Wahlpflicht

Blind sind die Winde nicht
sind die Menschen nicht

friedlich und sanft
meist weht
das Leben
möchte es sich Frieden
möchte es
oder
möchte es nicht
einander lieben

im Namen der Liebe
wurden sie gegeneinander
getrieben,
erst mit Hieben
dann von windigen Dieben

Heuchelei schmerzt
sie frisst sich in die Wunden
die nicht mehr heilen
da das Gesindel
in den Herzen wühlt
mit Lügen die immer
immer weiter feilen

nur das Elend dürfen sie sich teilen

nun mussten sie wählen

sie nahmen Rache
sie bringen sich um
Selbstmord lautet die Devise
doch grimmiges Jaulen
begleitet das Schwert
im eigenen Bauch,

möge es die Heuchler mit
dem Blut der Armen getränkt
danach noch ebenso
durchbohren

die dreckigste Brut
darf danach im Sturm
die Welt endlich vernichten

sie sind dann unter sich
wir können davon nicht mehr
berichten

wir lachen am Rand der Galaxie
wir tanzen darüber hinaus
und sind gespannt
was dort wohl wartet

vielleicht endlich
ein sanfter, zärtlicher Wind
wo wir gemeinsam
beisammen sind
und nicht mehr wählen
müssen

da keine grässliche Kreatur
zu Wahl steht,
sondern nur wir hier sind
wir, die wir in Frieden und
in Eintracht
gemeinsam Lebenskunst
genießen

ohne Wettkampf
ohne Mord
ohne Sieg
und
ohne Wahlpflicht

so geht das Leben

unter Menschen nicht

so lebt der Unmensch

er wird nicht überleben

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Verwunderung

Was wundert den Säufer
besoffen wie er ist
im letzten Bewußtsein
sein Ende

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Süßer Spätsommer

Verschwunden,
ein summen, surren ein Ploppppp
reife Früchte fallen
Birnen, Äpfel, Pflaumen
ein trippeln, die Katze beachtet den Igel
kaum

Wartend liegt der kleine Hof
zwischen den Felden,
die Obstbäume geben Geleit
in die neue Zeit

Die Früchte fallen ins trockene Gras
Wespen, Fliegen, Hornissen,
Ameisen geben Vollgas
das Vollgas kommt vom Kindheitstrauma
als mich die Menschen drillten

Vielleicht ist es ja eher ein Schlendern
ein lässiges,
wissend welch Überfluss
der süße Spätsommer schenkt

jetzt wo kein Mensch mehr
seinen Körper durch die Welt bewegt
sich kein höllischer Lärm
sich keine Mordlust
sich kein Wahnsinn mehr
im Paradiese regt

Die Katze liegt auf der Holzbank
halb im Schatten,
die wachen Augen warten auf Ratten,

jeder hat jetzt eine gerechte Chance
und keiner stirbt ohne Sinn

langsam fällt der Hof

die Obstbäume überleben ihn
doch viele süße Spätsommer
bleiben noch bis dahin

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Mensch

Domestiziertes Säugetier
Vielfältig konditionierbar
im Notfall essbar
bei Nichtgebrauch kompostierbar

Wird in der Horde angeboten,
inklusive Führungs- bzw. Leitmenschen

Ein Planetenrudel benötigt weniger
als eine Sternenmillisekunde
um Terraforming radikal
zu exerzieren

Zerfällt nach Gebrauch zu Staub

bestes Medium
um komplexes Leben
auf Planeten
wieder ins Chaos zurückzuführen

derzeit im Angebot
50% Rabatt

Lieferung erfolgt direkt in den
DNA-Pool des gewünschten Planeten

Design und Rudelverhalten
können auf Wunsch modifiziert werden

es wird nur die destruktive Variante
angeboten

die Brillanz des Verstandes
ist nicht zu unterschätzen
womöglich würde aus der Hölle des Kosmos
durch den Menschen
dessen Schönheit in ein Friedensparadies
transformiert
könnte sich der Verstand von seinem
Untertanengeist
befreien

bei dergleichen Anzeichen
empfehlen wir
die sofortige
Transformation
mittels Asteroideneinschlag
(bevor es zu spät ist
und die Menschen wild und frei
zu Ihrem gemeinsamen Wohl
kreativ und intellektuell aktiv werden, was sie
wohl zu ungeahnten Leistungen befähigte,
Leistungen, die auch das Asteroidenmittel
als untauglich erweisen könnten-

eine Supernova ist mit immensen Kosten verbunden,
vor allem dürfte der jeweilige Systembesitzer
wenig Freude am Rest seiner Investition
haben – der absolute Exit
im Falle freiwerdender Menschen

Beim „Erdmenschen“

können wir

einen
vorbildlichen Verlauf

erkennen

einfach perfekt
lebenszerstörerisch

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Quintessenz

Sein schimmert hinter
den Lidern
dort spielt in grellen Farben tags
bei Sonne
grau bei Nebel
traumblau in der Nacht
das friedliche Kaleidoskop

nur nicht beim Mensch
dessen Schlachtfest
tosend lärmend schaurig tobt
dabei er sein Morden
nobel lobt

Im Äther lösen sich
die Geister auf
selbst sie
nichts weiter als
kosmischer Staub

irgendwo spielen
andere Kinder
sie bauen ein Universum
aus Sand
und das kleinste nimmt es
in seinen Mund

wir bemerken nur
wie die Zeit vom Speichel
zersetzt wird

wir vergessen gern
damit wir fressen
und die Lust empfinden
zu siegen

im mörderischen Wahn
dabei krepieren die meisten
im jämmerlichsten Loch

es spuckt
das Universum aus

dahinter liegt der kosmische Ozean der
Alles ins Unendliche bewegt

man könnte schließen
die Wale
sie schwimmen
und atmen

auch dort

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Erde

Ihre eigene Mutter
rissen sie auf
durch sie zu dringen
sie auszuwringen
in sie ihr ganzes Gift zu zwingen
zuletzt sie jä
mit ihrem Sachverstand
in einem kurzen Aufschrei
umzubringen

um dann zu glotzen
in die sinnlose Leere Ihrer
mörderischen
kurzen Existenz
zu glotzen

das Leben scheint sich
an den Menschen
auszukotzen

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Luft

Sie kugeln vor Lachen
hinter den Horizont
wo sie mit Lust und Laune
weitermachen

weiter kugeln über die Kugel
kugeln

gleiten auf Schwingen
steigen und zwitschernd singen

ob sie beunruhigt sind
sie teilen sich die Luft mit dem Wind

atmende Wesen lachen nicht mehr
sie weinen mehr

ob der nackten Kreatur
die sich und alles was atmet
der Sphäre beraubt
sich mit emsigem Eifer
die Luft abschraubt

so ersticken wir

was bleibt sind lachende Schwaden

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