Da sprang er

Damals als die Quellen
noch speisten wilde Bäche
die abwärts plätschernd
Krebs und Fisch und
allerlei anderes
an Leben
Wohnung gaben

Da war ein tiefer Graben


Da sprang er
über diesen
schwarzbraun ist die Gülle

des Lebens Überfülle
ertrank darin

nirgends bleibt ein Sinn darin
ein jedes Leben geht dahin
ein jedes

Veröffentlicht unter Was Spatzen von den Dächern pfeiffen | Kommentar hinterlassen

10.Juni 1944

Es geschah am gleichen Tag
von Ost nach West
von Distomo nach Oradur

noch immer gilt es als gerecht
jene abzuschlachten
über die man obsiegt hat

noch immer sind die
die Widerstand leisten
die Verbrecher die man beliebig meucheln darf

noch immer gilt
für einen Sieger
als Revanche x Geiseln

noch immer gilt
auch Frauen und Kinder
Kranke und Greise

man darf sie aufhängen
aufschlitzen
verbrennen

langsam zu Tode quälen
manchmal hängen sie länger
als die Gekreuzigten zu Golgota

Der Körper trinkt sein
eigenes Blut
der Lebenswille trägt

den Tod auf Händen
durch zwei Nächte
am dritten Tag

72 Stunden lang
starb der Junge
der mit Bajonetten

an den Stamm
eins alten Olivenbaums
geschlagen war

als ich das
Kind aus dem Bette
mit meinen Händen nahm

hielt ich in jeder
Hand
eine Hälfte

sie war noch
am Leben
als man ihr

die eigenen
Därme um den
Hals schlang

um sie
mit sadistischer Lust
zu strangulieren

sie hatten
brennende Menschen
wie Fackeln

betrachtet
und beachtet
und was dachten sie dabei?

Die Mörder
können noch über
Ihre Morde nachdenken

Am schönsten ist
das Leben
wenn es vorbei ist

Denn ohne
zu denken
kann man es ertragen

Doch ohne
zu denken
wird aus dem Leben

nichts weiter
als ein
pulsierender Körper

ohne etwas
wovon wir doch
voller Sehnsucht träumen

oder kann
es sein
die Erde ist nur ein Totenschiff?

Ein Krümel
im All
der wartet

Eine Sonne
im All
die verglüht

Dort wo das
Licht sich
nicht mehr lösen kann

Dort wo alles in sich
zusammengedrängt
zu totaler Masse wird

Seit das schwarze Loch
denkbar ist
ist es doch so klar

Es braucht kein
Warum
Darum


Veröffentlicht unter Was Spatzen von den Dächern pfeiffen | 4 Kommentare

ante portas 2.0

Da steht das Mindesthaltbarkeitsdatum
Da steht die verpackte, nicht mehr, nie mehr frische Milch
Da kann die Milch stehen, wo sie doch sonst verliefe
Da leuchten längst keine Neonröhren mehr
Da ist es trotzdem weißhell
Da sind tausend andere Milchprodukte
Da frage ich mich
Da stehe ich
Da greife ich
Da wähle ich doch anders
Da denke ich kurz
Da renn ich davon
Da stehen sie noch länger in dem Kühlregal
Da kommt schon der nächste Mensch
Da, da, ja da, da steht das Mindesthaltbarkeitsdatum

ante portas 3.0

Da war ich verwirrt,
Da stand ich noch nicht einmal vor dem Kühlschrank
Da wo es in Plastik verpackt betrachtet wird
Da wo sie das Mindesthaltbarkeitsdatum beachten
Da wo sie es weiter, immer weiter, wählen, auswählen
Da wo sie die auserwählte Schnitte aus den Körpern kaufen
Da wo sie jetzt noch emsig hin und her laufen, fahren, gehen, fliegen, schwimmen, stolpern, marschieren, marschieren, marschieren.


ante portas 4.0

Da stand in einer Küche ein Kühlschrank
Da stand eine Milchtüte in diesem Kühlschrank
Da war das Mindesthaltbarkeitsdatum längst abgelaufen
Da lag ein seltsamer Geruch in dieser Küche
Da schwebte ein ebensolcher, penetrant,
Da klebte der Staub, der sich mit der Feuchte vermischte
Da drehte sich im Keller eine der Scheiben schon länger schneller

Da stand die Türe offen
Da brummte es stetig, als sei der Kühlschrank betroffen
Da lag verarbeitetes, verpacktes Fleisch, am Boden
Da stand kein Mindesthaltbarkeitsdatum
Da konnte jeder sehen, es war längst abgelaufen

Epilog

Da sollte man nicht lange nachdenken
Da sollte man zugreifen
Da kann man stolz und zufrieden sein
Da kommt aus dem Wahnsinn der Vergangenheit
Da kommt eine galaktische Hand
Da wählt sie die Erde
Da nimmt sie die Erde
Da trägt sie die Erde
Da brät sie die Erde
Da liegt sie die Erde
Da war sie die Erde

Das war ein kurzer Witz


Veröffentlicht unter Was Spatzen von den Dächern pfeiffen | Kommentar hinterlassen

Der Mord

Es wären nur ein paar Schritte
nötig gewesen
aus der Tür nach links, nach links zwei Schritte
dann
bücke Dich

Sie war da, hat dort ihre letzten Stunden
verbracht,
die Lebenszeit
langsam zunichte gemacht
ein träger, jämmerlicher Tropf
ohne Gedanken,
so gänzlich leer in seinem
hohlen Kopf

Wie die Kinder der Armut
wie lange wohl
es waren vier Tage
Qual und Plage

Es liegt elender Ekel
überall
prall gefüllt ist die Schuld
hätt ich doch die Knarre noch
es wär ein lauter Knall

seit langem folge ich
seit dem ersten Tag
sinnlose Zeit
keiner Suche wert
da nichts zu finden
nur Morde und blutige Binden
warum nur sie sich schinden
kratzen Finger über trockene Rinden
von toten Linden
keine Trauer zu verwinden
da ist keine Vergebung mehr
nur das salzige
es reibt die Reue in die Herzen
so bleiben zumindest Schmerzen

es wurde geschwatzt vom Ausmerzen

Verflucht warum ließ ich es zu
blieb ich nicht damals im Meer
zog noch einen mit heraus
auf Wellengischt die uns trug
ans Ufer trug

so verurteilte ich jenen zu Lug und Trug
selbst ging ich
nur über die Dünen
was sollt ich mehr sühnen

das Leben
oder
diesen feigen, qualvollen Mord?

Veröffentlicht unter Was Spatzen von den Dächern pfeiffen | Kommentar hinterlassen

Suada für die Übelkeit

Meide die Natur und halt dich auf in den betonierten Bunkern der Mörderbande nur, hör die Musik der todgeweihten Virtuosen, die zitternd wie die Saiten der Cellos, klagen über ihre seuchenden Phagen, die jagen durch ihre Körper, hüpfend, vom Blutdruck geschupst, hopsend, Kapriolen drehend, nicht ahnend, bald werden sie durch die Kamine geblasen, trotz all dem Tönerasen, dem Rennen der Musik gegen den Mord, ein falscher Ton, und schon,
lautet es, ab, in den Ofen
Doch halt, das war, heut ist ja alles wunderbar,
wir tanzen durch die beste aller Welten und gelten
doch so formidabel tolerant, was sollte man mich schelten
wo ich hier dissonanten Hobel schwinge, aus diesem blutend Hirn Verzweiflung wringe, der Lappen schlapp, der rechte wie der linke, hohl und dumm, vom Wind vertrocknet, in nassen Weiden aufgehängt, die mit den Erlen um die Wette ihre Blätter schwingen durch die Zeit zu jedem der sich gütlich zeigt, gerne bereit die Äste hinzuhalten, auf dass der sich dort wie ein Christbaumengeln, drapieren und dort baumeln kann
Das Forte ist schnell verklungen, die Gänsehaut gekrault, die Härchen in Habacht, Kanonendonner hallt hindurch, es folgt Piano, Pinanissimo im letzten Ächzen ist das Leben vom Hunger rasch bezwungen und düngt das Kind den Rasen der Elite die forsch mit flinken Hufen darüber trabt, die Poloschläger schwingend, die Kugel ist der Kopf vom Feind, verpackt in Alufolie, damit das Glänzen kündet, vom großen letzten Sieg.
Ach halt, Suda stopp, was soll´s
Troll troll von dannen, in schlanken Wannen
sammelt es sich, das Blut der Geschächteten
Geflechte, Gefechte, geflechtete, gefechtete,
geschächtete Geschächtete
von Bajonetten gestreichelt, mit Zärtlichkeit gewogen
vom Schicksal betrogen,
es bleiben die Glücklichen, die Guten, die Liebenden
es ist nun Zeit für die Liebe
sei bereit, in dieser wunderbaren Welt
sei für die Liebe bereit,
für alles ist eine Zeit

doch nie, niemals für Einigkeit

Veröffentlicht unter Was Spatzen von den Dächern pfeiffen | Kommentar hinterlassen

Sub Rosa

Geduckt versteckt
neben den Tellern wartet Besteck
gefasst, angefasst, gegriffen, ergriffen
zu späht haben die
Seienden begriffen

aus den Winkeln gezogen
zappelnd, wie Blätter von Pappeln im Wind
geworfen in den kochenden Sud
es schmeckt jenen gut

die überlebten,
die den Dosenrand von Außen gesehen
die, die immer übrig blieben

dennoch, am Ende wurden auch sie ausgespielt
ausgespuckt,

Ihre Gene warten
geduckt versteckt



Veröffentlicht unter Was Spatzen von den Dächern pfeiffen | Kommentar hinterlassen

Flucht

Melancholie, Euphorie, warten voll Ungeduld
das Schicksal pflückte die Sekundenblätter
vom Zweig des Lebensbaums
zu schaffen den Trost und das Gefühl eines Traums

Die Sinne fliehen in Wolkenmeere
liehen ihre Gesellschaft
in dieser leichten, zarten und himmlischen Spähre
mit pochendem Herz
jener die hatten das Schöne geschafft

So dankt mit Freude das fliehende Leben
jenen die lebten und schufen
talentgetränkt unvergänglich tröstend und rettend
Momente im klingenden Raum
auf den Wellen der Gefühle der frische Schaum

Gleitend durch eine Sinfonie
schwingend, gleich Blüten im Sommerhauch
Bilderzauber endloser Gänge einer Gallerie
Klänge betten so Farbe in jenen Rauch

der mit dem Schall uns jagt durch das endlose All

Veröffentlicht unter Was Spatzen von den Dächern pfeiffen | 2 Kommentare

Tja demnächst dann 999 Abgeordnete?

Der Post ist in Bearbeitung – ich stell das Chaos trotzdem schon mal hier ein, da ich mich einfach furchtbar ärgere – hab gerade gelesen, die feine Gesellschaft taktiert weiter.

Wer sich so richtig „amüsieren“ möchte, der sollte mal im Bundeshaushalt nachschlagen wie viel die politische Führung wirklich kostet.“
Heute haben sich die Abgeordneten mal wieder erfolgreich um eine Wahlrechtsreform gedrückt.
Sie wollen ja alle, doch irgendwie müssen dann doch immer mehr gegen entsprechende Vorschläge stimmen, als dafür.

Das Spiel läuft nun seit Jahren so.


Es sind nicht nur die Milliarde für den Bundestag (Diäten, Pauschalen, laufender Sachaufwand, Mitarbeiter – kein Abgeordneter verzichtet auch nur auf einen Cent der großzügig angehobenen Mitarbeiterpauschale von 22.436,– Euro pro Monat plus sämtliche Sozialabgaben, die zusätzlich von der Bundestagsverwaltung übernommen werden – darum Bruttopauschale – der Abgeordnete muss keine Arbeitgebersozialanteile abführen, nein, das kommt noch mit dazu – also beträgt die Pauschale im Grunde wenigstens ca.27.500,– Euro an „Bruttokosten“ .
Zählt man all diese reinen Geldleistungen zusammen kommt man für einen einfachen Abgeordneten auf:

Diät – 10.083,45

steuerfreie Pauschale ohne Nachweise – – 4.418,09

steuerfrei Sachkostenerstattung gegen Nachweis – 1.000,– (max. 12.000,– p.a.)

Bruttopauschale für persönliche Mitarbeiter (sprich

das MdB kann frei entscheiden wer, wie viel, für was) 22.436,– plus wie oben geschildert die Arbeitgeberanteile für die Soz.Versicherung ca. 20% (Minimum – bei Minijobs sind es ca. 30%) 5000,– somit ca. 27.500,–

Also ca. 42.500,– Euro nur laufende Kosten, die auf das Konto des MdB laufen – bzw. auf seine persönlichen Mitarbeiter

(also wer hier persönliches Personal möchte, muss es sich verdienen, sprich, so ein MdB muss wohl nicht einen Brief selber schreiben…..)


Jetzt vernachlässige ich die Reiskosten, die Bahncard 100 (lieber fliegen die lieben – siehe die Grünen….- im Schnitt die höchsten Reisekosten – für die LH), die ganzen geldwerten Leistungen die der MdB natürlich nicht versteuern muss, die für unsereins unbezahlbare Alters- Übergangs- Ruhestandsversorgung – eine solche privat abgeschlossen, käme bei einem 30 jährigen gesunden Mann auf ca. 7000,– Euro p.M. – falls er überhaupt ein solches Paket schnüren kann.

Kurz, die Profis der Politik sind wahrlich großzügig mit sich selbst.

Das noch enorme Kosten durch sonstige Verwaltung entstehen (Staatssekretäre, Top-Beamte der zweiten Ebene, die ganzen einfachen Beamten die das alles verbuchen, dokumentieren, die das Mandatsheer versorgen und verhätschen müssen…. sorry, der wissenschaftliche Dient ist da noch nicht bezahlt….) – kommt beim Posten im Haushalt raus:
6,5 Mrd. für die poltische Führung, 20,6 Mrd. nimmt man noch die zentrale Verwaltung und die Rückstellungen für die Versorgungsansprüche dazu…..

Steigerungsraten auch ohne den zahlenmäßigen Zuwachs an MdB´s über 10 % p.a. in den letzten 8 Jahren (z.B. betrug der Posten politische Führung in 2012 noch 2,5 Mrd. Euro – macht ein plus von 160% in acht Jahren!)

Die Medien empören sich zwar, doch sie nehmen noch immer den untersten Rand der Kosten, tun so als wären nur die Diäten Geld, das der Abgeordnete für sich verbuchen kann.
Das ist ein teuer Zirkus!

Für mich nur ein Grund mehr, möglichst keinen Cent Steuern zu zahlen, sollen doch jene diese Damen und Herren versorgen, die mit ihnen so zufrieden sind.


Veröffentlicht unter Was Spatzen von den Dächern pfeiffen | Kommentar hinterlassen

Blick auf den Abschlag

Himmel so groß und weit,
voll Licht, Wolken hoch und breit
Plastikkugeln schlagen jene
die keinen Blick mehr für die Szene
verziehen in ihrem Schwachsinn schon mal
treffen den Kopf
vom nächsten dämlichen Tropf
auf den nächsten Blitz ich hoff
die Eisen schön nah
die verkohlten Eitelkeiten
leider so selten dergleichen geschah

somit musste die Welt sich der Menschen
auf andere Arten entledigen
denn weder Hunger noch Dekadenz
konnten diese Arbeit gründlich erledigen
sie kamen doch immer wieder
aus den Bäuchen gekrochen
mit jedem Jahr jedoch
haben sie mehr nach Gift und Galle gerochen

Erhaben, elegant, gleitet
auf warmen Winden empor
ein Adler
endlich wieder ungestört

in Florida wird der letzte Psychopath
hinter dem Bunker
beim zweiten Schlag
an den Eiern
von einem Krokodil gepackt
der Cyborg hatte keine Ladung mehr
es war der letzte seiner Art
nun ist es wirklich vorbei.

Veröffentlicht unter Was Spatzen von den Dächern pfeiffen | Kommentar hinterlassen

Die kleinen Herrscher

Keine Königin, kein König
ein liebender Mann und eine liebende Frau
die Liebe für ihre Kinder und Eltern hegen
mit sanften Händen ein ehrliches Tagwerk pflegen
mit offenem Herzen der Welt begegnen
kein liebender Mann und keine liebende Frau
sind geblieben
nur noch Königinnen und Könige

Veröffentlicht unter Was Spatzen von den Dächern pfeiffen | Kommentar hinterlassen