Warum am Leben bleiben?

Für ,
mich gibt es
jeden Tag wunderbare Momente
dort wo
inmitten der Mitwelt
das Licht, die Schatten,
der Windhauch, der Luftduft,
der nach ungezählten Leben riecht,
Baumleben, Pflanzenleben,
ja auch Vergänglichkeit, doch auch das Werden,
die ewigen Zyklen des Lebens und der Unendlichkeit

sind

dies Alles ohne die Menschen
ist es wert

Manchmal trifft man einen Menschen
der nicht so sehr beschädigt ist
der lächelt, der spricht, der zuhört,
der freundlich ist, ohne zu spielen,

doch das ist eine Episode,
nicht der Grund,
vielleicht will auch er nur

am Leben bleiben,
da er erkennt wie wundervoll

es ist!

Noch ist es hier
hier bei mir

ich fürchte andernorts
kann es keiner mehr finden,

ja, hat wohl niemand mehr die Kraft
es noch zu suchen

jene die suchen,
suchen meist nur nach dem Wahnsinn,
den es überall gibt,

wer das Leben so sieht
wird wohl als Wahnsinniger betrachtet
wohl auch verachtet

Verachtung schmeckt modrig und bitter
meiden rat ich
meiden
auch wenn es weh tut,
doch besser ein Schmerz,
als ungezählte

Ich freu mich

auch auf

den nächsten Moment
fass ihn an
liebkose ihn
auch sollte es der letzte sein
so dank ihm kurz

er hat Dir die Entscheidung abgenommen

bis dahin aber,
will ich am Leben bleiben.

….. und sei es nur der Blumen
und der dürren Äste wegen

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Farben hören sehen Töne

Spüren zu vergehen
einzugehen
niemals mehr flehen
wider die Grausamkeit

schwach und schwächer wird er
er der Tod
was ist schon die Not
nur ein Zaudern, ein Schaudern,
ein zaghaftes Harren

niemals mehr trauern,
niemals
wir schlagen uns nicht, plagen uns nicht
wir gehen

wir gehen einfach weg
ohne zu spüren
ohne Spuren
ohne Erinnerung

niemand mehr da
doch immer
ist doch alles, alles da

im Nichtsein ins Sein gekommen
endlich aus diesem Wahnsinn
entkommen

Bunte Töne kennen keinen Schmerz
sondern nur das Beben der Liebe

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Vor unseren Augen

Sie werden geschlagen
vor unseren Augen
Sie werden missbraucht
vor unseren Augen
Sie werden abgerichtet
vor unseren Augen

manche strahlen vor Glück
vor unseren Augen
viele sterben vor Kummer
vor unseren Augen
die meisten sind grau
vor unseren Augen

wir haben es überlebt
vor toten Augen
sonst könnten wir es
ja nicht mehr sehen
vor unseren Augen

Es passiert
schon so lang
so furchtbar lang
vor unseren Augen

Nur wie sollten sie auch
anders sein
jene
die geschlagen, missbraucht, dressiert
überleben

was ist das für ein Lachen
in unseren Ohren
sie lachen
vor unseren Augen
wir lachen
ja wir lachen

und reden vom Glücklichsein

doch sie sterben weiter
ja auch die Welt stirbt
alles stirbt
vor unseren Augen

Mutter Erde tritt in den Streik
sie verweigert das Leben zu geben

vor unseren Augen
viele von uns
werden auch das noch sehen

vor ihren Augen
wird das Leben endlich über den Horizont der Zeit
in andere Welten gehen!

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Da fraget mich

Mein selbst das fraget mich
wo wohl in Ihm die Seel sich fänd
wo doch kein Mitleid mit der Welt
sich hält
noch je ein zarter Hauch
von Liebe für die Sternenpracht
die Nacht des Schlafs erhellt

nur stumpfe Gemeinheiten
nur tote Gedanken an
toten Ruhm und tote Helden
tote Welten
die nichts als blutgetränkte
Böden hatten
auf denen sie sich
gleich einem Haufen
hoben
dem Auswurf des Seins
dieser schändlichen Möglichkeit
die niemals wird
die Sterne sehen,
noch je wird sie die Seele finden
die sie vergessen hat

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Ein kleines Kind

Ein kleines Kind
junge Kinder sind ja klein
steht vor einer Blumenwiese

Es frägt eine alte Frau
alte Frauen sind auch kleiner
als junge Frauen
ab und an
bleiben sie groß
doch dergleichen Frauen
müssen keine Tränen weinen

ob die Blumen Namen haben
ob die Gräser Namen haben
ob die vielen fliegenden und kriechenden
Wesen
Namen haben

Oh ja mein Kind
spricht da die Frau
ein jedes hat einen Familiennamen
die Vornamen kenne ich allerdings nicht

Dann werde ich ihnen welche geben
nachdem
ich ihre Familie kenne

sagt das junge Kind


Es ging bei jedem Wetter
am Abend zu der Wiese
die lebendig war

Die Wiese schien ein magischer Ort
da dort kein Mähen
kein Gülleschütten
keine Menschenarbeit war

Das Kind wußte nicht
es war eine Todeszelle
der Henker schliff schon längst das Beil

Das Kind kam an die Wiese
gestern zum vorletzten mal

Dort stand plötzlich ein Schild

Heute steht es da
zum letzten mal

die Wiese ist verschwunden
jetzt sind nur Bagger, Bulldozer,
sind Lärm und auch viele Menschen da

Annabelle Löwenzahn,
mit ihren tausend Schwestern
und würd ich jetzt
nur jene aufführen
die das Kind schon getauft hatte

käme ich mir doch noch dümmer vor
als ich es bin

wobei,

kann es etwas Dümmeres als mich auf dieser Welt
geben?

Kann es etwas Schuldigeres als mich auf dieser Welt
geben?

Meine Familie gibt es allerdings auch einige
Milliarden mal…….

Nur auf dieser Blumenwiese wurden
mehr als eine Milliarde Wesen hingerichtet
ja,
sie waren ja keine Menschen,
es waren nur Wesen,
andere, bedeutungslose,

nur sie waren wohl weniger dumm….

und wir sind sicher wenn auch dümmer,
doch wenigstens ebenso

bedeutungslos.

Es wäre ja noch das
mildeste Urteil,
das wir uns von uns bilden können,
da wer uns eine Bedeutung gibt,

der kann uns nur als Vernichter und
Mörder bis zum Tod des letzten Wesens
auf diesem Planeten
erkennen – oder?

Das kleine Mädchen war traurig,
es traf ein paar Tage später
auf die alter Frau

Es stellte wieder eine Frage

Warum die Erwachsenen die Wiese
kaputt gemacht haben
Was dort gemacht wird
Wofür das gemacht wird

Die alte Frau legte tröstend
ihre alte Hand auf die jungen Schultern

Das weiß ich nicht mein Kind,

aber Du wirst erwachsen werden,
vielleicht wirst Du es dann wissen.

Die beiden gingen noch eine Weile
am Wegesrand standen
noch lebendige Wesen
summten und surrten
leuchteten und dufteten
lebten

Da weinte die alte Frau plötzlich

Das Kind wollte die alte Frau trösten,

ich werde niemals aufhören
all diese Wesen zu lieben

Da erschrak die alte Frau

Wie willst Du so leben?
Du wirst vor Trauer nur noch eines wollen

Du wirst mit all diesen Wesen verschwinden wollen


Das hörte ein Passant

Was redest Du da Alte!

Lass das Kind in Ruhe,
hör auf die quälst es ja!

Die alte Frau verstand,
sie blickte zu dem Kind

mit ihren alten, matten, Augen,

sie dachte
er hat ja recht
er hat ja wirklich recht

wie habe ich das arme Kind nur gequält!

Die klugen Menschen sorgen dafür,
das die Welt ein wunderbarer Ort ist!

Der bestmögliche Ort, den es für Menschen nur geben kann!

Die dummen Menschen begreifen das nur nicht!

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Abrissbagger

Die Heimat wird abgerissen,
die Besitzer
wollen Klasse
sie sind gut bei Kasse

Der Mensch der im Bagger sitzt

was der wohl empfindet?

Was empfindet der Mensch?




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Zu spät

Zeit lag hinter mir
Zeiger zogen Ihre Runden
Ziffern blinkten in der Nacht
Zumindest blieben nicht nur Stunden
Zog mein Sein sich gar durch Jahre
Zerrten zwar die Bütten grimmig
Zwängten Zangen sich ins Fleisch
Zivilisationsterror lauert ständig
Zeitsoldaten pirschen dumpf
Zeitkonten überwunden
Zeitvertreib nenn ich es nicht
Zungen
Zähne
Zwischenräume
Zwangsgelder
Zwangsjacken
Zwangsmittel
Zwang, Zwang, Zwang
zerbröselt


zu spät
zumindest Zeit blieb,
Zeit bleibt
zarte Zeit ohne Zwang

zu viele
zerstörte Leben

Zerbricht der Wahn alles Leben?

Zwanglos treib ich fort!

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Alles nur Gemeinheiten

Vergessen wozu
das Leben
ist
ist
das Leben
wozu vergessen?

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Gegenlicht

Gelegenheiten nutzen
am Punkt treffen,
am Platz, zur Stund
Volltreffer hinterlassen
tausend Leichen oder einen
vollen Schlund
oder Beides

Im Gegenlicht ist der Mensch geblendet
dafür hat die Drohne einen Filter
Ihr Auge sieht scharf
solange die Batterien nicht
leer sind

Sie leeren sich
auch sie
leeren sich

Danach ist alles blind

dort wo keine Sonne
keine volle Batterie
dort wo das Loch wartet

doch es hat ja noch Zeit
einstweilen bleiben wir geblendet

manche bilden sich sogar ein
sie könnten sehen,
wie schön für sie!

Oder?

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Egal ob ohne oder mit

Fort endlich fort
hofften Himmel, Ozeane,

Stein, 

ohne Leben in mir sein

lass es sein 

lass los

längst  hängt das Glück vor Dir

über Dir, ist in Dir

ob ohne

oder mit 

verzeih Erde

es ist egal!

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