In welcher Gruppe leben wir?

Entschuldigt uns der Gruppenzwang?
Sehr viele „Entscheider“ der Gegenwart kannten oder kennen jene noch persönlich, die vor etwa achtzig Jahren die Dekade der größten bisher bekannten europäischen Katastrophe miterlebten.
Damals ließen die Menschen zu, dass Gesetze galten, die jeder persönlichen Auflehnung, jeder individuellen Kritik am Staat den Tod als Sanktionierungsmaßnahme gegenüberstellten. Eine grausame Maschinerie von Denunziation und Gewalt setzten sie durch.
Ein ganzes Volk unterwarf sich freiwillig einer Gruppe von Menschen, die ganz offen Hass,
Rassismus sowie Völkermord als legitimes politisches Mittel propagierte.
Im Moment des „Triumphs“ war wohl die übergroße Mehrheit dieses Volkes sogar voller Begeisterung für seine Führung, die Jahre der Hölle danach empfand man als kollektiven Kampf gegen die Feinde, erst das totale Inferno gegen Ende dieser Periode führte bei den Meisten zu einem Umdenken. Erst in der totalen Niederlage, erst der Verlust der Kinder, des Mannes, der Frau, erst die völlige Reduzierung auf den Überlebenskampf löste bei manchen die Bindung an die Ideologie.
Die Jahre davor haben eine Schuld – eine kollektive Schuld – angehäuft, von der sich niemand jemals mehr befreien konnte, der diese Zeit überlebte.
Betrachte ich heute die Welt, nehme ich die Fakten wahr, so sehe ich erneut eine große Mehrheit, die um des persönlichen Vorteils willen enormes Unrecht toleriert.
Ich bin ein Teil dieser Menschenmasse, ein Teil jener Generation, die im extremsten Überfluss selbstgerecht das Siechtum von Milliarden Menschen ignoriert, die larmoyant an den goldenen Stuhlbeinen der Plutokraten leckt und winselnd um die lukrativsten Pöstchen kämpft.
Jetzt, da sich sowohl ökologisch als auch ökonomisch düstere Wolken am Horizont abzeichnen, beginnt ab und an ein kritisches Geschnatter, sammeln sich einzelne zum Widerstand.
Sollten wir weiter so perfekt im Delegieren der negativen Auswirkungen unseres Tuns sein, so sehe ich wahrlich goldene Zeiten auf uns zukommen – mit einem schrecklichen Schatten der auf die heute schon benachteiligten Regionen und Menschengruppen fallen wird.
Doch ich fürchte, das macht unsere Schuld nur noch größer – eine Schuld die viele noch nicht einmal akzeptieren, die dermaßen selbstgerecht im Panzer Ihrer persönlichen Ignoranz eingeschlossen sind, dass sie wirklich von Ihrer Unschuld überzeugt sind.
Eines kann man in jedem Fall erkennen, das Verlieren wird künftig noch trauriger und trostloser, das Gewinnen mit noch rücksichtsloserer Verve angestrebt werden.
Das Spiel spielen 99% – spielen wir es wirklich einzig und allein aufgrund des Gruppenzwangs?

 

Die Grenzen des Wachstums sind offensichtlich – wissenschaftlich, statistisch aufbereitet hier für „Pragmaten“:  http://www.pfui.ch/downloads/cordiegrenzendeswachstums.pdf

 

 

Advertisements

Über oberham

Einsiedler in Hinterwald
Dieser Beitrag wurde unter Was Spatzen von den Dächern pfeiffen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s