Aufgerundet?

Jährlich erscheint das Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler, jährlich wird der größte Verschwendungsposten ausgeblendet – kennt jemand die genaue Summe?

Welcher Posten im Bundeshaushalt stieg wohl im Verhältnis am stärksten an, seit – sagen wir dem Jahr 1970?

Ist der Sozialetat wirklich der größte im Bundeshaushalt? Wo verstecken sich die Kosten für die Politikfinanzierung? Zahlen wir nicht überflüssige Milliarden für die Metzger die uns schlachten?

Dies soll ein Versuch sein, halbwegs genau die jährlichen Kosten für unsere Profipolitiker und jene die ihnen direkt zuarbeiten aufzusummieren.

Vorab – ich bin nicht der Meinung Bescheidenheit sei die schlimmste Form der Eitelkeit!

Vielmehr wünschte ich mir, gerade die Akteure auf der politischen Bühne würden mehr durch sachliche Leistung, Bescheidenheit, Integrität gegenüber dem Mehrheitsinteresse – nicht gegenüber dem bestzahlendem Partrkularinteresse – und Vernunft glänzen, als durch Behauptungen sie arbeiteten 80 Stunden und mehr für den Bürger und verdienten daher gerade einmal die angemessenen Summen, oft noch mit Verweis auf die Vorstandskleptokraten der großen Kapitalgesellschaften – wahrlich ein lohnendes Vorbild!

Bundestag – Kosten pro Abgeordneter p.a.:

Diät: ca. 96.000,– Euro (EKStpfl.)

UKP: ca. 48.400,– Euro (netto – keine Nachweise nötig)

(dazu muss gesagt werden, das Berliner Büro ist voll ausgestattet, Verbrauchsmaterial etc. werden zusätzlich finanziert, hier muss der Parlamentarier keinen Cent seiner UK verwenden! …. )

Für zusätzliche Materialen (z.B. Wahlkreisbüro, …… oder „Specials“) steht ein Budget von 12.000 Euro zur Verfügung.

Summe Geldleistungen direkt:  144.400,– Euro

Summe Geldleistungen gegen Nachweis: 12.000,– Euro

Summe Sachleistungen (geldwerter Vorteil): ca. 20.000,– Euro

Dazu kommt die Mitarbeiterpauschale von derzeit ca. 180.000,– Euro

Für Übergangsgelder besteht ein Anspruch von bis zu ca. 143.000 Euro!

Altersversorgung: Abgeordnete können auf Wunsch 10 Jahre vor der offiziellen Altersgrenze in Ruhestand gehen.

Wer es schafft mit 25 ein Mandat zu erobern, dieses über 27 Jahre lang verteidigt (das ist wohl die Hauptaufgabe jedes Abgeordneten – wir zahlen also für seinen Ego-Kampf…. – ok – das ist sehr subjektiv – nur – wer macht Politik? – sicher nicht die Abgeordneten!!!) erhält derzeit eine Ruhestandsentschädigung von ca. 64.800 Euro p.a.  plus Übergangsgeld von 143.000 Euro!

Diese Summen beziehen sich auf einen Hinterbänkler, ohne jede zusätzliche Funktion.

Ein Fraktionsvorstizender erhält z.B. die doppelte Diät – weiter bin ich nicht vorgedrungen. (Ich bin sicher die Pauschalen steigen – die Altersversorgung ebenso etc. etc.)

Warum diese Zahlenwut?

Nun gestern behauptet ein Herr Lauer im Spiegel, pro Staatsssekretär wendet das Land Berlin 500.000,– Euro p.a. auf, die Zahl der Sekretäre sei von 17 auf 23 erhöht worden.

Keine Frage – diese Sekretäre sind wohl froh, über ihre Ernennung – gerade Berlin kann sich ja viele davon leisten.

Exkurs – wieviele Staatssekretäre – bundesweit – leben wohl im Vorruhestand bei vollen Bezügen – bis zur Erlangung der Altersgrenze – danach leider nur noch die Pension.

Gerade in NRW ist die Zahl dieser politisch aussortierten Spitzenbeamten sehr hoch, wo könnte man da konkrete Zahlen finden?

Sind nicht gerade die Piraten, vor allem Piraten wie Lauer, Vertreter der Leistung muss sich lohnen, vor allem in Geld lohnen, Fraktion?

Nun, wie sich diese genannten 500.000 Euro aufschlüsseln – ich kann es auf die Schnelle nicht recherchieren.

Tatsache ist: ein Hinterbänkler im Bundestag kostet die Gemeinschaft der Menschen in Deutschland Minimum:

knapp 400.000 Euro (incl. gwV für Büro, Mobilität und Rücklagen zur Altersvesorgung/Übergangsgelder)

Insofern scheint die Zahl für den Berliner Staatssekretär wohl gar realistisch zu sein – sprich ein zwei HiWi Jobs hängen mit drann. (Mir wären da 10 Planstellen in der Altenpflege wesentlich lieber!)

…. zusätzlich erhält er den Zutritt zum Drehtürnetzwerk, zu diversen Nebenjobgelegenheiten die gerne und häufig genutzt werden.

Noch ein Betrag: das Kanzleramt verschling laut Bundeshaushalt über 2 Milliarden Euro im Jahr (bei ca. 580 Mitarbeitern…..)

Ja, hier stehen nichts als Zahlen – nur – ich möchte damit eines sagen – wir werden niemals Volksvertreter für das Volk kaufen können – egal wie üppig sie sich selber die Entlohnung zuweisen dürfen – wir werden, solange wir Protz, Pomp, Status und kleinfeudalen Luxus in den Mittelpunkt des Intersses stellen, Menschen als Führungmitglieder sehen, die genau diesen Interessen nacheifern!

Insofern kann muss man sich fast wünschen, dass sich die Politikgewinner künftig noch schamloser bedienen, dass sie überziehen, endlich überziehen, vielleicht besinnen wir uns dann mehrheitlich und die Paradigmen der Mehrheit schaffen eine neue Kultur im Land – ein Kultur in der nicht Milliardenbeträge für ein gruselig, kurioses Marionettentheater aufgewendet werden und dafür Millionen an den Rand gedrängt, ihr Leben nur noch durch das Lesen von Büchern, Musik aus dem Radio oder schlimmer – durch Frusttrinken, Frustdaddeln abvegetieren!

Ich bin überzeugt, nehmen wir den Betrag, den wir unseren Volksvertretern gönnen vom Bürgermeister, über den Landrat, den Landtagsabgeordneten, Bundestagsabgeordneten bis hin zur Regierung mit all ihren Spitzenreferenten und Staatssekretären, Ministerialdirigenten etc. etc. – diesen ganzen großen Wasserkopf, der absolut nichtswürdig von einer Schamlosigkeit in die nächste schwappt – wir kommen auf einen Betrag, der jenen, den wir etwa 20 Millionen Menschen, die glücklos und hoffnungslos  für wenige Euro würdelose Arbeit verrichten, zugestehen – als letzte Hilfe, zur Vermeidung von echtem Hunger, als Überlebensration, übersteigt!

Den Nachweis hierzu würde ich gerne erbringen – dazu allerdings müsste man wirklich alles aufsummieren!

Anmerkung:

Jedes Jahr kommt das Schwarzbuch vom Bund der Steuerzahler heraus – alleine dort werden Summen genannt, die genügten endlich das dumme Geschwätz von den Sozialschmarotzern mit Milliarden zu ertränken!

http://www.steuerzahler.de/Die-Finanzierung-der-Bundestagsabgeordneten/8692c9972i1p525/index.html

* dabei ist der Bund der Steuerzahler wahrlich kein Feind der Regierenden!

Nein, ich vergesse nicht die globale menschliche Katastrophe – nur – wir sind verantwortulich für unsere kleine Welt, zuerst uns selbst – danach – wer die Kraft hat – die politischen Zustände in der Kommune, dem Kreis, dem Land….

Stichwort Kommune – Bürgermeister einer Kleinstadt (kostet rund 180.000 Euro…)

Stichwort Kreis – Landrat eines  75.000 Einwohnerkreises: (kostet rund 220.000 Euro…)

Ein Landrat in Bayern (kleiner Landkreis – niedrigstmöglche Entlohnung ) kostet den Kreis über 120.000 Euro + Aufwand für Vorzimmer, Chaffeur, Dienstwagen etc.  nochmal min. 100.000 Euro.

http://www.merkur-online.de/nachrichten/bayern/michael-adam-einkuenfte-offen-verdienen-unsere-buergermeister-2301242.html

Man beachte mit welcher Selbstgerechtigkeit der junge Mann diese Beträge nennt – ich bin mir dessen Bewußt, dass die Meinung unter uns Normalbürgern bezüglich der Bezahlung von Politikern gespalten ist – manche finden das völlig angemessen, andere finden es sogar noch zu niedrig.

Welche Leistung steht dem entgegen?

Richtig, die soziale Spaltung wird vorangetrieben, insofern müssen natürlich die Volksvertreter zum obersten Dezil aufschließen, so sie nicht ohnehin längst dazu gehören, sie können doch nicht mitten im Volk verortet sein.

Dies ist der Geist der Feudaldemokratie!

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Einsiedler in Hinterwald
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Eine Antwort zu Aufgerundet?

  1. kahalla schreibt:

    Herrlich, diese Kommentare, klar und sachlich treffend. Danke.
    Zum neuesten Kommentar der , fast etwas poetisch das Nischenleben beschreibt.
    Aus eigener Erfahrung weiss ich dass es dieses Nischenleben solange nicht gibt, solange jemand Schulden hat. Und die griesgrämigen Arbeiter sind eben deshalb auch so griesgrämig, weil sie wissen, dass sie wahrscheinlich von dieser Leine nie mehr los gelassen werden.

    Wie Hunde, die sich ohne Leine ziemlich vernünftig verhalten, werden sie an dieser Leine zu Griesgramen, manchmal sogar zu Angstbeissern. Demnach käme für alle, die ins Nischenparadies wollen, noch der Schritt der prinzipiellen Privatinsolvenz.

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