D-Moll

Schreitend, Schritt für Schritt
zum Schafott
täglich im geschulten Trott
Grollen wollen die Tollen
Schmollt das gewöhnliche Volk
doch hadert nicht
es brav sich bricht
die Würde und das Kreuz entzwei
die Liebe, Glück und Sehnsucht
am Ende alles Einerlei
zerrieben in den Mörsern
der Schlegel stetig stampft
das Leben dort zu Staub

Am einen Fleck
verreckt der Mensch vor Durst
am anderen nagt der Hunger
dafür fährt vor der Hummer
verschlingt das Monstrum Hummer
döst es im Drogenschlummer
was juckt die Mörder Kummer
der Diener ist ein Dummer
das ist die Menschennummer

D-Moll ja Moll
krepiert im Glanz der Diamanten
zitiert die Phrasen der Kombattanten
die Ratten werden siegen
nach all den endlosen Kriegen
die Knochen nagen blank und bleich
manch Wucherung ist hart,
meist jedoch sind sie weich

Verloren ist das Sein
Verraten und Verschollen
warum
weil sie nicht wollen!

Sie stoßen von sich alles Leben
wühlen mit langen Nägeln in den Seelen
reißen die Herzen aus den Brüsten
auf dass sie sich damit wohl brüsten
mit blutigen Fratzen sich die Mörder küssten

zurück bleiben die Wüsten
Staub
Planet

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Abschied

Albtraummüde Erschöpfte

Sich aus nachtschlafender Bilderflut lösend

Halten sich in Erinnerung

Den letzten Moment

Vor jenem

Abschied,

da man die Liebe aus den Augen verlor

hervor kriechen aus Schatten

jene

die nur Hass

in ihren rottigen, knochengerüsteten

Hautsäcken horten

Allerorten das Morden

Allerorten ist es zum Prinzip geworden

 

Das Oszillieren der Brücken unter dem Marschschritt

Erstarrt in der Eiszeit

Nach dem ersten Schuss

Schluß

Da blieb nirgends ein Lippenpaar

Kein zarter Hauch

Kein zärtlicher Kuss

 

Die Falten zerfallen

Zu Staub

Das  Horden-Leben ist schlichter

Raub

(vor zwei Jahren nahm ich ja Abschied, doch immer noch hafte ich wie die Fliege hier im Netz……. – Hordenwesen bleiben Hordenwesen, bis sie verwesen, so sehr es sie auch vor sich selbst graut, ihrer Horde graut, manche gehen rasch, ins Wasser oder über den Rand des Dachs, andere, finden in der Natur Halt und sind letztlich nur noch Betrachter des Irrsinns, lassen irgendwie, ihre Schultern zucken und versuchen letztlich das Hordentreiben als absurdes Treiben zu begreifen, froh, nicht völlig davon zermalmt zu werden, froh, einen versteckten Winkel, einen angenehmen verseckten Winkel gefunden zu haben, hoffend, niemand möge sie von dort vertreiben, hoffend die tödlichen Schwaden mögen sich noch etwas gedulden, aufhalten wird sie niemand, niemand jemals können.

Das Kollektiv ist ein grauenvoller Rauborganismus, ein Weltenfresser, ein kannibalisches Ding, ein Ding in dem die Liebe noch zum Grauen führt und das letztlich schlicht die Lotterie des Lebens als eine Farce repräsentiert.

Angesichts von Milliarden von Lichtjahren, könnte man auch tippen, die Menschheit entsprich dem Fliegenschiss auf der Panoramascheibe eines Luftschiffs, welches gemütlich auf dem Lichtstrahl einer galaktischen Lampe gleitet, einige wahnwitzig winzige Impulse, eines wahnwitzig winzigen Scheißhaufens, dessen wahnwitzig winziger Scheißteil ich bin, wir alle sind, waren und – scheißegal ob noch Jahrtausende oder nur Jahre – einige noch sein werden.

Mein Motto sehe ich mehr den je im Leben gespiegelt, den wäre unser Leben von Bedeutung, wäre es schlicht zu erbärmlich, diese Bedeutung in Wort fassen zu können!

So lassen wir uns gemütlich abtreiben, wohlgemerkt – wir kleben ja auf jener Panoramascheibe – sie macht uns zu Reisenden – wir müssen nur die Augen öffnen, lächerlich winzige Kotpartikel einer Staubfliege im leeren Raum der Unbeschreiblichkeit.

Wobei ich jüngst von wundervollen Ballerinas in wallenden Hosen träumte, die schwarze Flügelschwingen schwangen und sich zu ruhende Halbmonden wrangen, bewegungslos, bis ein Akkord den neuen Flug bewog, im Sog der Schönheit sich die Begeisterung erhob, das Publikum klatschte, berauscht von jener Anmut, vergessend wie beschissen es selber doch war.

(Karten für das Nationaltheater – für weitaus bescheidenere Vorstellungen – kosten bis zu 700 Euro – wobei der arme Steuerknecht noch fleißig zahlen muss, ohne je hinein zu dürfen – die billigste Karte – ca. 30 Euro! – tja, wer neben Alpträumen noch Wunderträume träumt, dessen Nächte sind ein echter Lebenstraum! – …….. so wünsch ich schöne Träume und beschaut euch das Hordenpack mit einem Lachen auf den Lippen, nur bitte, versucht es irgend möglich zu meiden, da es euch sonst in Alpträume führt! Sprich wer das Leben ernst nimmt, der hat es schon verloren!)

Da fällt mir ein, dem Elitenpack sollte man immer nur Beckett´s Atem aufführen…… in der 30 Sekunden Variante, danach 180 Minuten Husten und Röcheln, Kleiderrascheln und Furzen, auspuffende, hochsteigende, nieder-sinkende, stinkende Furze gemischt mit Chanel „No5″….. – oder Mugler „Orient“ – der Duftstaub zu 5 Euro das Puffen……. – Handtasche Hermès, Uhr Lange&Söhne, ….. der Spitzenhordenmensch braucht locker eine Million pro Tag, sich zu unterhalten – und dabei frisst er, das Stöhnen könnte man als Intervallnotiz betrachten, Strichlein gleich Stöhnen, pro Protzgaffer im Parkett – die nötige Todesrate für das Erfolgsgesindel….. – oh wie ich sie verachte, diese Artgenossen, die ihre Dummheit, wohl wissend mit einem zynischen Lächeln und ihrem Tand zur Schau tragen, dabei vor Gier nach noch mehr, förmlich im Blutrausch zu lebendigen Exkrementen des prototypsichen Monstrums  zerfasern, in ihrer bornierten Seelenlosigkeit aus den Fugen der Paläste sickern, sich in die bewundernden Gaffhöhlen der Masse drängen.

Raub, Raub, Licht an, Licht aus – Schluss!

Schönen Frühling – wir leben nicht im Sudan, oder in Somalia, oder in Nigeria, oder in ……………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………… – was für ein Glück!

(Den wie kann man die Satten, die Irren, die Eliten auslachen, wenn man vor Hunger keine Kraft mehr hat, die Lippen zu bewegen…………………………)

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Angenehm – erschreckend doch der Blick zu den Artgleichen

Zwei genügen – sehr bequem
trocken, warm und frisch die Luft
sternenhell
neumondschwarz
dunkler Wolkenschatten Hatz
sirrend, regenpeitschen,
Sommernacht, Herbstnacht
kurz lang
danach,
winterlange Dunkelheit
warme Decken liegen bereit
Liebesmaschen
Erinnerung
Wehmut im Volgelsingen
Neues Leben
Frühling kann beginnen
rasch, zu rasch verblüht
diese Ho(o)chzeit
ein letztes Flöckchen wurde geschneit
im warmflutenden Sonnenbad
verdunstet
reist es
nach Überall

mich hält es im Nirgends
geborgen
zu sehr graut mir vor den Artgleichen
die meinen
sie seien
erhaben
über die Erde

die Erde die mir noch Raum schenkt und Leben
noch – wie lange wohl noch?

…. im Übrigen, erwacht nehm ich mir locker einige Tausend!
(dem Milliardär bleiben oft selbst bei Tag nur zwei……. – doch er frisst den Planeten dabei! – und meine Artgenossen bewundern ihn dafür, versuchen mitzuhalten!)

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Argon

Mythen streichen durch den Gedankenraum
Unsichtbar doch
Immanent
Liegen sie im Tau
Geborgen der dem Morgen
Feucht zur Seite liegt

Nackte FüßeLeb netzen sich
An seiner Abenteuerlust
Deren Bilderflut die Beine
Sich erwehren wollen
Letztlich doch
Das Becken musst
Sich ihrer schlicht
Ergeben
Stieg das Heldenleben
In die Wampe und
Die wurd zur Schicksalsrampe
Für den letzten Kick
Dem die Brust sich breit
Darbot
Ohne Not
Strömunsphysikalische Gesetze
Molekühlstau im Halsstau nach Oben
Druck, Druck, Hochdruck
Es quillt aus dem Maul den Nasenlöchern
Den Ohren
Doch das Hirn blieb dennoch
Nicht ungeschoren
Es kam nicht davon
Argon brodelt dort
Argon ist nicht fort
Den Helden bleibt nur
Der Mord für den ruhmreichen Ort

Konsumauten Argonauten
Klimbimm
Jungendhoffend zerstückelt und gekocht
Im sich immerzu besaufen

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Ansehen

An der Biegung stehen
bleiben inne
halten
die Augenlider ganz nach Oben falten

Licht aus ewiger Zeit
reist durch die Gedanken breit
liegt der Strom im Tal
die kalten Hände fahl

suchen Nähe, jäh
versiegt die Zeit
sie ging ohne
uns anzusehen

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Feinwind

Fein strömt feiner Wind über

die Haut

bringt feine Wärme

bringt feine Kälte

bringt Regentropfen, feuchten Hauch auch

feines kleines Restgedeck

die Lunge und das Herz

bedacht, damit

hör zu atmen auf

oder schlag dich voll damit

du später erst erstickst

und langsamer

dies schöne Leben gibst

 

leise surrt der Raumluftfilterapparat

die Schwester hat im Steuerraum

den Botpool noch im Griff

das Lebendverwesematerial

verendet, just, wenn die Kaufkraft liegt bei Null

die Bots, jedoch brauchen,

feine Luft, sauber, fein sauber,

sonst wären die Wartungskosten zu hoch!

 

Seltsam, so steril,

schon die Kinder sind senil, wo doch prototypisch nur das Greisenwesen

sabbernd und ausdünstend, erhalten wird

vom sirrenden Elektrodrive

das ist jetzt schon fast live!

 

 

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Basílica i Temple Expiatori de la Sagrada Família

Gewachsen über die Jahre, Sonnenspross,
so da ging er, die Lichtschattentänze der Strahlen genoss
das Geschoss fand seinen Weg
durch die Ornamente sagrada Finalmente

La Familia, la Familia –  endemoniada,

Monströse Motoren schnarren und knurren, ächzendes Leben

wird niemals, niemals vergeben, wird später wieder

wieder leben, wieder geben, Schatten und Licht,

der Wind sich in den Körpern bricht,

kein Verzicht, niemals , niemals, niemals Verzicht

die Kinder zerrieben im Mahlstrom der Gier,

die Kinder einst wir, heute die Kettensägen, die surrenden

wirr sirrenden, blechernes Schlagen von Stahlplattenlagen

erschrocken steigen auf die Raben, die Raben die krächzend

von diesen Wesen klagen, mit ihren Schwingen sich in die Lüfte plagen,

hoch ragen sie, hoch, Stein auf Stein, niemals gleich den lebendigen

Wesen, deren Kraft noch sich stemmt als Tragwerk der Mörder,

Kindsmörder sind wir gewesen, immer gewesen,

in Massen, lieblos,

die Liebe war ein Witz bloß!

Stille, hör die Stille, such sie die Stille,

Wille, freier Wille

gleite, gleite im Herbst,

aus treibt der Baum

im Frühlingshauch, leiser letzter Klang,

Winterblatt, bliebst am Ast,

jetzt, die letzte Ruhe am Rand der Erde du hast!

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