Afrika – befreit sich der Mensch von der Eitelkeit?

Vorab – ich bin kein Afrikaner, ich würde es verstehen, stieße mir auf offener Straße eine afrikanische Mutter ein Messer in den Bauch – nur weil ich Europäer bin – ich kann Afrika keinen Rat geben, ich bin ein hilfloser Mensch, der versucht sein Umfeld nicht zu schädigen und seiner Familie Liebe, Hilfe und Halt zu sein – nur – ich bin traurig über die Hoffnungslosigkeit und mich befällt Wut, lese ich die euphorischen Berichte über die „verbesserten“ Verhältnisse in Afrika.

Ich zweifle nicht daran, dass viele afrikanische Menschen mit guter Ausbildung ihre Landleute lieben, ihr Land lieben und das Beste für ihre Regionen erstreben – im besten Sinne  des Wortes!

Nur – als Beobachter – sehe ich nur die Nachahmung einer fatalen Entwicklung – ähnlich wie in China oder Indien – die Welt ist heute global – einzig kulturelle Lichtpunkte erstrahlen.

Leider ist die treibende Kraft dieser global funktionierenden Wirtschaft zerstörerisch und misanthrop, ich fürchte unter dem Deckmantel einer offenen Gesellschaft breitet sich eine totalitäre finanzfaschistische Krake aus, die den guten Willen der gebildeten nutzt, indem sie an ihrer Eitelkeit ansetzt und somit all die Dinge aushebelt, die einer breiten Bevölkerung von Nutzen sein könnte – stattdessen wird die friedliche Versklavung der übergroßen Mehrheit bewerkstelligt.

Afrika könnte tatsächlich zu einem neuen Quell menschlicher Entwicklung werden, einer positiven Entwicklung – nur – sobald ich die Berichte, die Filme, die Bücher lese, die mir von Afrikanern in die Hände fallen, finde ich dort die gleiche Eitelkeit, das gleiche überhebliche, abgehobene, egozentrische Weltbild, welches mir seit jeher auch in Europa, Amerika und Australien entgegenschlägt.

Manche können es schaffen, manche sind erfolgreich, der große Rest lacht in die Kammera, anschließend dürfen die sich allerdings trollen und in ihren Winkeln der Finsterniss verschwinden – nur wenige leben am Licht – exakt wie im Rest der Welt!

Niemand reflektiert das Glück von dem er einräumt es gehabt zu haben tatsächlich, letztlich heften die eigenen Verdienste am Revers, welches man stolz vor sich herträgt – aufrecht und schön schreiten die gebildeten über das Leid derer die noch nicht einmal die Buchstaben richtig ordnen können – denen man nicht einmal die Zeit gönnt es zu begreifen.

Selbst in Deutschland gibt es noch Millionen solcher Menschen – zumindst wenn die Statistik halbwegs korrekt ist.

Warum kenne ich keinen davon? Warum suche ich mir nicht einen, nehme ihn an der Hand, helfe ihm?

Ich war  vor vielen Jahren für sechs Monate in Marokko, insofern kann ich nur die wenigen Empfindungen dieser Zeit als persönliche Reflektion des täglichen Lebens wiedergeben – und – persönlich habe ich keine großen Unterschiede – die sozialen Hackordnungen betreffend zu unseren Kommunen erlebt.

Einzig, in Afrika scheinen die Menschen noch tiefer in ihren jeweiligen Glaubensgefängnissen zu kauern – wie man gerade die letzten Tage wieder sehen kann – eine Provokation – so lächerlich sie auch sei, so plump und geradezu kindisch, lässt Tausende aufstehen und vor Wut kochen.

Wie viel Wut und Angst muss in den Herzen dieser Menschen pulsieren?

Man hält mir jetzt sicher von mancher Seite wieder eurozentische Arroganz und Überheblichkeit vor – oh – dazu besteht kein Anlass – einzig bei uns tobt sich der Mob nicht mehr so auf den Straßen aus – bei uns ist es nicht ganz so einfach die Menschen aus ihren bequemen Sofas zu pushen – ganz böse – bei uns tobt sich der Mob in den Foren aus – so wie ich –  – ich bin eine fauler Apfel, der sich ins Gras gelegt hat und sich langsam von den Wespen vernaschen lässt, und doch, noch liegt da ein Teil herum und oridiert (Kunstwort für – sich langsam, noch lebend, zersetzend und vor lauter Wut über die eigene Machtlosigkeit olfaktorische Order an die Umwelt ausgebend).

Ich habe gestern Abend meine Tastatur einigermaßen repariert (jetzt muss ich nicht bei jedem zweiten Anschlag die Buchstaben neu sortieren….) – vielleicht versucht dann mal jemand auf einen Gedankengang einzugehen, ohne gleich in grandios abgeobener Arroganz aus dem verbelibenden Stück einen braunen Haufen zu formen.

Ist es nicht wunderbar, wenn man sich eine ideelle Insel des Diskurses erobert und den Rest der Welt einfach ausblenden kann – so eine Gedankeninsel hätte ich auch zu gerne – man ignoriert ganz einfach die Menschen die in absolutem Elend leben, focusiert auf jene, die sich eine Chance erobert haben – ob sie nun Glück hatten oder einfach besonders viel Mut und Eifer – meist wird es doch eine Mischung aus Vielem sein – bleibt Ornament!

Ja, es sind mehr Menschen die in Afrika heute eine Chance erhalten, doch was ist das für eine Chance – wohin soll die Reise gehen?

Ist es zu vermessen, von den Afrikanern eine neue Lebenskultur zu erhoffen?

Ist es gar unverschämt, von jenen, die Jahrhunderte für uns gelitten haben, zu verlangen, dass sie uns nun den Weg zeigen und nicht auf den ausgetrampelten Pfaden hinter uns her wenigstens auch ihre Reise ins Verderben genießen möchten?

Oder glaubt hier die Mehrheit tatsächlich, dass Fortschritt für Afrika bedeutet – ein Auto für jeden Afrikaner, Gated Comunities auch für eine breite afrikanische Bildungsbürgerfraktion, gut ausgebildete Sicherheitskräfte die gut bezahlt und somit weniger korrupt nur noch die ärmsten schikanieren, ein Rechtssystem, das jenen die es sich leisten können tatsächlich ein gewisses Maß an Rechtssicherheit einräumt?

Ich hoffe für Afrika, dass sie uns nicht als Vorbild sehen, dass sie sich emanzipieren, sich ihre Kultur weiter erhalten, dass die vielen kleinen Zellen dort, die frei vom Wahn jedweder Ideologie, eine eigene Lebensfreude zu finden versuchen, es sind, die den Organismus Afrika in eine glückliche Zukunft führen. (Wir in Europa sind bislang gescheitert – haben furchtbare Katastrophen verursacht – und konnten nur Dank dem Leid von Milliarden auf den Trümmern dieser Ereignisse einen kurzen Ansatz von sozialem Miteinander versuchen – Finnland, Island, einige kleine Refugien mag es wohl geben, wo noch die Hoffnung blüht…)

Nur wie soll sich der Kontinent von den Fangarmen der ekligen Quallen aus dem Osten, dem Norden, dem Westen befreien?

Ich behaupte, nach wie vor sind die bestimmenden Kräfte – auch unter den Landsleuten – jene, die sich dem Prinzip der Ausbeutung verschrieben haben (…. sehr viele davon guten Willens, nach dem Grundsatz man muss das System von Innen her ändern…)und alles tun werden, ihr erkämpftes Terrain bis in die totale Finsterniss hinein zu verteidigen.

Letztlich wird der gute Willen korrumpiert – oder das System scheidet Dich aus.

Dass im Mob oft das hundertfache an geistigem Potential vorhanden wäre, ängstigt natürlich, doch das hatte man über Jahrtausende gut im Griff, man wird es weiter im Griff haben.

Wer jetzt die Augen öffnet und die Realität betrachtet, wer die ökologischen Probleme nicht als belanglose Panikmache, als krude Propaganda abtut, sondern von den schlimmsten Prognosen ausgeht, was die Verantwortung gegenüber kommenden Generationen gebieten sollte, der fragt sich doch unwillkürlich – wie dumm sind eigentlich die heutigen Eliten – ja – selbst jene, die alles gut erkennen, die es trefflich formulieren, tun alles damit ab, Bücher zu schreiben, und genießen es ihre Eitelkeit mit einem Lehrstuhl belohnt zu sehen, sich von Kongress zu Kongress zu schwingen – über den Planeten hinweg.

Natürlich schwingt in diesen Worten ein gehöriges Maß an Frustration mit, wär ich doch gerne ein geschmeichelter, schwacher, eitler, bedeutender Philosoph – wahrscheinlich würde ich genau exakt im gleichen Takt schwingen – nur – wird die Behauptung nun weniger stichhaltig?

Würde es aufrütteln, verbrannten sich alle noblen Geister kollektiv morgen vor der Wall-Street?

Wohl kaum – daher kann ich keinem seine Eitelkeit vorwerfen – ich tue es trotzdem, da ich gerade von den klügsten Bescheidenheit und Demut vor dem Ganzen erhoffte.

Den eitlen Gecken gegenüber habe ich kaum Respekt, der Gedanke alleine hilft nicht – im Grunde wäre Bescheidenheit – in meinen Augen – die größte Waffe gegen das Establishment!

Nun – ich praktiziere sie – nur – stünde mir plötzlich die First-Class offen – hätte ich die moralische Kraft sie schlicht abzulehnen?

Verlange ich nicht gerade dies von denjenigen Afrikanern, die heute Schlüsselpositionen in ihren Ländern einnehmen können?

Ja – genau dies verlange ich, von diesen Menschen genauso, wie ich es von den Menschen in unseren Ländern erwartete – Bescheidenheit und Demut!

Doch die Eitelkeit war, ist und wird immer stärker sein – bis zum Ende.

Wieviele Meilen sammeln diese Apologeten der ökologischen Kathastrophe, wie oft sind doch gerade in Neuseeland wichtige Meetings?

Es ist die globale Eitelkeit die dem Mensch zum Verhängniss wird – Egoismus würde bedeuten, wir tragen zumindest Verantwortung für unsere ureigenen Nachkommen – doch selbst jene dürfen sich auf die von unserer Eitelkeit geformte, künftige Welt schon heute freuen.

Tausendmal steht nun hier das Wort Eitelkeit, Eitelkeit, Eitelkeit, Eitelkeit………………………………..

Luanda ist übrigens eine der Städte in der Welt, die zu den teuersten zählt.

Nach wie vor, gilt Afrika als Rohstoffquelle die es auszubeuten gilt.

Neuerdings werden sogar die Kleinbauern systematisch enteignet.

Man schafft praktisch eine neue Welle der Sklaverei, es entsteht ein enormes Potential an hilf- und wehrlosem, rechtlosem Humankapital, dass ähnlich wie Öl in einem rießigem Tank in den Slums der neuen Megapolen vorgehalten wird.

Der Boden wird wohl künftig für verschiedendste Brennstoffe verwendet – für die Karossen der Mittelschicht und die Lear-Jets der Oberschicht (die auch bald mit Bio-Kerosin durch die Lüfte düsen dürften….)

Wo bitte sieht hier jemand Hoffung?

Oh – ja – Afrika hat ein wunderbares Potential an kultureller, intellektueller Kraft – nur – diese Kraft kommt zu 99% den Minderheiten der Ober- und Mittelschicht zu –

dass sich Despoten alleine – auf Dauer nicht halten – dass sonst wie in Somalia z.B. nur Chaos ausbreitet – dass ist nichts Neues – was man braucht ist die stabile Mittelschicht – sie ist der Beton in den die besthenden Ausbeutungssysteme gegossen sind!

Kann Afrika wirklich hoffen, endlich diesen Beton flächendeckend zu erhalten?

Muss Afrika wirklich dieses kleinere Übel wählen, da sonst nur noch Schlimmeres auf der Agenda warten würde?

Ich kann nur Fragen stellen – meine Antworten – sie sind nur das Fruchtfleich in den Kanbberwerkzeugen der Wespen – unendlich unbedeutend und unendlich kraftlos.

… danke falls einer den ganzen Textslum gelesen hat – orthogrphische Schlaglöcher sind mein Markenzeichen – es ist eben ein Slum und keine leuchtende Magistrale!

Nicht zuletzt möchte ich den ungezählten Menschen die auf der Flucht im Mittelmeer ertrunken sind,

die verdurstet sind – beobachtet durch die Ferngläser unserer ach so edlen Offiziere der Grenztruppen – gedenken – R.I.P.

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