Privatisiert die Feuerwehr!

Das Haus brennt,  die Feuerwehr füllt den Pool der Villa von nebenan.

Abgebrannte Bauwerke sind nicht weiter schlimm, sofern niemand mit ihnen verbrannt ist.

Ein einzelner Mensch würde wohl kaum für einen Koffer voller Geld votieren, hätte er die Wahl zwischen selbigem und seiner Gesundheit, oder gar seinem Leben.

Nehmen wir an sie sind eine Frau, sie lieben ihre Kinder – im Alter sind sie stolz auf ihre Enkelkinder, würden sie sich für den Koffer entscheiden?

Statt für ein gesundes, glückliches Leben ihrer Nachkommen?

Sie sehen dies als rhetorische Frage?

Warum? Sie entscheiden doch täglich, täglich nehmen sie lieber den Koffer, selbst wenn er ihnen nicht einmal gehört, selbst wenn ihre Führung das Geld verprasst, sie nehmen ihn und sie reichen ihn willig und demütig weiter.

Mit ihrer ganzen Lebenskraft stellen sie sich in den Dienst einer Wirtschaft, die nur das Ziel Rendite verfolgt. Ganz offen und ohne Scham plädieren die Führungskräfte für Gewinn, Gewinn und nochmals Gewinn.

Bitte, welchen Gewinn meinen diese Damen und Herren?

Schön, blenden wir einmal 6.500.000 Menschen auf diesem Planeten Erde einfach aus, wir platzieren sie in Slums, in Mietsilos, in Reihenhausghettos, viele leben noch wie vor 2000 Jahren auf dem Land und bestellen einen kleinen Flecken Erde mit ihrer Körperkraft – übrigens nicht die unglücklichsten unter den nun vergessenen – nur kurz ich möchte später auf sie zurückkommen – wir sollten uns ihrer doch wieder erinnern. Wahrscheinlich sind wir doch ein Teil von dieser Gruppe.

Betrachten wir das Leben eines erfolgreichen Menschen, einer wohlhabenden Familie, die nach den derzeitigen Wertvorstellungen Ihre Ziele fast perfekt verwirklichen konnte.

Sie mögen mich des Klischees bezichtigen, es sei ihnen belassen, ich kann nur schildern was ich erlebe und sehe.

Eine traurige Tatsache ist, der Mensch ist grenzenlos gierig, seine Gier ist niemals befriedigt, ein Mensch, nimmt was immer er zu nehmen im Stande ist – ohne Rücksicht, ohne Verstand.

Das Problem, es gibt nicht einen Menschen auf diesem Planeten, nein, es gibt etwa 7 Milliarden.

7 Milliarden potentielle grenzenlos reich sein wollende Zeitgenossen.

Sie sind keiner davon? Bitte machen sie eine Liste von Dingen, auf die sie freiwillig verzichten.

Anschließend machen sie eine Liste von Dingen, die sie gerne hätten, die allerdings für sie unerreichbar sind, da ihnen die Kaufkraft dazu fehlt – oder das Talent, der Mut, die Kraft, die Gesundheit, die Jugend – vielleicht auch die Freiheit?

Wir erleben ein Zeitalter, in dem die sozialen Errungenschaften von Millionen kämpfender Arbeiter in den letzten beiden Jahrhunderten, die zarten Pflänzchen der Demokratie, die Versuche einer sozialen Marktwirtschaft, von einer neoliberalen Ideologie eingedampft werden, die unter dem Deckmantel der Freiheit, die Diktatur des Kapitals erneut implementiert.

Ist es nicht famos, dass die Arbeiter die Polizisten bezahlen, die sie auf der Straße niederknüppeln, sobald sie sich gegen die Entrechtung zu wehren versuchen.

Doch diese Phase ist bald zu Ende. Der Staat hat seine Schuldigkeit getan, es gibt nicht mehr viel, was seine Hilfe erforderte.

Künftig werden die Investoren die Welt ganz offiziell übernehmen, die Plutokraten und Oligarchen haben längst die Schlüssel in ihren Händen, die Böden, das Wasser, die Infrastruktur sie gehört ihnen.

Bald werden auch die Armeen privatisiert sein, private Killertruppen gibt es ohnehin schon, die Gefängnisse sind in den USA schon in privater Hand, die Polizei dürfte es in Kürze sein.

Die schlimmsten Dystopien der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts zeichnen sich vor unseren Augen in der Realität ab. Die Menschen sind zu willenlosen Konsumsubjekten degeneriert, die ohne mit der Wimper zu zucken, jede noch so drastische Maßnahme ignorieren, ja sie ignorieren sogar, dass die Gier der Investoren die Lebensgrundlagen in immer gröberem Ausmaß vernichtet.

Dass in einer westlichen Demokratie eine ganze Stadt abgeriegelt wird, nur weil einige Junge Menschen gegen diesen Wahn friedlich demonstrieren wollen, ficht die Massen nicht mehr an, sie zucken mit den Achseln und gehen brav zur Arbeit, sie zahlen brav die Steuern, womit sie selbst die Menschen finanzieren, die Sie und vor allem ihre Kinder in eine sklavenhafte Zukunft leiten.

Nicht ein Tier bezahlt schon zu Lebzeiten seine Peiniger, es leidet in der Fleischindustrie von Beginn bis zum grausamen Ende.

Früher konnte man sagen, die Tiere gaben dem Menschen für seine Fürsorge, für Sicherheit , ihre Milch, ihre Aufmerksamkeit, ja es herrschte ein gewisser Grad an Achtung zwischen den Lebewesen.

Heute sind die Tiere genmodifizierte Biotransformer, man berechnet Todesquoten versus Versorgungsaufwand, Medikamenteneinsatz, versus Geschmack, Tötungsmechanismen versus Zeit.

Wenn ich die Slums in den Agglomerationen der Schwellenländer betrachte und die Fabriken in welche die Menschen dort zur Arbeit gehen, dann sind wir nicht mehr weit von der Massenmenschhaltung entfernt – wenn wir mancherorts nicht schon dort angekommen sind!

Der mitteleuropäische Angestellte – das Hausschwein des Investors, die Politiker, die Wachhunde der Investoren, die Leiharbeiter das Geflügel, die „Überflüssigen“ – die Ratten. (…. manchmal denke ich als Ratte würde es sich besser leben, den als Hausschwein…. – mir fehlt nur der Mut)….

Noch herrscht bei uns die Idylle des Bauernhofs – in Indien und China ist Massenmenschhaltung schon besser erkennbar.

Ich bin als Deutscher Staatsbürger mit über 40.000 Euro belastet, Menschen die ich nicht kenne, könnten einfach sagen, gib mir das Geld – oder gib mir deine Freiheit und deine Kraft. (Natürlich gehört ein großer Teil des Gelden – im Prinzip den Rentenkassen – den privaten Versicherungskonzernen – doch diese agieren mit der Macht des Geldes nicht im Sinne der Beitragszahler/Sparer – nein, sie ruinieren vielmehr deren Zukunft – das Geld der Kleinsparer wird verbrannt, aus der Asche steigt das Oligarchenpack wie ein gruseliger Phönix hervor, bald möchte die Regierung ja auch die „Selbstständigen“ = nicht anders als Menschen die keine vernünftigen Arbeitsplätze mehr finden – zwingen, den Konzernen einen Teil ihres Einkommens sofort wieder zu nehmen – zur „Zwangsrentensammlung“ – dabei spielt man die Angestellten – die ja auch gezwungen werden zu zahlen – gegen die „Selbstständigen“ aus – komisch, früher gab es diese Diskussion nicht.)

Nun da gab es auch nicht Millionen Selbstständiger, die weniger verdienten als ein normaler Arbeiter.

Meine „Schuld“ steigt jeden Tag ein klein wenig weiter an – irgendwo wird dafür jemand immer reicher. Meine Rente, dürfte kaum höher als eine Grundversorgung sein – vor allem – derzeit spekulieren andere mit diesen Ersparnissen.

Wo keine nachhaltige Verteilungsgerechtigkeit herrscht, kann auch keine nachhaltige Versorgungsgerechtigkeit herrschen.

Eines Tages wird man sagen, du bist faul, du tust nicht genug, du bekommst viel zu viel, dein Land, deine Straßen, deine Wasserversorgung, sie gehören jetzt nicht mehr dir, sie gehören jetzt – uns – nur wer ist uns?

In vielen Ländern der Erde ist praktisch alles in privaten Händen, die USSR wurde zu einer Gruppe von Staaten aufgeteilt, in denen die Menschen nichts mehr besitzen, sie sind Sklaven der Oligarchen, und die Staatsapparate sind ganz ungeniert – nicht einmal der Form halber mehr – ein Unternehmensteil der Oligarchen.

Der Staat ist zum Repressionsapparat degeneriert, der seine Bevölkerung bewacht – ein Muster, das wir in Deutschland schon hatten, ein Muster, dass die westliche Welt in Afrika postkolonial getestet hat, ein Muster, das bald die ganze Welt als globale Lösung anwenden wird. (wie ich schon sagte – Frankfurt läßt grüßen…..)

Nur wer ist die ganze Welt? Wo werden wir sein? Wird es auch bei uns in Deutschland noch in den nächsten Dekaden realisiert werden? Wer wird Griechenland in einigen Jahren besitzen?`

Wer Spanien, wer Irland, wer Italien?

Der Mensch hat immer ein Spiel ums Gewinnen und Verlieren gespielt, er hat nie wirklich versucht ein postmaterialistisches gesellschaftliches Zusammensein zu versuchen, nur – die Spielregeln wollte man bei den Ärmsten nicht mehr so hinnehmen – nun – wir hätten mutiger sein müssen!

Auch hier werden wieder Zeiten anbrechen, da man von Menschenrechten nur zu träumen wagt, es wird die Zeit der Massenmenschhaltung sein, es scheint die Lösung zu sein, mit der die Mächtigen die Welt auch künftig für ihre Nachkommen bewohnbar halten möchten.

So werden künftig die Trinkwasservorräte in die Swimmingpools der Gewinner fließen, und die Armen werden nicht auf den Dächern – sondern in gigantischen Hallen verbrennen, verdursten, verenden.

Die Feuerwehr wird privatisiert sein, erinnert sich noch jemand an den Film – Fahrenheit 451?

Sind wir am Ende alle Misanthropen – hassen wir uns alle selber, oder sind wir einfach nur furchtbar dumm?

Wer etwas ändern möchte,  – man kann etwas ändern – zumindest bei sich selbst kann man anfangen!

Nur – sobald ich hier schreibe tu dies oder das, bin ich der Prediger, …..

Warum nur, folgen soviele dann einem bedruckten Stück Papier?

Menschen, bitte – denkt nach!!!

Nur ein Tip – es gibt nur eine Erde die wir hier bewohnen können – also, wenn sie nicht zu den Superoptimisten gehören, die glauben der Fortschritt wird uns neue Erden herbeizaubern, oder die Prozesse binnen einiger Dekaden so unglaublich intelligent implementieren, (wie es möglich wäre – aber eben nicht erwünscht ist…), dass sie nicht nur möglich – sondern auch erwünscht sein werden, dann rechnen sie ihren ökologischen Fußabdruck aus (googeln – Modelle hierzu gibt es etliche) und entscheiden – ob es so weiter funktionieren kann!

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Über oberham

Einsiedler in Hinterwald
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4 Antworten zu Privatisiert die Feuerwehr!

  1. Api schreibt:

    Vor, ich schätze mal, ca. 50 Jahren, hätten die Menschen sicherlich noch gegen den, von ihnen erwähnten, Koffer entschieden. Heute allerdings ist ein überleben mit Kindern, ohne zumindest einen kleinen Teil des im Koffer befindlichen Geldes kaum möglich. Früher gab es nämlich noch so etwas wie Zusammenhalt und gegenseitige Hilfe. Heute, in Zeiten von „Facebook-Freunden“, scheint dies nahezu unmöglich. Und gerade als Frau, die ihre Kinder liebt, könnte man nicht anders handeln, da sie die gesellschaftliche Stigmatisierung dabei völlig ausser Acht lassen. Und darunter leiden nunmal die Kinder am meisten. Auch ich wünschte es wäre anders und der Mensch hätte wieder eine Chance sein Leben selbst zu bestimmen, aber ausser ein paar Kleinigkeiten (verzicht auf ein Auto, an Demos teilnehmen und kleinen Spenden für Dinge, die einem wichtig erscheinen) kann ich nicht machen, eben weil man alleine dasteht. Ist es nicht das, was Politik und Wirtschaft erreichen wollten? Die völlige Entfremdung der Menschen?

    • DDR Bürger schreibt:

      Glück auf
      verheiratet mit kinder und doch allein -ja-
      gibts -gehör auch dazu-
      spenden -ehr nein-
      allein da stehen -kann sein-
      muß mann+ frau durch -ich glaub an die große gerechtigkeit-
      lieber was getan -auch wenns nur 1 frosch ist-
      gut, die DDR hatte vieles besser im griff, nicht grad die frösche,aber
      selbst aufgelöst und !!!noch dem feind zum verkauf übergeben
      DÜMMER -gehts kaum noch –
      mfg aus erzg

  2. oberham schreibt:

    …also kurzfristige „glückliche“ Gegenwart – die gesellschaftliche Stigmatisierung ist tatsächlich eine traurige Begleiterscheinung, so man sich konsequent um einen verträglichen Lebenswandel bemüht.

    Nur – was sind die Alternativen?

    Alleinerziehende Mütter in unserem Land sind wirklich – sofern sie keine vollen Geldkoffer von Verwandten oder einen „topbezahlten“ Job (wie Politikerin etc.) sowie eine „liebevolle“, „professionelle“ etc. Betreuung ihrer Kinder im Privatportfolio ihrer Resourcen vorweisen können, mit die bemitleidenswertesten Kreaturen.

    Selbst die Partnerschaften erfordern inzwischen Kalkül und „Versicherungen“ ….. – wobei ich stelle mir immer die Frage – wann waren die Menschen wirklich solidarisch, bescheiden, klug und vernünftig?

    Also das inzwischen sollte ich mir sparen – wobei eines stimmt, es gab Momente, da bemühte sich die Politik – vielleicht täusche ich mich aber sogar hier – tatsächlich die Starken in die Pflicht zu nehmen, um den Schwachen zumindest ein klein wenig zu helfen – leider stand jedoch das materialistische Denken IMMER (da bin ich mir nun sicher) im Zentrum aller Überlegungen – so sich dies nicht ändert – haben wir alle keine Zukunft! (…. sind die Mächtigen anderer Meinung – oder haben sie doch die apokalyptische Variante in ihren Köpfen?)

    Man kann die ökologischen Probleme lösen indem man eine kluge Strategie verfolgt – die gruselige Variante hat noch eine ganze Weile – the same procedure as every year James – zur Verfügung – eine gütige solidarische und friedliche Variante, dürfte nicht mehr lange als realistische Option darstellbar sein!

    • Api schreibt:

      Glücklich meinte ich nicht. Es wird nur eine zusätzliche Belastung von den Schultern genommen. Ich denke um die Menschen wieder glücklich zu machen, müssten ganz andere Voraussetzungen geschaffen werden. Z.b. jedem Menschen steht bei seiner Geburt ein kleines Stück urbares Land zur freien Verfügung, auf dem er sich sein Häuschen (selbstverständlich aus natürlichen Materialien erbaut) stellen kann. Bildung sollte ohne Wertung gegeben werden. Und kein Mensch sollte die Chance haben, sich am Unglück, oder geringeren Bildungsstand anderer, zu bereichern. Die Wissenschaft sollte dem Wohle der ganzen Gesellschaft dienen, nicht den Politikern. Journalismus, müßte wieder ehrlich sein und nicht Mittel zum Zweck und Militär und Waffen gehören komplett abgeschafft.Die Natur müßte wieder als das respektiert werden, was sie ist: Unser Planet, der uns unser (bisher jämmerliches) dasein ermöglicht. Und zu guter letzt: Die Menschen sollten wieder anfangen sich gegenseitig zu respektieren (Dies schließt selbstverständlich auch die Tierwelt mit ein)!

      Und das wären die Dinge, die ich persönlich bräuchte um glücklich zu sein. Aber was weiss ich schon, bin schließlich nur eine kleine ungebildete Ratte, die ab und an von einem besseren Leben träumt und sich wünscht alles wäre gut.

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