Arbeitsplatzgeneratoren kennen keine Sozialromantik

Goldi – 14.02.2012 – 15:05

Sozialromantik ist eine sehr schöne Sache, man fühlt sozusagen Solidarität von ganzem Herzen.
Die Realität sieht dann so aus, dass man im besten Fall für sein Mitgefühl noch Zeilenhonorar oder Eintrittsgelder vereinnahmt.

Die Fakten betrachten wir ohnehin nur mit Widerwillen, sie wurden in dem Artikel  http://www.theeuropean.de/stefan-gaertner/9866-winter-in-europa?page=3#comments  gut beschrieben, nur – man sollte das in der Tat viel lakonischer bewerkstelligen.

Was schert mich der Obdachlose, meine Betroffenheit ist nichts weiter als das fratzenhafte Lächeln, dass ich bei jedem Meeting schon automatisch an der Gaderobe aufsetze – Biorobotik – vielleicht sind wir ja schon immer nichts weiter als Androiden?

Ich verdiene mein Geld mit Hartz IV, ich lebe super davon und obwohl ich mir bewußt bin, dass meine Angestellten nichts weiter sind als Gefängnisswärter der Billigfreigänger, baue ich meine Dienstleistungen bestmöglich aus.

Meine Leute verdienen auch so wenig wie nur irgend möglich, denn, warum sollte gerade ich auf Dinge verzichten, auf die unser oberstes Staatsoberhaupt auch nicht verzichten will – maximaler Luxus, maximaler Konsum und auch maximales Ansehen.

Wäre ich ein Arbeitgeber mit Gewissen, hätte ich bald keine Angestellten mehr, keine Aufträge mehr und vor allem könnte ich ja die Dienstleistungen meiner Argenturen gar nicht anbieten, da sie völliger Schwachsinn sind.

Nur, ich bin keinen Deut schlechter als ein Norbert Schramm, oder andere Kabarettisten mit kritischem Programm – sie verdienen – genau wie ich – am Irrsinn unserer Welt – nur Ihre Kunden lachen lauthals über Ihre persönliche Dummheit, meine sehen da eher bedröpelt und frustriert aus der Wäsche.

Solange wir als Gesellschaft das Gewinner Verlierer Spiel spielen, solange muss ich kein schlechtes Gewissen haben, solange darf ich mich in Öko-Fonds die Monokuluren finanzieren einkaufen, darf ich jede mögliche Subvention abgreiffen die mir angeboten wird, darf ich Mitarbeiter auch zu 1 Euro beschäftigen – oder noch besser Geld dafür von der Arge erhalten, dass ich sie überhaupt beschäftige (mehr als ich zahle!) – darf ich alles, was mir das Gesetz erlaubt!

Wir leben in einer Demokratie, die Regierung ist frei gewählt, solange, die Mehrheit der Bürger dieses Leben anstrebt, werde ich einen Teufel tun mich dagegegen zu stellen, genauso wie mein Urgroßvater sich nicht dagegen stellte, mein Großvater und mein Vater.

Meine Mutter starb mit 40 an Krebs – von Depressionen zerfressen, die letztlich die Zellen zum explodieren anregten – sie ergab sich dem Irrsinn der Welt, sie gab sich für soziale Projekte auf, war in den 70ern in Äthiopien (als Ärztin), hatte kein Auto, stritt mit meinem Vater und mit mir………… – nein, ich lebe mein Leben – und wenn vor meiner Haustür ein Obdachloser verreckt, dann rufe ich den Notdienst.

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