Wenn die Tonne brennt!

Brennen dann kurz darauf auch die Paläste? Sollten die Paläste brennen?
Leid und Neid klingen nicht von ungefähr ähnlich! Der Mensch ist so zerbrechlich, er fühlt und ist nicht nur körperlich verletzlich, der Mensch ist ein Teil dieser Welt, romantisch betrachtet denkender, reflektierender Sternenstaub, eine Kolonie von Elementen, die sich gefunden haben, die eine kurze Zeitspanne gemeinsam dieses Leben durchreagieren.
Heute konnten wir in den Nachrichten vom 68 Jahre alten Opfer hören, welches beim Versuch einen Brand zu löschen erschlagen wurde – erschlagen von frustrierten, leidenden, neidenden, enthemmten Mitmenschen.
Die Tonne vieler Leute ist in den letzten Tagen in England abgebrannt. Manche empfinden nun Wut, andere Trauer, wieder andere sind euphorisch, vielleicht haben sie endlich das Paar Schuhe von dem sie schon so lange geträumt haben.
Ein Paar Schuhe?
Gibt es hier noch Leser, die sich an Ihre Jugendzeit zurückerinnern möchten? Oder den ein oder anderen „Erziehungsberechtigten“ mit Ihm anvertrautem jungen Leben im Kinder- Jugendzimmer seiner Behausung?
Erzählen sie sich als 16jährigem mal was von Diogenes und seiner Tonne, oder auch heute den Kindern am Abendtisch – erzählen sie es so spannend, dass sie zu brennen beginnen, dass sie plötzlich diese ganzen wahnsinnigen Bedürfnisse in Ihren Vorstellungen vom erstrebenswerten Leben zu reflektieren beginnen, dass sie anfangen zu denken!
Haben wir nachgedacht? Wohin haben wir gedacht? Erinnern wir uns an unsere Wünsche?
Mal ganz platt: die Maslowsche Bedrüfnispyramide , waren wir nicht alle in Ihr gefangen – eingemauert wie die toten Pharaos, dabei wurden wir als Hirntote Konsumzombies in den realen Raum des irdischen Lebens gepustet und schwirrten wirr durch dessen Raum – ja sorry, wir schwirren immer noch herum, wir sind immer noch gefangen, sobald wir die „Kaufkraft“ haben, sind wir noch dumpfer, noch kaputter als ohne diese lebensnotwendige Variable.
Was wunderbar ist, keiner von uns hier, die wir hier texten, (ich unterstelle die paar Leser, die sich bis zu dieser Zeile verirren, sind selbst Therapietipper – nur wovon therapieren wir uns?) muss ernsthaft in der Basis der Pyramide herumwuseln, muss Mülltonnen nach Essbarem durchwühlen – wobei ich oft nicht schlecht Lust hätte künftig dort unsere Nahrungsmittel zu besorgen – jene mit Garten, werden sogar das schöne Gefühl kennen, das man hat, wenn man im Garten Gemüse und Obst vor den Schnecken ergattert und diese seinem Kauapparat zuführen kann.
Das sind Momente, wo man schlagartig in der obersten Stufe der tollen Pyramide schwebt, vor allem, wenn die Zuchinisuppe allen am Tisch wunderbar schmeckt, man ein gemeinsames Thema für ein Gespräch gefunden und guter Laune sowohl kauend als auch tratschend die Zeit mit Menschen die man sehr lieb hat durchlebt – nicht als Zombie – sondern als glücklicher, pulsierender , friedlicher Zellverband, in dem keine dunklen Pläne gären.
Mir kommt da immer der Gedanke hoch – warum – um Schicksals Willen – sind Bauern oft so furchtbar verstockte, abweisende und selbstgerechte Grantler – warum drängt es gerade die auch so extrem zum Geld? Ist das ein dummes Klischee?
Das Geld, Peng, Knall, Krawumm, es giftet in unserer Pyramide herumm.
Zeitgeistthese: Wer als Pyramidenzombie in Stufe fünf schwirren möchte, sozusagen bedürfnisgefüllt bis hin zum sinnsuchenden Toplevelperformer, der sogar schon scheinbar bedeutungsvoll Sinnstiftendes geleistet hat, der muss doch zwangsläufig auch materiell reich entlohnt und wohlhabend durch die Hallen seiner Elitekollegen schweben.
Frage: Warum verhungern dann alle zwei Sekunden (ok – das kommt in diesem Blog wie der Pulsschlag – bei funktionierendem Herz – regelmäßig – sorry- das ist meine Keule – leider stumpft es ab…. – nur in meinen Augen ist es das Problem an sich – kein Sinn wenn ich theoretisch jederzeit einen Ort finden kann an dem gerade ein Kreatur – genau wie ich – ein Artgenosse – jämmerlich, schmerzgebeutelt dahinsiecht, dem ich den Schädel einschlagen müsste, damit ich ihm das Leid erspare, da ich ja unfähig bin Ihm sein Notwendigstes zu organisieren.) Kinder – die noch nicht mal die Chance hatten einen Holocaust anzustiften, oder dabei mitzumachen?
Warum sind diese phantastischen, intelligenten Menschen, die den Gipfel Ihrer Bedürfniswelt erklommen haben immer noch so ignorant, dumm und kalt?
Gibt es da nicht doch immer noch eine Sache die den Neid, somit das neidige Verhalten befeuert?
Womit wir wieder beim Feuer sind.
Womit wir wieder bei den Schuhen sind.
Mein simples Fazit lautet, wer keinen Hunger hat, der muss nicht traurig oder unzufrieden sein, der kann ein wunderbares Leben leben, denn nur der soziale Kontakt in Unschuld und ohne den Sinn der Ausbeutung Anderer ist ein Gewinn, nur die Sicherheit, die keinen Anderen ausgrenzt und gar tötet ist eine erstrebenswerte, nur meine persönlichen Freuden, die ich in einer Welt ohne Hunger erlangen kann, geben mir ein positives wahrhaftiges schönes Bauchgefühl, eine Welt wie ich sie heute sehe gibt mir persönlich keinen Sinn – bewußt bleibt nur der Überlebensinstinkt – und der ist mit einer Schüssel Haferflocken – möglichst mit Milch und Marmelade kurzfristig gut gedeckt.
Solange eine Welt frei von Hunger und Krieg nichts weiter als eine Nischenveranstaltung in winzigen Zonen unserer blauen Kugel bleibt, solange kann man doch nur – als faule Natur – die ich bin – dagegen andenken, oder – wer strebsam und energiegeladen ist – aktiv dagegen ankämpfen – man kann aber unmöglich im Sinne dieses bestehenden Systems an irrwitziger Bedarfserfindung und dümmlicher Geldsklaverei funktionieren, ohne einen veritablen Dachschaden mit sich herumzutragen.(ok – vice versa – wer möchte)
Gerade wir hier, die wir Enkel von Großvätern sind, die von Eliten zu Tötungsmaschinen im Namen des völkischen Ideals instrumentalisiert wurden, die Neid und Missgunst gegen erfolgreiche Sammler, gegen überdurchschnittlich strebsame Funktionsgruppen als Massenifusion verabreicht bekamen und größtenteils dieses Gift absorbierten, gerade wir sollten doch aufhören, genau den gleichen Dreck weiterzuschaufeln, von einer Grube in die nächste.
Der Schatten der über all diesen Worten liegt: Wäre ich der edle Milliardär?

Der Lichtstrahl – gerade die Armen könnten sich locker vom Joch des materiellen Tands lossagen und die Reichen ziemlich alt aussehen lassen.

Das Perfide daran, sie kriegen dann die Stufe 1 nicht mehr hin – lasst uns daran arbeiten dieses Problem zu lösen.

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Über oberham

Einsiedler in Hinterwald
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6 Antworten zu Wenn die Tonne brennt!

  1. AlterKnacker schreibt:

    Neid und Gewalt, wie es ganz allein den Engländern jetzt aufs Auge gedrückt wird, ist für Konsorten vom Schlag David Cameron der beste Nebel, um von seiner angeschlagenen Person in Bezug auf Rupert Murdoch abzulenken.

    Ich persönlich war auch schon neidisch, aber ich habe mir dann nur selbst geschadet, indem ich meinen Neid versuchte, zu befriedigen. Das war in meiner Kindheit.

  2. oberham schreibt:

    Das mit dem Nebel ist eine gute Metapher, ich fürchte nur, er vernebelt uns nicht nur den Blick auf die Machenschaften eines R. Murdoch.

  3. mayarosa schreibt:

    Guten Tag,
    ich weiß ja nicht, wen Sie mit Ihrem Post erreichen wollen. Bin gerade von Spiegel-online herübergeklickt. Vielleicht bin ich ja nicht Ihre Zielgruppe. Jedenfalls verstehe ich Ihren Text nicht.
    Mich erinnern die Bilder von den Krawallen in England jedenfalls nicht an einen wie auch immer gearteten politischen Protest. Sie ähnelnd frappierend den Ausschreitungen bei Fußballspielen oder den Aussetzern von Krawallos, die sich unter linke Demonstrationen mischen. Oder den Geschichten, wo Menschen wegen Nichtigkeiten zu Tode geprügelt werden.
    Die Randalierer von England sind nicht politisch. Sie sind konsumorientiert und gehen dafür über Leichen.
    Das hatte ich zu den Krawallen geschrieben: http://mayarosasweblog.wordpress.com/2011/08/11/gespaltene-gesellschaft/ Sie brauchen den Link aber nicht veröffentlichen, ganz wie Sie wollen.

    • oberham schreibt:

      Konsumorientierung – Maslow – Stufe 4 – Konsum ist ein politisch gewünschter Funktionsmechanismus – allerdings – hier kam zum Neid die Ethemmung und die Möglichkeit durch Plünderung zu konsumieren – was nun nicht systemerwünscht ist –
      Ich wollte mit dem Text den Neid und die Gier als Auslöser von Gewalt – letztlich jeglicher Gewalt – entlarven.

  4. silosis schreibt:

    ich habe jetzt eine Weile gebraucht, bis ich Dir ein Vote gegeben habe. denn es besteht die Gefahr, das Dir damit wieder Lust assimiliert wird, weiterhin gegen den normalen Wahnsinn anzugehen ( anzuschreiben ) und Du Dich damit wieder von der realität der Tonne entfernst : Diese Realität aber die letzte Wohltat ist, welche man sich er-wirke-licht hat ( hat seinen Sinn diese Trennung : man mus sich die Tonne verdienen Wie herrlich ist ein warmes bett, wenn es draussen eisig kalt ist ( ich fürchte schon wieder den Winter, weil ich dieses jahr noch nicht die Kohle kaufen konnte – wie herrlich schmeckt ein Stück frisches Brot – oder gar Brot; Milch und als i-tüpf vielleicht noch Marmalade ) – wie gesagt : ich habe gezögert. Aber dann gewann die Überhand : man muss es zum Ausdruck bringen, das Du ( neben anderen ) kein Spinner bist.
    Ich wünsche Dir alles Glück, welches es geben kann, leider wird das, was Dich am meisten entspannen würde nicht eintreten . Das die Vernunft einkehrt und die „DaSEINS Art Mensch“
    das universelle Regelwerk zur Realisation des optional optimalen DaSEINS Erhaltungssystems hinterfrägt, in dessen unverhandelbaren maßgaben erkennt und diese Maßgaben dann auch 1.1 umsetzt.

    Gruss aus der Lausitz

  5. oberham schreibt:

    Danke für die guten Wünsche. Gegen den Irrsinn anschreiben – na ja – die Leserschaft hier vergleicht wohl eher meine Gedanken mit den Ihrigen.
    Der Irrsinn schaut hier wohl kaum vorbei.
    Der Blog ist eher eine therapeutisch-elektronische Tippstube.

    (Was ja mein Motto auch impliziert)

    Ich freu mich natürlich über Reaktionen – egal ob positiv oder negativ – einfach schön wenn jemand das Getippte tatsächlich gelesen hat.

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