Faktote Faktoten versus das Liebevolle

Wieder dialektisch –
noch ein Klafaktor
mehr –
nimmer, nimmer,
wann immer?

Immerzu dialektisch
Eklektisch dialektisch
Sie spielen mit Sand
Sie spielen mit der Hand
Sie spielen mit Gedanken
Sie denken,
sie dächten,
doch sie ächten
das liebevolle Verfelchten
sie heizen
an
das Feuer an
geisttote Kalfaktoren
Gehirnmotoren
sonorer Klang

Kulturkommerz und Akademie
Als Hilfsdienst im Staat sind Barbarei
Fett und feist im Nachkriegsschutt
Elende Hilfspolizisten des Establishments
Wie alle diese A-Z Geisteswissengeschäftemacher
Die wahren Geister leben jenseits der Paläste
Mit strahlenden Augen
Den Himmel betrachtend
Und die Erde
Das Leben lebend
Ohne Gram
Ohne Scham vor ihrer Armut
Ohne Eitelkeit
Ohne diese verfluchte Eitelkeit

Sie sind unsichtbar für fast alle von uns
Jene die sie sehen
Jene die sie erleben
Haben eine Chance

Seltsam,
warum nur,
bleiben sie im Verborgenen?

Könnte es sein, dass der Schritt auf die Straße
Direkt in den Strudel der Hölle führt?

* es passiert in der Zeit, da man doch hätte noch jede Möglichkeit,
da man zu glauben beginnt, man könne doch kein freies Leben führen.
Warum nur lässt sich jede Generation, wieder und wieder in den Schlachthof führen – und die willigen Adjunkten bauen die Leitzäune auf!

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Tagwerk

Das letzte Traumbild liegt
im Gedankenbeet
gesät hat es die Nacht

was wohl aufgeht?

Morgendämmerung, schon Februar
munter unterhalten sich
die vielen Vogelwesen

kuschelig warm, ohne Gefieder, nackt
unter der Decke
fliegen aus der Morgendämmerung
meine Träume zu ihnen

störe ich –
noch – ja!

Sogleich beginnt sacht
der Puls der trägen Himmelspracht
sich in mir zu versenken
möchte mich mit ihr verschränken

Arm in Arm schwebt das Paar
ruhig durch den Tag

jeder Schritt, es atmet mit

die Bilder stürmen den Verstand
wer sieht, wer hört, wer fühlt,
wer schmeckt, wer in sich ruht,

die Artgenossen sind geschäftig
verdienen prächtig

mein Rücken glotzt sie stoisch an
vergessen, mich mit niemand messen,

meine Sinne gehören dem Tag
jenem der mich aufnehmen mag

wer ihn findet

der ist dem Wahnsinn
glücklich entronnen!

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Zwischensein…………

Schwerelos im See, dort wo das Licht sich langsam in dunklem Grün verliert, verschwinden.
Geträumt vom Himmel, der jetzt plötzlich nicht mehr zu fühlen ist, jetzt, wo meine Lungen nur Wasser abbekämen, nur nicht einatmen, nein, die Luft anhalten, man ist abgeschirmt, wie ein Kosmonaut in der Umlaufbahn.
Die Bank noch verwaist – dort werden sie sitzen. Dort wird der Plan besprochen. Dort sind sie sicher.
Glauben sie.
Es gilt alles abzuchecken, jegliche Möglichkeit, selbst der Zufall darf nicht in die Suppe spucken, wasserdicht!
Sie gaben ihm den Spaten – und Anderen.
Graben!
Wurde befohlen.
Er warf den Spaten weg!
Die anderen fingen an zu graben.
Die faule Sau, sie ließ sich doch glatt von den Opfern das Grab graben.
….. und wurde dafür einige Minuten früher erschossen.
Was für ein gutes Geschäft – wasserdicht!

Anmerkung:

Stell Dir vor, morgen geht jeder nur noch zur Arbeit, so er findet, seine Arbeit sei notwendig für ein gemeinsames, friedliches Leben.
Geld spielt keine Rolle mehr, den jene die noch arbeiten gehen, verweigern es, sie lassen sich nicht zahlen, sie lassen sich auch nicht kommandieren, sie tun, was sie für nötig halten!
Die Krankenschwester pflegt jenen so lange, wie er es braucht, bleiben manche ohne Pflege, ist es nun wahrlich nicht ihre Schuldigkeit, für Abhilfe Sorge zu tragen, entweder es kommen andere Menschen zu fragen, wie kann ich helfen und lernen, oder es gibt ungepflegte, die in ihren Betten leiden (was ich nicht glaube……………….. – viele werden sich selbst helfen können, jene die es nicht können werden versorgt sein!)

Die Banken bleiben verwaist, da niemand mehr Geld braucht.
Die Gerichte bleiben verwaist, da niemand mehr um seinen Besitz oder Vorteil streitet.
Die Politik wird zu einem wilden Haufen von Menschen, die sich kannibalisch in ihren Palästen zerfleischen.
Die Felder werden von vielen Menschen bestellt.
Die Menschen verstehen, was ihnen gut tut!
Die Menschen werden gesellig, um der Geselligkeit Willen.
Die Städte werden zu grandiosen Gärten und Städten der Kultur, kein Blechbüchsengewimmel, Liebe und Trubel, etwas Arbeit nur.

Aus Aktenbergen werden Papierskulpturen geformt, Mahnmahle des Irrsinns.
Nach wenigen Jahren gibt es kaum noch Krankenstationen, da die Menschen nicht mehr krank sind, jene die ungeschickt fallen, einen Unfall haben, werden bestens umsorgt und geheilt.

Essen kommt vom Garten und es gibt kaum Wirte – man trifft sich zum kochen und gemeinsamen Mahl, oder zu zweit, mancher auch gerne mal allein.

Die Winzer pflegen weiter ihre Reben, dafür sind sie immer und überall eingeladen!

Der Hopfen, ungezählte Getreidearten, Kühe wenn sie trächtig sind , somit ab und an Milch und vor allem Käse daraus.
Die Brunnen sauber, die Flüsse so klar, niemand mehr da, der eine Abrechnung kennt!

Man atmet Luft, die im Sommer flirrt und die Lungen vibrieren vor Freude.

….. ja und man lässt sich im See unter der Oberfläche treiben, träumt vom liebsten Menschen, freut sich wenn man auftaucht und er am Ufer liegt.

Jetzt geht ich Holz sammeln, es liegt im Wald, die Sonne steht schon viel höher, das Dröhnen der Düsenjäger, der Kraftbüchsenwagen, die Sirenen, das Brummen der Motoren, das leise Surren dieses Schreibmodulators, blende ich aus.
Sobald meine Finger die Tasten verlassen, bin ich wieder frei!

Nur noch das Schreiben, dieses Tippen hier, lässt mich kurz zögern, den Spaten wegzuwerfen!
Glaubt einer, sie würden uns nicht erschießen, wenn das Loch gegraben ist?

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So funktioniert Umverteilung!

Es gibt viele Felder, auf denen die Steuergelder der Arbeitskräfte verteilt werden.

Die größte “Welle”, die “Finanzkrise” vor nunmehr acht Jahren, war wohl eine Jahrhundertorgie der Expressumverteilung, (Europaweit über 1,5 Bio. Euro welche die arbeitende Bevölkerung in die Taschen des “Großspekulantentums” abzugeben hatte) dagegen sind natürlich die alltäglichen Raubzüge der Schlaumeier geradezu “Kleinigkeiten” – doch bekanntlich macht Millionenkleinvieh auch Milliarden.

 

Aktuell kann man z.B. konstatieren, dass für einen Flüchtling vom Staat knapp 12.000 Euro pro Jahr für Unterbringung kalkuliert werden.
Dieses Geld bekommt nicht der Flüchtling, dieses Geld geht an Vermieter!
In der Regel keine arbeitenden Menschen, sondern schlaue Geschäftemacher.

Generell kann man konstatieren, wer arbeitet, sprich wer wirklich für die Gesellschaft etwas sinnvolles und hilfreiches leistet, der muss auch weit über die Hälfte seines “Verdienstes” in die Gemeinschaftskasse einzahlen.

Wer sich nun die Haushalte der Kommunen, Kreise, Bezirke, Länder und des Bundes betrachtet, der muss erkennen, das vor allem die Kleptokratie, das offiziell feudale Führungstheater, die ganz offen asozialen Geschäftsfelder und nicht zuletzt die Überwachung, Kontrolle und Konditionierung jener Menschen die leisten und zahlen müssen, damit finanziert werden.

Sprich die Menschen zahlen für ihre eigene Unterdrückung und Ausbeutung, das Wasser aus der Leitung zahlen sie nicht mit Steuergelden (darauf zahlen sie nur zusätzliche Steuern…), die “Infrastruktur” ist Großteils ein gigantisches Umweltvernichtungswerk, das der Umverteilung in die Taschen von Konzernen dient, etc. etc. etc.

Sogar in den Sozialkassen wird umverteilt – mehr als ein Fünftel der Mittel verschwinden in den Taschen von 0,5% der Großverdiener in diesem System, ein weiteres Viertel fällt für gewöhnliche Überflussjobs in der Verwaltung an, ein Drittel landet im Rachen der Pharmabranche – davon wohl mehr als die Hälfte für Lug und Trug, für eher Schädliches, als Nützliches.

Man kann sicher auch die Pflegekasse und die Rentenkasse kritisch hinterfragen und wird enorme “Reibungsverluste” feststellen.

Nun, für den Flüchtling gibt der Staat nicht nur 12.000 Euro an Unterbringung im Monat in Günstlingstaschen, nein, auch die Integrationsbranche verdient nicht schlecht – für sie werden pro Flüchtling nochmals etwa 4000 Euro fällig.

Der Flüchtling sieht von all dem Geld nichts, er darf entweder in einer Turnhalle, einem Baumarkt oder zu zehnt in einer 60m² “Dreizimmerwohnung” hausen – (er ist es ja gewohnt…. – soll froh sein…. ) – im Integrationskurs lernen dann 30 Leute Deutsch von Menschen, die meist die Muttersprache der Schüler nicht einmal kennen, geschweige den sie halbwegs sprechen würden – sprich – jeder der 30 lernte wohl schneller Deutsch, sparte er sich diese “Kurse”.

Mit 4000 Euro könnte ein Flüchtling locker die teuersten Sprachschulen besuchen – bekäme er das Geld schlicht ausgezahlt.

Mit 12.000 Euro könnte ein Flüchtling eine wirklich anständige Wohnung beziehen, bekäme er das Geld schlicht ausgezahlt.

Doch ich wage zu behaupten, dass an tatsächlichen Leistungen, vielleicht 1000,– Euro erbracht werden und 16.000,– Euro ganz schnöde und frech umverteilt werden – in die üblichen Taschen, die Taschen jener, die wissen wie man sich als schlauer, asozialer Raubmensch in einem Staat zu verhalten hat.

…… und die vielleicht 40 Millionen, die in ihren Arbeitswaben zu 80% völlig überflüssigen, schlimmstenfalls hochgradig schädlichen Prozessen ihr Leben schenken, fangen nun an zu plärren, da vielleicht bald 2 Millionen Menschen ihr Leben riskiert haben, um sich ihnen anzuschließen –

auch sie werden am Ende – bis auf einige “Handlungsoptimierer” – zu steuerzahlendem, arbeitendem Nutzvieh, zum Wohle weniger!

Aber ja – es könnte schlimmer sein – man könnte zu jenen 30 Millionen Menschen gehören, die jährlich in unserer globalen Welt an Hunger, leicht heilbarer Krankheit oder schlicht zerquetscht im mechanisierten Getriebe dieser Vernichtungsmaschine zu Grunde gehen. (Hofft man zu jenen paar Dutzend zu gehören, die mehr als die Hälfte aller “Werte” unserer in Zahlen bemessenen materiellen Welt besitzen?)

100 Menschen besitzen mehr – als 4.000.000.000 !

Einer von den Hundert könnte alleine verhindern, dass 10.000.000 jährlich verhungern!

So freut man sich, man darf in Deutschland täglich in seine Arbeitswabe pilgern und dort mehr als das halbe Leben abliefern, erhält dafür ein Handgeld um konsumieren zu können, sprich, man ist ein fröhlicher Konsumaut.

Das man dabei wissentlich sich selbst und seine Nachkommen vergiftet, verseucht, ins psychische Schlachthaus und letztlich die vollkommene Debilität schickt, nimmt man täglich aufs Neue hin.

Man ist so stoisch wie das eingespannte Tier im Joch, man ist im Grunde längst gestorben!

Vielleicht sind wir ja alle wirklich hirntote Gesellen, vielleicht ist es keine Feigheit, vielleicht ist es tatsächlich das große Los, als Konsumaut zu helfen, unsere Art zu quälen und man muss dankbar sein, nicht in die schlimmste Halle geworfen worden zu sein.

Die Menschen die aus diesen Hallen fliehen, sind jedenfalls ein wunderbares Geschäftsmodell!
Leider sind sie willig und brav – doch selbst diese devote Art, dieses sich komplette Entwürdigen hilft nicht, solange die Petri keine Wohnungsvermietungsgesellschaft besitzt, wird sie die Horde der “Verlierer” anführen, sobald sie ein Mandat besitzt, dürfte sie etwas differenzierter schreien – es sei den, sie ist zwar ein verschlagenes Führungstier, doch letztlich eine mit KartoffelIQ versehene Psychopathin, die tatsächlich denkt was sie spricht.
Na, so jedenfalls funktioniert die Welt der subtilen Ausbeutung heute nicht!
Nicht in Europa, hier wird anderes gemolken.

….. und das dürfte sich wohl auch nicht ändern.

Insofern, Gratuliere liebe Mitteleuropäer, ihr werdet in einem relativ komfortablen Stall bleiben dürfen – solange ihr keine depressiven Anfälle bekommt, wenn Eure Blechbüchse, oder Eurer Mattscheibe kaputt geht, und das Amt keine neuen Artikel nach Wunsch bezahlt, bzw. eure Saläre dafür nicht ausreichen.

Ihr könntet entkommen.

Kündigen, sich verweigern, Nahrung besorgen und Überleben lautet die Devise!

Es gibt ein Leben jenseits des materialistischen Umverteilungskarussells – dieses Leben wäre lebenswerter, so man den Mut findet es zu wagen.

Vor allem, man muss es bewusst wagen, wer an den Rand gedrängt wird, da er es im Stall zu nichts bringt, der wird leiden, der wird hadern mit sich, da er es nicht geschafft hat.
Wer jedoch seine Feigheit bezwingt und erhobenen Hauptes sein Leben lebt – in völliger Selbstbestimmung – und wenn es sein muss, mit einem Ende in Hunger und Not, der hat sich zumindest seine Freiheit bewahrt und ist nicht zu einem willigen Helfer des Molochs mutiert!

Geht eure eigenen Wege, doch bedenkt, jede Minute eures Lebens, die ihr dem System opfert, dient dazu, euch zu knechten und auszubeuten, es sei den, ihr habt das Gefühl zu den Ausbeutern zu gehören, doch dann lest ihr hier ohnehin wohl kaum – den die Ausbeuter lieben ihr System!

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Ohnmacht werde zu schwarzem Fett

Brennt Fleisch
Auf Gummisohlen
Gepackt in Plastikstoff
Brandbeschleunigt mit Benzin
Auf Beton
Dreckigschwarz lodert
Das hilflose Leben
Auf

Zurück bleibt
Ein
Schwarzer Fettfleck

Entsprechend der Örtlichkeit
Wird sauber
Gemacht

Dort wo der größte Dreck herrscht
Wird dreimal täglich mit Plastikhandschuhen
Der Boden gewischt
Auch vor dem Tor
Der Fleck ist
Schnell
weg

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Hört den niemand die Signale?

Ich wollte mich ja auf das Dichten beschränken, doch die poetische Ader versiegt, angesichts der immer deutlicher werdenden Konturen, jenes Monstrums, welches sich in unserer menschlichen Milliardenhorde abzeichnet.
Wir werden uns wohl bald zerfleischen, nicht nur in einigen Regionen Afrikas, wo sich die Menschen periodisch in Massen mit Macheten zerhacken, je nach Stammeszugehörigkeit, nach Sektenmitgliedschaft oder welchen Gründen auch immer.

Wir lernen nichts aus unserer Geschichte! Es laufen immer die gleichen, stupiden Muster ab!

Quellen die Schatzkammern der Hordenführer über, führt die ungestillte Gier nach immer Mehr, zum Krieg, da sie ihre eigenen Nutzmenschen nicht mehr stärker ausbeuten können, hetzen sie sie über die Grenzen, in der Hoffnung dort neue Beute zu machen.

Es mag ein zu einfaches Bild sein, für diese globalisierte Welt, da man nicht mehr genau erkennen kann, wer nun wirklich der jeweilige Leitmensch ist – welche Gruppe tatsächlich bestimmt, wohin man die Horde jagen wird.

Ein Schwert über dem Haupt, hält die Menschen nicht davon ab, sich wie irrsinnig über die Grundlagen des Lebens herzumachen, sie zu verseuchen und dies einzig, um einer winzigen Gruppe von Menschen irrwitzigen Reichtum zu opfern!
Der Mensch in der Masse ist mehr Sklave des Patriziers, den je!
Einzig er trägt keine Halseisen mehr, es genügt ein Girokonto und ein Smartphone, um ihn zu kontrollieren, zu lenken, zu indoktrinieren, zu strafen.

Die Menschen entledigen sich ihrer Vernunft, selbst wenn sie erkennen, in welch fataler Art und Weise sie wirklich leben, resignieren sie meist, bzw. sie werden zu zynischen Chronisten, die in dicken Büchern ihr Entsetzen kund tun, um dann mit den Tantiemen einen völlig gleichgeschalteten Lebenswandel zu praktizieren.
Sie leben exakt jenen Stil, den sie anprangern.

Sehr wenige Menschen stellen sich an den Rand und reduzieren ihr Leben auf ein Minimum.
Doch, das kann ich wohl aus Erfahrung berichten, ist diese Minimum allemal lebenswerter, als im Palast an der Seite eines Königs zu tafeln, von Sklaven bedient und mit dem Blut der Elenden geerntetes Fressen in mich stopfend.

Gleichwohl, natürlich schwebt auch über mir das Schwert des Dionysios, leider habe ich als junger Mensch unseren Cicero nicht wirklich ernst genommen, genau aus obigen Gründen – wer glaubt dem Wort eines Menschen, der sein Leben eben gerade nicht danach richtet?

Es ist das Paradoxon unserer Kultur, dass jene, die genial die Worte finden, meist ebenso kongenial ihren Zynismus pflegen und sich dem Wahnsinn ihrer Generation hingaben.

So ich hier ein einsamer Rufer bin, so mögen vor mir wohl Millionen einsamer Rufer über die Gestade dieses Planeten verteilt, laut zwar, aber ungehört gerufen haben.

Das Rufen ist sinnlos. Ob nun ein Zyniker sich damit Ruhm und Ehre, Wohlstand oder was auch immer damit einfängt, oder ein Verzweifelter sein Herz erleichtert, es macht über die eigene Person hinaus keinen Sinn.

Nur, es stellt sich mir die Frage – bin ich verrückt, oder sind die anderen verrückt?

Jetzt, da die Elenden in ihren Löchern verrecken, und jene die ihnen bis dato die Taschen leerten, angesichts von Mord und Todschlag vor den Türen, in jene Gefilde zu flüchten beginnen, in immer größerer Zahl, wo sie hoffen, eine neue materielle Zukunft und Sicherheit zu finden, wo das aufeinanderprallen von Millionen so offen zu Tage tritt, dass man auf den Tag nur noch warten muss, da man offen zum Menschenheckseln beginnt.

Jetzt, da sich in unseren Gesellschaften immer offener all jene düstern Visionen offen zeigen, die uns schon längst in so vielen Schriften überliefert sind.

Da die jungen Menschen millionenfach ohne Perspektive einer sinnlosen Zukunft entgegendämmern im Rausch welcher Droge auch immer, da sie das “Lebensglück” materiellen Reichtums eben nicht erkämpfen können, da es die “Effektiveren” gewonnen haben.

Jetzt, da die letzten “Gärtner” von den Feldern gejagt in die Megastädte getrieben, zu elenden Handlangern, noch elenderer Prozesse werden, da die Armut sich hinter dem grauen Smog giftigen Nebels versteckt und der Tod die Menschen in Massen von ihrem Elend befreit, da er inzwischen zum besten Freund geworden ist.

Wann also, als jetzt, sollte ein jeder Mensch, der noch nicht im Elend hockt, begreifen, das es so nicht weiter gehen kann?

Der Tag, an dem das stille Verrecken der Masse einer Erhebung der Wut weicht, wird nicht mehr, wie früher, mit einer kurzen Massakrierung enden.

Aus Tausenden wurden Millionen, aus Millionen wurden Milliarden.

Wenn hinter den 100, die am Ende vielleicht alles besitzen nur mehr Millionen stehen, die sich und ihre Klugheit gegen Wohlstand an die 100 verkauften, und der Rest von Milliarden, in den Abfällen wühlt, gezeichnet vom Gift, welches die Prozesse in ihrer Körper und ihre Welt getrieben haben, ist die irdische Hölle endlich gründlich vollbracht.

Noch lachen die Kaufkräftigen beim Abflug, manche im Schlafwabenabteil der First Class, das Ticket teurer, als das Leben von 10.000 Kindern im Slum, doch sie werden landen!

Warum nur hockt ihr so gerne im Abteil hinter Ihnen?
Warum nur fliegt ihr mit Ihnen?

Warum nur verleugnet Ihr Euren Geist?

Der Mensch sehnt sich nach Liebe, sehnt sich nach Geborgenheit, sehnt sich nach Freude und Geselligkeit, sehnt sich nach Nahrung für seinen Gedankenhunger, seine Träume, seine Visionen – wie konnte es nur geschehen, das der gnadenlose Kampf um Besitz all diese Vernunft kastriert und zu einem Instrument der Dummheit machte?

Kommt nicht bald der Tag, an dem wir begreifen, unsere Leben miteinander zum Wohle aller zu verweben, wird all das Elend uns alle mit sich reißen, werden die Dämme brechen, jegliche Hemmung, jegliches soziale Mitgefühl, werden schwinden, all die zarten Fäden, welche das Gespinst des Wahnsinns noch vor dem totalen Zusammenbruch bewahren, werden bersten und unsere Art in den Orkus der Vergangenheit spülen.

Leider konnte ich heute nicht anders.
Das Geschwätz der Politverbrecher über die Flüchtlinge,
das Geschwätz der Medien, das Geplärr von der Straße, die Hoffnungslosigkeit der wenigen die zu helfen versuchen, die Einsamkeit der Ertrinkenden in den kalten Fluten unserer Unmenschlichkeit, ich kann es nicht mehr ertragen,
ich muss es mir aus dem Körper tippen, muss mir Luft zum atmen verschaffen, so wundervoll das Licht auch vor meinem Fenster durch den Morgenhimmel schimmert, so wohlig warm mir das Feuer die Füße wärmt, so munter sich die Vögel ihr Futter holen und in Scharen herumhüpfen, emsig auf den Zweigen hockend ihre kleinen Schnäbel nutzend, die Kerne zu piken, so schön all die Unschuld der Natur an mich dringt, so widerlich packt mich die Realität unserer menschlichen Gesellschaft.

Es ekelt mich so sehr vor diesen Rattenfängern, die auf Podien grässliche Phrasen schreien und der Widerhall lässt mich erschaudern!

Doch nicht minder verachtenswert, sind die etablierten Würdenträger, die mit ihrer nie endenden Heuchelei, das Spiel in die letzte Phase treiben.

Warum nur lassen die Menschen diese kranken Figuren nicht fallen, warum nur, tragen sie sie auf dem Schild, machen sie sich für diese Bande krumm, lassen sie sich am Ende von dieser Bande wieder und wieder aufeinander hetzen?

Was ist das nur für ein Gift, das uns so zu devoten Sklaven des Wahnsinns macht?

Warum schlägt der Nachbar misstrauisch meine Hand aus, wohl fürchtend, er könnte von mir übervorteilt werden, arbeitet sich im Gegensatz dazu aber für Menschen auf, die er wohl noch nie im Leben gesehen hat, klagt zwar über diese, doch so er sie sieht, beginnen seine Augen zu strahlen, und er klatscht ehrfürchtig in seine Hände?

Was steckt in uns, dass wir einander kein Vertrauen schenken, dem offensichtlichen Untergang aber willig und billig unsere Leben?

Wann ist das passiert? Wann brach das soziale Band und wurde durch eine Kosten-Nutzen Rechnung ersetzt?

…. vor allem, wieso akzeptieren wir, dass auf der Kostenseite unser ganzes Leben verbucht wird – wo doch für manche auf der Nutzenseite nur Elend und Verzweiflung warten?

Sind wir so boshaft, dass am Ende die vage Hoffnung auf irrwitzige Dinge, all dies rechtfertigt?

Ist uns das teure Smartphone in der Hand mehr wert, als der Friede und die Liebe unter uns Menschen?

Wie krank bin ich? Oder ist es doch unserer Art, die so krank ist?

Hätte ich ein Smartphone, ich würde es spätestens jetzt verkaufen und den Erlös für einige Tage Freiheit verwenden.

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Dämmerung

Blaue Schleier, hoch steigt im Osten
Mit gewagtem Flügelschlag und Kraft
Den Abflug geschafft
legen sich vor die Sternenposten

Dunkel noch, vom Horizont strömt
Nach und nach heller Schein
Es gilt nun wach zu sein
Tanzen sie so verwöhnt

Das Morgengrauen rennt um die Welt
Im Schlepptau den Tag
Was der bringen mag

Kein Grauen liegt in der Dämmerung
Lass dich nicht fallen
In ein Nützlich Sein
Sag Nein
Nein
Ja
Sag Ja
In ein lebendig Sein
Lass dich fallen
Ein Licht spannt sich über Dich

Mach die Augen auf und sieh
Die Welt

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