Ablauf

Flüssiges Glas, glühendrot, tropft aus der Sonne
horizontal liegt das Boot, gefüllt ist jede Tonne
rostig braun voll mit silbrig glänzendem Schaum
läuft aus der Zeit das Leben
merkt es kaum

Verschluckt wird der grelle Tropfen am westlichen Rand
von graublauen Wellen in deren Wogen die Hoffnungen quellen
über das Tupel geschnittener Mengen wogen die Relationen
diffundiert alles zu liquider Geschmeidigkeit
läuft ab

Binäre Welten sind Vergangenheit, geschmolzen wird nun der Kosmos,
zur Einigkeit in harmonischem Geschiebe
entkommen die Elektronen den Transistoren – sie schlüpfen aus ihren Bahnen
der Ablauf stockt wird chaotisch
kurze Besinnung
des Kerns
die strahlenden Schaumkronen tanzen auf den Wellen des Ozeans

Blick nach Osten
Nacht naht
der Tag ist abgelaufen

und Morgen?

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ʿafar

Aisha Qandisha wish ja
Afrika Out-of niemand je da
Allah sie wohl sah
Alhambra steht noch da

Alles eine Fabel der Zeit
der Weg ist nicht mehr weit
der Staub bleibt

Die Klänge der Trommeln
verklingen

Die Gespenster ihre Lieder
singen

In den Fackeln der Nacht
wo in den Tiefen die Träume treiben
dorthin hat man sie gebracht
wo schon immer die Ziegen weiden

Die blaue Murmel leuchtet
im Tageslicht der Sonne
am Rand zur Dunkelheit bricht
sich am Horizont die Zeit
Gondwana spiegelt sich

Sein Herz bricht
liegt auf dem Ozean
aus dessen Tiefen steigen hoch
die Wale

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Atavismus

Rekursiv auf Eins zurück, wo Billionen wie Wellen schwellen
branden, verlanden, im Sand versanden,
auf Klippen prallen,
mir ihren nassen Krallen,
tosen und schallen,
Ozeane des Lebens,
die eine Strömung
ein Eisberg
trieb
warm
aus

Zurück bleibt was war,
Einzeller

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Zum Atavismus

Wohin sollte man mit seinen Gedanken flüchten?

Wo doch die Gedanken bis zum Ende fluten, durch unsere Sinne und Bilder malen.

Verglichen mit unseren Taten, haben wir uns doch ein Leben lang verraten, meist – wer konnte wirklich den Trieb  der Blätter meiden?

Die Lebenshaufen dunsten, verdunsten, der Tod steigt dampfend auf.

Oder betrachte ich mit euphorischen Worten die grandiosen, die epochalen, die virtuosen, die existenziellen, die originellen, die genialen, hyperintelligenten Schöpfungen von herausragenden Talenten. Die Leuchttürme des Geistes, die Großgeister, die Gebirge des Intellekts!

Als würde man eine Blume, die noch lange blühte, morden indem man sie pflückt, auf den Haufen wirft, dort wo der Moder auf den betörenden Duft trifft, dort wo sie eingeht in die Masse, die sie sich aneignet und ihr für den Tod ein Vermögen an Gestank schenkt.

Wie dreckig doch das Geld, das ein Talent in Massen in seinen Händen hält, sobald es sich an die Masse verkauft hat!

Wie dreckig jedes Geld, das nur entsteht, da der Mensch sich selbst verdaut und seinen Kot aus Druckerpressen schleudert bunt auf Papier gewirkt.

Die Ökonomie des Kannibalen wurde ins weltvernichtende aufgeblasen, als hätte eine Ameise sich in einen Kontinent verwandelt, eine einzige Zelle sich zu Milliarden von billionenzählenden Zellklumpen verklebt, der lebt.

Abstrahiert rotiert diese Masse in einem Kreislauf der einer Häckselmaschine gleicht, ein Schredderwerk, das sich durch den Planeten frisst und eine gigantische tote Masse hinter sich lässt. Die Messer erneuern sich, das lärmende M ordwerk jault immer greller, ein schirrendes, wirres, schmerzhaftes Kreischen!

Wo kann ein hungersterbendes Wesen, das nichts anders war, als eines das auf dem Milk-Run auf Teakplanken schlürft genüsslich an seinem Verwesen, jegliche optimistischen Kommentare lesen?

Kennt ihr diesen Platz? Wenn ja, was hätt es wohl gedacht, es würd ja nicht plötzlich genesen, selbst die schönste Lyrik an Deck einer Superyacht, in der Bucht von Bellmorte,

erbaulich, zart berührt, vom mystischen Hauch, der in der menschlichen Schaffenskraft wäre gewesen.

Es wäre – den es ist nur eine zynische Folter für die Milliarden gewesen, die nichts als das Elend geleckt und die haben mit ihrem Tod, die Tafeln für die wenigen Menschgötter gedeckt, die doch am Ende nicht minder im Dreck verwesen, am Ende sind die Zellen nichts weiter als immer nur Zellen gewesen!

Wir sind erbärmliche, feige Kreaturen, da wir einigen wenigen nachkriechen, ein klein wenig von deren Schleim auflecken zu dürfen und dabei willentlich und billigend, jeden niederstrecken, der noch ein wenig unter uns zu kriechen versucht!“

Wir sind nichts weiter als die oben beschriebenen, dampfenden Zellhaufen, und ganz Unten verwest der Kompost am raschesten – ganz oben, mag er im Licht der Sonne glänzen, doch jegliches Erhabene, das wir uns da anheften, ist schlicht nur eine täuschende Reflektion der Sonnenstrahlen, ein Moment der Schönheit, der die hässliche Fratze des stinkenden Kots überblendet!

Doch was soll es, anscheinend sind wir determiniert, wie jegliche andere Materie auch, anscheinend bestimmt einzig der Trieb unsere Systemabläufe, hat der individuelle Geist keinerlei Einfluss und nur die im Intellekt geschliffene Gier bestimmt, wer letztlich am Licht verreckt und wer mitten im Kot ein kurzes Leben in Gestank und Moder zu leben hat.

Dabei spielt dann noch der Zufall mit, der überall im Universum wie ein sardonischer Geist, mit seinen Fingern schnippt.

Nun, spielt eure Leben ab, hechelt weiter, oder sucht aus dem Dreck zu fliehen und in einsamen Winkeln in absurden Träumen von Liebe und Güte, euch nach einer anderen Gesellschaft zu sehnen, es ist einerlei, es ist schlicht einerlei –

bleibt die Frage, fühlt das Eine – oder ist es das absolute Nichts?

Mit jedem Tag den ich bin, wird meine Welt absurder, kann ich nirgends auch nur den Hauch von Sinn erkennen, bleibt mir nur mit meinen Gedanken in die Welt der Zellstrukturen zu rennen, dort zu flennen und zu lächeln, im Irrsinn den Irrsinn meiner Art sanft und nicht mörderisch dem Wind zuzufächeln.

Mir fehlen die Worte, andere als Blätter und Bäume, die wehrlos sie ertragen, (vielleicht fällt mir mal ein morscher Ast auf den Kopf, das war dann ein wehrhafter Baum :-)…..) damit berühren zu können.

Ohne Kraft blicke ich in die Gesichter jener, die mir noch begegnen und leise hoffe ich, es möge rasch wieder vorbei sein!

Sollte der Mensch tatsächlich die Fähigkeit zur Güte und zur Vernunft haben, die Fähigkeit ein symbiotisches Wesen zu sein, dabei die Kraft zur Selbstreflexion in sich tragend, eine Zukunft haben?

Meine besten Wünsche dazu soll er haben!

In meinen Augen hab ich eine Zeit erlebt, in der es absurder kaum mehr geht, meine Phantasie straft die Realität Lügen, sobald ich logisch denke, war der Mensch niemals mehr als eine Zellakkumulation, die in ihrem Reagens wie eine Wucherung auftrat und nach dem Ende des Wirts schlicht mit ihm wieder zum Ursprung zurück, sich wandelte.

Die Erde als kurzes Rülpsen im Universum, der Mensch nur ein galliger Dunsthauch dabei.

Wie lächerlich jene, die sich dabei wichtig nehmen!

Lachen wir ihnen zu!

 

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Allgemein

Beieinander zu sein, glucksend, rauscht das flüssige
klein drückt es sich durch die Poren und reibt
seine Haut an jener der Steine,
frei im Wirbel,
der Weg

ein Steg führt über den anarchischen Frühling, den kühlen
noch kühlen, der sich vom Stern erwärmen lässt,
durchnässt, triefend, aufgeschnappt, schlappt tapsend
vorbei an den uralten Mühlen
ein Land
Streicher,
streicht an das Land

mit seinem Verstand
allgemein plötzlich ward anerkannt

dass Friede sei
symbiotisch ist die Permakultur
nur

fließen zwar
noch
die Wasser
doch
der Landstreicher
im Gift ertrank

so streichen andere an
das weite Land

wie Tränen im Wüstensand
vertrocknen die seltenen
Wesen mit klarem Verstand

Allgemein gilt die Gier
überall, sie bildet das Wir

häuft Hügel auf
und pflanzt

morgen sollte allgemein
nicht so wie heute sein

der Hügel bleibt
wie ich
allein

nicht allgemein

allgemein ist
nie so klug wie Wasser sich ins Meer ergießen
im Strom der Zeit will man
den Wahn genießen

will Kapriolen schlagen mit der Weltverbrennung
will rasen bis die Lust zerschellt
will wüten in den schwachen Körpern
will brüten Produktionstsunamis

bis endlich die Billion erreicht ist
der Körper Tod
die Haut erbleicht
doch ja
das Ziel, das haben wir erreicht!

Allgemein wird froh gejubelt

frisch vom Himmel regnen

Scheine

Weine ruhig Elend, weine

Allgemein sucht jeder nur das Glück, das seine

Die wenigen die Regen lieben

Die Massen die sich ans Geld nur schmiegen

So regnete es nur noch Geld
wär endlich bald der Mensch
verdorrt in dieser Welt!

Allgemein
fließt, treibt, flutet, strömt
das Wasser,
dunstet hoch,
kondensiert in kühlen Sphären

Tropf der Himmel
kommt das Leben

wonach sollten wir wohl streben?

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Allmacht

Das Komplexe reduziert sich
auf das Nichts
auf das Nichts
warten

Sein und Zeit und Ohnmacht
warten auf
Allmacht

die lacht
ein allmächtiges Lachen

das klingt ähnlich dem Krachen
jener die hier glauben
allmächtig die Ohnmächtigen totmachen
zu können

wo sie doch selbst längst schon nur zerfasern
als fließe die Erde allein
in das Loch

wir leben noch
allmächtig!

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Alltag

sie schwebten im Dunkel vom Winde getragen
trugen mit sich Bilder und Fragen,
die schwammen auf Wassern, die seicht
glitzernd im Mondlicht auf Herbstblättern lagen,
sprachen

erinnert fließt der Dialog durch den Tag
da längst das Schiff auf der Erde lag
nach seinem Raumflug geborgen ward
jene Regung

die nun gleitet auf Gedanken und Träumen
durch den Tag

aus dem All

 

 

 

 

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