Nischenleben…

Wer unzufrieden ist, sollte sich neu orientieren – Sie/Er sollte vor allem die Sinnfrage stellen!

Tatsache ist, unsere Solidarbeiträge werden extrem unsolidarisch verwendet und zum Großteil für Interessengruppen verschwendet.

Unsere Volksvertreter sind Relaisstationen dieser verkehrten Umverteilung, die für ihre geradezu grotesk schlechte Arbeit noch von jenen belohnt werden, denen sie schaden – dass die Profiteure ihnen materielle Gunst erweisen, ist wohl nachvollziehbar.

Unzufriedene Menschen in diesem Land, davon gehe ich jetzt aus, gehören eher zu jenen, die viel arbeiten und wenig Anerkennung dafür erhalten – genau diese Gruppe sollte sich zurückziehen!

Diese Gruppe sollte die Arbeitsämter stürmen und sich mir Anträgen der Dinge versichern die ihnen als Existenzminimum zustehen.

Materiell werden die meisten nicht viel verlieren!

Ich empfehle all jenen Menschen einmal zu überdenken, wie viel Geld sie ausgeben, um überhaupt ihre mies bezahlten Arbeitsangebote wahrnehmen zu können!

Mit 380 Euro kann man getrost auf das Auto verzichten, man kann sich eine kleine Wohnung bezahlen lassen, diese wird geheizt und Arte gibt es gratis – GEZ Gebühren entfallen.

Eine Grundversorgung bei gesundheitlichen Problemen, die tatsächlich ärztlicher Hilfe bedürfen, ist gegeben.

Man könnte einmal, als Monatshöhepunkt, ein Konzert oder eine Theateraufführung besuchen – mit einem Regionalticket ist das durchaus bezahlbar – dieser „Luxustag“ darf ruhig 100 Euro kosten.

Die restlichen 29 Tage im Monat, verbringt man mit viel Spazierengehen, man trifft sich mit Nischengenossen zum Schach, zum Musikhören, zum Reden und zum Träumen – man isst viel Äpfel und Bananen, Haferflocken und Salat – ab und an Mich und Eier – Pfannkuchen mit Preiselbeeren – getrunken wird Leitungswasser.

Das Klopapier holt man sich in den Luxushotels, geduscht wird dort wo die schönste Turnhalle steht mit der besten Sanitäreinrichtung.

So ein Leben kann sehr spannend sein.

Der große Nachteil, so ein Leben ist entweder nur als Single möglich – oder man ist mit anderen Nischenmenschen so gut vernetzt, dass Familie möglich ist – ohne den Kindern ein wirklich schweres Erbe mitzugeben (soziale Ächtung der glücklichen Arbeiter ist ja wohl gewiss! – Wobei – würden jene mal reflektieren, dass sie nur auf Grund der Nischenmenschen wieder vernünftige Löhne erhalten, wären sie vielleicht sogar höflich und nett mit den 380 Euro Sparfüchsen…..)

Aber – es gibt eben zu wenige Nischenmenschen – die arbeitende Bevölkerung liebt jene die sich mit ihnen um den 8 Euro Job streiten, sie fühlt sich anscheinend puddelwohl in dieser Kampfarena des Prekariats, lieber gemeinsam unglücklich, als getrennt glücklich – das erinnert fast schon an so manch zerrüttete Ehe.

Die Idee des BgE finde ich nicht so gut – am einfachsten wäre die negative Einkommensteuer, ein transparentes Steuersystem und eine pragmatische Regierung, die nicht an feudale Popanze aus vergangenen Jahrhunderten erinnert.

Dazu müsste man endlich die Hersteller von Produkten an den tatsächlichen Kosten ihrer Produktion inklusive der schädlichen Auswirkungen auf die Umwelt beteiligen – wenn dies auch via Verkaufspreis an die Verbraucher weitergegeben wird – nur – dann dürfte ein SUV wohl das Doppelte kosten – ein Fahrrad vielleicht 5% mehr – ein Zugticket vielleicht 10% mehr – das gälte in allen Bereichen – sinnvolle, nötige Güter würden nicht viel teurer – sinnlose, schädliche um ein Vielfaches!

Wir könnten so leicht umsteuern – auch die solidarische Versorgung einer globalen Weltbevölkerung – sie wäre selbst bei 8 Milliarden Menschen, beim heutigen Wissensstand – nachhaltig gut möglich –

– es gibt nur ein großes Problem:

Es ist politisch nicht gewollt – und so paradox es klingen mag, der politische Wille drückt den Willen der Mehrheit aus – aus Bequemlichkeit einfach nichts zu tun – bedeutet – dem Treiben der Wahnsinnigen still zuzustimmen – gerade wir Deutschen hätten unsere Lektion eigentlich längst lernen müssen – wir haben es nicht gelernt!

Dabei möchte ich noch sagen – wir sind als Deutsche in unserem Verhalten eben einfach nur in etwas so ignorant, wie die restlichen Völker dieser Erde es sind – jeder in Nuancen auf seine Weise noch perverser, als es das Gesamtbild erkennen lässt.

Nischenleben – sind überall möglich – hierzulande – sind sie geradezu paradiesisch – sofern man sich vom Mainstream abkoppeln kann – wer dies nicht schafft, für den ist Hartz IV die Hölle.

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Über oberham

Einsiedler in Hinterwald
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14 Antworten zu Nischenleben…

  1. ThorstenV schreibt:

    Das ist schlicht falsch. Es gibt viele Menschen, denen von den Behörden und Gerichten das Existenzminimum rechtswidrig verweigert wird und die dann auf der Straße landen, statt in einer geheizten Wohnung. Auch die Gesundheitsvorsorge ist keineswegs garantiert. Fragen sie eine alte Frau mit Minirente auf dem Dorf, wie die überhaupt zum Arzt kommt. Antwort: Sie bittet bei den Nachbarn um Mitfahrgelegenheit. Wer nicht bis an die Zähne mit sozialrechtlichem Wissen bewaffnet ist, hat im Konfliktfall Pech.

    • oberham schreibt:

      @ThorstenV

      bitte nicht so unreflektiert urteilen. Natürlich bedarf es einer ganzen Menge Lebenskraft, sich in so einer Nische die kleinen Zuwendungen – die wirklich jedem Menschen auf der Welt, der es schafft in unseren Rechtsraum zu flüchten – zu sichern.

      Leider ist es nun einmal so, dass diese politisch keinesfalls gewollt ist – es ist ein „unkorrektes“ Lebensmodell.

      Daher versuchen die Behörden natürlich alles erdenklich Mögliche, es zu erschweren – gar zu verhindern.

      Viele Obdachlose schlafen in der Tat lieber mal hier, mal dort – als sich die entwürdigenden Amtsgänge anzutun – es gibt aber auch nicht wenige Menschen, die solche Nischenleben ganz gut hinbekommen – sogar ganz ohne staatliche – oder familiäre Hilfe – einfach durch Gelegenheitsjobs und etwas Phantasie.

      Interprtierst Du meinen Text als einfach Anleitung – so hast Du mit Deinem ersten Satz auch recht – nur das soll er nicht sein! (Es ist im Grunde eine Allegorie auf die Bescheidenheit – wobei diese Allegorie nur den Schatten darstellt, der Corpus ist ein mögliches Modell für unglückliche Menschen, die noch Kraft haben, jedoch keine Aussicht auf eine würdevolle Beschäftigung, für die sie regelmäßig Lohn erhielten.

      ….. unser großes Glück ist, wir leben noch in einer offenen Gesellschaft, wir sind noch lange nicht am Ende einer sozialen Entwicklung angelangt – die Zukunft, ist offen – auch die Richtung in die wir gehen – gute Reise uns allen.

      • ThorstenV schreibt:

        Wenn Sie klarstellen, dass das nur eine Option für jenigen ist, die Kraft und Möglichkeiten zum „Aussteigen“ haben, habe ich daran nichts mehr auszusetzen. Man muss aber kritisch fragen, ob dieses Kraft nicht besser eingesetzt wäre, wenn sie mit anderen gebündelt wäre, um gemeinsam gegen die Unterdrückung vorzugehen.

      • oberham schreibt:

        … wenn das Bündeln nur so einfach wäre, vor allem – meist entstehen dann wieder Hierachien – Führungspersönlichkeiten tun sich hervor – und scheitern meist exakt gleich jenen, die sie abzulösen, angetreten sind.

        Ich möchte gar nicht wissen, wie schnell meine Eitelkeit mich um sämtliche Ideale brächte, wenn ich doch nur meine vermeintliche Wichtigkeit behielte!

        Nein – meiner Meinung nach wird der Mensch erst dann eine offene und solidarische Gesellschaft erleben, wenn er die Fähigkeit zur individuellen Vernunft soweit gebracht hat, dass Führung als etwas Schädliches gebrandmarkt wird und guter Rat eine Sache der Ehre und der Erfahrung ist, die keinen Lohn in Form von Stand und Status sondern lediglich in Form von Würde erfährt.

        Wenn die Menschheit klug – gemeinsam agiert – wird es keinen Hunger und keinen Krieg mehr geben – die Frage steht seit Jahrtausenden im Raum – wird der Mensch dieses Ziel noch erreichen?

        Das Ziel haben schon Menschen vor über 2000 Jahren mehr oder weniger elegant und konkret formuliert – man könnte sagen fast täglich erscheint seither eine überlieferte Entsprechung – einzig – man schafft es nicht, sich von den sozialen Hierachien zu befreien, da jene, die Macht haben, bequem in dieser Situation agieren können – für sie ist die Utopie längst Realität – sie müssen nur untereinander aufpassen, es nicht zu bunt zu treiben – was oft genug passiert.

  2. Otto Stomps schreibt:

    Was für eine peinliche Sozialromantik auf Kosten der Schwächsten!

    • oberham schreibt:

      Nun, die Fähigkeit sich vom Mainstream abzukoppeln – ist wie gesagt, unbedingte Vorraussetzung!
      Kommt die Agenda 2020, dürften Versuche sich auszukoppeln mit Zwangseingliederung bestraft werden – wo sie da Sozialromantik erkennen, ist mir schleierhaft.

      Ein Nischenleben wird wohl niemals die erste Wahl sein – es ist aber wohl besser als ein Leben als Nutzmensch ohne Würde!

      Oder was würden sie einem unzufriedenem Menschen empfehlen, der um fünf Uhr morgens aufsteht, bis zu 3 Stunden zur Arbeit auf seinem Weg ist – dann acht Stunden Stumpfsinn gegen 6 Euro – und wieder Nachhaus – soll der so weiter leben?

      Auf Kosten der Schwächsten leben einzig die Gewinner im Verteilungsspiel!

      • thorstenv schreibt:

        „Oder was würden sie einem unzufriedenem Menschen empfehlen, der um fünf Uhr morgens aufsteht, bis zu 3 Stunden zur Arbeit auf seinem Weg ist – dann acht Stunden Stumpfsinn gegen 6 Euro – und wieder Nachhaus – soll der so weiter leben?“
        Vorsicht zu sein. Denn wenn er einfach aufhört hat er die Sanktion des Jobcenters praktisch sicher.

        „vor allem – meist entstehen dann wieder Hierachien“
        Das mag schon sein, das gesellschaftliche Gruppen zur Entwicklung von Hierarchien neigen, aber trotzdem ist Hierarchie nicht gleich Hierarchie, Gruppe nicht gleich Gruppe und Gesellschaftssystem nicht gleich Gesellschaftssystem. Es geht zunächst mal darum die Dinge besser zu machen, nicht notwendig gleich perfekt im ersten Anlauf.

  3. Gecko schreibt:

    Was soll man dazu sagen, „auf die Kosten anderer leben“! Wer lebt wohl auf wessen Kosten nur mit Dummschwätzerei. Die Pfaffen und die Politker. Und natürlich jeder Aktienanleger. Schmarotzer durch die Bank. Und so etwas soll man unterstützen? In so einem Betrügersystem kann man nur in einer Nische wahrhaft menschlich leben. http://nischenleben.blogspot.de

  4. Ohnweg schreibt:

    Hat dies auf faktorfreiheit rebloggt und kommentierte:
    Das Nischenleben ist für mich die einzigste Alterrnative die zur Zeit realistisch ist. Ich werde mich damit mehr beschäftigen müssen. Man kann damit bei genug Bauernschläue alle Systeme überbrücken. Ich selbst lebte Zeit meines Lebens in Nischen.

    • oberham schreibt:

      Oh, mit Bauernschläue kann man im System perfekt mit schwimmen!
      Ich hoffe wir verstehen uns nicht falsch – es gilt sich zu verweigern – nicht seine Vorteil zu suchen, im Sinne von – Wohlstandsmenschlein sein, ohne Anstrengung (was eben mit etwas Cleverness locker machbar ist – und von vielen auch gemacht wird!) – sondern sich der, lass mich sagen, unbefleckten Werte und Wonnen bewusst zu werden, die da eben auch jenseits des Systems liegen und uns ein glückliches Leben schenken, ohne anderen Wesen Unbill und Elend aufzuhalsen.

  5. oberham schreibt:

    „Es geht zunächst mal darum die Dinge besser zu machen, nicht notwendig gleich perfekt im ersten Anlauf.“

    Wie viele Anläufe werden wohl noch möglich sein?

  6. oberham schreibt:

    So kann nur jemand sprechen, der alleine auf seine Position reflektiert. Die Leibeigenschaft ist nach wie vor ein sehr probates Mittel der Ausbeutung, wobei, in unseren Breiten spielt sich die Menschennutzung schlicht ein klein wenig nuancierter ab, keinesfalls weniger erbärmlich, keinesfalls sozialer, sie haben oben selbst trefflich darauf hingewiesen – Aufpassen, lautet die Devise, – auf dass der Lohnherr nicht den Käfig öffnet und das Tierchen in einen andern, noch weniger komfortablen wechseln muss.
    Und wehe, wer da keinen Käfig findet, dem droht die Nullsanktion – oder halten sie jetzt doch ein Nischenleben für möglich?
    …. ich behaupte die bisherigen Anläufe haben nichts gebracht – in der Tat!

    • @ineitzke schreibt:

      » …. ich behaupte die bisherigen Anläufe haben nichts gebracht – in der Tat!«

      Vermutlich ist es noch schlimmer. Aber ob es für diese Einschätzung [noch] richtige Daten gibt, mit denen sich das messen lassen könnte, weiß ich nicht:
      Die aus Sicht der Psychopathen verfeinerte und fortgeschrittenere Dressur ihres Stimm-, Konsum- und Arbeitsviehs für eine tiefere Einbindung in die Matrix, ein kaum noch spürbares Gefängnis aus geistiger Unfreiheit und Willensbrechung.

      Toller Kommentar, danke! In den letzten Jahren sah ich einige Blogs dieser Qualität sterben. Es wäre schön, wenn uns diese Seiten überleben.

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