Der Billionen Dollar Pulsschlag

2008 hätte die Politik vielleicht letztmals die Chance gehabt, das Ruder wieder(?) in ihre Hände zu nehmen – die Finanzmächte hatten Ihren Adroiden eine Dekade lang wohl etliche Billionen zuviel an Boni als Schmieröl der Gewissenverweigerungsschaltung in den Rachen geschüttet.
Sie war praktisch am Ende – hätte man sämtliche Banken verstaatlicht, wirklich sämtliche, dürften vielleicht die ein oder anderen gemeinnützigen Visonen im Rad des Globalismus auf den Weg gebracht werden.

Es ist nicht passiert. Die arbeitende Bevölkerung hat mehr Grund den je, sämtliche Steuerzahlungen zu vermeiden, sich soweit wie möglich vom Gemeinwesen zurückzuziehen und einen Weg der regionalen Gruppensolidarität zu suchen – der Staat ist nichts weiter als eine zweite Schaltstelle der Umverteilung von Arm zu Reich geworden – praktisch leben wir nun fast überall auf der Welt unter der Despotie des Kapitals, ich kenne keinen Zeitabschnitt in der Geschichte, da die Reichen je ihr Herz für die Armen entdeckt hätten.

Die Unterdrückten hatten immer mehr oder weniger für Ihre Rechte kämpfen müssen, früher oder später wurden sie – so sie ab und an kleine Erfolge errangen – von den neuen politischen Mächten verraten.

So ging das Ringen von Neuem los.

In unserem Land fühlt sich die Unterdrückung für die Mehrheit noch sehr angenehm an.

In Europa, wird das mit den Mehrheiten schon differenzierter.

Betrachtet man die Welt, behaupte ich, die Mehrheit ist heute schon extrem unfrei, unterdürckt und arm.

In Spanien und Griechenland sind heute  über die Hälfte der jungen Menschen ohne Arbeit – die allgemeine Arbeitslosenquote liegt bei einem von fünf Beschäftigten.

Betrachtet man die Zahl der Menschen in Europa, die unter prekären Verhältnissen arbeiten, praktisch rechtlos, praktisch täglich kündbar (dank korrupter asozialer Strukturen in den Gerichten wo der Schimmel das ethische Gewissen zerfrisst und die Waagschale mehr und mehr alleine gemäß dem Gewicht des Geldes sich neigt), von Sklaventreibern mit dem Intellekt einer Wächterameise geführt, kurz – ein unwürdiges Arbeitsleben ohne Perspektive führend,  die zwischen absoluter und relativer Armut balancieren, so ist man wohl gar nicht mehr weit von Mehrheiten entfernt!

Eine Kanzlerin die laut von einer marktkonformen Demokratie spricht wird nicht sofort aus dem Amt gejagt, nein, sie erhält Zustimmungswerte die fast schon an sozialistische Kaderwahlen erinnern – hat man unsere Vorderlappen tatsächlich schon segmentiert und W-Lan tauglich konditioniert – bzw. auf Reizimpulse wie beim Hypnotiseur getrimmt?

Ein Finanzminister der als überführter Betrüger niemals verurteilt wurde, da  man die Verfahren gegen ihn eingestellte, warum – die Frage stellen sich nur die ohnmächtigen Zeitgenossen, die Mächtigen wissen es ohnehin – darf nun im ganz großen Stil lügen und betrügen, sogar die Sozialkassen darf er um Milliarden schröpfen, zu Befriedung der erst halbvollen Billionentaschen einiger weniger Interessengruppen.

Wahrscheinlich werden die Sozialbeiträge demnächst enorm steigen, da ja die Milliardenüberschüsse als schönes Konstrukt für eine neue indirekte Steuer entdeckt wurden – früher schoss der Staat – völlig berechtig seinen Teil in die KV zu, heute nimmt er sich Geld heraus – was passiert – nichts!

Lediglich  werden die starken Lobbygruppen der Krankheitsindustrie es zu nutzen wissen,  da geht doch noch was – zumindest für eine kleine Gruppe.

Wo kann man Kräfte erkennen, die sich gegen die Tendenz der Massenverarmung und des Extremkapitalismus stellen, die tatsächlich noch Einhalt geböten?

Gibt es überhaupt noch Bereiche auf dieser Welt, die nicht vom Profitdogma völlig eingenommen sind?

Wir uns am Ende wirklich die Gier ein winzigen Minderheit vom Spielpaltz des Lebens auf dieser Erde stoßen?

Ist es unsere individuelle Eitelkeit, ist es unser vermeintlich angebrachter Pragatismus, ist es die perfide Gier oder der unreflektierte Egoismus, oder eine Quersumme all dieser Eigenschaften, die uns verharren lässt, im Warten auf ein vermeintliches Glück?

Warum sehen wir – die Mehrheit – immer dabei zu, wie wenige, ganz offensichtlichen Irrsinn generieren und uns sogar zum Instrument Ihrer blanken Dummheit machen?

Ich liebe das Fußballspiel – eine Mannschaft, die den Ball nicht weiterspielt, wo jeder ihn am liebsten vor seinen Füßen sieht – die wird niemals eine Mannschaft bezwingen, die im Kollektiv schnell, uneigennützig und engagiert für ein gemeinsames Ziel agiert.

So eine Mannschaft macht aus jedem Spieler einen wunderbar harmonischen Faktor des Ensembles, so eine Mannschaft würdigt den ersten Pass genauso hoch, wie den Torerfolg – Barcelona´s Team agiert manchmal so, nicht immer.

Wer die Bayern betrachtet, der kann in schöner Regelmäßigkeit betrachten, wie Egoismus der vermeintlich überlegenen Fertigkeit, die vermeintlich geringer vorhandene ignoriert – und damit scheitert.

Unser aller Leben könnte das harmonische Tun von 7 Milliarden Individuen sein, doch es ist ein unerbittlicher Kampf um die angeblich besten Plätze – wir leben global schon immer einen gnadenlosen Verdrängungswettbewerb in dem immer dann wenn sich eine Kraft als überlegen sieht – alle Hemmschwellen fallen und bis hin zur puren Gewalt  auf Leben und Tod gegen die eigene Spezies alles praktiziert wird.

Ich fürchte, dass sich wohl in diesem Augenblick etwa 0,01 % der Menschen als extremst mehrwertig gegenüber Ihren Artgenossen sehen – ich fürchte weiter, dass sich diese kleine Gruppe in den Größenwahn verstiegen hat, praktisch 7 Milliarden Leben als eine beliebig verschiebbare Biomasse verstehen zu dürfen.

Gebe das Schicksal, dass meine Befürchtungen sich als überzeichnete Schwarzmalerei erweisen – sonst werden unsere Nachkommen keine Flüchtlingsproblematik diskutieren, sie werden in keinem Fluchtland mehr leben – es wird keines mehr geben.

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Über oberham

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Eine Antwort zu Der Billionen Dollar Pulsschlag

  1. Fabian K. schreibt:

    … lieber schaue ich den Menschen fasiziniert beim leiden zu, als selbst zu leiden!
    Ihr Blog zeugt davon, dass Sie leiden!

    Mein Tip, lassen Sie´s (ich hab etliche Beiträge hier gelesen…) – sie schreiben viel zu authentisch, das kann im Grunde kaum einer ertragen – jene die es bis zum Ende lesen sind wie Sie – oder wie ich – ich würde mich als zynisches Arschloch outen, gelassen, bequem gebettet, gesund und genügend Spielpartner für Sport, Sex und Kultur zur Verfügung.

    Ihrem Motto stimme ich voll und ganz zu – darum – hab ich kein Problem damit, andere zu bescheissen (bin in einer Bank als Vermögens und Immoberater gut gestellt – und – ÖR – unkündbar – darf nur meinem Vorstand nicht sagen, dass er ein absoluter Kotzbrocken und furchtbar hässlich ist – unappetitlich und nervend – nein, ich lächle ihn an, frage Ihn ob er von meiner Nachspeise etwas haben will (der nimmt tatsächlich manchmal was … ich freu mich über die Fettzellen die sich bei ihm zusätzlich anlagern – wie wuschig – hi hi).

    Also entspannt bleiben – wir sind eben wie wir sind – da ändert sich nix drann – ich geh nach Bonn an die Akkademie und bin hoffentlich bald der Kotzbrocken für andere – die mich dann genauso Scheisse finde – denen ich aber keine Nachspeise abnehmen werden (wehe wenn einer mit dieser Masche kommt – der landet zum Geldzählen im Tresor – egal welche Qualifikation er hat….- oder er geht halt…).

    Das Leben ist einfach nur ein Spiel von lauter Irrsinnszellkonglomeraten – besser mitspielen, als beleidigt von der Seite reinbrüllen – auf – GELDVERDIENEN und AUSGEBEN.

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