Treffen mit der Leichtmarie

Zwitschernde Kerle, die ihr Revier beschallen, mit trülllllü, trilllli, trilllllla, drunter der Dunst, zarte luftschleiernde Aerosole, ins Gemüt streicht beides, durch Ohr und Aug.

Der Wiesengrund am Bachlauf schaut dich an und aus den Wipfeln spricht sie auch, vom Horizont im Westen her strahlt grell und durch die Morgenkälte wärmend das Licht der Sonne ungestühm heran.

Einatmend, ausatmend – begleitet vom kleinen und vom großen Alien im Körper eines Vierbeiners, such ich den Schatten zu vermeiden, will mich im Frühlicht wohlig weiden, frisch ist die Luft und fast ist mir, als würd ich klares Wasser direkt aus unsichtbaren Quellen trinken, es tut so gut.

Der Finn der springt und hopst im hohen Gras, mal ist er weg, dann wieder da, sein Glück ist meins und auch die große Bela scheint es zu genießen, sie schnüfelt hier und dort, wir gehen langsam immer weiter fort.

Uns hat die Leichtmarie gerufen, im letzten Spätnachttraum hat sie gesprochen, den Weg beschrieben und die Zeit, sie hat uns nicht gefragt, seid ihr bereit – nur – wann und wo, sonst nichts.

Die Leichtmarie, die spricht oft aus, was andern wär ein wahrer Gaus, sie ist rhetorisch gut geschult, belesen und vor allem, sie hasst den Besen.

So steifen drei ganz voll mit Zeit und Leben, durchs hohe Gras, vorbei an schattigen, hohen, unsichtbaren Streben, nichts ficht sie an, nichts trübt die Sinne, die Pfoten und die Füße spüren Moos, spüren seine weichen, feuchten Grüße.

Mein Menschennasenapparat kriegt vieles ja nicht mit, was die andern beiden lesen, so bleib ich doch im Gegensatz zu diesen, schön blöd und krieg vom Gang der Dinge hier, das meiste gar nicht mit.

Vielleicht fühl ich mich ja grad darum so wohl in diesem Teil der Welt, wo jetzt die Leichtmarie an einer Lichtung steht und lächelt wie ein truckner Zeck – sie flüstert,

lass es sein, es hat doch alles keinen Zweck!

Ich leg ihr meinen Finger an die Lippen, flüster ihr dies ins Ohr:

„Danke für die Einladung, der Rat trifft zu, nur, lass michs trotzdem immer wieder sagen,

sonst würd es mich im Innern ganz alleine plagen, doch Du – Du liebe Leichtmarie – zählst einzig wirklich, weiß und vergess ich nie!“

Langsam steigt die Sonne hoch und höher,  wir trotten weiter durch den Raum und durch die Zeit, die Leichtmarie ist weggeflogen, nach hoch Oben.

Nun denn, zurück ins Irrenhaus, na wenigstens, gibts derzeit Spargelschmaus.

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Über oberham

Einsiedler in Hinterwald
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2 Antworten zu Treffen mit der Leichtmarie

  1. VRIL schreibt:

    aber weshalb füttern Sie den Berufssohn Augstein mit Topinformationen ? Der „Freitag“ bezahlt Ihre Artikel doch nicht .

    • oberham schreibt:

      Ach auf „Freitag“ , tja – da lesen doch manchmal Leute die Beiträge – und Topinformationen -na ja – ich würde sagen meine Gedanken sind grundsätzlich ca. 2500 Jahre alt -wurden wohl die letzten 40 Generationen über -von ungezählten Menschen gedacht – wir wissen doch alle – oder fast alle – was so abläuft – nur die meisten entschließen sich eben an dem Spiel teilzunehmen – mit allen Konsequenzen.

      Ich bezahle meine Artikel alle selbst – d.h. ich zahle den Strom für den PC und die monatliche Gebühr für die Flat – allerdings – das ist wesentlich günstiger als ein Psychogesprächspartner – hmmmm hmmmm ahhh soooo – brauch ich nicht – über Kommentare freue ich mich…. – leider sind sie extrem selten.

      Früher schrieb ich alles in DIN A 5 Hefte – ok – da hatte ich nur manchmal meine Bekannten als Leser…. – es ist einfach nur Therapietippen – (wie schon oft erwähnt)

      Die Leute die Geld für ihre Zeilen bekommen, sind in der Regel nicht absolut frei in der Wahl ihrer Worte.

      Freiheit ist mehr wert als Geld. Vor allem wie sollte ich von Menschen wie Augstein Geld annehmen – das läge mir nun wirklich fern – das würde bedeuten alle meine Zeilen sind geheuchelt.

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