Das Verteilungsparadoxon

Man teile 300 Milliarden durch 4,3 Millionen, das ergibt nach Adam Ries(e) knapp 70000.

Wer von den Lesern verdient 70.000 Euro p.a. (brutto)?

Zugegeben, dieser Betrag ist etwas mickrig,  das liegt daran, dass ca. 4 Millionen sich 100 Milliarden teilen müssen – das drückt den Schnitt gewaltig.

Das ist nur ein Beispiel, ein Topf.

Auf unserer Erde gibt es viele Töpfe, diese Töpfe sind alle mehr oder weniger gut gefüllt – und – es gibt sicher noch wesentlich paradoxer Beispiele.

Tatsache scheint mir zu sein, um  die Füllung wird gezockt was das Zeug hält. Man versucht sich den Jack-Pot zu holen und zahlt dafür mit seinem Leben ein.

Ohne Jack-Pot, wäre das Spiel wohl zu langweilig, sprich – wir würden alle aufhören zu spielen und das Leben wäre öde, fad, langweilig, wir würden vor uns dahindämmernd in dunklen Höhle kauern und wenn der Magen knurrt losziehen, um uns was zwischen die Zähne zu stecken, es kauen, schlucken und den unverdaulichen Rest wieder hinten rauslassen.

Blöd, dass bei dem Spiel nicht alle gewinnen können – blöd, wenn man das nicht verstehen mag, die Regeln zu spät, oder gar nicht akzeptiert und damit seine Chancen auf das „Glück“ vertut.

Oben wurde ein Topf beschrieben, um den man sich in einem sehr hoch entwickeltem Land     , im offenen Wettstreit balgt. Das System dort ist sogar schon so komplex, dass Füllung und Leerung von teils verschiedenen Spielern erfolgen, nicht jeder darf um jeden Topf spielen, man nennt dass ökonomisches System.

Schwenk – Entwicklungsländer entwickeln sich – endlich mehr Spielteilnehmer mit Gewinnchance.

Der Stolz der Sieger, nichts weiter als die Eitelkeit, auf ewig lockt das Verteilungsparadoxon.

Mag sein, dass sich in Afrika gerade eine Mittelschicht herausbildet, man könnte das aber auch so interpretieren, – früher gehörte einer Despotenfalimie das ganz Land – der Rest – ich kann es nicht beschreiben – ich habe es nicht erlebt.

Heute teilen sich die Despoten – in manchen afrikanischen Länder ählnich den demokratischen Nationen organisiert – mit einer etwas breiteren eingebildeten gebildeten Mittelschicht den Wohlstand der Länder.

Kann man nun glücklich die Entwicklung dieses Kontinents beobachten, mit einem strahlendem Lächeln auf den Lippen?

Ja, man kann, sofern man ein Teil dieser neuen Mittelschicht ist – und ja – man sollte wirklich die Klischees von Hunger und Elend nicht einfach gleich vergessen – schließlich betrifft es ja immer noch etwa 85 % der Menschen in diesen Ländern – auf dem ganzen Kontinent.

Nur – was kann man als ungebildeter, durchschnittlich begabter, vielleicht etwas ungeschickt netzwerkender, kurz gewöhnlicher Mensch schon groß vom Leben erwarten?

Die Welt gehört den Gewinnern – und ohne Verlierer, könnten die Ihre Siege nicht feiern – nicht in Afrika, nicht in Asien, nicht in Europa, Australien und Amerika – irgendwo in der Inselwelt Mikronesiens, in den grünen Lungen des Amazonas hausen noch ein paar Wilde – die kennen die Wörter Gewinn und Verlust nicht, die kennen das Wort Geld nicht, die kennen ach so Vieles nicht.

Schön, dass in Afrika die ach so klugen Spielregeln unseres Wettkampflebens nun von mehr mündigen Mitspielern zelebriert werden.

Man kann mir jetzt vorhalten, ein Misanthrop zu sein, dem entgegene ich – wenn von 1000 früher einer 999 allen alles nahm, und heute 150 den restlichen 850 allen alles nehmen, so ist das schön für 149, nur 850 bleiben immer noch auf der Strecke – ja, es kommt in der Tat auf den Blickwinkel an – ich zähl mich zu den 850 – und bin daher unzufrieden – liegt das jetzt ausschließlich an mir?

Wir in Europa waren schon mal sehr viel weiter – jetzt pendeln wir zurück – wo wird sich das Verteilungsparadoxon wohl einpendeln?

Man betrachte die sogenannten high developed countries man schaue sich die gentrifizierten Stadtteile in Europa an, man betrachte die Gated Communities in den USA und neuerdings immer häufiger auch bei uns, man begebe ich auf einen Golfplatz – ohne Golfset.

Da kann man die Fragen des Lebens – die sich dieser neuen Mittelschicht stellen, wunderbar erkennen!

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Über oberham

Einsiedler in Hinterwald
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2 Antworten zu Das Verteilungsparadoxon

  1. Holger Roloff schreibt:

    Die Voraussetzung der Verteilung ist das „Mehrprodukt“. Das ist seit 4000 Jahren oder so gegeben und heute aufgrund der Produktivität und technischen Möglichkeiten jenseits von ernsthaften Problemen. Doch wie erfolgt die Aneignung dieses „Mehrproduktes“? Natürlich durch das Wirken des „Wertgesetzes“, welches das bestimmende ökonomische Gesetz der Marktwirtschaft (warenförmige, kapitalgesteuertes Wirtschaften) ist! Und genau das produziert „Reiche“ und „Arme“. Will ich das ändern, reicht es nicht mehr nur mehr „Verteilungsgerechtigkeit“ einzufordern, sondern ich muss raus aus der „warenproduzierenden Moderne“, aus aus dem „Wertgesetz“, raus aus dem ganzen Kapitalismus und seinen abgewandelten, ideologischen Derivaten („soziale Marktwirtschaft“, „Freiwirtschaft“, „demokratischer Sozialismus“). Stattdessen gilt es den Stoffwechsel mit der Natur auf die Gesellschaft und die menschlichen Bedürfnisse selbst zu beziehen. Nur so lässt sich das Verteilungsparadoxon systemisch vollständig lösen, jenseits von „Geld“, „Ware“, „Lohnarbeit“, „Markt“, „Staat“ und „Eigentum“…zumindest wäre es die Voraussetzung dazu. Der Rest hängt davon ab, was die Menschen miteinander neu vereinbaren.

    Wie das erreicht und umgesetzt werden kann, wird demnächst auf http://www.hh-violette konkret nachzulesen sein.

    • oberham schreibt:

      … ob der Mensch sich ohne Zwischenschritte zu einem intelligenten-.sybiotischen Wesen, das im Kontext mit seiner Umgebung geradezu idealtypisch harmonisch interagiert und als Sozietät hierachielos und frei von Normativen besteht, ist für mich kaum vorstellbar – ein Weg dorthin – wäre vielleicht tatsächlich möglich.
      In der Natur herrscht ja – wenn auch etwas radikal – Harmonie – genau diese wäre – ohne die Grausamkeit der Nahrungspyramiden – eine sanfte Utopie.

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