Die Welt der Halbgötter – warum Mensch ungleich Mensch ist

Samen, sie werden verteilt, von allen möglichen Umständen hängt es ab, wo sie schließlich sprießen, oder verrotten. So läuft es im Pflanzenreich, bei den Tieren gibt es eine ähnliche Lotterie – desto komplexer ein Lebewesen aufgebaut ist, desto konkreter wird die Nachwuchsorganisation – Säugetiere sind – die Fortpflanzung betreffend wohl am konkretesten. Das Weibchen trägt die nächste Generation im Körper geborgen, läßt sie dort soweit heranwachsen bis sie lebensfähig ist und entlässt sie dann bei der Geburt in die individuelle Existenz – jedoch – noch sind diese Tierkinder nicht überlebensfähig – noch bedürfen sie der Hilfe von erwachsenen Artgenossen.

Die Lebenslotterie, sie bestimmt wo, wann und wie ein befruchtetes Samenkorn seinen Endpunkt erreicht, ein männliches Spermium eine weibliche Eizelle befruchtet, ob der Samen aufgeht und das zum gedeihen nötige Licht, die nötigen Nährstoffe erhält, ob die befruchtete Eizelle tatsächlich neues Leben hervorbringt und vor allem für uns Menschen enorm spannend, aus welchem Mutterleib dieses Leben dann – wann und wo geboren wird.Info

Wie gnädig wird das Schicksal wohl sein? Der Mensch träumt davon jedem Artgenossen die gleichen Chancen zu gewähren, er schrieb viel darüber, spricht noch mehr darüber und denkt doch ganz anders darüber.

Das menschliche Prinzip ist das genaue Gegenteil von Chancengleichheit. Das menschliche Prinzip lautet nutze jede Chance die sich bietet um den anderen zu besiegen, zu verdrängen, dich selbst in die dominante Position zu bringen – kurz – der klassische Darwinismus ist immanent – auch und vor allem bei den Menschen.

Überall herrscht in der Natur Wettbewerb – Verdrängungswettbewerb. Der Mensch ist ein außergewöhnlich fähiger Verdränger, ein perfekter Parasit, er lebt überall und permanent auf Kosten anderer Lebensformen und hat selbst innerhalb seiner Spezies dieses Prinzip perfektioniert – vom Abfallmenschen, den man schon bei der Geburt im Dreck liegen lässt bis hin zum Halbgott der mit allen Möglichkeiten behütet und herangezogen wird reicht das unbeschreiblich weite Spektrum.

Die Unsterblickeit ist ein Traum, den der Mensch, seit er sein Bewußtsein entwickelt und begonnen hat es zu dokumentieren, mit verzweifeltem Eifer zu realisieren versucht. Vielleicht ist dies der Grund, warum er sich selektiert, sich erniedrigen lässt, sich in den Dienst der Gemeinschaft stellt und als williger Helfer seinen Halbgöttern ausliefert, die alle Kraft aus der Erde und alle Kraft aus den Individuen ziehen.

Am Ende werden diese Halbgötter sterben mit dem Satz auf den Lippen – „es war alles Leid umsonst….“ – ein Gedanke der wohl von solchen privilegierten Menschen schon oft in der Stunde des Todes auflebte – leider zu spät.

Würde der Mensch nicht so gierig nach dem Leben trachten, dem langen, längeren und ewigem Leben, würder er dann nicht eine andere soziale Struktur wählen, würde er nicht versuchen solidarisch seine Zeit so friedlich und harmonisch, so leidfrei und erbaulich wie möglich zu gestalten?

Welche Gründe kann es sonst noch geben, die eine unglaubliche Gier nach Reichtum entfachen, der doch nach überschreiten einer gewissen Schwelle keinerlei Vorteil mehr bringt – der nur noch Selbstzeweck ist und dabei den Tod, die Krankheit , das Lebensleid von Milliarden auslöst – deren Leben praktisch ohne jeden Sinn langsam ausgehaucht werden.

Die reichsten Menschen sind Halbgötter, die vordergründig ihre Milliarden in soziale Projekte investieren, tatsächlich jedoch immer besessener an der Überwindung des Zellzerfalls, der ewigen Zellerneuerung des lebendigen Organismus forschen lassen. Ganze Populationen werden zu Versuchsobjekten degradiert, die unter dem Deckmantel humaner Ziele, der Bekämpfung von Krankheiten, ohne es zu wissen, wie Laborratten benutzt werden.

Die ärmsten sind letztlich zu Allem bereit.

Es sind natürlich schlichte Behauptungen, wie könnte ich es beweisen, was würde es auch bedeuten, könnte man diese Theorie durch die Geständnisse eines Bill Gates, eines Buffet, eines Slim und wie sie alle heißen mögen belegen – es würde nichts ändern, da wohl die große Gruppe der Wohlstandsmenschen ebenso auf diese Errungenschaft hofft.

Besiegen wir den Krebs, besiegen wir den Tod an sich, bitte – schafft es von vor dem Ende meiner Zeit!

Das Zeitalter der Siliziumdualität befeuert diese kranke Ideologie mit neuer Hoffnung, die Quantenmechanik hat die technologischen Sprünge ermöglicht, die unglaubliche Rechenleistungskraft der kybernetischen Konstrukte muss doch jetzt den Durchbruch bringen!

In der Zwischenzeit vergessen die Halbgötter die Artgenossen, sie übersehen sie, oder schlimmer, sie spielen mit ihnen wie man mit seinen Bauklötzen spielte, sie manipulieren sie, töten sie, verachten sie und entziehen ihnen mit immer offensichtlicherer Konsequenz jegliche Lebensgrundlage, die täglich etwa 120 aussterbenden anderen Arten unserer Biosphäre ignoriert man ohnehin.

Seit jeher haben jene Menschen, die sich ihrer Rolle als eine von vielen Lebensformen bewußt sind, die versuchen das Schlimmste zu verhindern, die sich gegen diesen Irrsinn stellen und den geschändeten Artgenossen oder auch der Natur an sich zu helfen , nicht den Hauch einer Chance.

Es ist nicht ein Kampf David gegen Goliath, es ist überhaupt kein Kampf, es ist vielmehr eine Facette des Irrsinns, da wohl längst das Horrorgebäude der Gier nach Unsterblichkeit und natürlich damit verbundenem unermesslichem Reichtum längst eingestürzt wäre, würden nicht diese Glühwürmchen der Hoffnung die Finsterniss der Mächtigen mit ihren Irrlichtern durchdringen.

Wohin man auch blickt, überall in der Kunst, überall wo geniale Geister sich ausdrücken kann man den Wahn dieser Menschen sehen, man kann ihn fühlen, tasten, riechen, man weiß alles, und ignoriert es, nur – um existieren zu können, ohne Wahnsinnig werden zu müssen.

In dem Augenblick, da eine liebende Mutter ihr Kind nährt, in dem Augenblick legt ein bezahlter Tötungsmensch seine Apparatur zurecht um dutzende Kinder zu ermorden, in dem Augenblick da ein Komponist eine Tonfolge ersinnt, die uns Tränen der Freude in die Augen treibt, erdenkt ein Projektplaner die Vertreibung von tausenden Familien von ihrem kleinen Stück Land, das wenigstens etwas Freiheit und notdürftig Nahrung bot – um mit Monokulturen Profite zu machen, dabei zerstört er die Umwelt und treibt die Menschen in die Skalvenhalden der Slums, wo sie bereitgehalten werden – ja wo es ein Glück bedeutet, statt hospitalisierend durch die Zeit zu wanken, vom Hunger und Durst gequält, für einige Cent sich langsam  todarbeiten zu dürfen und wenigstens ein Stück Rinde am Abend zwischen den Zähnen zu kauen.

Die einen überlegen am Morgen was sie wohl anziehen, wie lange das Frühstücksei kochen soll, welchen Saft man trinkt, die anderen öffnen die Augen und der Hunger sticht ihnen in die Gedanken hinein wie ein Messer ins Fleisch.

Wir alle, die wir hier in Mitteleuropa leben, wir sind willige Helfer der gnadenlosen süchtigen, sterbensunwilligen Plutokraten, wir tolerieren den Tod nicht, wir fürchten ihn, doch um dieser vagen zig-tausend Jahre alten Vision willen, machen wir uns zu Sklaven der Gier – statt das Leben selbst zu nehmen.

Wir sind nicht glücklicher als jene hungernden Milliarden in den Slums und den verwüsteten Landstrichen dieser Welt, obwohl wir doch alles hätten, nur die Unzufriedenheit nagt in uns wie eine beissende Wunde und der gesähte Hass auf die, die wir täglich indirekt ermorden kommt noch hinzu.

Es ist eine Horrorgraphie, ein Ballet, eine Kollage, kurz das Grauen selbst, das der Mensch verkörpert.

Dabei könnte er das von ihm erträumte Paradies auf dieser Welt binnen weinger Jahre erschaffen – schon seit vielen tausend Jahren – wäre dies möglich – nur – wie sollten dann jene, die den Reichtum häufen noch ihre Kammern füllen?

Wir haben uns leider von Generation zu Generation – immer – für die Halbgötter und gegen das Leben entschieden – ich wünschte fast, sie mögen endllich den Status der Götter erlangen, diese befruchteten und an prominenter Stelle ausgeschissenen Leben, die da die Macht haben das Leid der Welt immer weiter zu treiben und die dafür sorgen, dass wir uns ebnenso immer weiter als willige Helfer des Grauens nutzen lassen.

Dann könnten sie vielleicht auf einige Milliarden Leidleben verzichten, würden sich Nutzmenschen züchten und das momentane Spiel hätte ein Ende gefunden.

So gut es mir persönlich auch gehen mag, ich kann den Rest der Welt nicht ausblenden, ich mag ihn vielleicht auch nicht ausblenden, mag sein ich bin krank, mag sein die Welt ist wunderbar und ich sehe dies alles nur völlig falsch.

Nur – wenn jemand 100 Euro übrig hat, um einige Stunden über eine grüne Wiese zu marschieren um kleine weisse Bälle vor sich herzutreiben indem er mit Eisenprügeln auf sie schlägt, aber im selben Moment von der Faulheit anderer spricht, die da in Schlangen stehen, um aus einem Suppentopf etwas zu essen zu erhalten, dann überkommt mich das Kotzen und ich freu mich wenn der Blitz einschlägt!

Man kann das nun Neid nennen, man mag mir unterstellen, ich wollte doch selber nur gerne über den Golfplatz schlendern, selber gerne den Hyperluxus des bediendten und allimentierten Müßiggangs genießen, dem permanenten Konsumentscheidungsdilemma anheim fallen, man mag mir das gerne unterstellen – es beweist damit meine Theorie – die da lautet,, die meisten von uns Konsumtrotteln können sich ein Leben – wie es möglich wäre – gar nicht vorstellen – für sie ist diese grauenvolle Welt in der Tat – die bestmögliche und durchaus gerechte und kluge Menschenkultur.

So beten wir sie weiter an, die Halbgötter die sich so sehr danach sehnen Götter zu werden.

Es gibt Menschen, die hätten jederzeit die Freiheit – Ihr Leben so zu leben wie sie es sich erträumen – viele tun es trotzdem nicht – da die Geldsammelei es ihnen verwehrt.

Es gibt Menschen, die sind von einem Tag auf den nächsten nur auf eines programmiert – zu überleben.

Erstere machen einen winzigen Bruchteil der Population aus, Letzere einen Großteil.

Wir zucken mit den Schultern und entschuldigen uns mit der Phrase „ich kann die Welt nicht verändern“!

Dabei könnte jeder hier, sehr wohl, sehr viel, verändern!!!

Advertisements

Über oberham

Einsiedler in Hinterwald
Dieser Beitrag wurde unter Was Spatzen von den Dächern pfeiffen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

6 Antworten zu Die Welt der Halbgötter – warum Mensch ungleich Mensch ist

  1. AlterKnacker schreibt:

    Auch Du hast es mehr als verdient, zu den Gottheiten zu gehören, aber ich schätze, Du weißt es selbst, wie schwer es ist, von ALLEN verstanden zu werden.

    • oberham schreibt:

      ups… ich möcht gar kein Gott sein, ich find ich bin ein glücklicher Mensch – nur mich macht traurig, dass ich so oft auf Unglück treffe und mich macht traurig, dass meine Idee einer friedlichen Welt, von den meisten Menschen als naive Utopie verstanden wird.

      Im Übrigen hoffe ich nur, dass ich bis zu meinem Tod nicht zum Konsum gezwungen werde, schrecklich wäre – die Wahl zwischen Gefängniss – bzw. Euthanasie – oder funktionierendes Produktions-Helfer-Überwacher Wesen mit Konsumverpflichtung haben zu müssen.

  2. Kalle Bunker schreibt:

    Im göttlichen Wahn verfallen, gegen sich selbst Hand anlegend. Wie blind Augen und Geist doch sind.

    Konszumzwang, welch grausamer Leidensweg einer ganzen Spezies. Neuzeitdroge mit fatalen Auswirkungen und noch keine wirksame Entziehungskur in Sicht. Dem Konsum-Irsinn zu entfliehen, wird bald die einzige Gesundung vom Wahnsinn der falsche Götter sein. Wenn uns Chemie-, Lebensmittel-, Pharma- und Waffenindustrie nicht vorzeitig in die ewigen Jagdgründe gebracht hat.

    Nicht vergessen! Der Phoenix aus der Asche ist nichts als eine von Menschen erfundene Legende. Ist die Erde erst einmal verbrannt, sind wir wie Staub vom Winde für immer verweht.

    „This is the end, my only friend, the end ……..“

  3. AlexanderHerz schreibt:

    Die Idee einer friedlichen und gerechten Welt ist eine Wunschvorstellung und sie müsste doch für jeden Menschen erstrebsam sein. Leider Gottes gibt es nicht nur das Problem des Welthungers, der Kinderarbeit und weiterer geduldeter Grausamkeiten, sondern eben auch eine religionsübergreifende Machinerie der Hasspredigten und auf Missgunst basierende Erziehung, die Menschen zu eben solchen Verdrängern und Parasiten macht, statt zu solchen, die nach wünschenswerten Glaubenssätzen ein erfülltes Leben führen. Liebe, Solidarität, Unterstützung, Miteinander, Milde, Respekt und Toleranz. Werte, die zu einer Welt führen könnten, die Menschen vereint. Gemeinsam für den Erhalt unserer Erde, gemeinsam für den Erhalt jedes Einzelnen, gemeinsam für die spirituelle, emotionale und geistige Erfüllung. Das tägliche Leben zeigt immer wieder, wie schön diese Erfahrung sein kann. Friedliche Festivals sind ein Beispiel, ökomenische Kirchentage voller junger, toleranter, liebevoller Menschen. Die Energie, die von derartigen Zusammenkünften ausgeht, ist beinahe greifbar und doch scheint sie nicht jeden zu berühren. Wie soll also die „naive Utopie“ Realität werden? Wie soll all der Hass, die Missgunst, der Neid aus unseren Köpfen weichen?

    • oberham schreibt:

      In der Tat – es macht einen perplex zu erleben, wie gerade die Güte die schönsten Lebensaugenblicke von uns allen bestimmt – das bestimmende Element unseres Seins sollte die Güte und die Toleranz sein – Aussagen – wie sie fast alle Religionen treffen – einzig die Realität ist eine andere.

      Ja – warum? Warum erliegen wir alle eines Tages der Gier, der Eitelkeit, dem Neid und all den anderen Geschwisteren der dunklen Seite unseres Egos?

      Wenn ich mein Tagwerk vollbracht habe, mit meiner Hängematte in den Wald marschiere und dort ein Buch lese – so ernte ich gehässige Kommentare – der Sonderling, der Müßiggänger, der Nichtsnutz….. – würde ich statt 1000 Euro im Monat mit meinem Beruf (der im „sozialen“ Bereich angesiedelt ist) – 2000 Euro verdienen, hätte ich diese Zeit nicht – ich würde aber auch schlechter arbeiten, da meine Arbeit Freude, Kraft und Geduld erfordert – Dinge die ich nicht 50 Stunden in der Woche aufbringen kann (soviel Zeit müsste ich wohl opfern für den genannten Betrag) – sie würden mich mit Wohlwollen und einem nicken begrüßen…..

      Dies ist wohl die Krux – der allgemein definierte Fleiß – ist nur ein irrer Wahn – er ist die Opfergabe von uns allen an die – die uns aussaugen.

      Vielleicht sind wir in der Tat nichts weiter als ein mißglückter Versuch der Evolution – vielleicht lernen kommende Generationen aus der Vergangenheit – 10000 Jahre (etwa) Zivilisation der perversen Art sind eine kurze Phase – vielleicht darf man die Hoffnung einfach nicht aufgeben.

      Derweil ernte ich die Mißgunst der meisten (einschließlich eines golfenden Senioren) und die Achtung einiger weniger – sowie den Dank der anvertrauten Menschen.

      Es ist mir die bestmögliche Ernte – wer die Zufriedenheit sucht – der kann sie finden – und ich glaube – er würde dann genau so leben, wie er es vertreten kann.

      (… ich kann mir nicht vorstellen, dass Geld glücklich macht, wenn man reflektiert woher es kommt, was es bewirkt und wem es fehlt….)

  4. Pingback: Tut es weh? | Freies in Wort und Schrift

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s