 ).

      Es gibt ein paar verirrte Revoluzzer, die nach Autarkie streben, die Gewalt total ablehnen und die sich doch niemals wohlfühlen können, da ihnen ihre Verweigerung letztlich als Sabbotage des Gemeinwohls ausgelegt wird.

      Das wir in einem Gemeinunwohl leben, das wird den Menschen angesichts ihrer anscheindend perfekten Konditionierung nicht bewußt (sehr vielen zumindest – wobei viele nicken, wenn man es ihnen sagt – nur – Kosequenzen ziehen – wie sie ja auch schreiben – nein Danke!)

      Ich bin so radikal geworden, da es mich ankotzt wie z.B. die Milleniumziele der UNO mit Hohn und Spott bedacht werden und unwürdige Schmarotzer die Menschen ins
      Verderben führen – da steh ich lieber als plärrender Schmutzfink daneben – auch wenn mir täglich nur der Dreck der Realität ins Gesicht schlägt.

      Danke für Ihren Konsumverzicht! (Wie sieht es mit ihrer Arbeitsstelle aus?….)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s