Das Eihennepoem (nach De Sade)*

Vor dem Mord
steht die Geburt
vor der Geburt
steht die Liebe
(De Sade deklamiert Triebe)
vor der Liebe
(De Sade deklamiert Triebe)
steht das Kind
vor dem Kind
stand die Geburt
vor der Geburt
stand die Liebe
(apropos De Sade)
wo stand der Mord?

(ach ja, bei De Sade)

*steht auch ohne Klammern
dem Ei
der Henne
oder dem Hahn zu

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Am Ende

Werden die Nieten
zerknüllt
oder mit Vorsicht
wieder
gerollt

wird das Bändchen zurückgeschoben
über die Rolle

manche heben es auf
das Los

hoffend



manche haben gewonnen
gewonnen,
denken sie

doch
sie müssen
ihr Los

zurück
geben

im Tausch bekommen
Sie

Ihren Gewinn

Am Ende
hatten jene

die Ihr Los zärtlich bewahrten
Ihr Los
im Lebensschoß

nach einem Leben
kurz vor dem Ende
fanden Sie es
in einer kleinen Schachtel

dort lag es
und
dort blieb es


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Loslösung

Lebenslose unerbittlich
gezogen vom Schicksal

Lebenstropfen fallen
aus den Körpern

Selbst Körper
zeugen neue Körper

neue Gedankenpflanzen
wachsen
zu einem monströsen Grab

die Wurzeln finden bald
keine Quelle mehr

Die Lösung des Loses 

komm was hast Du gewonnen?

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Ein kurzer Hauch der Freiheit….. vor dem Tod.

„… Bürger! Vergesst keinen Augenblick, dass nur diejenigen Männer Euch am besten dienen werden, welche Ihr aus Eurer Mitte erwählt; denn diese teilen mit Euch dasselbe Leben und die gleichen Leiden. Misstraut ebenso den Ehrgeizigen wie den Emporkömmlingen. Die einen wie die anderen werden bei ihren Handlungen nur vom Eigennutz gelenkt und halten sich zu guter Letzt stets für unersetzlich. Misstraut den Schwätzern, sie sind unfähig zu handeln und werden einer Ansprache, einem rednerischen Erfolg oder geistreichen Worte alles andere opfern. – Meidet ferner die großen Günstlinge des Glücks. Denn gar zu selten ist der Reiche geneigt, den Arbeiter als seinen Bruder zu betrachten. Suchet vielmehr Männer von aufrichtiger Überzeugung, entschlossene, tätige Männer des Volkes von geradem Sinne und erprobter Ehrenhaftigkeit. – Gebt denjenigen den Vorzug, welche nicht um Eure Wahlstimme buhlen; denn das wahre Verdienst ist bescheiden. Es ist die Sache der Wähler, ihre Männer zu kennen, und Letztere dürfen sich nicht hervordrängen. Solltet Ihr auf diese Betrachtung einigen Wert legen, so sind wir fest überzeugt, dass es Euch gelingen wird, die wahre Volksvertretung einzusetzen und Bevollmächtigte zu finden, welche sich niemals als Eure Herren aufspielen werden.“ So stand es auf einem Anschlag in Paris, zur
Wahl während der Kommune März/April/Mai 1871 – die in einem Massaker endete, welches die etablierten Kräfte an den Idealisten exekutierte – der Blutwoche von 21 – 28 Mai 1871 – wobei schon das ganze 19. Jahrhundert hindurch die Klassenkämpfe immer blutigst und radikalst im Keim erstickt wurden – Paris war der einzige Funke der auch ein kleines Feuer zu enfachen vermochte, allerdings umso grausamer waren für wohl mehr als 100.000 Menschen dort die Konsequenzen.

Das Schlimme, am Ende wurden wie immer Sklaven auf Sklaven gehetzt, wurden jene die sich für Veränderung einsetzen von den eigenen Mitbürgern in Uniform niedergemacht. (Nur ganz am Anfang gab es eine kurze Episode von Solidarität, wurden zwei Generäle von den Soldaten hingerichtet und nicht Frauen, Kinder und andere Soldaten, auf die sie hätten schießen sollen.

Das Tragische, da es dabei blieb, wurde alles am Ende nur umso schrecklicher.
Die Welt heute wäre eine andere, hätten die französichen Truppen in Versailles ihre Offiziere verjagt und nicht Paris gestürmt, sondern wären mit wehenden Fahnen und erhobenen Kolben nach Paris gezogen – wer weiß, vielleicht hätten die Preußen auf der anderen Seite der Stadt das gleiche gemacht und Europa wäre zu einer vereinigten Zone autarker Kommunen und Kooperativen ohne Partei, ohne Schwätzer, ohne Establishment geworden – ein süßer Traum.

Im September haben wir mal wieder nur die Wahl zwischen dem einen oder dem anderen Parteiverbrecher – und an die Damen, die Pariser Kommune hätte wohl spätestens bei der nächsten Wahl niemandem wegen seines Geschlechts ein Recht verwehrt und schon in den ersten Entwürfen war gleicher Lohn für gleiche Arbeit, war die Gleichberechtigung ein fixer Bestandteil.
Nur, leider haben sich die Frauen nicht minder unwürdig gezeigt, sie ticken letztlich doch genauso wie die Nacktaffen mit einem Befruchtungsstängel zwichen den Beinen……..

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Die Satten

Was wünscht der Hungernde
den Satten
jenen Artgenossen
die alles hatten
alles genossen
die selbst niemals schossen
fast

die niemals zu fallen hatten
fast

die niemals hätten Schwere gespürt
wenn

sie nicht verhungert wären  

an ihrer Gier

sie nicht verdurstet wären

an ihrem Hass

ja wasssss

 

wünscht der Hungernde dem Satten?

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Ausscheren

Lange Schlangen
rangen
rasen
raten
warten

Vorwärts drängt die Schlange
von Soldaten
von Primaten
von Automaten
von Karossen

gezogen von Rossen,
besetzt mit Bossen
oder Lakaien
oder anderen Schweinereien

deren Innereien pumpen und pumpen
Elektronenpumpen

Elektronenschlangen lange
unendlich lange

Kreise?

dort wo die Gravitation einer Masse
so schwer so tief
eines ergreift
schert es aus

es schert sich nicht mehr
um die anderen

doch die Lücke
die es reißt
wird als gleich
geschlossen



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Der gemeine Nützling….

….. vernichtet die Umwelt, damit er Dinge und „Dienstleistungen“ für seinen eigenen Massenkonsum und für das „Prime-Segment“ erstellt.
Die Wirte der Nützlinge betrachten mit Sorge, dass sich Ihre Zukunft problematisch gestalten könnte, halten sie sich zu viele Nützlinge, die nicht nur in absolutem Elend produzieren, sondern auch noch Konsum als Auftrag auszuführen haben, vor allem, jeglicher „Freizeitkonsum“ sollte auf ein absolutes Minimum beschränkt werden.

Künftig arbeitet der Nützling, damit er sich seine notwendigen Merkmale kaufen darf, die da sind „Bildung“ für den Traum ins Prime-Segment aufsteigen zu können, der dann auch für einen von Tausend realisiert wird, damit die 999 motiviert sind, auch wenn sie bald wohl völlig marginalisiert sind!

Aber war das je anders?
Nun ja, früher trugen 20 Nützlinge eine sehr bequeme Sänfte für den Prime-Menschen, heute fliegt der Prime-Mensch in einem Privat-Jumbo durch die Lüfte und es bedurfte wohl einiger tausend Nützlinge, alleine das Gerät zur Verfügung zu stellen, für die Wartung und den Betrieb dürften kaum 20 genügen – also sehr schön, vor allem die 20 von früher bekamen eine Kette um den Hals und wurden im Stall gehalten, die von Heute fliegen im Extremfall (vielleicht der Privat-Pilot?) selbst ein kleineres Modell und die meisten anderen dürfen so viel Ressourcen für sich beanspruchen, da das System eben heute auf Produktion und Konsum auch für eine sehr große Menge der Nützlinge ausgerichtet ist – das Prinzip ist aber immer noch exakt das gleiche.
Nur der in der Sänfte dirigiert, die anderen haben zu funktionieren!

Wäre ich der in der Sänfte, ich würde auch jede Möglichkeit nutzen, die Nützlinge wieder auf ein vertretbares Maß einzugrenzen, womöglich sie eher wieder wie einst zu halten, den Jumbo können sie ja weiter bauen, nur der Freilauf sollte drastisch eingegrenzt werden, man muss sie nur wieder entsprechend konditionieren, dann klappt das ganz locker und die Verringerung der Masse ist ein Kinderspiel.

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Versuch eines Endes

O raubte eine Bank aus
O fuhr nach Wien

O fuhr dort zum Zentralfriedhof

O bestellte Schokoladentorte

O bestellte Kaiserschmarrn

O bestellte ein Omelette mit Konfitüre

O bestellte und bestellte und genoss

O schaute in den Himmel

O sah keine Geister

O sah alle Minute oder so

Düsenjets, es war die Einflugschneiße

O bestellte einen Obstbrandt




O dachte darüber nach

O wie Oberlaa – Stadtbezirk aber auch Kurkonditorei

O amüsierte sich

O goutierte wirklich alles

O genoss die Wärme, die Sonne schien
auf die Terasse,

O bemerkte die Blicke

O legte ein Bündel Geld auf den Tisch

O bestellte nochmal ein Omlette

O bekam ein besonderes, mit hauseigener Milchschokolade und Schokoladeneis und Sahne und Schokoladensauce und einem Brandt (Birne)

O bemerkte die Schatten

O fragte sich

wo er sich auflösen und verschwinden konnte

er hatte ja bezahlt

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Wir wurden gezogen

Wer floh
wurde erschossen

von uns die wir dem Zug
des Stricks
folgten

oder am Strick statt gezogen
erhängt
wenn wir zogen

dann nur an jenen Stricken
die unseren gleichgestellten Mitmenschen
um die Hälse gelegt wurden

auch heute ziehen wir
die Galgenstricke stramm
folgsam

diesmal sehen wir
wie wir
unsere
Kinder aufhängen

noch bevor sie mehr als Knöpfe
abschneiden könnten
wird der globale Krieg
Ihre Felder endgültig verwüsten

doch was soll´s
es ist ja nur Zufall
welche Generation die letzte sein wird!


Sie wären nicht besser geworden
Sie hätten das gleiche Schicksal gehabt

Natürlich einige hätten viel Spaß gehabt
am Ende ist ein jeder Treffer einen Freudensprung wert
egal wie elend die getroffenen in ihren Panzern verbrennen
oder wie elend die am Krebs erkrankten in ihren Körpern verenden
egal ob wir mit Bomben oder mit Pestiziden killen und gekillt werden

einige hätten dennoch viel Spaß gehabt
aber eben
keinen
unendlichen

kommt zum Ende
sprach das Ding
oder ein Gott
egal

ja

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Versuch eines Anfangs

Pergaud schrieb vom Krieg
dann zogen die Herren
den Sklaven
in den Selbigen

Pergaud schrieb von den Knöpfen
an den Hosen
die sie abschnitten

Doch es waren dann doch
die Körper die sie aufschnitten
Gliedmaßen die sie abschnitten
bei ihm kam dazu

seine Sklavenkollegen
mit den langen Rohren
jagten eine Granate
auf seinen geschundenen Leib

Die letzten Momente
da die Sklaven
sich gegenseitig zu retten
geglaubt
wo sie doch zum Morden befohlen
waren

wurden in einem Volltreffer
gleich der Satz mit einem Punkt
oder gar Ausrufezeichen

beendet.

Was soll die Gefühlsduselei
wehe der Kehle
die danach noch entlässt

einen Schrei

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